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Völlig neues Medikament verspricht Hoffnung!

Hallo, ich mit euch einen Bericht über ein neuartiges Medikament teilen. Anstatt an Dopamin Rezeptoren zu binden geht dieses an die cholinergen Rezeptoren und hat daher nicht entsprechende Nebenwirkungen wie andere Antipsychotika.

Der Wirkstoff heißt Trospiumchlorid und das Präparat Cobenfy.

Hier der Artikel aus dem Englischen übersetzt:

Erste neue Schizophrenie-Behandlung seit Jahrzehnten eine dringend benötigte Alternative
Gesundheit
01. Oktober 2024
VonAFP

Experten zeigten sich am Freitag begeistert, nachdem die US-Gesundheitsbehörden die erste neue Behandlungsform für Schizophrenie seit Jahrzehnten zugelassen hatten.

Das Medikament mit dem Namen Cobenfy, das vom US-Pharmariesen Bristol Myers Squibb entwickelt wurde, wirkt anders als bestehende Behandlungen, indem es auf die sogenannten cholinergen Rezeptoren und nicht auf die Dopaminrezeptoren abzielt.

„Dieses Medikament stellt den ersten neuen Ansatz in der Schizophreniebehandlung seit Jahrzehnten dar“, sagte Tiffany Farchione, eine hochrangige Beamtin der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA), am Donnerstag in einer Erklärung .

„Diese Zulassung bietet eine neue Alternative zu den Antipsychotika, die Menschen mit Schizophrenie bisher verschrieben wurden“, sagte sie .

Obwohl nur etwa ein Prozent der Amerikaner an Schizophrenie leiden , können ihre Folgen verheerend sein.

Es kann zu Halluzinationen, Verfolgungsgefühlen und Schwierigkeiten bei der Kontrolle der eigenen Gedanken führen. Etwa fünf Prozent der diagnostizierten Schizophrenen begehen Selbstmord.

Lynsey Bilsland, Leiterin der Abteilung für psychische Gesundheit der Wohltätigkeitsstiftung Wellcome, sagte , Cobenfy könne „bahnbrechend sein, insbesondere für diejenigen, bei denen andere Medikamente nicht wirken“.

Sie fügte hinzu : „Es wirkt auf eine völlig andere Weise als alle anderen derzeit verwendeten Schizophreniemedikamente. Es hat das Potenzial, das Leben von Millionen von Menschen zu verändern.“

Cobenfy – der wissenschaftliche Name lautet „Xanomelin und Trospiumchlorid“ – wird oral eingenommen.

Zwei klinische Studien bestätigten seine Wirksamkeit und zeigten, dass es die Symptome der Patienten deutlich lindern kann.

Zu den Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Durchfall, Verstopfung, Harnverhalt und Leberprobleme.

Im Vergleich zu derzeit verfügbaren Medikamenten seien diese Nebenwirkungen jedoch „reduziert“, sagte Matt Jones, Professor für Neurowissenschaften an der englischen Universität Bristol.

„Das sind natürlich großartige Neuigkeiten für Menschen, die mit Schizophrenie leben“, sagte er , merkte aber an, dass das Medikament in Großbritannien noch nicht zugelassen ist.

Sameer Jauhar, Dozent für affektive Störungen und Psychosen am King's College in London, sagte, die Nebenwirkungen der derzeit verfügbaren Medikamente – darunter Gewichtszunahme und Trägheit – könnten manche Menschen von einer Behandlung abhalten.

Er sagte, er wolle die Ergebnisse längerfristiger Studien abwarten, fügte jedoch schnell hinzu, dass die bisherigen positiven Ergebnisse „möglicherweise eine der aufregendsten Entwicklungen auf unserem Gebiet darstellen, und ich bin darüber sehr gespannt.“


Quelle:

https://www.sciencealert.com/first-new-schizophrenia-treatment-in-decades-a-much-needed-alternative
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank fürs Teilen!
Ich bin zwar aktuell gut eingestellt, aber gewisse Nebenwirkungen braucht einfach keiner..
Das werde ich mit Sicherheit weiterverfolgen.
 
