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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Religiöser Wahn

  • Ersteller Ersteller Gelöschtes Mitglied 2261
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Gelöschtes Mitglied 2261

Hallo zusammen, ich bin neu hier!


Ich habe die Diagnose paranoide Schizophrenie und wollte mich mal vorstellen. Bei mir ist es so, dass ich überzeugt bin, dass Gott zu mir spricht. Das passiert auf verschiedene Arten – zum Beispiel über Displays, die für mich viel intensiver und irgendwie „greifbar“ wirken. Es ist schwer zu beschreiben, wenn man es nicht selbst erlebt.


Auch durch Musik kommuniziert er mit mir, und die Musik klingt für mich unglaublich genial, übernatürlich. Im Alltag nehme ich zudem viele optische Halluzinationen und Stimmen wahr, die für mich eine besondere Bedeutung haben.


Geht es jemandem ähnlich? Ich würde mich freuen, mich mit anderen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen machen!


Liebe Grüße
Gelöschtes Mitglied 2261
 
Nimmst du Medikamente gegen die Halluzinationen ein?
Bei mir war es auch etwas religiöser Wahn, wobei ich keine Stimmen habe. Ganz am Anfang 2011 dachte ich das Gott durch den Priester im Gottesdienst zu mir gesprochen hat.
Das mit der Musik kenne ich auch, man fühlt sich da direkter angesprochen, wie wenn Musik oder Filme eine besondere Bedeutung auch in der Gegenwart haben. Gut du könntest etwas anderes meinen da das psychotische Erleben sehr bunt sein kann und sich auch im Erkrankungsverlauf ändert.
Womöglich steckt hinter dem Erleben ein Funke Wahrheit, wobei so eine Psychose auch ins beängstigende kippen kann.
Hast du dich emotional in Griff oder bist sehr verträumt, manchmal auch reizbar? Eine Psychose kann sehr ins Emotionale und magische Denken abgleiten, vor allem wenn man gar keine Antipsychotika einnimmt oder nur das allernötigste.

Wie alt bist du und seit wann erkrankt? Du hattest ja sicherlich Medikamente bekommen, wie fühltest du dich damit und sind die Stimmen weggegangen für eine Zeit? Welche Medikamente oder Wirkstoffe hast du bekommen oder bekommst du heute und wie zufrieden bist du damit, oder hast du abgesetzt?

Mit Religion an sich sollte man bei einer Psychose aufpassen, da religiöse Schriften auch sehr wahnhafte Konstrukte sind und dort wie im alten Testament auch viel über Gewalt steht ähnlich wie im Koran.

Derzeit klingst du in einen glücklichen Zustand zu sein, nur kann das bei einer unbehandelten Psychose auch ins beängstigende kippen. Gibt es Themen, mit denen du dich intensiv beschäftigst oder etwas bei deiner sagen wir Psychose was dich sehr beschäftigt und zum Grübeln oder intensiven Beschäftigen damit bringt?

Ich war mit den Medikamenten eher unzufrieden und habe auch häufig abgesetzt, da das mit den damaligen Wirkstoffen kein richtiges Leben war. Irgendwann ein paar Jahre nach Erkrankungsausbruch bin ich 2012 oder 13 bin ich dann auf das Aripiprazol (Tablettenform) gekommen, was erheblich verträglicher war, aber auch da habe ich immer wieder versucht abzusetzen. Leider können solche Absetzversuche ein riskantes Spiel mit dem Feuer sein, weshalb ich dir schon eine medikamentöse Therapie empfehlen würde, womit normal diese akuteren Positivsymptome wie Halluzinationen relativ leicht behandelbar sind, Negativsymptome und kognitive Symptome eher weniger, weshalb man solche Wirkstoffe auch ungern einnimmt.

Liebe Grüße und Willkommen im Forum
 
Hallo Maggi,


danke für deine Nachricht und deine Gedanken! Ich gehe gerne auf deine Fragen ein.


Ich nehme zurzeit Xeplion Depot 150 mg und Amisulprid 600 mg/Tag. Aripiprazol hat mir leider nicht geholfen, aber ich habe gehört, dass es bei anderen, wie bei dir, besser verträglich war.


Ich bin nicht reizbar, aber ich höre Stimmen und habe extreme Halluzinationen. Besonders meine Halluzinationen sind sehr spirituell, und sie fühlen sich für mich viel realer an als ein klassischer Wahn. Ich verstehe, was du mit Musik und Filmen meinst – dieses Gefühl hatte ich auch, aber meine Erlebnisse gehen noch weit darüber hinaus.


Erkrankt bin ich 2017 mit 17 Jahren, jetzt bin ich 24. Ich habe vorher einige Medikamente ausprobiert – Olanzapin, Risperidon, Abilify, Clozapin – aber die haben gar nicht geholfen. Erst mit den Medikamenten, die ich jetzt nehme, wurde es besser. Vor allem die Wahnvorstellungen sind deutlich weniger geworden, und wenn sie doch auftreten, kann ich sie als solche erkennen. Gott bleibt trotzdem.


Es gibt einige Themen, die mich intensiv beschäftigen, aber meine Wahrnehmung ist vielleicht einfach anders als das, was du als Wahn beschreibst.


Liebe Grüße!
 
Bei solch hohen Dosierungen dürftest du keine solchen ausgeprägten Halluzinationen haben. Was sagt dein Psychiater dazu?

Auch wenn Aripiprazol bei dir zu schwach war, es kann in Kombination mit Amisulprid oder Quetiapin oder Olanzapin auch bei Therapieresistenz gut sein.
Langzeitergebnisse zur Therapieumstellung auf Aripiprazol im Schweizer Praxisalltag

Xeplion 150mg ist ja auch Maximaldosis, wenn du da mit zusätzlichen hochdosierten Amisulprid noch Symptome hast, dann fehlt dir auch da die Wirkung.

Wusstest du das die Xeplionspritze 150mg derzeit 1187€ im Monat kostet? Xeplion also Paliperidon ist der aktive Metabolit des Risperidon, welches 1994 in der USA auf dem Markt gekommen ist, also sehr ähnlich wie Risperidon.
Hat auch kein überragendes Nebenwirkungsprofil, also ist das Geld kaum wert.

