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Schuldgefühle, weil ich nicht arbeiten gehe

zwangsneurotiker

Active member
Hallo,

kennt ihr das auch? Der Gedanke daran, dass dort Millionen Menschen arbeiten und man selbst kann es nicht?

Mir musste schon eine geballte Summe Geld vom Sozialamt gegeben werden, weil ich jetzt jahrelang nicht arbeitsfähig bin.
 
Ja, das kannte ich auch mal eine Zeit lang. Ich war auch 2 Jahre arbeitslos. Jetzt kann ich immerhin schon in Teilzeit arbeiten - ca. 30 Stunden pro Woche.
Arbeit ist schon sehr wichtig für die mentale Gesundheit. Man muss nur den passenden Job finden.
Am Anfang habe ich teilweise 3 Stunden pro Woche bei humanitären Hilfsorganisationen umsonst gearbeitet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich war eigentlich auch ohne Arbeit recht glücklich, aber jetzt nach 13 Jahren überlege ich wieder arbeiten zu gehen.
 
Dass geht. Technisch gesehen waren es bei mir 3 Jahre ohne Geld durch Arbeit (davon 2 Jahre in der geschlossenen Psychiatrie). Aber ich habe nach 2 Jahren Freiwilligenarbeit bei Hilfsorganisationen gemacht.

Dem Arzt der mir damals gesagt hat, dass ich niemals wieder normal arbeiten werde, habe ich ins Gesicht gesagt, dass ich das ohne die Medikamente wahrscheinlich eher schaffe als mit den Medikamenten, alleine schon weil die Dinger abhängig machen und eine Symptombehandlung ohne die Krankheit medizinisch erklären zu können sowieso keinen Sinn macht.
Dann habe ich direkt nach dem Krankenhaus die Medikamente abgesetzt und mein Leben umstrukturiert, so habe ich dass schrittweise in die Teilzeit Arbeit geschafft.

Ich habe bei der Berufswahl häufig Jobs unter meiner Qualifikation angenommen, hauptsache die Aufgaben waren nie mental zu anspruchsvoll und die Arbeitsumgebung nicht zu stressig.
So habe ich mich schrittweise an anspruchsvollere Jobs herangearbeitet / herantrainiert.

Wer sich nicht zu schade ist am Anfang Jobs anzunehmen, die schlecht bezahlt oder gar nicht bezahlt sind und die die meisten Menschen aus Stolz nicht machen würden, kann es langsam auch wieder in den normalen Berufsalltag schaffen.
 
Schön, bei dir klappt es ohne Medikamente. Mit Medikamenten ist doch Arbeit unmöglich, oder? Vor allem, wenn man hohe Dosen hat.
Danke für deinen positiven Kommentar. Ich glaube nur schizophrene Menschen können einschätzen wie schwer es ist dauerhaft in Teilzeit arbeiten zu gehen, nachdem man aus einer langjährigen Psychose kommt. Ich weiß zwar nicht wie schwer es im Vergleich dazu mit den Medikamenten ist zu arbeiten, aber auch ohne die Medikamente musste ich mit schweren Negativsymptomen kämpfen. Zum Glück haben die Negativsymptome über die Jahre etwas abgenommen.
Ich war froh dass ich im Krankenhaus Medikamente bekommen habe um die Psychose abzubrechen / zu beenden. Aber weitere positive Wirkungen hatten die Medikamente bei mir nicht.

Im Freundes / Familienkreis wird man dann schnell als dumm, faul oder ängstlich bezeichnet, weil andere nicht verstehen wollen, warum man keinen guten bezahlten Job macht bzw. warum man nur so wenig arbeitet.

Aber, dass ist mir egal, ich sehe jedes Jahr eine konstante Verbesserung meiner sozialen und beruflichen Situation :cool:
 
Ja, diese Bezeichnung, dass man "dumm, faul oder ängstlich" ist, ist stigmatisierend.

Als ob man was dafür könnte, dass man jetzt krank und kognitiv und vom Antrieb her eingeschränkt ist.

Mich hat es echt wütend gemacht, als der Pflegedienst bei uns vorbei kam und sagte: "So, dann jetzt arbeiten gehen".

Das ist genauso, wenn man jemandem mit Multiple Sklerose oder Krebs sagt, dass er jetzt Vollzeit arbeiten gehen soll.

