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Unterschied schizophrene Psychose und Psychose

Nessi

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11 Sep. 2021
Beiträge
92
Hallo! Könnt ihr mir erklären was der Unterschied ist zwischen schizophrener Psychose und "normalen" Psychosen? Also normal ist natürlich keine Psychose aber ihr wisst hoffentlich was ich meine :-) Da gibt es doch einen Unterschied oder?

Ich habe eine Schizoaffektive Störung und als ich letztens versucht habe meine Medikamente abzusetzen habe ich sehr schwere Ängste bekommen, konnte nicht mehr schlafen und nicht mehr essen(6kg abgenommen) und dachte alle wollen mich zerstören oder fertig machen.

Und als ich das erste Mal Medikamente bekommen habe, habe ich gedacht man könnte meine Gedanken sehen und dass die aus meinem Kopf fließen und dass andere mich umbringen oder vergewaltigten wollen. Da hatte ich dann auch die Diagnose bekommen weil ich noch manisch war. Ist das beides schizophren was ich beschrieben habe? Oder das was ich oben als erstes beschrieben habe eher eine "normale" Psychose?

Ich lese hier bei Leuten die ihre Symptome schreiben immer so viel mit Dämonen oder einfach so übernatürliche Sachen die sie haben. Das wäre dann schizophren oder? Also so übernatürliches?

Ich hoffe jemand kann mir das erklären bei der Ärztin ist immer so wenig Zeit :) Danke!!
 
Generell lässt es sich schlecht Kategorisieren, da es gewisse Wahsymptomatiken gibt die nicht gleichermaßen sein müssen. Ich habe sowohl die Diagnose Paranoide Schizophrenie erhalten, als auch zuletzt durch ein Gutachten eine schizoaffektive Störung...klar abgrenzen kann man das nicht immer - da tun sich auch die Fachleute schwer. Einfach ausgedrückt kann man sagen sowohl eine schizoaffektive Störung wie auch eine paranoide Schizophrenie betreffen beides gleichermaßen das Label einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis...das eine hört sich besser oder schlechter an - ist aber beides letztendlich nicht ohne weiteres immer abgrenzbar.
 
Vielen Dank für eure Antworten! Hat mir auf jeden Fall geholfen eine Psychose besser zu verstehen!
 
Ich habe mal die falschen Antworten gelöscht, weil das sonst problematisch bei so einen Definitionsthema ist.

Es ist relativ einfach:

Psychose ist der Überbegriff für alle Erkrankungen und Symptomatiken, die in den Bereich von Psychosen passen.
Dazu gehören:
schizoaffektive Psychosen, drogeninduzierte Psychosen und auch jene, die nur vorübergehend sind, aber auch die schizophrene Psychose, wo eine paranoide Psychose/Schizophrenie auch dazu gehört.


Schizophrenie oder Schizophrenie Psychose bedeutet einfach gesagt, die chronische Verlaufsform der Psychose.

Häufig wird im Sprachgebrauch nur der Begriff Psychose oder Schizophrenie verwendet, was im Grunde das Gleiche bedeuten soll, nur dass Psychose eher der modernere Begriff ist und Schizophrenie teils häufiger missverstanden wird, weil das mit gespaltener Persönlichkeit verbunden wird, was Schizophrenie im Grunde nur bedingt ist, da eine multiple Persönlichkeitsstörung nochmal etwas ganz anderes ist.
Psychose wirkt also weniger abschreckend, würde ich persönlich sagen, wenn man jemanden Fremden erklärt, was man hat.

Manche bringen mit Schizophrenie "Stimmen hören" in Verbindung, was FALSCH ist, da es genau wie bei der Psychose ganz unterschiedliche Psychosen mit und ohne Stimmen zu hören gibt.

_ ergänzend:

Psychosen (Überbegriff) können also sehr unterschiedlich sein und häufig ist die Rede von schizophrener Psychose, da Schizophrenie als Begriff an sich auch von der Fachwelt nur noch teilweise unterstützt wird, vermutlich weil das Stigma dieses Wortes und die Missverständnisse daraus zu groß ist.

