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Wie verarbeitet man so viel Schmerz nach einer Trennung mit psychischer Erkrankung?

Lorena

New member
Hallo zusammen,

ich schreibe hier, weil ich gerade nicht weiß, wohin mit dem Schmerz und hoffe auf Erfahrungen oder Perspektiven von außen.

Ich habe mich vor kurzem von meinem Partner getrennt. Was die Situation besonders schwer macht: Ich wusste bis kurz vor der Trennung nichts von seiner Schizophrenie. Die Diagnose kam akut ans Licht, Kollegen haben mich kontaktiert weil er verwirrt war in der Arbeit. Details erspare ich hier, aber es war sehr tragisch. Es folgte ein Klinikaufenthalt, der für mich extrem dramatisch und emotional war.

In dieser Zeit war ich sehr intensiv für ihn da – organisatorisch, emotional, praktisch. Ich habe unterstützt, gehalten, vermittelt, mehr, als in meiner Kraft stand. Es war anstrengend, aber für mich alternativlos, weil ich ihn geliebt habe.

Die Trennung kam, weil er im Alleingang Entscheidungen getroffen hat, die ich nicht mittragen konnte, und ich nicht dabei zusehen konnte, wie schlecht er auf sich aufpasst. Besonders belastend war, dass er sich gegen ärztlichen Rat selbst entlassen und direkt wieder arbeiten gehen wollte, als wäre nichts gewesen (als der richterliche Beschluss aufgehoben werden musste). Ich hatte große Angst um ihn und gleichzeitig das Gefühl, mit meiner Sorge und Verantwortung komplett allein dazustehen. Ab da ist etwas in mir zerbrochen.

Nach der Trennung ging alles sehr schnell: Tinder, eine neue Frau, und mir gegenüber kamen schlimme Beleidigungen und respektlose Nachrichten. In seinem restpsychotischen Denken hat er mir auch mit rechtlichen Konsequenzen gedroht (wie vorher fast allen Ärzten in der Klinik).

Freunde von ihm haben mir gesagt, dass er dieses Muster wohl schon öfter gezeigt hat: Er „löscht“ Beziehungen, um sich seiner Diagnose nicht stellen zu müssen. Eine Partnerin wäre zu nah an ihm dran – zu nah, um etwas vorspielen oder verdrängen zu können.

Mir gegenüber kam es zu massiver Abwertung. Er behauptet, ich sei der krankeste Mensch, dem er je begegnet sei, ich wäre toxisch, zerstörerisch und hätte ihm geschadet. Diese Aussagen treffen mich tief – nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern auch, weil sie im starken Widerspruch zu dem stehen, was ich tatsächlich geleistet und getragen habe.

Bei allem Verständnis für seine Situation Und seine krankheitsbedingten Grenzen ist es leider für mich unerheblich, ob dieses Verhalten aus seiner Persönlichkeit, aus der Krankheit oder aus beidem entsteht – das Ergebnis für mich ist dasselbe: tiefe Verletzung und Schmerz.

Ich frage mich nicht mehr, wie ich mit ihm umgehen soll, sondern wie man so viel Schmerz verarbeitet, ohne sich selbst zu verlieren.

Die Mischung aus Liebe, Ohnmacht, Trauer, Wut, Verständnis und Abwertung ist kaum auszuhalten.

Wenn jemand von euch Erfahrungen mit Trennungen in Verbindung mit schweren psychischen Erkrankungen, Verdrängung oder Abwertung nach der Trennung hat:

Wie habt ihr den Schmerz verarbeitet?

Was hat euch geholfen, wieder bei euch selbst anzukommen?

Danke fürs Lesen und für jeden ehrlichen Austausch.
 
Ich selber habe so etwas nicht erlebt, bin aber betroffen. Ja, es sieht so aus als könntest du nur loslassen. Jemand der so vor der Krankheit davonläuft ist nicht zu halten. Vielleicht kommt ja die Einsicht, weil er wird bestimmt wieder darüber stolpern. Man kann der Erkrankung nicht entkommen weil man auffällig wird. Es bleibt abzuwarten, wenn er einsichtig wird und merkt dass das hüpfen von Frau zu Frau nichts bringt, ob sich dann für euch noch einmal Möglichkeiten bieten. Solange er allerdings so extrem auf seine eigene Diagnose reagiert kannst du nur für dich selber da sein und versuchen Abstand zu gewinnen.
Es tut mir leid dass du so verletzt wurdest, ich hoffe dass du ein gutes soziales Umfeld hast das dich trägt.
 
Verletzungen dieser Art an dich kommen von der Krankheit. Das solltest du nicht so persönlich nehmen. Er braucht jetzt ein Ventil wo er seine Wut rauslassen kann. Leider bist du das gewesen.
Wenn er Medikamente regelmäßig einnimmt, kann er wieder stabil werden.

Nimm es nicht so tragisch. Dieser Schmerz geht vorbei.
 
