Herzlich Willkommen ❤️

Das Schizophrenie-Forum ermöglicht Diskussionen rund um das Thema Psychose. Für Angehörige, Erkrankte, Psychiatrieerfahrene, Experten und all jene, die sich für die Erkrankung interessieren und darüber austauschen wollen.

Um selbst Themen und Beiträge schreiben zu können, individuell beraten zu werden und von den Empfehlungen des Forums gesundheitlich zu profitieren, ist eine kostenfreie Registrierung notwendig:

Jetzt registrieren!

Im Forum findet sich eine Medikamente-Empfehlung.

Die Wirkstoffkombination ermöglicht ein relativ normales Leben trotz Erkrankung. Negativsymptome lassen sich damit viel besser behandeln als bei üblichen Therapien. Die Antipsychotika werden dabei nur minimal Dosisiert in Form einer Intervalltherapie eingenommen.

Empfehlung

Quetiapin

Registriert
25.02.2021
Beiträge
92
"Danke"
13

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Medikament Quetiapin gemacht? Würdet ihr sagen, es hilft gegen formale Denkstörungen bezw. Unruhe? Ich vertrage es eben in niedriger Dosis (150mg) recht gut. Im Vergleich zu anderen Antipsychotikas halte ich es auch für ein gutes Medikament, darum möchte ich es auch in höherer Dosierung nehmen, falls ich doch in eine akute Phase reinrutschen sollte.

LG
 
New member
Registriert
09.12.2019
Beiträge
6
"Danke"
1
Hallo silverstrade97
ich nehme quetiapin seit ungefähr 4 Jahren,hatte vorher Seroquel genommen.Dieses Medikament hat meine Apotheke
nicht mehr,deshalb jetzt das Quetiapin 200mg Retard.
Nebenwirkung habe ich keine.Es hilft sehr gut, ist aber auch eine geringe dosis muss es 3 mal am Tag nehmen.
Eine höhere dosierung? Das legt zum Glück der studierte therapeut fest.
Er wird auch wissen ab wann du eine stärkere Dosierung brauchst.
Hast du auch schon einen Psychologen, ist nicht ganz die Antwort, der hilft aber auch sehr viel.
Ich hatte letzte woche die dritte behandlung beim Psychologen.

LG
 
TS
S
Registriert
25.02.2021
Beiträge
92
"Danke"
13
Ich nehme inzwischen 300mg Retard. Habe auch keine Nebenwirkungen. Psychotische Symptome habe ich zurzeit auch keine...vielleicht manchmal leicht desorganisiertes Denken (bezw. es kommt mir so vor.)

LG
 
Member
Registriert
27.10.2021
Beiträge
56
"Danke"
9
Kann man mit Quetiapin in höheren Dosen auch akute Phasen abfangen?
 
TS
S
Registriert
25.02.2021
Beiträge
92
"Danke"
13
Ist nicht das geeignetste Medikament, aber möglicherweise kann das funktionieren. Wenn du Quetiapin schon kennst und gut verträgst, würde ich es erstmals damit probieren. Wenn sich dein Zustand nicht verbessert ev. auf Olanzapin oder Abilify umsteigen.
 
Administrator
Registriert
08.11.2016
Beiträge
1.325
"Danke"
66
Ist nicht das geeignetste Medikament, aber möglicherweise kann das funktionieren. Wenn du Quetiapin schon kennst und gut verträgst, würde ich es erstmals damit probieren. Wenn sich dein Zustand nicht verbessert ev. auf Olanzapin oder Abilify umsteigen.

Olanzapin macht sehr dick und bei mir hat es innerlich so ein ausgebranntes leeres Gefühl gemacht. Es gilt als sehr stark, bei mir hat es aber auch nur ganz zu beginn relativ gut gewirkt, dann sind aber auch wieder Symptome durchgekommen.

Ich würde Aripiprazol(Abilify) und eventuell Ziprasidon (Zeldox) empfehlen. Zeldox soll etwas schwächer als andere NLs sein, aber ähnlich wie das Abilify recht gut verträglich sein. Das Problem dieser Wirkstoffe ist finde ich die Unruhe und Akathisie in höherer Dosis, aber das würde man mit dem Bupropion zusätzlich oder alternativ ADs die aufs Noradrenalin wirken hinbekommen. Gegen Akathisie(Sitzunruhe) hilft einfach nur eine kleine Dosis einzunehmen, was auch insgesamt für den Verlauf der Erkrankung besser sein soll.

