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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Risperidon erhöhen?

Risperidon hat mich zum Zombie gemacht, aber jeder Mensch ist anders. Meine Tagesdosis war aber auch höher als deine
 
Risperidon hat mich zum Zombie gemacht, aber jeder Mensch ist anders. Meine Tagesdosis war aber auch höher als deine
Ich war geistig zu nichts mehr fähig. Das wäre für mich kein Leben gewesen. Paliperidon bzw. nach dem ersten Rückfall fand ich noch schlimmer als Risperidon. Kann aber auch nur ein Eindruck gewesen sein.

Ich habe viel zu oft Pornos geschaut und hatte/habe deswegen zu viel Dopamin.
Deswegen habe ich auf Risperidon gewechselt. Ich möchte auf 1,5mg erhöhen.
@Maggi Aripiprazol war für mich nicht dämpfend genug.
Ich versuche es mit 1,5 - 2mg Risperidon.
Aripiprazol ist kein schwaches Medikament. Bei den höheren Dosierungen, wie du sie hattest, sollte die Libido auch platt sein. Außer du hast abgesetzt oder brauchst, wie es scheint, immer höhere Dosierungen (Supersensitivität). Psychose selbst löst ja die Libidosteigerung aus und Medikamente wie Risperidon oder Amisulprid machen normal wegen der Prolaktinerhöhung alles platt.
Kann eben zu anderen Problemen führen, da diese Wirkstoffe viele Nebenwirkungen haben:

Nebenwirkungen Antipsychotika 1/26

Eine Alternative zum Risperidon wäre Amisulprid, das ist auch sehr stark und wird von den Betroffenen meist besser angenommen.

Kannst ja mal schauen, wie es dir mit Risperidon geht. Das übermäßig Dämpfende setzt später ein.

@Deniz,
wie lange bist du erkrankt und hattest du Aripiprazol Monotherapie 10mg?
15 oder 20 mg Aripiprazol sind vermutlich angenehmer als Risperidon, dann sollte damit auch alles weggedämpft sein.

Kannst ja mal deine Erfahrungen sammeln.

Psychose ist bei dir aber ganz weg? Seit wann hattest du das Aripiprazol und war die Libido damit immer erhöht?
Man sagt eben, dass Aripiprazol weniger Supersensitivität macht. Insofern mag Risperidon vielleicht das mit der Libido lösen, aber fraglich, ob die Psychose wegbleibt, weil so Libidosteigerung eher damit zusammenhängt. Von der Wirksamkeit bei Resistenzen fand ich Aripiprazol verlässlicher, Risperidon dämpft anders, aber du hättest ja noch Amisulprid zur Auswahl.

Kannst dir oben ja mal die gängigen Antipsychotika anschauen. Bis auf Lurasidon und Brexpiprazol müsste alles verfügbar sein.
Du suchst die Nebenwirkung „sexuelle Dysfunktion". Alternativ hättest du zum Aripiprazol auch zwei selektive Antidepressiva – Bupropion (gegen Impulsivität) und Citalopram (dämpft die Libido) einnehmen können, das wäre ideal gewesen. Die ergänzen sich hervorragend, diese mit Aripiprazol kannst du dir ja immer noch überlegen, wenn das mit Risperidon sich als Reinfall herausstellt.
 
Ich hatte von Risperidon eben auch ein Schwächesyndrom. Wenn ich mich körperlich etwas angestrengt habe, dann war ich nach 5–15 min platt. So ein Medikament wird in der Psychiatrie als Standard eingesetzt, was schon lächerlich ist.

Auf Lurasidon warten wir bis heute. Dafür hat man lieber ein weiteres überteuertes Risperidon-Depot zugelassen.

Insofern braucht man sich über die Beliebtheit eines Medikaments wie Risperidon nicht zu wundern, da ja das 4-Wochen-Depot auf den Markt kommt mit einem weiteren 20-jährigen Patent, ohne überhaupt einen Zusatznutzen nachweisen zu müssen. Risperidon ist eben der Kassenschlager schlechthin.
 
