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Im Forum findet man eine neuartige medikamentöse Behandlungsoption für Psychose, welche bei Negativsymptomen wirksam ist und ein relativ normales Leben trotz der Erkrankung ermöglicht. Psychose / Schizophrenie kann auch der Anfang von einem besseren Lebenskapitel sein und es gibt auch viele Chancen, die damit eröffnet werden.

Ava

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31 Mai 2023
Beiträge
3
Hallo, ich bin ganz neu hier und nicht sicher, ob mein Beitrag hier hergehört.

Ich bin vor einem halben Jahr mit meinem Freund in ein anderes Land ausgewandert. Es war eine tiefe Liebe und so etwas wie Seelenverwandtschaft. Daher hatte ich auch alles auf Herz gestellt und bin nach einem halben Jahr Kennenlernen mit ihm wie gesagt ins Ausland gezogen.
Da er sehr spirituell ist, hatte ich mir nie etwas gedacht. Aber inzwischen wurde es immer kurioser. Es fällt mir sehr schwer, das zu erkennen. Und ich fühle mich mit der Situation total überfordert. Um es kurz zu sagen: Er hat Visionen, hört, was Menschen oder Tiere denken, Konzentrationsschwierigkeiten, ist vergesslich und zieht sich sehr zurück. Nun hat sich die Situation so zugespitzt, dass er alles hinter sich lassen will, inklusive unser Haus und miich. Er sagt, er muss etwas für uns alle erledigen. Er bereitet sich regelrecht vor. Mich lässt er körperlich nicht mehr an sich ran. Ich darf ihn nicht mal mehr berühren, obwohl er sagt, dass es ihm schwer fällt.
Nun, ich habe für mich psychologische Hilfe gesucht, bekomme aber frühestens in 2 Wochen einen ersten Gesprächstermin....

Ich hab zu meinem Freund gesagt, dass ich Angst habe, dass er nicht den richtigen Stimmen folgt. Und dass er zurück kann, wenn er merkt, dass er sich darin irrte. Ich glaube nämlich nicht, dass er jetzt etwas anderes hören mag bzw. Anerkennen würde. Wie auch, wenn er davon so überzeugt ist. Für mich klingt das alles sehr merkwürdig. Aber wissen wir immer, was Realität und was Fiktion ist? Welche Welt ist die Richtige? Na ja, ihr seht, mir geht das alles ziemlich durcheinander. Denn für mich hat sich jetzt von einem Tag auf den anderen alles geändert: Er hat sich von mir getrennt, um seiner Mission zu folgen.

Nun bin ich gespannt, was ihr dazu meint.
Liebe GrĂĽĂźe von Ava
 
Hallo @Ava
Leidest er diagnostiziert an einer Psychose bzw. Schizophrenie? Stimmen klingen ja nach einem relativ klaren Symptom.
Wie alt ist dein Freund?
Teils kann die Erkrankung einen sehr vereinnahmen, sodass eine Beziehung eben schwer möglich ist, gerade wenn dann auch noch unterschiedliche Interessen dazukommen und er sich mit Wahn oder so Sachen auseinandersetzt.

Die Therapien und Behandlungen sind meist auch schlecht, der Erkrankungsausbruch selbst findet statt, wenn man ca. 20-30 Jahre ist, aber vorher kĂĽndigt sich so etwas auch schon ĂĽber Monate / Jahre hinweg an.

Muss er Medikamente einnehmen, wenn ja was genau nimmt er fĂĽr Wirkstoffe und Dosierungen?

Hier im Forum findest du eine Medikamente-Empfehlung welche hilft sehr viel Lebensqualität zurückzugewinnen und mit der man auch Negativsymptome der Erkrankung behandeln kann. Üblicherweise werden Positivsymptome mit Neuroleptika / Antipsychotika behandelt, etwa um Stimmen zu unterdrücken, andererseits bleiben Negativsymptome häufig unbehandelt, was zu Einschränkungen führt und Motivationsproblemen. Da werden in der Empfehlung ganz spezielle Antidepressiva wie das Bupropion eingesetzt, welches auch bei der Nikotinentwöhnung hilft.
 