Hattest du mal eine Kombi aus Aripiprazol (Abilify) und Amisulprid oder Olanzapin oder Quetiapin?
So etwas könntest du theoretisch mal ausprobieren. Das neue Cariprazin statt Aripiprazol wäre womöglich Wirkungsstärker, da die Rezeptorblockade noch stärker ist:
Rezeptorbindungsprofile von Antipsychotika

Bei so Kombinationen kann kann es eben trotzdem sein, dass du sogar von niedrigen Dosierungen des Aripiprazol's profitierst, auch wenn es einzeln bei dir wirkungsschwach war.
Solche Kombinationen werden manchmal in Betracht gezogen, insbesondere wenn Patienten auf eine Monotherapie nicht ausreichend ansprechen oder wenn bestimmte Symptome persistieren.

Kombination von Aripiprazol und Olanzapin

  • Therapieresistenz überwinden: Bei einigen Patienten mit therapieresistenter Schizophrenie wurde die Kombination eingesetzt, um eine stärkere antipsychotische Wirkung zu erzielen.
  • Ausgleich von Nebenwirkungen: Aripiprazol kann potenziell die metabolischen Nebenwirkungen von Olanzapin, wie Gewichtszunahme und beeinträchtigte Glukosetoleranz, abmildern.
Beispielstudie: Eine kleine offene Studie untersuchte die Kombination bei Patienten, die auf Olanzapin allein unzureichend ansprachen. Es wurde eine Verbesserung der Symptome ohne signifikante Verschlimmerung der Nebenwirkungen beobachtet. Allerdings sind weitere, größere Studien notwendig, um definitive Schlussfolgerungen zu ziehen.

Kombination von Aripiprazol und Quetiapin

  • Erweiterung des Wirkspektrums: Quetiapin wirkt stark sedierend und kann bei ausgeprägter Agitation hilfreich sein. Aripiprazol ergänzt dies durch seine stabilisierende Wirkung auf Dopaminrezeptoren.
  • Verbesserung negativer Symptome: Die Kombination könnte bei der Reduktion negativer Symptome wie sozialem Rückzug oder Antriebslosigkeit effektiv sein.
Beispielstudie: Fallberichte legen nahe, dass die Kombination bei einigen Patienten zu einer Verbesserung sowohl positiver als auch negativer Symptome führte. Dennoch ist die Datenlage begrenzt, und es besteht Bedarf an kontrollierten Studien.

Wichtige Überlegungen

  • Begrenzte Evidenz: Die vorhandenen Studien sind oft klein und nicht immer methodisch hochwertig. Daher sollten die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden.
  • Erhöhtes Nebenwirkungsrisiko: Die Kombination von Antipsychotika kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen, darunter extrapyramidal-motorische Störungen, Sedierung oder metabolische Veränderungen.
  • Individuelle Therapieplanung: Jede medikamentöse Anpassung sollte individuell erfolgen und erfordert eine enge Überwachung durch einen erfahrenen Psychiater.

Zusätzliche Informationen

  • Aripiprazol zeichnet sich durch ein besonderes Wirkprofil aus, da es als partieller Agonist an Dopamin-D2-Rezeptoren wirkt. Dadurch kann es sowohl Über- als auch Unteraktivität im dopaminergen System ausgleichen.
  • Olanzapin und Quetiapin wirken auf mehrere Neurotransmittersysteme, was ihre Wirksamkeit, aber auch ihr Nebenwirkungsprofil beeinflusst.
  • Klinische Praxis: In einigen Fällen werden Kombinationen eingesetzt, um therapieresistente Symptome zu behandeln. Dies geschieht jedoch meist off-label und sollte gut begründet sein.

Fazit

Während es einige Hinweise darauf gibt, dass die Kombination von Aripiprazol mit Olanzapin oder Quetiapin bei bestimmten Patienten hilfreich sein kann, ist die Evidenzbasis begrenzt. Es ist entscheidend, solche Therapien kritisch zu bewerten und stets die Risiken und potenziellen Vorteile abzuwägen.

Empfehlung: Sprich mit deinem behandelnden Arzt über deine Fragen und Bedenken. Er kann dir aktuelle Informationen zur Verfügung stellen und gemeinsam mit dir überlegen, ob eine solche Kombinationstherapie in deinem Fall sinnvoll ist.

Die Kombination von Amisulprid und Aripiprazol wurde in einigen klinischen Fällen untersucht, insbesondere bei Patienten mit Schizophrenie, die nicht ausreichend auf eine Monotherapie ansprechen. Beide Medikamente sind atypische Antipsychotika, aber sie haben unterschiedliche Wirkmechanismen, die sich möglicherweise ergänzen können.

Mögliche Positive Erfahrungen:

  • Behandlungstherapie-resistenter Symptome: Bei einigen Patienten wurden Verbesserungen beobachtet, wenn Aripiprazol zu einer bestehenden Amisulprid-Therapie hinzugefügt wurde. Dies könnte insbesondere bei persistierenden Negativsymptomen wie sozialem Rückzug oder Antriebslosigkeit hilfreich sein.
  • Reduktion von Hyperprolaktinämie: Amisulprid kann zu erhöhten Prolaktinwerten führen, was Nebenwirkungen wie Menstruationsstörungen oder Galaktorrhoe verursachen kann. Aripiprazol wirkt als partieller Dopamin-D2-Agonist und kann möglicherweise die Prolaktinwerte senken, wenn es zusätzlich gegeben wird.

