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Schamanismus + Schizophrenie

Baronet

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Schamanismus ist der Ursprung aller Religionen und somit sind Schizophrene die Intiatoren aller Religionen. Religion hat immer die Basis des schizophrenen Denkens, deshalb steht sie auch jeder Gesundung im Weg !


Erstaunlich viele Menschen berichten von spirituellen Erlebnissen während einer akuten Psychose. In der Psychiatrie werden solche Erfahrungen bislang kaum berücksichtigt. Dabei könnten sie zu einer wesentlichen Bereicherung für die Betroffenen werden.

Die völlig veränderte Wahrnehmung während einer Psychose wird von sehr vielen Betroffenen als eine spirituelle oder im engeren Sinne religiöse Erfahrung empfunden. In einer Studie des nordamerikanischen Psychiaters Michael Siglag berichteten 52 Prozent der Betroffenen von solchen Erlebnissen. Der britische Arzt Mike Jackson kommt zu einem noch höheren Ergebnis: 89 Prozent der Teilnehmer einer Psychose-Selbsthilfegruppe bejahten die Frage: „Haben Sie jemals eine Gegenwart oder eine Kraft erlebt, ganz gleich, ob Sie es nun Gott oder anders nennen, und befanden sich dabei in einem Zustand, der nicht Ihrem alltäglichen Selbst entspricht?“

Manche Patienten berichten, Jesus oder Gott persönlich begegnet zu sein oder seine Gegenwart gespürt zu haben. Die Sinne und das Bewusstsein scheinen erweitert. Nicht selten fühlen sich Menschen während einer Psychose erleuchtet. Alle Zusammenhänge in der Welt scheinen plötzlich klar, alle Geheimnisse gelöst. Die Dinge ergeben einen Sinn und sind mit Bedeutung geladen.

Ronald Mundhenk, evangelischer Seelsorger am Psychiatrium in Heiligenhafen, hat das mystisch-ekstatische Erleben in der Psychose untersucht: Das Ich scheint sich aufzulösen und Teil einer großen, umfassenden Einheit zu werden.

Lichterscheinungen und Gottesvisionen, mystische Ekstase und himmlische Erleuchtung sind – wie in vielen anderen Religionen – ein fester Bestandteil auch der christlichen Tradition: Paulus wird durch Lichterscheinungen bekehrt, zu Moses spricht sein Gott aus einem brennenden Dornbusch, Johanna von Orléans vernahm Gottes Stimme und wurde von ihm persönlich mit der Befreiung Frankreichs beauftragt. Die Ähnlichkeiten des psychotischen Erlebens zur traditionellen Mystik sind, dem Theologen Mundhenk zufolge, unverkennbar. Und so würde mancher mittelalterliche Mystiker heutzutage vermutlich in die Psychiatrie eingewiesen werden. Unmittelbare religiöse Erfahrungen sind in unserer Gesellschaft nicht mehr vorgesehen. „Ich denke manchmal, vielleicht sind die Psychiatriepatienten die letzten Heiligen, die Gott noch sehen“, weist der Theologe Mundhenk die rein pathologisierende Zuordnung zurück.

Jackson geht davon aus, dass spirituelle und psychotische Erfahrungen den gleichen psychischen Prozessen unterliegen. Ob eine Erfahrung als spirituell oder als psychotisch interpretiert wird, sei auch eine Frage der gesellschaftlichen Konventionen.

Selbst in der psychiatrischen Praxis spielen die psychotischen Inhalte kaum eine Rolle. Noch immer gelten in den meisten Kliniken die Inhalte des Wahns als rein krankhaft. Die Auseinandersetzung mit ihnen wird abgelehnt, da dies den Wahn verstärke, so die Befürchtung. Die praktischen Fragen der Lebensführung und der Wiedereingliederung in die Arbeitswelt stehen im Vordergrund. Ob und welchen Sinn eine Psychose haben könnte, wird wenig thematisiert.