Rückblickend würde ich sagen, war ich vielleicht auch mal pornosüchtig. Vor allem weil in der Depression das ein angenehmer Dopaminschub war. Antidepressiva verringern die Libido auf alle Fälle, das hilft schon. Bei mir hat das Risperidon anfangs alle Emotionen, also auch sexuell, unterdrückt. Ich bin jetzt auf einer niedrigen Erhaltungsdosis, und fühle mich relativ normal. Leider ist das Medikament immer ein bisschen dämpfend und ruhigstellend. Übergewicht und steife Muskeln waren die Folge, aber Bewegung, sich zwingen, hilft.
 
Wenn es nur die Libido ist, kann man das mit SSRI-Antidepressiva wirklich gut dämpfen und steuern.
Aripiprazol mag etwas anregend sein, in kleinen Dosierungen, aber ca. 10 bis 20 mg sollten auch da mehr dämpfen. Sind ja bis zu 30 mg möglich und die 5 mg dämpfen die Libido auch ein gutes Stück und es hat bei mir vollständig und schnell im Akutfall gewirkt.

Risperidon fand ich von der antipsychotischen Akutwirkung schwach. Ich habe da eine Resistenz gehabt und in der Klinik Flupentixol bekommen. Aripiprazol wirkt ähnlich stark, es ist von der antipsychotischen Wirkung meiner Erfahrung nach extrem viel wirksamer als Risperidon.
Bei Risperidon mag man in der Erhaltungsphase vielleicht besser gedämpft oder lahmgelegt sein, aber in der Akutwirkung ist es schwach, und selbst hohe Dosierungen von Risperidon + Paliperidon-Depot haben mir nix gebracht. Also da wurde praktisch eher überdosiert und war völlig unverträglich. Flupentixol war in diesem Vergleich nach dem Risperidon-Versuch sofort wirksam, eben nur für die 2 Wochen Akutphase.

Man macht eben viel Werbung für Risperidon, aber geistig hat es mein Hirn wirklich zu Matsch gemacht. Das war damals kein Leben und wenn, kann ich mir das nur zu Beginn der Behandlung (Erhaltungsphase) vorstellen, damit man hinterher zu einem verträglicheren wechseln kann und dann so etwas wie Aripiprazol leichter beibehält.
Aripiprazol ist ja im Vergleich zu Risperidon ein Luxus von der Verträglichkeit. Sind trotzdem einschränkende Wirkstoffe.

@Deniz
Aripiprazol macht deutlich höhere Rezeptorblockaden an D2 als Risperidon. Das heißt, Aripiprazol ist schon viel durchschlagender von der antipsychotischen Wirksamkeit. Da der Partialagonismus eine Restaktivität hinterlässt, sind Antagonisten wie Risperidon von der Symptomunterdrückung manchmal etwas vollständiger, aber ob das beim Genesungsprozess Vorteile bietet, sei mal dahingestellt.

SSRI-Antidepressiva wie Citalopram kannst du auch mit Aripiprazol kombinieren, dann sollte das mit der Libido besser sein.
Bupropion als NDRI-Antidepressivum reduziert die Impulsivität sehr und ermöglicht es, das Aripiprazol langfristig wieder zu reduzieren.

Dein Problem könnte bestehende Supersensitivität sein, dass du tendenziell immer höhere Dosierungen brauchst. Etwa wenn die Psychose durchschlägt trotz starker Antipsychotika, dann kommt auch die Libido bei einem Schub durch. Das kommt dann primär von der Psychose selbst.
Risperidon ist schwach und fraglich, ob es bei dir überhaupt als Monotherapie ausreicht und welche Dosierungen du dann bräuchtest.
15 mg Aripiprazol sind in meinen Augen gut verträglich, verglichen mit Risperidon. Sind ja bis 30 mg möglich, also wären 15 mg noch eine mittlere Standarddosis.

Beim Risperidon können das Dosierungen jenseits von Gut und Böse sein, die man dafür bräuchte, um das Aripiprazol zu ersetzen. Bin zumindest sehr gespannt, ob die Wirkung von Risperidon ausreicht, falls neben der Libido auch die Psychose durchkommt.
 
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