Hallo, Maggi, vielen Dank fĂĽr deine Antwort!
Nein, er ist bisher nie behandelt worden. Er und seine Familie glauben alles und schieben es auf die „geistige Welt“. Ich denke, es fing so mit 20 Jahren an. Damals fing sein Hang zur Spiritualität an. Er ging damals zu einem Schmamanen. Seine Mutter ist auch so veranlagt. Daher glaubt er vermutlich auch, dass alles real ist. Sie unterstützt das Ganze auch noch, in dem sie ihn sagt, dass es seine Aufgabe sei und sie ihn versteht. - Oh Mann, für mich klingt das alles wie in einem Film und ich bin ehrlich mit der Situtation überfordert. - Heute ist er übrigens Mitte 40.

KAnn es sich denn wieder ändern? Kann überhaupt geholfen werden?
 
Psychose ist ja vererbbar, gibt also häufiger Betroffene, wo die Mutter oder Vater erkrankt ist.
Wenn man Stimmen hört, ist das finde ich schon relativ eindeutig, persönlich habe ich keine Stimmen, bei mir ist das mehr so auf Gefühlsebene wie wenn es Gedankenübertragung und so gibt und alles irgendwie zusammenhängt, was ja auch sein kann. Trotzdem sind eben Medikamente manchmal wichtig. Wenn er nie behandelt wurde, dann ist das wohl eine Frage des Ermessens, weil wenn man keine schlimmen Ausfälle hat, eventuell die Heilungschancen ohne Medikamente auch gut stehen.

Wenn man einmal Neuroleptika hatte oder hat, dann ist es meist sehr schwer diese dauerhaft abzusetzen, von daher wäre es gut zu wissen, ob er in dieser Richtung Medikamente einnimmt oder irgendwelche andere Drogen?

Der Hang zur Spiritualität und diese Leichtgläubigkeit ist häufig Teil der Symptomatik und so etwas kann man mit den Medikamenten regulieren, damit man eben realistischer wird, weniger Stimmen etwa hört oder diese weniger ernst nimmt. Da ich keine Stimmen habe, bin ich da persönlich leicht überfragt. Du beschreibst es in etwa so, wie wenn er Stimmen hat, die gegen dich sind und welche, die für dich sind?
Vielleicht kann dir da jemand anderes Betroffenes hier etwas dazu sagen, wie du mit ihm da umgehen kannst ohne sein Vertrauen und so zu verlieren. Teils ist es schon wichtig, dass man die Erkrankung als Teil seiner Persönlichkeit akzeptiert und akzeptiert, statt alles wegreden oder ausblenden zu wollen, da der Übergang vom realistischen und psychotischen manchmal sehr nahe beieinanderliegen und psychotische Erfahrungen auch lehrreich für einen sein können, wenn das in einem sicheren Rahmen nur zeitweise stattfindet, da die Erkrankung auch in Schüben auftreten kann.

Vielleicht kannst du ihn überreden, mit dir zu einem Psychiater zu gehen und die Situation dort durchzusprechen, dann würde er das fachliche Feedback eines Experten bekommen, was er für eine Diagnose haben könnte, was man von einem Experten natürlich leichter annimmt als von einem Angehörigen.
Was die Medikamente angeht, werden da normal Neuroleptika eingesetzt, welche schon sehr dämpfen und einschränken können, aber ebenso helfen. Da wäre es auf längere Sicht schon wichtig, so eine verträgliche Option wie die Empfehlung hier im Forum auszuprobieren, was derzeit der Stand der Dinge ist. Ich bin kein Arzt, aber so würde ich dir empfehlen, vorzugehen.

Du kannst ja mal schauen, was möglich ist. Aufpassen solltest du eben, dass seine Mutter da keinen negativen Einfluss nimmt und wenn diese selbst so etwas Unbehandeltes hat, sie in diese Entscheidung weniger eingebunden wird.
 
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Reaktionen: Ava
Danke fĂĽr deine sehr ausfĂĽhrliche und hilfreiche Antwort.
Im Moment glaube ich nicht, dass er für ein Gespräch zugänglich ist. Er ist zur Zeit weit weg in seiner Welt.

Ist es normal, dass er in dieser Phase auch total zu macht? Er wirkt so distanziert. Als ob vor zwei Wochen nicht noch alles harmonisch gewesen wäre. Es ist, als ob eine Wand zwischen uns ist. Mich macht das echt ziemlich traurig, weil es so plötzlich unerwartet kam....
 
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