Das Quetiapin hat ein ähnliches Nebenwirkungsspektrum wie das Risperdal, es scheint einen besseren Ruf zu haben. Denkstörungen hatte ich mit Risperdal schon sehr aber keine Unruhe, wobei man diese Nebenwirkungen eben umgehen kann wie oben beschrieben.

Im Vergleich zu anderen Antipsychotikas halte ich es auch für ein gutes Medikament, darum möchte ich es auch in höherer Dosierung nehmen, falls ich doch in eine akute Phase reinrutschen sollte.
Laut Volkmar Aderhold und anderen psychiatriekritischen Experten, sind zu hohe Dosierungen eher ein Nachteil und führen zu keinen besseren Verlauf. Bei den Neuroleptika braucht man eine bestimmte Mindestdosis und an deiner Stelle würde ich die Dosis eher abhängig vom Stress steigern. Ich habe beim Aripiprazol gemerkt, das die Psychose wenn man sehr wenig einnimmt in Schüben und je nach Stress auftritt und irgendwann der Pegel an Neuroleptika zuviel ist, also man kann da eben auch mal wieder weniger einnehmen wenn man ein Gefühl für seine Symptome hat und dem rechtzeitig entgegensteuern kann ist das kein Problem.
Nachteilig am Risperdal habe ich empfunden, das die Akutwirkung weit hinter dem was versprochen wird zurück liegt, also das eventuell kein Wirkstoff ist den man mal kurz reduzieren und dann wieder erhöhen kann, die Denkstörungen waren da am Schlimmsten bei mir. Mit dem Aripiprazol die besten Erfahrungen, es hat verglichen zu anderen Atypischen NLs wirklich sehr wenig Nebenwirkungen und eine sehr gute Akutwirkung.
Nachteil des Aripiprazols fand ich das Schwitzen, weil ich da einen stärkeren Schweisgeruch hatte, gerade auch in Stresssituationen. Das ging mit den zusätzlichen Antidepressiva aber auch weg.

Ich nehme inzwischen 300mg Retard. Habe auch keine Nebenwirkungen. Psychotische Symptome habe ich zurzeit auch keine...vielleicht manchmal leicht desorganisiertes Denken (bezw. es kommt mir so vor.)
Du wirkst auch so recht stabil und gesund auf mich, was deine Texte angeht ist das sehr geordnet. Eventuell hängt die schwere der Nebenwirkungen was formale Denkstörungen und so angeht auch sehr von der Erkrankung selbst ab. Hattest du mal im Vergleich zum Quetiapin das Risperdal und kannst den Unterschied beschreiben?

Schau dir mal von Volkmar Aderhold die Tabelle auf Seite 6 an, da stehen die Dosierungen die er ausgearbeitet hat, die am besten wirken:
https://www.dgsf.org/service/wissen...datei/neuroleptika-minimal-warum-und-wie-2014

Hier auf S7 steht auch die höher Empfehlung der DDGPN im Vergleich, nachdem sich die Psychiater häufig richten:
https://www.dgsp-ev.de/fileadmin/us...hold_Neuroleptika_minimal_12-2014.-Januar.pdf

Das gibt von den Dosierungen eine gute Orientierung und da steht beim Quetiapin 150-600mg und das bei einen Teil der Patienten schon bei 150mg das effektive Wirkmaximum erreicht ist. Da sind 300mg die du hast im Rahmen.

Hier noch eine Nebenwirkungs-Vergleichstabelle der Neuroleptika:
https://www.ksa.ch/sites/default/fi...ika_vergleichstabelle-spitalpharmazie-ksa.pdf
______________

Fazit und Einordnung der Wirkstoffe:
alle Medikamente haben Vor- und Nachteile. Bei einer schwerwiegenderen Psychose mit viel Negativsymptomen finde ich das Nebenwirkungen eine größere Rolle spielen, also das Negativsymptome eng mit den Nebenwirkungen zusammenhängen.

Aripiprazol und Ziprasidon sind sehr verträglich, können aber Unruhe erzeugen und haben keine so dämpfende Wirkung was Emotionen und Libido angeht. Ziprasidon kann etwas stärkere QT-Verlängerungen(Herz) machen. Die Unruhe lässt sich mit zusätzlichen Bupropion reduzieren(Antidepressiva mit Wirkung aufs Noradrenalin).

