Solche Schuldgefühle gehen in Richtung Depressionen. Ich hatte die letzten Tage auch häufiger solche gedanklichen Anflüge, da zieht man sich selbst runter, obwohl man dazu nix kann. Mit Schizophrenie steht eine Sozialhilfe oder Frührente auch zu, nur hängt das individuell von den Symptomen ab, ob und wie lange man arbeiten kann.
Bei der Erwerbsminderungsrente kann ich max. 3 Stunden am Tag arbeiten, was mir auch ausreicht. Aktuell mache ich in den wärmeren Monaten einen Minijob, was mir ausreicht.
Bei uns ist das mit der Erkrankung schwer. Einerseits kann Arbeit positiver Stress sein, aber wegen den Antipsychotika und Negativsymptomen fällt alles eben normal viel schwerer. Heute mit dem Bupropion NDRI-Antidepressivum geht es mir verhältnismäßig gut und auch der Mini-Job lässt sich so gut machen.
Wenn man sich Schuldgefühle macht oder als Versager sieht, dann kann das auch mit depressiver Symptomatik zu tun haben, wobei ich das in letzter Zeit auch häufiger habe.
Bupropion ist zwar Antidepressivum, aber bei solchen Emotional-Depressiven Dingen relativ unwirksam.
Antidepressiva, die auf das Serotonin wirken wie Citalopram (SSRI-Antidepressivum) sind da besser, hab das vor ein paar Tagen wieder zusätzlich zum Bupropion eingenommen und mir geht es schon besser.
Vieles hängt bei uns mit der Hirnchemie zusammen und so etwas kann auch wie ein Schuldwahn sein, wenn man sich da zu sehr vorwürfe macht. Seit ich nur noch selten Antipsychotika einnehme, sind die Emotionen bei mir wieder stärker, was leicht ins Depressive umschlägt. Da können SSRI-Antidepressiva wie Citalopram helfen, diese dämpfen Emotionen und verbessern die Grundstimmung. NDRI wie das Bupropion helfen gegen Nikotinsucht und Reizbarkeit, im Grunde kann man sich da etwas leichter von den Antipsychotika zumindest teilweise trennen.
Die Botenstoffe im Gehirn sind sehr vielfältig, Emotionen, Wahrnehmung und alles hängen davon ab.
Wir sollten glücklich und zufrieden sein, wenn wir kaum arbeiten müssen und das Sozialsystem und auffängt. Dazu ist es da und es steht uns völlig zu.
Wir sollten uns da nix negatives einreden. Andere die einen Beruf nachgehen können und gleichzeitig eine Familie und alles sich leisten können, haben es deutlich einfacher als wir.
Die Erkrankung ist kein geregeltes Leben, für mich ist es eine Aufgabe die Phasenweise zu scheitern droht oder drohte und ich mache für meine Rente bei dem, was ich Erkrankungsbedingt geistig auf meine Art leiste, auch einen Vollzeitjob.
Wir sollten uns mit keiner Leistungsgesellschaft messen, da wir als Betroffene völlig aus dem Raster fallen und jeder erstmal eine gute Behandlung und alles finden muss.
Schizophrenie sehe ich auch eher als mentale Gespaltenheit, wenn der Riss durch einen selbst geht und man mit allem überfordert und durch die Welt zerrissen ist, weil man zwischen den Problemen Stress und anderen Dingen zerrieben wird.
Ich glaube das man in der Psychose viele Dinge auch für andere Menschen mitdenkt und verarbeitet, dass der Mensch vielleicht doch irgendwie im Kollektiv denkt, arbeitet und agiert. Erkrankte brechen da womöglich heraus, wenn gesellschaftliche Probleme zunehmen.
Nur so als ein paar Gedanken.