Ist nicht wirklich neu KarXT ist das medi nur hier unter anderem namen
 
Weiß jemand, wann KarXT in D zugelassen wird?

Das ist noch nicht bekannt...

Hier ein neuer aktueller Artikel dazu:

Spektrum der Wissenschaft
News vom 03.10.2024

»KarXT« macht Hoffnung

Ein neues Schizophrenie-Mittel setzt erstmals an den Muskarinrezeptoren des Gehirns an. Es ist wirksamer und verträglicher als bisherige Präparate und jetzt in den USA zugelassen.
von Corinna Hartmann

Seit den 1950ern gibt es Psychopharmaka gegen Schizophrenie. Doch vielen Erkrankten helfen sie nicht genug.
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) genehmigte Ende September 2024 das Schizophrenie-Medikament »KarXT«. Es unterscheidet sich in seiner Wirkweise grundlegend von bisherigen Antipsychotika, auch Neuroleptika genannt, mit denen Erkrankte seit Jahrzehnten behandelt werden.

KarXT ist das erste Schizophrenie-Mittel, das auf die so genannten Muskarinrezeptoren des Gehirns abzielt. Die Aktivierung dieser Rezeptoren dämpft die Freisetzung von Dopamin. Der Botenstoff ist entscheidend für die typischen Symptome der Krankheit: Halluzinationen, etwa das Hören von Stimmen, und Wahnvorstellungen wie das Gefühl, verfolgt zu werden.

Doch Muskarinrezeptoren steuern noch andere Schaltkreise im Gehirn, etwa solche, die an Denkprozessen und der Verarbeitung von Gefühlen beteiligt sind. In klinischen Studien besserten sich dank KarXT nicht nur Trugwahrnehmungen und Wahn, Erkrankte konnten auch klarer denken: Verglichen mit einem Placebo schnitten Teilnehmer mit KarXT in Merkaufgaben deutlich besser ab.

Hier können bisherige Medikamente, die die Dopaminrezeptoren direkt blockieren, noch nicht gut eingreifen. Gefühlsarmut und Konzentrationsprobleme bleiben oft bestehen. Da diese Symptome weiterhin für Isolation und Berufsunfähigkeit sorgen, könnte das neue Präparat Erkrankten zu mehr Lebensqualität verhelfen.

Der zweite Vorteil von KarXT ist sein besseres Nebenwirkungsprofil. Herkömmliche Antipsychotika haben häufig erhebliche unerwünschte Effekte. Manche Patienten entwickeln Zuckungen, die teils auch nach dem Absetzen der Medikamente bleiben. Einige nehmen von den Substanzen stark zu oder werden apathisch. Bei KarXT fielen die Nebenwirkungen in klinischen Studien harmloser aus. Sie beschränkten sich hauptsächlich auf Verdauungsprobleme.


Das Medikament ist unter anderem deshalb relativ verträglich, weil es den Wirkstoff Xanomelin, der ursprünglich für die Behandlung von Alzheimer getestet worden war, mit Trospium kombiniert. Trospium sorgt dafür, dass Xanomelin gezielt im Gehirn wirkt und nicht auch auf die Muskarinrezeptoren im Rest des Körpers.

Ein Nachteil von KarXT ist, dass man das Mittel zweimal am Tag einnehmen muss – für einige Menschen mit Schizophrenie kaum machbar. Zum Vergleich: Übliche Antipsychotika gibt es teils als Depotspritze, deren Wirkung mehrere Wochen anhält. Außerdem ist das neue Präparat teuer. Ob und wann auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) KarXT oder ähnliche Medikamente zulassen wird, ist noch nicht bekannt.

