Ratlos
Psychose ist ja vererbbar, gibt also häufiger Betroffene, wo die Mutter oder Vater erkrankt ist.
Wenn man Stimmen hört, ist das finde ich schon relativ eindeutig, persönlich habe ich keine Stimmen, bei mir ist das mehr so auf Gefühlsebene wie wenn es Gedankenübertragung und so gibt und alles irgendwie zusammenhängt, was ja auch sein kann. Trotzdem sind eben Medikamente manchmal wichtig. Wenn er nie behandelt wurde, dann ist das wohl eine Frage des Ermessens, weil wenn man keine schlimmen Ausfälle hat, eventuell die Heilungschancen ohne Medikamente auch gut stehen.
Wenn man einmal Neuroleptika hatte oder hat, dann ist es meist sehr schwer diese dauerhaft abzusetzen, von daher wäre es gut zu wissen, ob er in dieser Richtung Medikamente einnimmt oder irgendwelche andere Drogen?
Der Hang zur Spiritualität und diese Leichtgläubigkeit ist häufig Teil der Symptomatik und so etwas kann man mit den Medikamenten regulieren, damit man eben realistischer wird, weniger Stimmen etwa hört oder diese weniger ernst nimmt. Da ich keine Stimmen habe, bin ich da persönlich leicht überfragt. Du beschreibst es in etwa so, wie wenn er Stimmen hat, die gegen dich sind und welche, die für dich sind?
Vielleicht kann dir da jemand anderes Betroffenes hier etwas dazu sagen, wie du mit ihm da umgehen kannst ohne sein Vertrauen und so zu verlieren. Teils ist es schon wichtig, dass man die Erkrankung als Teil seiner Persönlichkeit akzeptiert und akzeptiert, statt alles wegreden oder ausblenden zu wollen, da der Übergang vom realistischen und psychotischen manchmal sehr nahe beieinanderliegen und psychotische Erfahrungen auch lehrreich für einen sein können, wenn das in einem sicheren Rahmen nur zeitweise stattfindet, da die Erkrankung auch in Schüben auftreten kann.
Vielleicht kannst du ihn überreden, mit dir zu einem Psychiater zu gehen und die Situation dort durchzusprechen, dann würde er das fachliche Feedback eines Experten bekommen, was er für eine Diagnose haben könnte, was man von einem Experten natürlich leichter annimmt als von einem Angehörigen.
Was die Medikamente angeht, werden da normal Neuroleptika eingesetzt, welche schon sehr dämpfen und einschränken können, aber ebenso helfen. Da wäre es auf längere Sicht schon wichtig, so eine verträgliche Option wie
die Empfehlung hier im Forum auszuprobieren, was derzeit der Stand der Dinge ist. Ich bin kein Arzt, aber so würde ich dir empfehlen, vorzugehen.
Du kannst ja mal schauen, was möglich ist. Aufpassen solltest du eben, dass seine Mutter da keinen negativen Einfluss nimmt und wenn diese selbst so etwas Unbehandeltes hat, sie in diese Entscheidung weniger eingebunden wird.