Man kann also einfach sagen, dass man eine Psychose hat, wenn jemand fragt. Alternativ gibt es noch paranoide Schizophrenie, hebephrene Schizophrenie ICD 10 (F20 = Schizophrenie) wo man genauso paranoide Psychose oder hebephrene Psychose sagen kann.

Im ICD 10 kann man das hier am einfachsten sehen:
https://www.icd-code.de/icd/code/F20-F29.html
F20 wäre die Schizophrenie (schizophrene Psychose, z.B. paranoide Psychose (F20.0))
F21-29 sind eher die vorübergehenden als heilbar angesehene Typen der Psychose.

Häufig treten Mischdiagnosen zwischen F20(chronisch) und F21-29 auf, wobei im Grunde die F20 dann überwiegt. z.B. gemischte schizoaffektive Psychose F25.2 wobei da eben dann eine F20 Diagnose eingeschlossen sein kann, was bei mir zum Beispiel so ist.
Letztendlich können schizoaffektive Psychosen bessere Heilungschancen haben, weshalb so Mischdiagnosen nichts Negatives sein müssen, es geht da denke ich auch mehr um die Zuordnung der Symptomatik, was zum Teil stark von den Medikamenten und der Einnahme dieser abhängt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo @Maggi,

vielen dank für deine ausführliche Antwort! Vielleicht kann ich dich oder hier allgemein noch zusätzlich die Frage stellen, ob das schon eine Psychose ist wenn man nur von einem Menschen denkt dass er einen zerstören will? Verbunden mit starken Ängsten? Aber andere Menschen nett findet?
 
Am besten, du eröffnest ein zusätzliches Thema dazu.
Die Fragestellung ist interessant, ich habe nur keine klare Antwort darauf. Bei einer Psychose zerstört man sich womöglich auch ein Stück weit selbst, insofern gilt ja häufig Aktion = Reaktion. Meiner Meinung nach erzwingen psychische Erkrankungen wie Psychose eine Veränderung im eigenen Leben, dass man sich mehr Zeit für sich selbst nimmt und das ganze Leben überdenkt.

Das, was du beschreibst, könnte eine vorübergehende Psychose sein, etwa wenn ein echter Grund für die Symptomatik vorliegt. Bei Schizophrenie, schizophrener Psychose findet man glaube ich keinen eindeutigen und klaren Grund.

Ich würde den Grund für Schizophrenie eher wie eine Sackgasse im Leben beschreiben, wenn man auf normale Art kein glückliches und zufriedenes Leben mehr führen kann, dann reagiert die Psyche darauf und erzwingt Veränderungen, welche auch auf die Gesellschaft insgesamt Einfluss ausüben kann. Man ist quasi ein Stück weit auch Dirigent dessen, was uns als Lebensrealität umgibt, was gleichzeitig auch zu Paranoia und Symptomatik beitragen kann.

In dem Kontext finde ich Folgendes auch interessant:
https://gedankenwelt.de/die-chaosth...schlag-eines-schmetterlings-alles-veraendert/
Wir alle kennen den sogenannten Schmetterlingseffekt. Diese Theorie ist Teil der Chaostherie, einem Gesetz nach James Yorke, das uns an etwas Wesentliches erinnert: Die Welt folgt keinem millimetrischen und vorhersehbaren Muster; ob wir wollen oder nicht, gibt es in unserem Leben auch Chaos, diesen Raum des Zufalls, in dem es unmöglich ist, die Wirkung bestimmter Ereignisse vorherzusagen.

Üblicherweise wird diese Theorie mit den ursprünglichsten Zweigen der Wissenschaft in Verbindung gebracht, mit der Mathematik und der Physik. Und nicht umsonst handelt es sich dabei um Grundlagenwissenschaften. Tatsächlich haben nur wenige Paradigmen einen so direkten Einfluss auf viele Bereiche unseres Lebens. Darüber hinaus fasst James Yorke selbst in einem einfachen Satz die Bedeutung seiner Theorie zusammen: Wir müssen jederzeit bereit sein, die Pläne zu ändern.”

“Im Leben ist es wichtig, flexibel zu sein. Ich plane nichts; ich bevorzuge es, zu entdecken.”
 
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