Quelle:
Schizophrenie: »KarXT« macht Hoffnung
 
"
Xanomelin Trospium, in meinen Handybrowserlinks ist der Nachweis, dass PHASE III für den europäischen Markt betreten worden ist. Die Wirkstoffkombination wurde erprobt für: Morbus Alzheimer mit Psychose. Das freut mich jetzt sehr für die Menschen, die genau darunter leiden. Aber ich bin ernüchtert, ich dachte, es kommt auch auf den deutschen Arzneimittelmarkt und wird vielleicht sogar durch die GKVs erstattungsfähig. Da habe ich mich wohl zu früh gefreut. Ob wohl die Kosten dabei eine Rolle spielen?!"
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
im Olanzapin und Quetiapin gibt es auch Stoffe die an die Muskarinrezeptoren andocken. Sind aber nur zu 10% darin enthalten.
Meines Wissens nach ist nur der Metabolit Desmethylclozapin als Agonist an Muskarinischen Acetylcholinrezeptoren aktiv. Clozapin also als einziges "...pin" mit dieser Eigenschaft, wobei das noch nicht umgewandelte Clozapin als reiner Antagonist dort ("anticholinerg") fungieren dürfte.

Was du wahrscheinlich frägst ist, ab welchem Faktor Unterschied der Rezeptorbelegung z. B. zwischen D2 und 5HT2A die Wirkung des letzteren keine Rolle mehr spielt. Es ist der von dir genannte Faktor zehn der Bindung im lebenden Organismus. Dann kann man z. B. 5HT2A bei Cariprazin und Aripiprazol praktisch unter den Tisch fallen lassen (nicht hingegen das 5HT2B bei diesen Substanzen!). 5HT2C sorgt für Appetitsteigerung und ist auch in Risperidon noch ziemlich aktiv, so dass man nicht darüber aussagen kann (Zitat Dr. Jan Dreher), das Risperidon "mache nicht dick".

Wenn jetzt Xanomelin Trospium nicht verschreibungsfähig ist bei Schizophrenie, sondern nur bei Alzheimer mit einer zusätzlichen "Psychose", entspricht das dem, was ich erwarte. Der Link war: <Clinical Trials in the European Union - EMA>
 
Erfahrungsbericht Cobenfy: Ich habe seit einigen Monaten Cobenfy = Xanomelin/Trospiumchlorid. Man steigert von der Startdosis 50/20-0-0-50/20 nach zwei Tagen auf 100/20-0-0-100/20. Nach einer Woche kann man die Maximaldosis 125/30 versuchen.

Nebenwirkungen habe ich außer Mundtrockenheit bei Dosissteigerungen keine gehabt. Man soll 2 h vor und 1 h nach der Einnahme nichts essen. Das habe ich zweimal gemacht, wobei es mir dann im Bauch sehr übel wurde. Dagegen kann man aber Trospiumchlorid zusätzlich einnehmen.

Zur Wirkung: Die minimalen restlichen Positivsymptome sind weg, Negativ- und kognitive Symptome sind auch leicht besser geworden (z.B. bin gesprächiger, lockerer, bessere Mimik, Gedächtnis und Planung besser). Die Verbesserung ist nach ca. 4 Wochen eingetreten. Auch wenn die Verbesserungen relativ gering sind (kein "silver bullet" für mich), nehme ich es weiter ein, weil sie doch signifikant und sehr willkommen sind.

Meine PKV übernimmt die Kosten ganz (Schreiben vom Arzt mit detaillierter Begründung hat für Kostenübernahme gesorgt). Für meine letzte Dose US-Import habe ich 2600€ für 60 Kapseln = 30 Tage gezahlt, davor aber auch schon 3800€.

Als nächstes werde ich Ende des Jahres in einer klinischen Phase-3-Studie Evenamid ausprobieren.
 
Vielen Dank dass Du Dich als Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt hast:) Ich prophezeie mal dass das kein Renner wird...2x tägliche Einnahme und 2 Stunden vorher und 1 Stunde nachher nichts essen dürfen....Also ich bin schon raus.
Evenamid kenne ich noch gar nicht..habe ich was zum googeln.
Alles Gute
 
Zuletzt bearbeitet:
Erfahrungsbericht Cobenfy: Ich habe seit einigen Monaten Cobenfy = Xanomelin/Trospiumchlorid. Man steigert von der Startdosis 50/20-0-0-50/20 nach zwei Tagen auf 100/20-0-0-100/20. Nach einer Woche kann man die Maximaldosis 125/30 versuchen.

Nebenwirkungen habe ich außer Mundtrockenheit bei Dosissteigerungen keine gehabt. Man soll 2 h vor und 1 h nach der Einnahme nichts essen. Das habe ich zweimal gemacht, wobei es mir dann im Bauch sehr übel wurde. Dagegen kann man aber Trospiumchlorid zusätzlich einnehmen.