Der Pflegedienst hat mir aber damit auch nichts zu sagen.
 
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Reaktionen: NAW
Na gut, dann musst du halt etwas egoistischer werden, um diese Gedanken loszuwerden. Und es muss realistisch sein, wenn die Probleme bei dir zu groß sind, dann geht es nicht. Ich habe zwar Schizophrenie, aber ich kann zum Glück relativ geringe Dosen nehmen, ohne dass es zu großen Problemen kommt. Auf diese Weise sagt das Schicksal quasi zu mir, dass ich gefälligst arbeiten soll. ;)
 
Solche Schuldgefühle gehen in Richtung Depressionen. Ich hatte die letzten Tage auch häufiger solche gedanklichen Anflüge, da zieht man sich selbst runter, obwohl man dazu nix kann. Mit Schizophrenie steht eine Sozialhilfe oder Frührente auch zu, nur hängt das individuell von den Symptomen ab, ob und wie lange man arbeiten kann.
Bei der Erwerbsminderungsrente kann ich max. 3 Stunden am Tag arbeiten, was mir auch ausreicht. Aktuell mache ich in den wärmeren Monaten einen Minijob, was mir ausreicht.

Bei uns ist das mit der Erkrankung schwer. Einerseits kann Arbeit positiver Stress sein, aber wegen den Antipsychotika und Negativsymptomen fällt alles eben normal viel schwerer. Heute mit dem Bupropion NDRI-Antidepressivum geht es mir verhältnismäßig gut und auch der Mini-Job lässt sich so gut machen.

Wenn man sich Schuldgefühle macht oder als Versager sieht, dann kann das auch mit depressiver Symptomatik zu tun haben, wobei ich das in letzter Zeit auch häufiger habe.
Bupropion ist zwar Antidepressivum, aber bei solchen Emotional-Depressiven Dingen relativ unwirksam.
Antidepressiva, die auf das Serotonin wirken wie Citalopram (SSRI-Antidepressivum) sind da besser, hab das vor ein paar Tagen wieder zusätzlich zum Bupropion eingenommen und mir geht es schon besser.

Vieles hängt bei uns mit der Hirnchemie zusammen und so etwas kann auch wie ein Schuldwahn sein, wenn man sich da zu sehr vorwürfe macht. Seit ich nur noch selten Antipsychotika einnehme, sind die Emotionen bei mir wieder stärker, was leicht ins Depressive umschlägt. Da können SSRI-Antidepressiva wie Citalopram helfen, diese dämpfen Emotionen und verbessern die Grundstimmung. NDRI wie das Bupropion helfen gegen Nikotinsucht und Reizbarkeit, im Grunde kann man sich da etwas leichter von den Antipsychotika zumindest teilweise trennen.

Die Botenstoffe im Gehirn sind sehr vielfältig, Emotionen, Wahrnehmung und alles hängen davon ab.
Wir sollten glücklich und zufrieden sein, wenn wir kaum arbeiten müssen und das Sozialsystem und auffängt. Dazu ist es da und es steht uns völlig zu.
Wir sollten uns da nix negatives einreden. Andere die einen Beruf nachgehen können und gleichzeitig eine Familie und alles sich leisten können, haben es deutlich einfacher als wir.
Die Erkrankung ist kein geregeltes Leben, für mich ist es eine Aufgabe die Phasenweise zu scheitern droht oder drohte und ich mache für meine Rente bei dem, was ich Erkrankungsbedingt geistig auf meine Art leiste, auch einen Vollzeitjob.

Wir sollten uns mit keiner Leistungsgesellschaft messen, da wir als Betroffene völlig aus dem Raster fallen und jeder erstmal eine gute Behandlung und alles finden muss.
Schizophrenie sehe ich auch eher als mentale Gespaltenheit, wenn der Riss durch einen selbst geht und man mit allem überfordert und durch die Welt zerrissen ist, weil man zwischen den Problemen Stress und anderen Dingen zerrieben wird.

Ich glaube das man in der Psychose viele Dinge auch für andere Menschen mitdenkt und verarbeitet, dass der Mensch vielleicht doch irgendwie im Kollektiv denkt, arbeitet und agiert. Erkrankte brechen da womöglich heraus, wenn gesellschaftliche Probleme zunehmen.

Nur so als ein paar Gedanken.
 
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