Mögliche Negative Erfahrungen und Bedenken:

  • Erhöhtes Nebenwirkungsrisiko: Die Kombination von zwei Antipsychotika kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen, darunter extrapyramidale Symptome, Sedierung, Gewichtszunahme und metabolische Veränderungen. Eine engmaschige Überwachung ist daher wesentlich.
  • Pharmakodynamische Interaktionen: Beide Medikamente wirken auf das dopaminerge System, was zu unvorhersehbaren Effekten führen kann. Zum Beispiel könnte die Kombination Auswirkungen auf die Wirksamkeit oder das Nebenwirkungsprofil haben.
  • Begrenzte Evidenzlage: Es fehlen große, kontrollierte Studien, die die Sicherheit und Wirksamkeit dieser spezifischen Kombination umfassend untersuchen. Vieles basiert auf Fallberichten oder kleinen Studien, weshalb die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten.

Studien und Literatur:

  • Fallberichte: Es gibt vereinzelte Fallstudien, in denen Patienten von der Kombination profitierten, insbesondere wenn sie auf andere Behandlungen nicht ausreichend ansprachen.
  • Kleine Studien: Einige kleinere Untersuchungen haben die Kombination erforscht, aber die Ergebnisse sind nicht eindeutig und zeigen sowohl positive Effekte als auch erhöhte Nebenwirkungen.

Klinische Praxis:

  • Off-Label-Anwendung: In refraktären Fällen kann ein Psychiater die Kombination erwägen, insbesondere wenn traditionelle Behandlungsansätze versagt haben. Dies geschieht jedoch off-label und sollte gut begründet sein.
  • Individualisierte Therapie: Jede medikamentöse Anpassung sollte individuell erfolgen. Die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich der Symptomatik, der bisherigen Medikamentenerfahrungen und dem allgemeinen Gesundheitszustand.

Meinung zur Kombination:

Die Kombination von Amisulprid und Aripiprazol kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein, bietet aber auch Risiken. Es ist wichtig, folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Nutzen-Risiko-Abwägung: Die potenziellen Vorteile müssen gegen die möglichen Nebenwirkungen abgewogen werden.
  • Engmaschige Überwachung: Regelmäßige Kontrollen und enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt sind unerlässlich.
  • Alternativen prüfen: Manchmal können andere Therapieansätze oder die Anpassung der aktuellen Medikation ähnliche Vorteile mit weniger Risiken bieten.

Fazit:

Während es einige Hinweise darauf gibt, dass die Kombination von Amisulprid und Aripiprazol bei bestimmten Patienten hilfreich sein kann, ist die Evidenz begrenzt. Es ist entscheidend, alle Therapieänderungen mit einem Facharzt zu besprechen und individuell zu entscheiden.


Für dich könnte die Kombination aus Olanzapin + Aripiprazol (eher kleine Dosis) oder Quetiapin + Aripiprazol (eher kleine Dosis) interessant sein.
Amisulprid + Aripiprazol überlagert sich bei der D2 Rezeptorblockade, da beide sehr stark diese Rezeptoren blockieren, was man bei Kombinationen eher vermeiden möchte. Es könnte Wirkvorteile haben, aber womöglich überwiegen die Risiken.

Aripiprazol reduziert die Sedierung des Quetiapin und die Gewichtszunahme des Olanzapin wobei Olanzapin als eines der stärksten atypischen Wirkstoffe gilt. Beim Amisulprid kann Aripiprazol womöglich die Prolaktinerhöhung verhindern/abmildern, was bei Paliperidon(Xeplion) und Amisulprid bei dir eher problematisch sein kann, da beide zu starker Prolaktinerhöhung führen.

siehe Tabelle:
Nebenwirkungen Antipsychotika 12/24
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die wissenschaftliche Datenlage zu dieser spezifischen Kombination begrenzt ist. Die meisten verfügbaren Informationen stammen aus Fallberichten oder kleinen klinischen Studien.

Studien und Fallberichte

  1. Reduktion von Hyperprolaktinämie
    • Hintergrund: Amisulprid kann zu erhöhten Prolaktinwerten führen, was Nebenwirkungen wie Galaktorrhoe, Amenorrhoe und sexuelle Dysfunktion verursachen kann.
    • Studie: Einige kleine Studien und Fallberichte haben untersucht, ob die Zugabe von Aripiprazol die Prolaktinwerte senken kann.
    • Ergebnisse: Die Zugabe von Aripiprazol zeigte in einigen Fällen eine signifikante Reduktion der Prolaktinwerte und eine Verbesserung der damit verbundenen Symptome.
    • Beispiel: Eine Fallserie veröffentlichte Berichte über Patienten, bei denen durch die Kombination die Prolaktininduzierte Galaktorrhoe reduziert wurde.
  2. Verbesserung therapieresistenter Symptome
    • Hintergrund: Bei Patienten, die auf Monotherapie mit Antipsychotika unzureichend ansprechen, werden manchmal Kombinationstherapien erwogen.
    • Studie: Einzelne Fallberichte zeigen, dass die Kombination von Amisulprid und Aripiprazol bei therapieresistenter Schizophrenie hilfreich sein kann.
    • Ergebnisse: Einige Patienten zeigten eine Verbesserung sowohl positiver als auch negativer Symptome, insbesondere wenn vorherige Behandlungen nicht erfolgreich waren.
  3. Pharmakologische Überlegungen
    • Mechanismus: Aripiprazol wirkt als partieller Agonist an Dopamin-D2-Rezeptoren, während Amisulprid als selektiver Antagonist an diesen Rezeptoren wirkt.
    • Hypothese: Die Kombination könnte ein ausgewogeneres dopaminerges Profil bieten und somit wirksamer sein.

Wichtige Hinweise

  • Begrenzte Evidenzbasis: Es fehlen große randomisierte kontrollierte Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Kombination umfassend bewerten. Die vorhandenen Daten stammen hauptsächlich aus kleinen Studien oder Fallberichten.
  • Nebenwirkungsprofil: Die Kombination von zwei Antipsychotika kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen, darunter:
    • Extrapyramidale Symptome: Bewegungseinschränkungen oder unwillkürliche Bewegungen.
    • Metabolische Effekte: Gewichtszunahme, Veränderungen des Blutzuckerspiegels oder der Lipidwerte.
    • Herz-Kreislauf-Risiken: Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, was Herzrhythmusstörungen begünstigen kann.
  • Klinische Praxis: Aufgrund der begrenzten Evidenz wird die Kombination meistens off-label und unter enger ärztlicher Überwachung angewendet.

