Interessantes Thema!
In der Akutphase hatte ich auch ein paar religiöse Momente

Ich war mit allen Themen konfrontiert, die in meinem bisherigen Leben tiefe Eindrücke hinterlassen hatten, auch schmerzhafte, wie den Verlust einer Schwangerschaft, Trauer um verstorbene mir nahe Menschen, Liebesbeziehungen, die zuende gegangen waren.
Und nun, voll im Gedankenrasen und schwankend zwischen Euphorie und tiefem Unglück, verwirrt durch Sinnestäuschungen, war ich mir plötzlich sicher, daß wirklich alles und jeder letzten Endes in irgendeiner Art und Weise von Gott zu sich geholt wurde und dort gut aufgehoben war.
Es gab keine Fragen mehr nach der Sinnhaftigkeit der Ereignisse, keinen Schmerz und keine Trauer mehr.
Die Fragen danach, wohin die Seele eines Menschen geht, wenn er stirbt,war plötzlich beantwortet: logo, zu Gott!
Das ich Gott dann auch noch in real existierenden Menschen vermutete, steht auf einem anderen Blatt.Dem der Krankheit.
Durch diese religiösen Erfahrungen wurde ich mir einiger Dinge bewusster als vorher.
Dass mancher Schmerz nicht vergeht zum Beispiel, und dass ich ein tiefes Bedürfnis nach Trost hatte und oft an diesem Bedürfnis vorbeigelebt hatte.
Mein Fazit aus alledem ist: es gibt die Möglichkeit, in einem tiefen Glauben Schutz und Trost zu finden.
Aber wichtiger: seelische Schmerzen brauchen meine Aufmerksamkeit, und es ist wahrscheinlich ziemlich toll, wenn ich Trost in Gemeinschaft, einem religiösen Glauben oder auch mir selbst finden kann.
Habe einfach nicht genug innegehalten.