Zur Wirkung: Die minimalen restlichen Positivsymptome sind weg, Negativ- und kognitive Symptome sind auch leicht besser geworden (z.B. bin gesprächiger, lockerer, bessere Mimik, Gedächtnis und Planung besser). Die Verbesserung ist nach ca. 4 Wochen eingetreten. Auch wenn die Verbesserungen relativ gering sind (kein "silver bullet" für mich), nehme ich es weiter ein, weil sie doch signifikant und sehr willkommen sind.

Meine PKV übernimmt die Kosten ganz (Schreiben vom Arzt mit detaillierter Begründung hat für Kostenübernahme gesorgt). Für meine letzte Dose US-Import habe ich 2600€ für 60 Kapseln = 30 Tage gezahlt, davor aber auch schon 3800€.

Als nächstes werde ich Ende des Jahres in einer klinischen Phase-3-Studie Evenamid ausprobieren.
Schon etwas teuer, aber für so ein sehr neues Medikament ist das wohl normal, zumal es noch keine EU Zulassung hat. Also wird das womöglich, wenn es in der EU zugelassen ist, auch deutlich günstiger sein

Ich würde da eben mögliche Verstopfungssymptome, Migrationsstörungen und kognitive Verschlechterungen beobachten. Da M1 Rezeptoren eng an die Gedächtnisleistungen geknüpft sind, da könnt das Cobenfy vielleicht kognitive Nachteile haben.

Hier eine grobe Info zu diesem Cobenfy (KarXT) :
Hier die für Cobenfy (Xanomelin / Trospiumchlorid) wichtigsten Nebenwirkungen und der Vergleich zu typischen Atypika:

  1. Relevante AEs bei Cobenfy • Gastrointestinal: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, gelegentliche Verstopfung • Harnsystem: Seltene Harnverhalt-Episoden durch muskarinerge Wirkung1 • Leber: Gelegentliche, meist milde Erhöhungen der Leberwerte • Mundtrockenheit: Peripherer Anticholinergikum-Effekt, im Vergleich zu traditionellen Anticholinergika aber abgeschwächt1
  2. Fehlende typische Antipsychotika-Effekte • Extrapyramidale Symptome (Parkinsonoid, Akathisie): Nicht zu erwarten, da Cobenfy nicht über D₂-Blockade wirkt • Prolaktinanstieg: Kein klinisch relevanter Effekt, anders als bei Risperidon & Co. (D₂-Antagonismus)2
  3. Metabolische und sedierende Effekte • Gewichtszunahme & Stoffwechsel: Kaum ausgeprägt – Patienten berichten praktisch keine Zunahme oder Insulinresistenz, anders als bei Olanzapin, Clozapin oder Quetiapin • Sedierung/Schläfrigkeit: Raten vergleichbar mit Placebo, deutlich geringer als bei vielen Atypika (z. B. Quetiapin)3
Fazit Cobenfy verschiebt das Nebenwirkungsprofil weg von d2-bedingten Effekten (EPS, Prolaktin, metabolisches Syndrom) hin zu leichten cholinergen AEs (v. a. GI-Beschwerden, selten Harnverhalt). Insgesamt ist die Verträglichkeit im Vergleich zu klassischen Atypika deutlich günstiger, insbesondere bei Patienten, die unter Gewichtszunahme, Sedierung oder Bewegungsstörungen leiden.

Hier ein Vergleich mit Evenamit:
Evenamid ist ein oraler Wirkstoff (Entwicklungsname NW-3509), den Newron Pharmaceuticals als Add-on bei therapieresistenter Schizophrenie prüft. Chemisch handelt es sich um ein selektives Inhibitor von spannungsabhängigen Natriumkanälen (u. a. Nav1.3, Nav1.7, Nav1.8), mit dem Ziel, die übermäßige glutamaterge Erregbarkeit im Gehirn zu dämpfen und so Positivsymptome zu lindern.