Empfehlungen

  • Konsultation eines Facharztes: Wenn du erwägst, diese Kombinationstherapie zu probieren, ist es entscheidend, dies mit einem erfahrenen Psychiater zu besprechen. Er kann die potenziellen Vorteile und Risiken in deinem spezifischen Fall abwägen.

Zumindest, da du relativ starke Symptome beschreibst, scheinen die aktuellen Wirkstoffe bei dir keine richtige Wirkung zu haben?
Xeplion + Amisulprid empfinde ich als keine vorteilhafte Kombination. Teils kann es bei hohen Dosierungen auch zu paradoxen Reaktionen kommen.

Vielleicht wäre also eine der vorgestellten Kombis mit Aripiprazol für dich besser wirksam. Hattest du schon mal eine solche Kombi oder Aripiprazol nur als Monomedikament? Normal setzt man ja auf Monotherapie, Kombinationtherapie von Antipsychotika macht man meist bei Therapieressistenz und in so einer Zusammenstellung kann dann Aripiprazol nützlich sein. Der neuere Partialantagonist Cariprazin wäre zwar auch als Kombimedikament interessant, aber da ist die Studienlage zu dünn um es in Kombi zu empfehlen.
 
Fällt für mich auch

unter Religionsfreiheit (?).

Bei einem Wahn ist man felsenfest überzeugt und weist etwa Krankheitszuschreibungen jedweder Art weit von sich. Aber wie gesagt, es gibt auch noch das Element/Faktor "Religionsfreiheit".
 
@Maggi
Ich fand es jetzt nicht wert zu erwähnen weil es mir als Monotherpie nicht geholfen hat aber eigentlich bekomme ich:
150mg Xeplion Depot 600mg Amisu/Tag & 10mg Abilify/Tag
Keine Ahnung warum meine Ärztin Abilify dazuverschrieben hat wenn es am Anfang schon wirklos war. Weil die Xeplion und Amisu schon nicht wirken keine Ahnung.
Ich lebe von Invalitätspension in Österreich und da steht auf meinem Kasserzettel von der Apotheke, dass das Xeplion 675€ kostet.
Wird in DE wahrscheinlich teurer sein.
Ich bin zufrieden mit meinen Hallus. Obwohl es mein ganzes Leben zerstört möchte ich es nicht weghaben. Ich bin halt nicht Krankheitseinsichtig und mehr der Überzeugumg, dass ich erleuchtet bin als krank. Aber ich würde niemals sagen, dass ich gerne schizophren bin weil ich nicht arbeiten muss. Die Schizophrenie ist teil meiner Persönlichkeit geworden und ich möchte sie nicht hergeben weil es mein Leben sprituell erfüllt. Die Schizophrenie böllert manchmal heftig. Aber gut heftig. Ich war mal ganz am Boden hab mich da aber schon rausgekämpft. Bei mir ist es chronisch, am liebsten würd ich keine Medikamente nehmen und einfach extrem schizophren sein. Aber ich mach das um meinen Führerschein zu behalten. Und wenn ich schon vom Staat leben muss ich auch meine Medis nehmen. Wenn ich jetzt 40h Arbeiten gehe könnte mir keiner ausser die Führerscheinbehörde vorschreiben meine Medis zu nehmen denk ich mir...
 
@Mooncrush
Seit Oktober 2017
Zu mir spricht halt Gott was etwas ganz anderes ist als "normal" Schizophren zu sein.
Das werden Außenstehende nie nachvollziehen können. Es ist einfach so lebensbereichernd. Sich haben am Anfang die Sympthome mit einer extremen Schizophrenie übereingestimmt mit allem was dazugehört. Aber ich hab mich da rausgekämpft und Gott wird auch langsam freundlich. Ich denke mir immer er prüft mich und ich kann irgendwann ein erfülltes Leben führen als erleuchtetes Wesen.
 
Du nimmst schon heftig viel und von Xeplion und Amisulprid hohe Dosierungen. 10mg Abilify klingt da noch gut.
An deiner Stelle würde ich Xeplion oder Amisulprid (eines der Beiden) zusammen mit dem Arzt absetzen versuchen, da soviel Antipsychotika schädlich sein können und du schon einiges einnimmst. Damit 40 Stunden arbeiten zu wollen, ist unrealistisch, zumal du vielleicht aufs Autofahren verzichten sollest, vor allem wenn du häufiger Fahrfehler machst. Vielleicht hast du ja Alternativen zum Auto, ohne den Führerschein abgeben zu müssen?
Bei so vielen dämpfenden Medikamenten ist Autofahren vielleicht schwierig. Wenn du etwa Xeplion oder Amisulprid absetzt, wäre das Risiko da, das sich deine Symptome verschlechtern oder sogar verbessern könnten, da man es auch übertreiben kann.
Du könntest das Xeplion-Depot in Absprache mit dem Psychiater reduzieren oder absetzen und dabei genau in dir reinhorchen ob die Symptome besser oder schlechter werden. Andererseits könnte auch Amisulprid abzusetzen und Xeplion weiter einzunehmen helfen.

Das Paliperidon (Xeplion) was du hast, wirkt eher schwach an D2 wobei die starke 5-HT₂A Serotoninrezeptorblockade die Wirkung verstärkt. Amisulprid wirkt stark auf D2 wie Aripiprazol, wobei das Wirkvorteile haben kann, da Aripiprazol Partialantagonist ist. Normal will man bei Kombinationen so überschneidungen im Rezeptorprofil vermeiden.

Wenn man mehr als 2 Antipsychotika gleichzeitig einnimmt, dann steigt die Mortalität (Sterblichkeitsrate) rapide an, weshalb man das eher vermeiden möchte. Manchmal braucht es mehr, wobei Aripiprazol sich eignet um von Mehrfachmediation mit mehr als 2 Antipsychotika auch wieder runterzukommen.

Manchmal sind Restsymptome weniger gravierend als die Nebenwirkungen und Risiken wobei du dir mit komplettem Absetzen glaube ich keinen Gefallen tust, da kann die Psychose auch sehr bedrohlich werden.