Wenn ich meine 11 J. Schizophrenie angucke. Hilft nur Ruhe und Distanz. Wenn da Gefühle sind die nicht klar sind. So in Ruhe hinsetzten und in den Bauch fragen in Gedanken, bist du Wut?, bist du Traurigkeit, bist du Schmerz?, ....
Dein Bauch gibt dir die Antwort. Das Sammelsurium von Gefühlsknoten, löst sich dann mit Gegenmassnahmen auf.
 
Für mich klingen seine Worte noch stark psychotisch. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er nach dieser Episode eventuell "klarer" wird und deine Nähe sucht. Schizophrenie sind für mich zwei Seelen, die eine ist hier bei dir und die andere ist nur existent für den Betroffenen. Mein Sohn ist vor zwei Jahren an Schizophrenie erkrankt. Auch er hat mich als toxisch beschimpft und ich war am Boden zerstört und unendlich traurig. Doch nach langen vier Wochen kam er nach Hause zurück. Seitdem leben wir wieder alle zusammen und haben viel erlebt. Glaub mir, es wird die Zeit kommen, da wird er sich bei dir bedanken was Du für Ihn getan hast. Denn auch sein Leben ist aus den Fugen geraten....
 
Hallo ich bin echt hilflos
Meine Geschichte
Mein partner ist vor 8 Jahren am Schizophrenie erkrankt hat immer wieder Episoden da er nicht regelmäßig seine Medikamente nahm und ich sein Ventil dan war, aber dieses Mal ist es extrem ich liebe ihn noch aber er ist so gemein und beschimpft und beleidigt mich und aus dem Nichts will er jetzt das ich plötzlich ausziehe, er kann mir nicht wirklich den grund nennen nur das ich ich gehen soll da er mich nicht mehr liebt. Haben eine gemeinsame Tochter und waren 15 Jahre zusammen. Was soll ich machen.danke
 
Da stellt sich die Frage was ist Krankheit und was wirklich er? Ich schätze du musst ihn ziehen lassen. Vielleicht bringt die Distanz etwas mehr Klarheit. Wenn es von der Erkrankung kommt besteht die Möglichkeit dass es sich wieder einrenkt. Es tut mir leid dass er gemein zu dir ist. Es ist schon nicht einfach mit einem uneinsichtigen Schizophrenen zu leben.
 
Diese Erkrankung tötet oft Beziehungen. Ich habe meine Freundin auch verlassen und heute vermisse ich sie.
Aber ich glaube, das tröstet nicht.
 
Ich habe echt keine Ahnung soll ich ble
iben oder gehen
Da Du ihn nicht zwingen kannst, Medikamente zu nehmen und krankheitseinsichtig zu werden, wirst Du es wohl nicht mehr lange bei ihm aushalten. Ich konnte im Schub auch niemanden sehen und bin dann selbst ausgezogen. Das kann dir auch passieren.
Eigentlich solltest Du bleiben, wenn es eine Perspektive (positive Prognose) gibt. Ob es die gibt, kann dir wahrscheinlich selbst ein Psychiater nicht sagen.
 
Vielleicht braucht dein Partner einfach mal eine Auszeit um seine Gedanken zu ordnen. Kannst du vielleicht mal ein paar Tage ausziehen? Hast du einen Rückzugsort? Vielleicht beruhigt er sich wieder. Ist nur eine vage Hoffnung, aber versuchs mal mit dem Rückzugsort.
 
Rückzugsort hab ich leider keinen aber ihm ist auch alles egal was ich mache, keine Ahnung ob sowas mit einen Schub zusammen hängt bin echt schon Radlos
 
Wo willst du denn hin, wenn er ausrastet?. In psychotischen Schüben seinerseits ist das schwierig. Kannst du ihn nicht einweisen lassen? Psychiatrie wäre ratsam. Im Notfall die Polizei rufen.
Wenn er regelmäßig Medikamente bekommt, wird der psychotische Schub wieder abklingen.
 
Es ist momentan alles so schwierig das ich selber schon nicht mehr wirklich kann obwohl ich ihn sehr LIEBE aber er mich anscheinend nicht mehr da er so kalt und abweisend zu mir ist. Was würdet ihr tun bleiben oder gehen, wen er möchte das ich ausziehe
 
Hm, wenn er so abweisend ist würde ich glaube ich gehen. Aber ich bin auch schnell mit sowas. Das ist schwer zu sagen. Vielleicht bemerkt er dann was er an dir hat.
 
Jo es ist echt alles andere als leicht. Mir kommt vor er sieht mich anders bzw.das ich böse bin und Darum ist er so
So war das bei mir auch, es hat 18 Jahre gedauert, bis ich "meinen" Fehler einsah (ich habe durch die Krankheit alles, was ich im Leben wollte und was mir wichtig war, aus den Augen verloren). Ich hatte bis dahin einfach nichts mehr für sie übrig.
Da helfen nur Medikamente und ein Psychiater, der es probiert, Eure Beziehung zu retten und Glück.
 
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