Unterschiede zu klassischen und zu Cobenfy/KarXT • Wirkmechanismus – Klassische Atypika: D₂-Dopaminrezeptor-Antagonismus oder partieller Agonismus + 5-HT₂A-Blockade – Cobenfy (Xanomelin + Trospium): Aktivierung neuronaler Muskarinrezeptoren, dadurch indirekte Dämpfung dopaminerger Pfade – Evenamid: Blockade neuronaler Natriumkanäle → Reduktion glutamaterger Signalübertragung (kein direkter Einfluss auf Dopamin- oder Serotoninrezeptoren)1

• Einsatz und Kombinationspartner – Klassische/Atypika: Monotherapie oder Add-on untereinander – Cobenfy: derzeit Monotherapie (USA zugelassen), ohne Dopamin-Nebenwirkungen – Evenamid: Add-on zu bestehenden Atypika, zielt speziell auf unzureichend kontrollierte Positivsymptome ab

• Nebenwirkungsprofil (Erwartung) – Weniger EPS und Prolaktin-Anstieg als bei D₂-Blockern – Geringes QTc-Risiko (bei 30–60 mg Evenamid keine QTcF-Verlängerung in TQT-Studie) – Potenziell gastro-intestinale oder neurologische Effekte bei hohen Dosen (Tox-Studien in Tiermodellen)●

• Entwicklungsstand – Phase I abgeschlossen, Phase II–III laufen (FDA fordert zusätzliche Sicherheitsstudien) – Markteintritt noch einige Jahre entfernt, europaweite Zulassung ungewiss

Weitere mögliche Themen: • Genaue Ergebnisse aus Phase-II/III-Studien und Effektgrößen • Vergleich der kognitiven Effekte von Evenamid vs. Atypika • Praktische Überlegungen zur Kombinationstherapie (Dosierung, Sequenz) • Zukunftsaussichten für Non-Dopamin-Antipsychotika

Sind auf jeden Fall zwei spannende neue Medikamente.
 
Clinical Trials Register

Hier sind man den Stand der Prüfung bei der EMA (EU). Cobenfy hat die 3. Phase in Deutschland bestanden.
Die nächste Phase wäre die Anmeldung bei der EMA. Diese Phase dauert dann auch 52-54 Wochen, und dann wäre es zugelassen.
Sprich ende 2026 oder Mitte 2027 wäre Cobenfy endlich da
 
Hier steht wo es aktuell lang geht:
Code:
https://www.alzforum.org/therapeutics/karxt

siehe der Abschnitt "
BMS has also registered Phase 3 trials of KarXT and KarX-EC to start in early 2026 for schizophrenia in adolescents, cognitive impairment associated with schizophrenia, mania in people with bipolar disorder, and irritability associated with autism spectrum disorder.
For details on Kar-XT trials, see clinicaltrials.gov.",
wobei BMS wohl für den Namen des Pharmaunternehmens steht, das Karuna Therapeutics aufgekauft hat.
 
Das ist ja alles schön und gut, neues medi, neue wirkungsweise, naja es hat nicht so viele nebenwirkungen aber ihr müsst das medikament erstmal vertragen
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist halt eine Hoffnung, dass das zweite gut wirksame und nebenwirkungsärmere (nicht -lose!) Medikament nach dem Cariprazin zur Verordnung durch die ambulanten Psychiater freigegeben wird, auch wenn dann wieder 20 Jahre lang der Medizinische-Patent-Reibach gemacht werden kann. Das Paradigma, dass man vor allem chemisch dämpfen muss, scheint beim KarXT durchbrochen worden zu sein, was ich bemerkenswert finde.
 
Vielen Dank dass Du Dich als Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt hast:) Ich prophezeie mal dass das kein Renner wird...2x tägliche Einnahme und 2 Stunden vorher und 1 Stunde nachher nichts essen dürfen....Also ich bin schon raus.
Evenamid kenne ich noch gar nicht..habe ich was zum googeln.
Alles Gute
Es macht keine Gewichtszunahme, also ist das mit dem eine Stunde nichts essen dürfen kein Hindernis. Zweimal am Tag einnehmen ist wirklich keine große Sache.

