Schon etwas teuer, aber für so ein sehr neues Medikament ist das wohl normal, zumal es noch keine EU Zulassung hat. Also wird das womöglich, wenn es in der EU zugelassen ist, auch deutlich günstiger seinErfahrungsbericht Cobenfy: Ich habe seit einigen Monaten Cobenfy = Xanomelin/Trospiumchlorid. Man steigert von der Startdosis 50/20-0-0-50/20 nach zwei Tagen auf 100/20-0-0-100/20. Nach einer Woche kann man die Maximaldosis 125/30 versuchen.
Nebenwirkungen habe ich außer Mundtrockenheit bei Dosissteigerungen keine gehabt. Man soll 2 h vor und 1 h nach der Einnahme nichts essen. Das habe ich zweimal gemacht, wobei es mir dann im Bauch sehr übel wurde. Dagegen kann man aber Trospiumchlorid zusätzlich einnehmen.
Zur Wirkung: Die minimalen restlichen Positivsymptome sind weg, Negativ- und kognitive Symptome sind auch leicht besser geworden (z.B. bin gesprächiger, lockerer, bessere Mimik, Gedächtnis und Planung besser). Die Verbesserung ist nach ca. 4 Wochen eingetreten. Auch wenn die Verbesserungen relativ gering sind (kein "silver bullet" für mich), nehme ich es weiter ein, weil sie doch signifikant und sehr willkommen sind.
Meine PKV übernimmt die Kosten ganz (Schreiben vom Arzt mit detaillierter Begründung hat für Kostenübernahme gesorgt). Für meine letzte Dose US-Import habe ich 2600€ für 60 Kapseln = 30 Tage gezahlt, davor aber auch schon 3800€.
Als nächstes werde ich Ende des Jahres in einer klinischen Phase-3-Studie Evenamid ausprobieren.
Hier die für Cobenfy (Xanomelin / Trospiumchlorid) wichtigsten Nebenwirkungen und der Vergleich zu typischen Atypika:
Fazit Cobenfy verschiebt das Nebenwirkungsprofil weg von d2-bedingten Effekten (EPS, Prolaktin, metabolisches Syndrom) hin zu leichten cholinergen AEs (v. a. GI-Beschwerden, selten Harnverhalt). Insgesamt ist die Verträglichkeit im Vergleich zu klassischen Atypika deutlich günstiger, insbesondere bei Patienten, die unter Gewichtszunahme, Sedierung oder Bewegungsstörungen leiden.
- Relevante AEs bei Cobenfy • Gastrointestinal: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, gelegentliche Verstopfung • Harnsystem: Seltene Harnverhalt-Episoden durch muskarinerge Wirkung1 • Leber: Gelegentliche, meist milde Erhöhungen der Leberwerte • Mundtrockenheit: Peripherer Anticholinergikum-Effekt, im Vergleich zu traditionellen Anticholinergika aber abgeschwächt1
- Fehlende typische Antipsychotika-Effekte • Extrapyramidale Symptome (Parkinsonoid, Akathisie): Nicht zu erwarten, da Cobenfy nicht über D₂-Blockade wirkt • Prolaktinanstieg: Kein klinisch relevanter Effekt, anders als bei Risperidon & Co. (D₂-Antagonismus)2
- Metabolische und sedierende Effekte • Gewichtszunahme & Stoffwechsel: Kaum ausgeprägt – Patienten berichten praktisch keine Zunahme oder Insulinresistenz, anders als bei Olanzapin, Clozapin oder Quetiapin • Sedierung/Schläfrigkeit: Raten vergleichbar mit Placebo, deutlich geringer als bei vielen Atypika (z. B. Quetiapin)3
Evenamid ist ein oraler Wirkstoff (Entwicklungsname NW-3509), den Newron Pharmaceuticals als Add-on bei therapieresistenter Schizophrenie prüft. Chemisch handelt es sich um ein selektives Inhibitor von spannungsabhängigen Natriumkanälen (u. a. Nav1.3, Nav1.7, Nav1.8), mit dem Ziel, die übermäßige glutamaterge Erregbarkeit im Gehirn zu dämpfen und so Positivsymptome zu lindern.
Unterschiede zu klassischen und zu Cobenfy/KarXT • Wirkmechanismus – Klassische Atypika: D₂-Dopaminrezeptor-Antagonismus oder partieller Agonismus + 5-HT₂A-Blockade – Cobenfy (Xanomelin + Trospium): Aktivierung neuronaler Muskarinrezeptoren, dadurch indirekte Dämpfung dopaminerger Pfade – Evenamid: Blockade neuronaler Natriumkanäle → Reduktion glutamaterger Signalübertragung (kein direkter Einfluss auf Dopamin- oder Serotoninrezeptoren)1
• Einsatz und Kombinationspartner – Klassische/Atypika: Monotherapie oder Add-on untereinander – Cobenfy: derzeit Monotherapie (USA zugelassen), ohne Dopamin-Nebenwirkungen – Evenamid: Add-on zu bestehenden Atypika, zielt speziell auf unzureichend kontrollierte Positivsymptome ab
• Nebenwirkungsprofil (Erwartung) – Weniger EPS und Prolaktin-Anstieg als bei D₂-Blockern – Geringes QTc-Risiko (bei 30–60 mg Evenamid keine QTcF-Verlängerung in TQT-Studie) – Potenziell gastro-intestinale oder neurologische Effekte bei hohen Dosen (Tox-Studien in Tiermodellen)●
• Entwicklungsstand – Phase I abgeschlossen, Phase II–III laufen (FDA fordert zusätzliche Sicherheitsstudien) – Markteintritt noch einige Jahre entfernt, europaweite Zulassung ungewiss
Weitere mögliche Themen: • Genaue Ergebnisse aus Phase-II/III-Studien und Effektgrößen • Vergleich der kognitiven Effekte von Evenamid vs. Atypika • Praktische Überlegungen zur Kombinationstherapie (Dosierung, Sequenz) • Zukunftsaussichten für Non-Dopamin-Antipsychotika