Wohl jeder Mensch hat das Bedürfnis, sich einen Reim auf sein Leben zu machen. Wer eine Psychose erlebt, muss sich neu erfinden und seine Geschichte neu zusammenfügen. Glaube kann den Betroffenen helfen, wieder das Bild einer vollwertigen Person von sich aufzubauen.




http://www.blockfrei.net/img/upload/media/03e75eb9_PsyHeu6.pdf
 
Interessantes Thema!
In der Akutphase hatte ich auch ein paar religiöse Momente🤪
Ich war mit allen Themen konfrontiert, die in meinem bisherigen Leben tiefe Eindrücke hinterlassen hatten, auch schmerzhafte, wie den Verlust einer Schwangerschaft, Trauer um verstorbene mir nahe Menschen, Liebesbeziehungen, die zuende gegangen waren.
Und nun, voll im Gedankenrasen und schwankend zwischen Euphorie und tiefem Unglück, verwirrt durch Sinnestäuschungen, war ich mir plötzlich sicher, daß wirklich alles und jeder letzten Endes in irgendeiner Art und Weise von Gott zu sich geholt wurde und dort gut aufgehoben war.
Es gab keine Fragen mehr nach der Sinnhaftigkeit der Ereignisse, keinen Schmerz und keine Trauer mehr.
Die Fragen danach, wohin die Seele eines Menschen geht, wenn er stirbt,war plötzlich beantwortet: logo, zu Gott!

Das ich Gott dann auch noch in real existierenden Menschen vermutete, steht auf einem anderen Blatt.Dem der Krankheit.

Durch diese religiösen Erfahrungen wurde ich mir einiger Dinge bewusster als vorher.
Dass mancher Schmerz nicht vergeht zum Beispiel, und dass ich ein tiefes Bedürfnis nach Trost hatte und oft an diesem Bedürfnis vorbeigelebt hatte.

Mein Fazit aus alledem ist: es gibt die Möglichkeit, in einem tiefen Glauben Schutz und Trost zu finden.
Aber wichtiger: seelische Schmerzen brauchen meine Aufmerksamkeit, und es ist wahrscheinlich ziemlich toll, wenn ich Trost in Gemeinschaft, einem religiösen Glauben oder auch mir selbst finden kann.
Habe einfach nicht genug innegehalten.
 
Aber du hast echt was draus gelernt, das finde ich toll. Bei mir waren viel nur die Wahngedanken bei denen ich alles besser wusste und damit auf die Nase gefallen bin. Na jedenfalls das weiss ich jetzt, dass ich nicht alles besser weiss. Dass ich Menschen auf Augenhöhe begegnen will. Dass jeder Mensch wertvoll ist und ein Lehrer ist auch jeder Mensch.
 
Also ich für meinen Teil sach ma: von Trance hab ich für den Rest meines Lebens genug gehabt, und das in ein paar Tagen.
Es gibt von dem Psychiatrieseelsorger, der in Baronets Beitrag vorkommt, ein- so finde ich- interessantes Interview zu seinen Gedanken und Gefühlen bezüglich Menschen mit Psychoseerfahrungen.
 
Aber du hast echt was draus gelernt, das finde ich toll. Bei mir waren viel nur die Wahngedanken bei denen ich alles besser wusste und damit auf die Nase gefallen bin. Na jedenfalls das weiss ich jetzt, dass ich nicht alles besser weiss. Dass ich Menschen auf Augenhöhe begegnen will. Dass jeder Mensch wertvoll ist und ein Lehrer ist auch jeder Mensch.
Also ich find das auch schon ne wertvolle Erkenntnis, wenn man die eigenen Ansichten nicht mehr quasi als Endstation sieht.
Da kommt wieder Leben ins Oberstübchen❤️❤️❤️Finde das toll.
 
Es kommt drauf an was man damit bewirken möchte.
Manche derartigen Erfahrungen sind womöglich nicht erste Wahl solange diese und jene Beschwerlichkeiten im Raum stehen bzw. man Gefahr läuft, dass sie wieder in Erscheinung treten.

Andererseits gibt es da bestimmt noch einiges an Forschungsbedarf, was von Nutzen sein könnte.
Die Diskussion letztens über die Wirkungsweise gewisser Medikamente an Muskarin-Rezeptoren fand ich bspw. recht interessant.
Ein Medikament mit der für mich äußerst unaufdringlichen, beruhigenden Wirkung von "mikrodosierten" Fliegenpilzen (entsprechend angewandt alles andere als halluzinogen) wäre eine Bereicherung in meinem Arznei-Schrank. Nicht zuletzt im heil-therapeutischen Bereich mittlerweile recht bekannt.