Alle Prüfungen von Cobenfy (Xanomeline und Trospium Chlorid) wurden mit inaktivem Plazebo gemacht. Die Aussagekraft der Tests ist sehr begrenzt.
Mir ist unklar, was ein inaktives Placebo sein soll. Ein Vergleich mit Antipsychotika statt Placebo?

Das ist ja alles schön und gut, neues medi, neue wirkungsweise, naja es hat nicht so viele nebenwirkungen aber ihr müsst das medikament erstmal vertragen
Gilt auch für das Risperidon und andere ältere, relativ unverträgliche Antipsychotika. Da ist die Messlatte also ziemlich tief.
Cobenfy/KarXT kann da im Grunde in einigen Fällen schon vorteilhaft sein, wobei die Nebenwirkungen ja eher atypisch sein werden.

Es ist halt eine Hoffnung, dass das zweite gut wirksame und nebenwirkungsärmere (nicht -lose!) Medikament nach dem Cariprazin zur Verordnung durch die ambulanten Psychiater freigegeben wird, auch wenn dann wieder 20 Jahre lang der Medizinische-Patent-Reibach gemacht werden kann. Das Paradigma, dass man vor allem chemisch dämpfen muss, scheint beim KarXT durchbrochen worden zu sein, was ich bemerkenswert finde.
Vielleicht übernimmt man ja vorher Brexpiprazol und Lurasidon. Wäre auch sinnvoll, da diese sehr verträglich und therapeutisch leicht integrierbar sind.
KarXT dann als neuartiges Medikament, wobei Evenmid ja auch noch kommen sollte.

Problem ist eher, wenn man für alte unverträgliche Depotwirkstoffe das Geld hinauswirft und dann für diese neueren Wirkstoffe kein Geld mehr da ist oder man schlichtweg wählerisch ist.
Betroffene haben keine Wahl in dem Sinne. Würden die Verantwortlichen selbst Risperidon einnehmen müssen, dann hätte man Brexpiprazol und Lurasidon längst eingeführt. Aber man glaubt Betroffenen ja von Grund auf wenig.

wobei BMS wohl für den Namen des Pharmaunternehmens steht, das Karuna Therapeutics aufgekauft hat.
BMS hat damals Abilify auch mitvermarktet. Es ist ein Big-Pharma-Unternehmen.
Sollte dir bei deinem Hintergrundwissen klar sein, was BMS ist.
Bristol‑Myers Squibb (BMS) hat Abilify (Aripiprazol) ursprünglich mitvermarktet, gemeinsam mit Otsuka. Heute gehört die Vermarktung vollständig Otsuka. BMS selbst ist ein globaler Pharmakonzern mit über 48 Mrd. USD Jahresumsatz und mehr als 10.000 Mitarbeitenden.

🧩 Vermarktung von Abilify durch BMS​

  • Abilify ist ein Antipsychotikum mit dem Wirkstoff Aripiprazol.
  • Es wurde unter dem Handelsnamen Abilify von Bristol‑Myers Squibb und Otsuka gemeinsam vermarktet.
  • BMS war bis 2013 aktiv im Marketing beteiligt; danach übernahm Otsuka die Vermarktung vollständig.
  • In mehreren US‑Bundesstaaten gab es Vergleiche wegen off‑label Marketing, bei denen BMS u. a. 19,5 Mio. USD zahlte.

🏢 Größe und Bedeutung von Bristol‑Myers Squibb​

BMS gehört zu den größten Pharmaunternehmen weltweit.
  • Umsatz: über 48 Mrd. USD im Jahr 2024.
  • Mitarbeitende: über 10.000 Beschäftigte weltweit.
  • Ranking: BMS ist gemessen an verschreibungspflichtigen Medikamenten das siebtgrößte Pharmaunternehmen der Welt.
  • Portfolio: starke Präsenz in Onkologie, Immunologie, Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen und Virologie.
  • Wachstumsschub: 2019/2020 durch die Übernahme von Celgene, inklusive des Blockbusters Revlimid.

