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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
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Trennung während Klinikaufenthalt

Ela

New member
Hallo zusammen,

ich bin neu in der Gruppe und hoffe auf einen guten Austausch, da ich mich zur Zeit komplett hilflos fühle.

Seit 14 Jahren bin ich verheiratet und mein Mann wurde vor ca. 9 Jahren bereits verbal aggressiver mir gegenüber und trieb extrem viel Sport.
Vor 8 Jahren dachte er plötzlich es würde etwas über ihn existieren und jeder wüsste davon. Es begann ein Spießrutenlauf und er kämpfte sich wieder hoch. Diagnostiziert wurde ihm immer etwas anderes, weil er seinen Wahn gut erklären und verstecken konnte. Selbst das engste Umfeld bekam es nicht mit.

Es gab Phasen in denen es ihm besser ging, aber er zog sich immer mehr zurück und wurde mir gegenüber kälter und fordernder. Dinge die ihm mit mir mal wichtig waren, wurden plötzlich nebensächlich, ich war irgendwie immer die Schuldige und unsere Beziehung wurde immer einsamer!

Die Situation wurde vor ein paar Monaten unerträglich! Er schlief kaum noch, lag weinend oder mit offenen Augen im Bett und starrte an die Decke, Aktivitäten gab es fast keine mehr und wenn war er oft wie ein gescheuchtes Reh. Bei der Arbeit sah er alles als Angriff und der alte Wahn hatte ihn noch mehr im Griff und bezog sich sogar auf unser erwachsenes Kind!Jegliche Versuche ihm zu sagen das es nicht der Realität entspricht, haben ihn aggressiv gemacht. Von einem Tag auf den Anderen ging er zu seinen Eltern, weil er es in unserem Ort nicht mehr ausgehalten hat und ihm jeder etwas böses wollte.

Bis dahin hatte es noch nichts mit mir zu tun. Meine Schwiegermutter und ich waren eigentlich Freundinnen, aber diese Dynamik war für mich kaum zu ertragen, die die 2 mittlerweile an den Tag legten. Ich fühlte mich komplett ausgeschlossen und irgendwie habe ich meiner Schwiegermutter ihren Sohn zurück gegeben, aber musste dafür meinen Ehemann gehen lassen. Verständnis hatte keiner, nichtmal als ich es direkt ansprach.

Er kam in eine Klinik und ich konnte ihn nur länger sehen, wenn ich zu meinen Schwiegereltern gefahren bin. Dort habe ich mich leider absolut nicht mehr wohl gefühlt, weil sich bei uns eingemischt wurde und ich mich nicht mehr zugehörig fühlte. Alles für meinen Mann und ich sollte am besten auch alles herunter schlucken. Rückhalt bekam ich keinen. Keine richtige Privatsphäre und auch mein Mann war plötzlich sehr auf seine Eltern fixiert.

Mein Mann hat mir viele Vorwürfe gemacht und diese als Denkanstöße, oder Anmerkungen maskiert, um mir meine Wut darüber nicht zugestehen zu müssen, denke ich zumindest. Er wollte das ich die Verantwortung für sein Verhalten trage, das ich ihn immer zu seiner Wut gebracht hätte, ich Schuld an seinem Leben bin usw.

Meine Not in dieser Situation kann/konnte er wahrscheinlich nicht sehen und tat es als mein persönliches Problem ab und seine Eltern waren die Heiligen, die mir immer die Hand reichen würden. Ich habe so sehr versucht Verständnis zu bekommen und das sich etwas ändert damit ich mit der Situation besser umgehen kann, um für meinen Mann dasein zu können, das ich mich mit ihm immer wieder gestritten und ihm Vorwürfe gemacht habe. Ich bin oft früher nach Hause gefahren, weil mich die ganze Situation und das Verhalten emotional völlig überfordert haben, ich kann und konnte nicht mehr! Mich miteinbeziehen wollte er in der Klinik auch nicht, bei niemandem!

Er beendete unsere Beziehung nach all den Jahren am Telefon,sagte ganz locker ich könnte dich auch ein ganz neues Leben anfangen und das er mich nicht mehr so lieben würde wie vorher.
Er bestätigte mir seinen Wunsch ein paar Tage später und sagte er hätte nur ausgeführt was ich immer wollte. Ich habe mich 6 Tage nicht gemeldet und von ihm kommt auch nichts.