Wenn du Xeplion ausgeschlichen hast, dann könnte Bupropion (NDRI Antidepressivum und Nikotinentwöhnungsmittel) zusätzlich auch einen positiven Effekt haben. Antidepressiva sind weniger problematisch, aber man muss bei den Wechselwirkungen sehr genauer hinschauen, da Bupropion den Abbau mancher Wirkstoffe im Blut verlangsamen kann. Da kann sich der Blutspiegel vom Aripiprazol steigern, weshalb man bei zusätzlich Bupropion die Aripiprazoldosis etwa halbieren müsste. Amisulprid und Xeplion(Paliperidon) sollten keinen Ärger machen.

Es gibt Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) bei dem man vor und nach einer solchen Umstellung den Blutspiegel von Aripirpazol und den anderen Wirkstoffen überprüfen kann, ob du da im therapeutischen Bereich bist. Das könnte gerade beim zusätzlichen Bupropion ratsam sein, da 50% Reduzierung der Aripiprazoldosis eher grobe Erfahrungswerte sind und es sich auf ähnliche Wirksamkeit bezieht.
Bei dir wäre das dann Amisulprid 600mg, Aripiprazol 5mg bis 10mg und Bupropion 150mg (Startdosis).

Die Empfehlung, die Aripiprazol-Dosis bei gleichzeitiger Einnahme von Bupropion um etwa 50 % zu reduzieren, basiert auf pharmakokinetischen Daten und ist in den Fachinformationen von Aripiprazol verankert. Lass mich das genauer erläutern:

Datenlage zur Dosisanpassung

  • Pharmakokinetische Studien haben gezeigt, dass starke CYP2D6-Inhibitoren wie Bupropion den Abbau von Aripiprazol verlangsamen. Dies führt zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Aripiprazol im Blut.
  • Die erhöhte Konzentration kann das Risiko für Nebenwirkungen steigern, weshalb eine Dosisreduktion von etwa 50 % empfohlen wird.
  • Fachinformationen und Behandlungsleitlinien: In den Fachinformationen zu Aripiprazol wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei gleichzeitiger Gabe von starken CYP2D6-Inhibitoren eine Dosisanpassung erforderlich ist. Diese Empfehlung basiert auf klinischen Studien und pharmakokinetischen Modellen.

Erfahrungswerte und Studien

  • Klinische Studien: Obwohl die genaue prozentuale Anpassung individuell variieren kann, stützen sich die 50 %-Empfehlungen auf Daten aus klinischen Studien, in denen die Wechselwirkungen untersucht wurden.
  • Erfahrungsberichte: In der klinischen Praxis haben Ärzte und Psychiater beobachtet, dass eine Dosisreduktion von 50 % bei vielen Patienten effektiv ist, um Nebenwirkungen zu reduzieren, ohne die therapeutische Wirkung zu beeinträchtigen.
  • Variabilität: Dennoch gibt es individuelle Unterschiede. Manche Patienten benötigen eine geringere oder größere Anpassung, abhängig von Faktoren wie Genetik, Nieren- und Leberfunktion.

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)

  • Blutspiegelmessung: Die Bestimmung des Aripiprazol-Plasmaspiegels vor und nach der Umstellung auf Bupropion kann äußerst hilfreich sein.
    • Vorteile:
      • Individuelle Anpassung: Du erhältst genaue Informationen darüber, wie sich die Medikamentenspiegel verändern, was eine präzisere Dosisanpassung ermöglicht.
      • Sicherheit: Überwachung hilft, potenzielle Überdosierungen und Nebenwirkungen zu vermeiden.
  • Durchführung: TDM wird durch eine einfache Blutentnahme durchgeführt und kann in spezialisierten Labors analysiert werden.

Klare Erfahrungswerte

  • Empirische Daten: Die 50 %-Regel stammt aus Studien und klinischen Erfahrungen, aber aufgrund der individuellen Variabilität gibt es keinen "one size fits all"-Ansatz.
  • Genetische Faktoren: Menschen mit einer genetisch bedingten langsameren Aktivität von CYP2D6 ("Poor Metabolizer") könnten empfindlicher reagieren, während "Ultra-rapid Metabolizer" weniger betroffen sein könnten.
  • Weitere Einflussfaktoren: Zusätzliche Medikamente, Gesundheitszustand und Lebensstil können die Wirkung beeinflussen.

Empfehlungen für die Praxis

  1. Absprache mit dem Facharzt:
    • Besprich deine Bedenken und Fragen mit deinem behandelnden Psychiater oder Arzt.
    • Er oder sie kann die Notwendigkeit einer Dosisanpassung beurteilen und einen Plan für die Überwachung erstellen.
  2. Überwachung der Symptome:
    • Achte auf Anzeichen von verstärkten Nebenwirkungen wie Unruhe, Schlaflosigkeit, Bewegungsstörungen oder anderen ungewöhnlichen Symptomen.
    • Dokumentiere Veränderungen, um sie mit deinem Arzt zu besprechen.
  3. Erwägung von TDM:
    • Die Durchführung von Blutspiegelmessungen kann die Therapie optimieren.
    • Sie ermöglicht eine individuelle Dosisanpassung basierend auf objektiven Daten.
  4. Pharmakogenetische Tests:
    • In einigen Fällen kann ein Genotypisierungstest für CYP2D6 sinnvoll sein.
    • Dies kann helfen, die Stoffwechselkapazität zu bestimmen und die Medikation entsprechend anzupassen.