Ich hab immer mal geschaut für eine etwaige Studie, Mikrodosierung Psilocybin gegen, meinetwegen, (lediglich) Negativ-Symptomatik, um mich möglicherweise eintragen zu können.

Mit mir hat es auch bspw. Cannabis, auch wenn ich insgesamt nicht viel mit zu tun hatte mit, immer gut gemeint.
Versuche es zu bekommen wegen Schmerz-Symptomatik.

Die Dosis macht die Wirkung.
 
Bitte hier nicht falsch verstehen, mir geht es darum dass Schamanismus der Ursprung aller Religionen war. Also wie funktionierte Schamanismus und welche Hilfsmittel hatte er ? Weiters sind Schizophrene von Anfang an dabei neue Religionen zu gründen, religiöses Denken ist schizophrenes Denken. Deshalb ist für alle Schizophrenen religiöses Gebaren gift, da die eigene Psychose von religiösen (sprich schizophrenen) Inhalten immer von Neuem befeuert wird ! Was die Drogen betrifft rate ich jedem (auch Gesunden) davor ab es auch nur in kleinsten Dosen zu probieren ! Auf Station haben mich schon immer die drogeninduzierten Psychotiker furchtbar aufgeregt, wer seine Gesundheit absichtlich aufs Spiel setzt, dem sollte nicht geholfen werden ?!
 
Jetzt fasse ich Deine Ausführung aus in einem anderen Zusammenhang.

Was Deine eher kritischen Ausführungen zu religiösen Themen angeht, teilweise treffen sie meinen Humor.

Ich würde nicht vor mir sagen, dass ich je wirklich Atheist gewesen wäre, da ich mir bereits früh gesagt habe warum soll ich mich streiten wegen bloßer Meinungsverschiedenheiten?
Dann war ich vielleicht eher im Agnostizismus angesiedelt. Glaube das sind die, die bekennen "ich kann nicht wissen" was des Pudels Kern ist.
Mich hat jeglicher extremistische Aktivismus im Zusammenhang mit Religion auch stets eher "aufgeregt".
Für mich ist bis heute nicht gänzlich greifbar warum man das mit der Gretchen-Frage nicht einfach halten kann, frei nach Schulstoff: Nathan der Weise bzw. mit anderen Worten: es soll jeder seine Freiheiten erfahren dürfen in dem Rahmen, dass die Freiheit des Anderen nicht begrenzt wird.

Wie ich heute dazu stehe da möchte ich mich hier öffentlich nicht festlegen oder nicht direkt, kein Thema für einige Beiträge für mich.
Mögen zwischen Himmel und Erde Dinge vonstatten gehen die wohl für keine etablierte Wissenschaft greifbar wären.
Mythologie und Symbolik interessieren mich teilweise, zunächst auch als Kunstform oder in Form von Archetypen.
Dass mich jemand "Äußeres" gerettet habe in meinen untröstlichsten Stunden, sehe ich nicht. Somit suche ich bisher weder Trost noch Zuflucht in übernatürlichen Fragen.
Allerdings möchte ich denjenigen, die gewisse hellsichtige Erfahrungen gemacht haben ihrer Meinung nach, die ihren nicht absprechen.

In dem Punkt gehe ich mit, dass mich das Übergriffige in Bezug auf Themen wie diese auch herausfordert, sowohl in Form von Aktivismus als auch wenn ich das Gefühl habe jemand müsse mich missionieren.

Ebenso befasse ich mich auch mit jenen, zB Literaten, die in diesem Bezug kritische Fragen gestellt haben. In meinen Augen nimmt jemanden dieser Faktor allein nicht aus von der "höheren Gesinnung", nicht zuletzt wenn sie mit nicht weniger Selbstkritik und Reflexionsvermögen auskommt.
Nimmt jemanden nicht aus im Sinne von, da habe ich da draußen ganz andere Kaliber wahrgenommen, wohingegen "einfache" Gedankenspiele und Erwägungen mir harmlos erscheinen.