Mittlerweile befinde ich mich nach ewigem Kampf zwischen völlig unkontrolliert weinen, extremer Erschöpfung, Schlafproblemen, Innerer Unruhe und allen möglichen Gefühlen von Wut, Hilflosigkeit und Trauer bis zu allen anderen wahrscheinlich auch.

Hat jemand schon etwas ähnliches erlebt und kann mir vielleicht einen guten Rat geben? Ich möchte ihn nicht verlieren, aber ich denke das hab ich schon.
 
Hallo! Das scheint die midlife crisis des Mannes zu sein, außerdem akzeptiert er seine Erkrankung, was du nicht nachvollziehen kannst, was aber auch darauf hindeuten kann, dass er sich seelisch eben aus dem Leben zurückzieht. Dann müsstet ihr irgendwann nach dem Trennungsjahr eure Ehe vor dem Familiengericht scheiden lassen. Viele Männer erleben eine midlife crisis, machen aber nichts daraus. Du solltest daher eher an dich selbst denken und ihn freigeben. "Wenn du etwas liebst, dann lasse es los. [...] Kehrt es nicht zu dir zurück, hat es nie zu dir gehört." Dass dein Mann vielleicht (!) psychisch krank geworden ist (der eigene Wahn tritt bei einer Psychose meistens ganz klar für andere und unsichtbar für den Betroffenen selbst zu Tage), bedeutet nicht, dass er nicht eigene Entscheidungen wie z. B. auch die Auflösung seiner Ehe nach der Kindererziehung treffen könnte. Du hast ein Kind großgezogen, jetzt wäre es undankbar und deplatziert von deinem Mann, dass er verlangt, dass du dich von ihm ebenso absorbieren lässt. Vom Kind kommt vielleicht Dank, vom Ehepartner eher nicht. Seine Mutter wird von ihm im fortgeschrittenen Alter möglicherweise auch nichts mehr haben, also vergiss dein eigenes Leben nicht!
 
Danke für deine Antwort. Ich weiß nicht ob er seine Krankheit wirklich akzeptiert, weil er die Fehler hauptsächlich bei mir sucht. Akzeptanz bedeutet die Verantwortung zu tragen und das funktioniert zur Zeit nicht. Würde er es akzeptieren, bräuchte er keine äußere Ursache suchen.

In der letzten Zeit ist auch anderen aufgefallen das etwas nicht stimmte und eine midlife crisis ist das nicht.
 
Hallo Ela,

was wurde bei deinem Mann diagnostiziert. Ich bin in einer ähnlichen Situation. Mein Mann und ich waren fast 16 Jahre zusammen. Was du geschrieben hast kommt mir sehr bekannt vor. Du kannst mir gerne schreiben und wir können uns austauschen.
 
eine midlife crisis ist das nicht.
Ich habe mir schon immer gedacht:

Code:
https://www.amazon.de/dp/B083QLQBCN/?bestFormat=true&k=krankheit%20als%20weg%20r%C3%BCdiger%20dahlke&ref_=nb_sb_ss_w_scx-ent-bk-ww_k1_1_17_de&crid=35A2U2UG7INYK&sprefix=krankheit%20als%20weg

"Krankheit als Weg" (Buchtitel), entweder zugeschriebene psychische Krankheit oder akzeptierte psychologische Diagnosen mit dem Ziel, eine Situation zu verändern oder sich bestimmten Zwängen zu entziehen. Jedenfalls gibt es auch zugeordnete oder sich angeeignete psychische Krankheit, man spricht dabei auch von dem "sekundären Krankheitsgewinn". Andere bilden hier im Forum die Mehrheit, sie müssen mit den Folgen der Etikettierung klarkommen und suchen medikamentös einen Weg der (Selbst-) Hilfe. Es gibt ja Hilfeangebote von mehreren Seiten, aber die allermeisten davon taugen nicht viel oder sind zumindest dadurch in ihrer Wirksamkeit beschränkt, dass sich der Helfende selbst erhöht und selbst beschenkt. Das gilt auch für die niederschwelligen Angebote der Psychiatrie.
 
Vielleicht hat er Angst vor Dir. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht ist etwas dran an seinen Vorwürfen. Du kannst dich selbst kritisch prüfen. Du hast ihn nicht verloren. Er existiert, du auch, nur getrennt. Das kannst du versuchen zu akzeptieren. Die Trennung könnte euch beiden gut tun. Die Zeit wird es zeigen.
 
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