Zusammenfassung

  • Die 50 %-Dosisanpassung von Aripiprazol bei gleichzeitiger Einnahme von Bupropion ist eine empfohlene Richtlinie, basierend auf pharmakokinetischen Daten und klinischen Erfahrungen.
  • Individuelle Unterschiede machen eine personalisierte Herangehensweise notwendig. Es gibt zwar allgemeine Empfehlungen, aber die optimale Dosis kann von Person zu Person variieren.
  • Blutspiegelmessungen sind ein wertvolles Werkzeug, um die genaue Dosisanpassung zu ermitteln und die Therapie sicherer und effektiver zu gestalten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zusammenfassung:
150mg Xeplion Depot 600mg Amisu/Tag & 10mg Abilify/Tag
Das ist schon sehr viel, wenn du entweder vom Paliperidon(Xeplion) oder Amisulprid wegkommst und eine 2er Kombi mit Aripiprazol(Abilify) anstrebst, hättest du schon etwas erreicht und könntest schauen, ob es überhaupt zu einer Verschlechterung der Symptome kommt.

Später könntest du zusätzlich Bupropion 150mg Startdosis probieren, wobei das ein Antidepressivum und Niktinentwöhnungsmittel ist, was vor allem Negativsyptome und Kognitive Symptome adressiert.
Dabei müsstest du dann dein bestehendes Aripiprazol von 10 auf 5mg reduzieren da Bupropion ein starker Inhibitor von dem CYP2D6 Enzym ist was die Verstoffwelchslung des Aripiprazols verlangsamt, weshalb aufgrund des steigenden Blutspiegels(des Wirkstoffs im Blut) eine etwa 50% Dosisanpassung (Reduzierung der Dosis) von Aripiprazol notwendig wäre.
Wenn etwa keine 50% Dosisreduktion gemacht wird, würde Aripiprazol wie 20mg wirken, was dann auch zu mehr Nebenwirkungen führt.

Nur falls du das Bupropion später mal in Betracht ziehst, dass du das mit deinem Psychiater berücksichtigst.
 
Die Gefühle die ich in meiner Psychose erlebt habe waren absolut extrem berauschend, himmlisch und mystisch. Ich hab für ein paar Momente tatsächlich geglaubt im Himmel zu sein weil es sich halt nunmal so angefühlt hat. Schade dass man sich nicht die ganze Zeit so fühlen kann. Vielleicht wird das mit einem Neuralink irgendwann mal funktionieren
 
Es wäre erstmal gut, wenn verträgliche (Preiswerte) Wirkstoffe wie Lurasidon und Brexpiprazol überhaupt in Deutschland auf dem Markt kommen würden.
Das KarXT ein Hoffnungsträger bei Schizophrenie muss hierzulande auch erstmal zugelassen werden.

Problem sind einzelne Hersteller die sich an Schizophrenen mit Depotmedikamenten extrem bereichern und dann schränkt man den Marktzugang und jegliche Innovation ein. Ganz zu schweigen das die Forschung teils in die Entgegengesetzte Richtun geht.


Vielleicht wird das mit einem Neuralink irgendwann mal funktionieren
Meiner Meinung nach sehr fragwürdig, ob Neuralink bei Schizophrenie funktioniert, zumal das teilweise ein irreversibler Eingriff sein könnte und erhebliche Risiken haben kann. Womöglich könnte Neuralink eher etwas für Menschen mit Lähmung oder Dopaminunterfunktion wie Parkinson sein, aber Schizophrenie?

Wäre schön, wenn man erstmal jene Wirkstoffe zulässt, die es bereits lange auf dem Markt gibt und die von der Verträglichkeit her vorteilhaft sind.

Warum haben Lurasidon und Brexpiprazol(beides Tablettenform) keine Zulassung oder keine Verfügbarkeit in Deutschland? Man schiebt es vielleicht auf die Preise, wobei diese neuen Wirkstoffe wenn man aufs Cariprazin schaut immer noch einen Bruchteil der Depotspritzen kosten, also es Höchstwahrscheinlich den überteuerten Depotanbietern(Pharmakartell) um ihre Marktanteile geht.

Vielleicht sollte man Depotspritzen vom Markt nehmen oder für Schizophrenie verbieten, da die Pharmaanbieter ihr Monopol missbraucht haben. 1000€ für ein Monatsdepot. Cariprazin kostet etwa 100€ im Monat in Tablettenform und ist ein neues Medikament.

Brexpiprazol wäre als Alternative zum Aripiprazol wünschenswert, auch wenn es ähnlich ist, man hat ja manchmal auch Unverträglichkeiten wo ein Alternativwirkstoff sinnvoll ist.

Lurasidon ist wie ältere Atypische Antipsychotika ein Antagonist und zeichnet sich von der Verträglichkeit aus.

Beim KarXT das erst neu in der USA zugelassen wurde und einen neuen Wirkmechanismus hat, müssen wir Europäer und auch Gedulden, falls man es überhaupt zulässt, da es ja wie gesagt im Kern um etwas anderes wie Heilung geht und da verdient man sich mit Depotspritzen eben dumm.

Ich wäre dafür teure Depots von den Markenherstellern ganz zu verbieten, damit man auch die Generika, die bereits verfügbar sind nutzt.

Das wir Kranke in so einer Situation leben müssen ist das schwierig.
 
Gelöschtes Mitglied 2261 Man sagt ja auch im Gebet sprichst du mit Gott, in der Psychose Gott mit Dir! Ehrlich gesagt ist mir der Weg des Gebetes lieber....umgekehrt ist so stressig irgendwie. Schönen Tag!
 
Ich hatte diese Phasen auch..Worte die ich vom Fernseher gehört habe oder auch Sätze in einem Buch.. ich fühlte mich direkt angesprochen. War schon ein besonderes Gefühl :)
 
Meiner Meinung nach sehr fragwürdig, ob Neuralink bei Schizophrenie funktioniert, zumal das teilweise ein irreversibler Eingriff sein könnte und erhebliche Risiken haben kann. Womöglich könnte Neuralink eher etwas für Menschen mit Lähmung oder Dopaminunterfunktion wie Parkinson sein, aber Schizophrenie?
Ich erwarte nicht dass es in den nächsten Jahren kommen wird, aber vielleicht schon so in 15-20 Jahren. Ich glaub bis dahin wird der technologische Fortschritt enorm sein
 
