Hallo zusammen,
ich schreibe hier, weil ich gerade nicht weiß, wohin mit dem Schmerz und hoffe auf Erfahrungen oder Perspektiven von außen.
Ich habe mich vor kurzem von meinem Partner getrennt. Was die Situation besonders schwer macht: Ich wusste bis kurz vor der Trennung nichts von seiner Schizophrenie. Die Diagnose kam akut ans Licht, Kollegen haben mich kontaktiert weil er verwirrt war in der Arbeit. Details erspare ich hier, aber es war sehr tragisch. Es folgte ein Klinikaufenthalt, der für mich extrem dramatisch und emotional war.
In dieser Zeit war ich sehr intensiv für ihn da – organisatorisch, emotional, praktisch. Ich habe unterstützt, gehalten, vermittelt, mehr, als in meiner Kraft stand. Es war anstrengend, aber für mich alternativlos, weil ich ihn geliebt habe.
Die Trennung kam, weil er im Alleingang Entscheidungen getroffen hat, die ich nicht mittragen konnte, und ich nicht dabei zusehen konnte, wie schlecht er auf sich aufpasst. Besonders belastend war, dass er sich gegen ärztlichen Rat selbst entlassen und direkt wieder arbeiten gehen wollte, als wäre nichts gewesen (als der richterliche Beschluss aufgehoben werden musste). Ich hatte große Angst um ihn und gleichzeitig das Gefühl, mit meiner Sorge und Verantwortung komplett allein dazustehen. Ab da ist etwas in mir zerbrochen.
Nach der Trennung ging alles sehr schnell: Tinder, eine neue Frau, und mir gegenüber kamen schlimme Beleidigungen und respektlose Nachrichten. In seinem restpsychotischen Denken hat er mir auch mit rechtlichen Konsequenzen gedroht (wie vorher fast allen Ärzten in der Klinik).
Freunde von ihm haben mir gesagt, dass er dieses Muster wohl schon öfter gezeigt hat: Er „löscht“ Beziehungen, um sich seiner Diagnose nicht stellen zu müssen. Eine Partnerin wäre zu nah an ihm dran – zu nah, um etwas vorspielen oder verdrängen zu können.
Mir gegenüber kam es zu massiver Abwertung. Er behauptet, ich sei der krankeste Mensch, dem er je begegnet sei, ich wäre toxisch, zerstörerisch und hätte ihm geschadet. Diese Aussagen treffen mich tief – nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern auch, weil sie im starken Widerspruch zu dem stehen, was ich tatsächlich geleistet und getragen habe.
Bei allem Verständnis für seine Situation Und seine krankheitsbedingten Grenzen ist es leider für mich unerheblich, ob dieses Verhalten aus seiner Persönlichkeit, aus der Krankheit oder aus beidem entsteht – das Ergebnis für mich ist dasselbe: tiefe Verletzung und Schmerz.
Ich frage mich nicht mehr, wie ich mit ihm umgehen soll, sondern wie man so viel Schmerz verarbeitet, ohne sich selbst zu verlieren.
Die Mischung aus Liebe, Ohnmacht, Trauer, Wut, Verständnis und Abwertung ist kaum auszuhalten.
Wenn jemand von euch Erfahrungen mit Trennungen in Verbindung mit schweren psychischen Erkrankungen, Verdrängung oder Abwertung nach der Trennung hat:
Wie habt ihr den Schmerz verarbeitet?
Was hat euch geholfen, wieder bei euch selbst anzukommen?
Danke fürs Lesen und für jeden ehrlichen Austausch.
ich schreibe hier, weil ich gerade nicht weiß, wohin mit dem Schmerz und hoffe auf Erfahrungen oder Perspektiven von außen.
Ich habe mich vor kurzem von meinem Partner getrennt. Was die Situation besonders schwer macht: Ich wusste bis kurz vor der Trennung nichts von seiner Schizophrenie. Die Diagnose kam akut ans Licht, Kollegen haben mich kontaktiert weil er verwirrt war in der Arbeit. Details erspare ich hier, aber es war sehr tragisch. Es folgte ein Klinikaufenthalt, der für mich extrem dramatisch und emotional war.
In dieser Zeit war ich sehr intensiv für ihn da – organisatorisch, emotional, praktisch. Ich habe unterstützt, gehalten, vermittelt, mehr, als in meiner Kraft stand. Es war anstrengend, aber für mich alternativlos, weil ich ihn geliebt habe.
Die Trennung kam, weil er im Alleingang Entscheidungen getroffen hat, die ich nicht mittragen konnte, und ich nicht dabei zusehen konnte, wie schlecht er auf sich aufpasst. Besonders belastend war, dass er sich gegen ärztlichen Rat selbst entlassen und direkt wieder arbeiten gehen wollte, als wäre nichts gewesen (als der richterliche Beschluss aufgehoben werden musste). Ich hatte große Angst um ihn und gleichzeitig das Gefühl, mit meiner Sorge und Verantwortung komplett allein dazustehen. Ab da ist etwas in mir zerbrochen.
Nach der Trennung ging alles sehr schnell: Tinder, eine neue Frau, und mir gegenüber kamen schlimme Beleidigungen und respektlose Nachrichten. In seinem restpsychotischen Denken hat er mir auch mit rechtlichen Konsequenzen gedroht (wie vorher fast allen Ärzten in der Klinik).
Freunde von ihm haben mir gesagt, dass er dieses Muster wohl schon öfter gezeigt hat: Er „löscht“ Beziehungen, um sich seiner Diagnose nicht stellen zu müssen. Eine Partnerin wäre zu nah an ihm dran – zu nah, um etwas vorspielen oder verdrängen zu können.
Mir gegenüber kam es zu massiver Abwertung. Er behauptet, ich sei der krankeste Mensch, dem er je begegnet sei, ich wäre toxisch, zerstörerisch und hätte ihm geschadet. Diese Aussagen treffen mich tief – nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern auch, weil sie im starken Widerspruch zu dem stehen, was ich tatsächlich geleistet und getragen habe.
Bei allem Verständnis für seine Situation Und seine krankheitsbedingten Grenzen ist es leider für mich unerheblich, ob dieses Verhalten aus seiner Persönlichkeit, aus der Krankheit oder aus beidem entsteht – das Ergebnis für mich ist dasselbe: tiefe Verletzung und Schmerz.
Ich frage mich nicht mehr, wie ich mit ihm umgehen soll, sondern wie man so viel Schmerz verarbeitet, ohne sich selbst zu verlieren.
Die Mischung aus Liebe, Ohnmacht, Trauer, Wut, Verständnis und Abwertung ist kaum auszuhalten.
Wenn jemand von euch Erfahrungen mit Trennungen in Verbindung mit schweren psychischen Erkrankungen, Verdrängung oder Abwertung nach der Trennung hat:
Wie habt ihr den Schmerz verarbeitet?
Was hat euch geholfen, wieder bei euch selbst anzukommen?
Danke fürs Lesen und für jeden ehrlichen Austausch.