🧭 Hersteller moderner Antipsychotika (aktualisiert 2026)​

HerstellerZentrale AntipsychotikaPipeline / Neue MechanismenUnternehmensgrößeBesonderheiten / Relevanz
OtsukaAbilify, Abilify Maintena, Rexulti (Brexpiprazol)Neue Partialagonisten, Digital‑Therapeutics~47.000 MA, >14 Mrd. USD UmsatzWeltmarktführer bei Partialagonisten
LundbeckRexulti (Co‑Vermarktung), früher SerdolectCNS‑Fokus, keine neuen Antipsychotika~5.400 MA, ~2,7 Mrd. USD UmsatzReiner ZNS‑Spezialist
Bristol‑Myers Squibb (BMS)KarXT (Cobenfy) nach Übernahme von Karuna TherapeuticsErweiterte KarXT‑Indikationen (Alzheimer‑Psychose, Bipolar)~34.000 MA, >48 Mrd. USD UmsatzWiedereinstieg in Psychiatrie mit First‑in‑Class Mechanismus
Janssen (Johnson & Johnson)Risperdal, Invega, Xeplion, TrevictaDepot‑Optimierungen~130.000 MA, >85 Mrd. USD UmsatzMarktführer bei Depot‑Antipsychotika
Eli LillyZyprexa (Olanzapin)Keine neue Psychose‑Pipeline~43.000 MA, >34 Mrd. USD UmsatzHistorisch wichtig, heute Fokus auf andere Bereiche
Sumitomo / SunovionLatuda (Lurasidon)Neue Formulierungen~30.000 MAModerne, verträgliche SGAs
Newron PharmaceuticalsEvenamide (Na‑Kanal‑Modulator, Phase III)~30 MAEinziger echter neuer Mechanismus seit Jahrzehnten
 
Zuletzt bearbeitet:
Cobenfy (KarXT), Evenamid, Lurasidon und Brexpiprazol fehlen.

Alle vier wären ein Segen für Patienten.

Das ist ja alles schön und gut, neues medi, neue wirkungsweise, naja es hat nicht so viele nebenwirkungen aber ihr müsst das medikament erstmal vertragen
@goped
Dein Hinweis trifft einen wichtigen Punkt, der in der Versorgung oft übersehen wird.

Du hattest mit Aripiprazol deutliche Verträglichkeitsprobleme, und genau für solche Fälle wären Alternativen wie Brexpiprazol oder Lurasidon entscheidend. Beide Wirkstoffe haben pharmakologische Eigenschaften, die für Menschen mit Sensitivität gegenüber Aripiprazol deutlich besser passen können. Auch KarXT wäre für dich erst dann eine Option, wenn klar ist, wie du es verträgst.

Das eigentliche Problem ist, dass diese Wirkstoffe in Deutschland nicht erstattungsfähig sind – obwohl sie für viele Betroffene eine echte Chance darstellen würden, ein verträgliches Medikament zu finden. Die aktuelle Nutzenbewertung führt dazu, dass neue, verträglichere Tablettenpräparate blockiert werden, während Depotpräparate alter Wirkstoffe problemlos erstattet werden, obwohl sie langfristig deutlich teurer sind.

Dabei wäre der Effekt auf die Versorgung eindeutig positiv:
  • Viele Betroffene würden lieber ein verträgliches Tablettenpräparat einnehmen als ein Depot.
  • Die Kosten wären langfristig niedriger, weil Depots dauerhaft teuer bleiben.
  • Man könnte Konflikte, Zwangssituationen und forensische Verläufe reduzieren, weil freiwillige Einnahme besser funktioniert, wenn die Verträglichkeit stimmt.
  • Nach Patentablauf würden Lurasidon oder Brexpiprazol nur noch einen Bruchteil kosten.
Die ökonomische Logik ist also eigentlich klar:Neue Wirkstoffe wären trotz Patentphase günstiger als die dauerhaft hohen Depotkosten. Und sie würden gleichzeitig mehr Wahlfreiheit und bessere Verträglichkeit ermöglichen.

Für Betroffene wie dich wäre es wichtig, dass diese Alternativen überhaupt zugänglich sind. Dass das derzeit nicht der Fall ist, zeigt, wie stark die aktuelle Erstattungspraxis Innovation ausbremst – und wie sehr Menschen mit Unverträglichkeiten darunter leiden.
 
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