Ich erwarte nicht dass es in den nächsten Jahren kommen wird, aber vielleicht schon so in 15-20 Jahren. Ich glaub bis dahin wird der technologische Fortschritt enorm sein
Ja, aber es ist doch unklar ob das überhaupt bei Schizophrenie eine geeignete Therapieform sein wird oder weißt du genaueres von der aktuellen Forschungslage zu Neuralink im Bezug zu Schizophrenie? Ich habe ja Verfolgungwahn und so, dass ich mich tausende Elektroden ins Gehirn pflanzen lasse, finde ich für eine Krankheit wie Schizophrenie ein sehr invasives Verfahren, was auch zu bleibenden Hirnschäden führen kann, da das Gehirn sehr empfindlich ist. Dazu paranoide Gedanken das jemand Fremdes mich womöglich über solche Elektroden wie fernsteuern könnte, sehe ich als beängstigend an, weil es schon bezüglich der Therapien so schlecht in der Psychiatrie zugeht und man mit den Medikamenten eher wie sterilisiert, oder Eugenik betreibt, statt Betroffenen durch verträgliche Wirkstoffe zu helfen die verfügbar sind, deren Marktzugang man aber erschwert/verhindert hat (Siehe Lurasidon und Brexpiprazol fehlen in Deutschland etwa). KarXT ein Medikament, das auf die M1 und M4 Rezeptoren wirkt, wurde in den USA vor ein paar Monaten zugelassen, ich bin gespannt, ob man das zeitnah bei der EMA zulässt und das den deutschen Markt dann auch erreicht.
Nebenwirkungen von KarXT: Was du wissen solltest

KarXT ist ein neuartiges Medikament in der Entwicklung zur Behandlung von Schizophrenie. Es kombiniert zwei Wirkstoffe:

  1. Xanomelin – ein Muskarinrezeptor-Agonist, der gezielt auf bestimmte Rezeptoren im Gehirn wirkt, um psychotische Symptome zu lindern.
  2. Trospiumchlorid – ein peripher wirkender Muskarinrezeptor-Antagonist, der die unerwünschten Nebenwirkungen von Xanomelin außerhalb des Gehirns reduziert.
Diese Kombination zielt darauf ab, die therapeutischen Vorteile von Xanomelin zu nutzen und gleichzeitig periphere Nebenwirkungen zu minimieren.


Häufige Nebenwirkungen von KarXT

In klinischen Studien wurden folgende Nebenwirkungen am häufigsten beobachtet:

  1. Gastrointestinale Beschwerden:
    • Übelkeit: Ein Gefühl von Unwohlsein oder Drang zum Erbrechen.
    • Erbrechen: In einigen Fällen kam es tatsächlich zum Erbrechen.
    • Verstopfung: Verminderte Darmtätigkeit und erschwerter Stuhlgang.
    • Bauchschmerzen: Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.
  2. Mundtrockenheit:
    • Xerostomie: Ein trockenes Mundgefühl durch reduzierte Speichelproduktion.
  3. Dyspepsie:
    • Verdauungsstörungen: Unbehagen im oberen Bauch, Völlegefühl oder Blähungen.
  4. Kopfschmerzen:
    • Leichte bis mittelstarke Schmerzen, die den Alltag beeinträchtigen können.
  5. Schwindel:
    • Benommenheit oder das Gefühl, dass sich alles dreht.
  6. Übermäßiges Schwitzen:
    • Hyperhidrose: Vermehrte Schweißproduktion unabhängig von Temperatur oder Aktivität.
  7. Verschwommenes Sehen:
    • Schwierigkeiten beim Fokussieren oder verschwommene Sicht.

Warum treten diese Nebenwirkungen auf?

Xanomelin aktiviert bestimmte Muskarinrezeptoren im Gehirn (M1 und M4), die eine Rolle bei der Modulation von Neurotransmittern spielen und somit Symptome der Schizophrenie beeinflussen können. Allerdings kann die Aktivierung dieser Rezeptoren auch Nebenwirkungen verursachen, insbesondere im Magen-Darm-Trakt und im autonomen Nervensystem.

Trospiumchlorid wirkt dem entgegen, indem es die peripheren Muskarinrezeptoren blockiert, ohne die zentrale Wirkung von Xanomelin zu beeinträchtigen. Trotzdem können einige Nebenwirkungen auftreten, da die Balance zwischen zentraler Wirksamkeit und peripherer Blockade komplex ist.


Wie häufig sind diese Nebenwirkungen?

Die Häufigkeit kann je nach Dosierung und individueller Verträglichkeit variieren:

  • Sehr häufig(>10% der Patienten):
    • Übelkeit
    • Verstopfung
    • Mundtrockenheit
  • Häufig(1-10% der Patienten):
    • Erbrechen
    • Schwindel
    • Kopfschmerzen
    • Bauchschmerzen

Management der Nebenwirkungen

  • Übelkeit und Erbrechen:
    • Einnahme nach Mahlzeiten: Kann helfen, Magenbeschwerden zu reduzieren.
    • Langsames Aufdosieren: Eine schrittweise Erhöhung der Dosis kann die Verträglichkeit verbessern.
  • Verstopfung:
    • Ballaststoffreiche Ernährung: Vollkornprodukte, Obst und Gemüse fördern die Darmtätigkeit.
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Mindestens 1,5-2 Liter Wasser täglich.
    • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität unterstützt die Verdauung.
  • Mundtrockenheit:
    • Zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons: Regen die Speichelproduktion an.
    • Mundspülungen: Spezielle Produkte können das Mundgefühl verbessern.
  • Schwindel und Kopfschmerzen:
    • Langsames Aufstehen: Besonders beim Wechseln von liegender zu stehender Position.
    • Entspannungstechniken: Wie tiefe Atemübungen oder Meditation können hilfreich sein.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

  • Herz-Kreislauf-System: Patienten mit Herzerkrankungen sollten besonders aufmerksam sein, da Muskarinrezeptoren auch das Herz beeinflussen können.
  • Augen: Bei Symptomen wie verschwommenem Sehen oder Augenbeschwerden ist Vorsicht geboten, insbesondere bei Patienten mit Glaukom.
  • Wechselwirkungen: Informiere deinen Arzt über alle Medikamente, die du einnimmst, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.