Die abschließende Frage, ob ich noch heute im agnostizistischen Spektrum befinde, würde ich hier nicht abschließend beantworten.
Abschließend würde ich vielleicht sagen wie oben, dass jede Meinung ihre Berechtigung zugestanden sein mag, solange die Freiheit des Anderen nicht beeinträchtigt wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, "Meine Freiheit grenzt an Deiner Freiheit" haben wir späterstens dann verlassen, als Priester sich herausnahmen Kinder sexuell zu missbrauchen (von den ganzen anderen Gewalttaten der versch. Religionen ganz zu schweigen) ?
 
Was die Drogen betrifft rate ich jedem (auch Gesunden) davor ab es auch nur in kleinsten Dosen zu probieren ! Auf Station haben mich schon immer die drogeninduzierten Psychotiker furchtbar aufgeregt, wer seine Gesundheit absichtlich aufs Spiel setzt, dem sollte nicht geholfen werden ?!
Im Grunde genommen stimme ich Dir zu.
Es gibt bei mir keine Berührungspunkte dahingehend im behandlungsbedürftigen Bereich.
So habe ich bspw. Arznei die Missbrauchs-Potential aufweist, aber ich nutze sie auch wofür sie indiziert ist und darüber hinaus reizt es mich auch nicht.

Also stimme ich Dir auch zu, weil ich der Meinung bin es wird vl. auch manches Mal herausprovoziert, dass man sich schließlich einem Arzt oder einer klinischen Behandlung überantworten muss.
Der therapeutische Bereich bzw. der, der auf Behandlung abzielt, sollte jedoch ausgenommen sein.

Schwer eine Linie zu sehen, das sehe ich selbst. Ich bin bspw. Pro-Cannabis. Eben weil ich weiß, dass es mir in der Hinsicht nichts getan hat: die Dosis macht das Gift. Aber "aufregend" ist auch für mich ebenso der verantwortungslose Umgang mit diesem und mit anderen Sachen.
Wer sich eindeutig für Deinen Standpunkt ausspricht der sollte dann auch keinen, zumindest wenig Alkohol trinken wegen möglichen Gefährdungspotential, denke ich.

Einen Konsens finden wir vielleicht in der Hinsicht: das eine Thema sowie das Andere, ich bin für mein Handeln selbstverantwortlich und meinetwegen, sollte dann auch für die Konsequenzen der Auswirkungen entsprechend verantwortlich bleiben, und schreibe die Schuld später nicht anderen zu, weder einer übergeordneten Macht noch der Gesellschaft oder den misslichen, entbehrlichen "Geschicken".

Aber, wie so oft: schwer eine Linie zu ziehen. Wohl kaum jemand ist gefeit in eine Abhängigkeit zu geraten und in eine Krise zu geraten, die möglicherweise einschließt, dass man sonstwas versucht. Ich würde nicht so parlieren, hätte ich nicht ähnliches erfahren.
Ich finde es auch schwer festzulegen, dann dürfte auch nicht mehr geraucht werden etc. Das wäre ein wenig zu puritanisch das grundsätzlich über alle zu bestimmen.

Wenn es nach mir ginge, meinetwegen: ich dürfte was ich will und wenn alle Stränge reißen trage ich die Konsequenzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, "Meine Freiheit grenzt an Deiner Freiheit" haben wir späterstens dann verlassen, als Priester sich herausnahmen Kinder sexuell zu missbrauchen (von den ganzen anderen Gewalttaten der versch. Religionen ganz zu schweigen) ?
Einer der Gründe warum ich mich nicht hinter dem Deckmantel einer vorgegebenen Konvention verstecke bzw. mich damit nicht ausschmücken wollte, weil ich zuviel Schwindel erlebt und die Scheinheiligkeit nicht vergessen habe in dem mehr oder weniger direkten Umfeld, welches mich früh geprägt hat.
Schließlich erscheint mir der umfassend, kritische Geist oft reflektierter, besonders auch auf eigene Unzulänglichkeiten, was manch andere Sparte manches Mal vermissen lässt, siehe Dein Beispiel.
Wer sowas tut, glaubt an gar nichts, das ist bloße Hypokrysie für mich.
 
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