Wenn es nur die Libido ist, kann man das mit SSRI-Antidepressiva wirklich gut dämpfen und steuern.
Aripiprazol mag etwas anregend sein, in kleinen Dosierungen, aber ca. 10 bis 20 mg sollten auch da mehr dämpfen. Sind ja bis zu 30 mg möglich und die 5 mg dämpfen die Libido auch ein gutes Stück und es hat bei mir vollständig und schnell im Akutfall gewirkt.
Risperidon fand ich von der antipsychotischen Akutwirkung schwach. Ich habe da eine Resistenz gehabt und in der Klinik Flupentixol bekommen. Aripiprazol wirkt ähnlich stark, es ist von der antipsychotischen Wirkung meiner Erfahrung nach extrem viel wirksamer als Risperidon.
Bei Risperidon mag man in der Erhaltungsphase vielleicht besser gedämpft oder lahmgelegt sein, aber in der Akutwirkung ist es schwach, und selbst hohe Dosierungen von Risperidon + Paliperidon-Depot haben mir nix gebracht. Also da wurde praktisch eher überdosiert und war völlig unverträglich. Flupentixol war in diesem Vergleich nach dem Risperidon-Versuch sofort wirksam, eben nur für die 2 Wochen Akutphase.
Man macht eben viel Werbung für Risperidon, aber geistig hat es mein Hirn wirklich zu Matsch gemacht. Das war damals kein Leben und wenn, kann ich mir das nur zu Beginn der Behandlung (Erhaltungsphase) vorstellen, damit man hinterher zu einem verträglicheren wechseln kann und dann so etwas wie Aripiprazol leichter beibehält.
Aripiprazol ist ja im Vergleich zu Risperidon ein Luxus von der Verträglichkeit. Sind trotzdem einschränkende Wirkstoffe.
@Deniz
Aripiprazol macht deutlich höhere Rezeptorblockaden an D2 als Risperidon. Das heißt, Aripiprazol ist schon viel durchschlagender von der antipsychotischen Wirksamkeit. Da der Partialagonismus eine Restaktivität hinterlässt, sind Antagonisten wie Risperidon von der Symptomunterdrückung manchmal etwas vollständiger, aber ob das beim Genesungsprozess Vorteile bietet, sei mal dahingestellt.
SSRI-Antidepressiva wie Citalopram kannst du auch mit Aripiprazol kombinieren, dann sollte das mit der Libido besser sein.
Bupropion als NDRI-Antidepressivum reduziert die Impulsivität sehr und ermöglicht es, das Aripiprazol langfristig wieder zu reduzieren.
Dein Problem könnte bestehende Supersensitivität sein, dass du tendenziell immer höhere Dosierungen brauchst. Etwa wenn die Psychose durchschlägt trotz starker Antipsychotika, dann kommt auch die Libido bei einem Schub durch. Das kommt dann primär von der Psychose selbst.
Risperidon ist schwach und fraglich, ob es bei dir überhaupt als Monotherapie ausreicht und welche Dosierungen du dann bräuchtest.
15 mg Aripiprazol sind in meinen Augen gut verträglich, verglichen mit Risperidon. Sind ja bis 30 mg möglich, also wären 15 mg noch eine mittlere Standarddosis.
Beim Risperidon können das Dosierungen jenseits von Gut und Böse sein, die man dafür bräuchte, um das Aripiprazol zu ersetzen. Bin zumindest sehr gespannt, ob die Wirkung von Risperidon ausreicht, falls neben der Libido auch die Psychose durchkommt.