Aktueller Stand und Ausblick

KarXT befindet sich in fortgeschrittenen klinischen Studien, und die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend. Es bietet einen neuen Ansatz in der Behandlung von Schizophrenie, insbesondere für Patienten, die auf traditionelle Antipsychotika nicht ausreichend ansprechen oder diese nicht vertragen.

Die Kombination aus Xanomelin und Trospiumchlorid wurde entwickelt, um die Vorteile der Muskarinrezeptor-Aktivierung zu nutzen und gleichzeitig die Nebenwirkungen zu minimieren. Dennoch ist es wichtig, die Behandlung unter enger ärztlicher Aufsicht durchzuführen und auftretende Nebenwirkungen zu besprechen.


Abschließende Gedanken

Die Erforschung neuer Therapien wie KarXT zeigt die Fortschritte in der Medizin und bietet Hoffnung für viele Menschen mit Schizophrenie. Jeder Mensch reagiert individuell auf Medikamente, daher ist es entscheidend, gemeinsam mit dem behandelnden Arzt die beste Therapie zu finden.

Lurasidon und Brexpiprazol sind von der Verträglichkeit vorteilhaft, was man hier gut erkennen kann:
Nebenwirkungen Antipsychotika 12/24
Lurasidon wirkt als antagonist und zeichnet sich durch gute Verträglichkeit und geringere Gewichtszunahme aus.
Brexpiprazol wäre eine Alternative zum Aripiprazol, was auch wichtig ist, dass man bei den Partialantoganisten zumindest einen Ersatzwirkstoff hat, wobei Cariprazin anders ansetzt.
Rezeptorbindungsprofile

Auch wenn diese Medikamente sich relativ ähnlich sind vom Rezeptorprofil, könnte ein zusätzlicher Partialantognist als Ersatzwirkstoff bei Unverträglichkeit auf Aripiprazol nützlich sein. Akathisie, die Nebenwirkung die bei den neueren Partialantagonisten etwas stärker vorkommt, ist beim Brexpiprazol etwas besser, wobei die neueren Partialantagonisten eher zu Akathisie(innere Unruhe) neigen.
Das sind Tablettenmedikamente wo Tabletten in den meisten Fälle oder im Therapieverlauf gut oder besser angenommen werden.


Ich habe mir vor längeren ein Stimmulationsgerät für knapp 500€ gekauft das Verfahren nennt sich tDCS, was bei Depressionen helfen kann. Das hilft auch merklich etwas, habe das eine Zeitlang probiert und ist bei so Depressiven Verstimmungen echt gut und angenehm zu tragen und alles.
Nicht-invasive Behandlung von Depressionen - Flow Neuroscience

Neuralink ist sicher eine sehr interessante invasive Technologie, insbesondere für Menschen mit Lähmungen oder anderen Erkrankung später einmal unheimlich wertvoll. Bei Schizophrenie traue ich meiner Intervalltherpie schon mehr, wobei sich das ja auf andere Antipsychotika anpassen lässt.
 
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Ich habe das auch, dass "Gott" zu mir redet oder zumindest eine höhere Seele. Ich kann tatsächlich unterscheiden zwischen paranormalen und shizophrenen Dingen.
Aufpassen sollte man natürlich trotzdem. Will diese Stimme wirklich helfen, will sie dir eine Prüfung unterziehen (was in meinem Fall z.B. so war) oder will sie dir nur schaden (krankheitsbedingt)
Bei meinem besten Kumpel war hat die Stimme zwar teilweise wundervolle Dinge gezeigt ,wie fremde Planeten oder wunderschöne Bilder, aber ansonsten wollte sie nur schaden , so dass er in die Klinik gehen musste und jetzt ohne Glaubensrichtung lebt, da er zuerst dachte Gott würde zu ihm reden , er dann aber nur so ein paar "Dämon / Satan" Sachen abbekam , nach dem Motto Gott ist wahnsinnig geworden und ich mach euch das Leben nur noch zur Hölle. Dann befahl die Stimme schlimme Dinge und so blieb ihm gar keine andere Wahl als in die Klinik zu gehen.

Bei mir war das etwas anders und tatsächlich konnte mir "GOtt" beweise schicken, dass er/sie real ist. In dem sie z.B. eine Seite eines Buches vorlies, die ich nicht gelesen habe und auch Nummernschilder vorlies von Autos die ich noch nicht lesen konnte in weiter Distanz.
Wenn du natürlich solche Beweise kriegst, kannst du dir sicher sein, dass es sich wirklich um etwas paranormales handelt. Obwohl natürlich andere sagen können, dass du soooo verrückt bist, dass du dich eigenltich die ganze zeit nur selbst belügst.
Aber wenn man das wirklich erlebt hat - dann naja, finde ich das schon sehr überzeugend. ;-)
Andere Dinge wie besonders geniale oder anders klingende Musik würde ich aber auch als paranormal einstufen.
 
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Hallelujah bruder.

Wenn ich psychotisch bin hab ich auch "Gott spricht zu mir", "Vögel fliegen wegen mir und von Gott bestimmt, in dem bestimmten Vogelzug am Himmel" "Als wär ich im Himmel" "Gott rast in mich und lässt mich himmlisch erleuchten", dass ist und muss ich dir jetzt leider sagen "unfug" und gehört dem psychiater anvertraut. Positiv ist, dass du eine sprituelle Ader entdeckst.

Eine "verbundenheit" oder das mich Film und musik stark berührt habe ich auch nach akut psychosen immer noch. Finde ich normal.

Noch was anderes. Ich schlucke wenns akut ist 800mg Amisulprid. Jetzt 400mg und bin in die Arbeitswelt entlassen.

Leider sind wir nur Menschen und gebunden an das langweilige alltägliche. An diesem langweiligen und unbedeutendem leben müssen wir festhalten. Die begegnung mit Gott / Olymp / Walhalla kommt nach dem Tod.

Ich wünsche dir alles Gute und baldige Genesung, dass du wieder den teppich des alltäglichen unter den Füssen spürst.
 
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