Quetiapin und Risperidon sind so Mitteldinger die zumindest ein ähnliches Nebenwirkungsspektrum haben. Dabei sollte kaum Unruhe auftreten aber Denkstörungen und Negativsymptome können bei schweren Verläufen deutlich gravierender sein.

Olanzapin ist ähnlich dem Quetiapin und Risperidon, soll etwas stärker sein aber kann zu Gewichtszunahme oder sogar Diabetes führen.

Amisulprid hat eine stärkere Prolaktinerhöhung und dämpft von daher die Emotionen und Libido am stärksten. Quetiapin und Olanzapin sind da Mitteldinger. Ansonsten sollte es Ähnlichkeiten geben.

Sertindol(starke QT-Verlängerungen) und Clozapin(bei Therapieressistenten Psychosen) sind Reservemedikamente.

Quetiapin würde ich von daher als Mittelding beschreiben, was einen relativ guten Ruf bei den Psychiatern hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
TS
S
Registriert
25.02.2021
Beiträge
92
"Danke"
13
@Markus

1. Bei Risperdal hatte ich z.T unangenehme Nebenwirkungen, die ich bei Quetiapin gar nicht habe...darum bevorzuge ich es klar gegenüber Risperdal.

2. Das man keine zu hohen Dosen nehmen sollte...Ja das stimmt. Es wird auch in den Psychiatrien immer gesagt, dass man die geringste wirksame Dosis nehmen sollte. Darum nur erhöhen, wenn man merkt, man steuert auf eine akute Phase rein und es geht nicht mehr anderst.

3. Danke für die Einschätzung. Vielleicht bin ich genügend klar im Kopf...aber momentan belasten mich aber einige Dinge im Alltag. Aber kann gut sein, dass sich die Symptome jetzt (im Vergleich zu noch vor einigen Jahren) immer mehr abschwächen und jetzt vollständig neurotisch bleiben. Wäre ja ein Fortschritt.
 
Member
Registriert
01.03.2019
Beiträge
88
"Danke"
12
@Markus

Habe das Quetiapin jetzt wieder verschrieben bekommen, weil ich zu meiner Psychiaterin meinte, das ich es abgesetzt habe. Ich hatte dabei auch das Gefühl, das Quetiapin bei den Ärzten beliebt ist. Naja, bin gespannt ob meine Symptome wieder zurückgehen werden. Wenn es interessiert, kann ich hier in 1-2 Wochen ein Update geben.
 
Member
Registriert
01.03.2019
Beiträge
88
"Danke"
12
Ich habe bei 300mg angefangen und sollte dann nach ner Woche auf 600mg erhöhen.
Müdigkeit habe ich seitdem schon ein wenig, an Gewicht habe ich nicht zugelegt.
 
Member
Registriert
27.10.2021
Beiträge
56
"Danke"
9
Ich frage meinen Arzt nach seinem Urlaub, ob das eine Option wäre. Die starken Neuroleptika vertrag ich einfach nicht bzw. kann damit nicht arbeiten gehen.
 
Administrator
Registriert
08.11.2016
Beiträge
1.325
"Danke"
66
@PrivateJoker , hast du schon mal wegen der Empfehlung hier im Forum gefragt, ob du das mal ausprobieren kannst?
Damit lässt sich die Motivation deutlich steigern und da wird das sonnst recht gut verträgliche Aripiprazol eingesetzt.
Nachteil sind eben Schlafstörungen was durch die Intervalleinnahme des Neuroleptikums später auftreten kann.

Ich finde trotzdem das du das auf jeden Fall mal probieren solltest.

Was die Arbeit angeht, wieviele Stunden arbeitest du in der Woche? Hast du die Möglichkeit die Stundenzahl zu reduzieren oder dir freie Tage zu schaffen? Vollzeit mit einer (schweren) Psychose zu arbeiten finde ich ist ein Ding der Unmöglichkeit, aber hängt natürlich vom Einzelfall ab und schwere der Psychose, ich würde das selbst jetzt wo es mir besser kaum schaffen. Du könntest auch Erwerbsminderungsrente oder Teilerwerbsminderungsrente beantragen wenn du von der Zeit mit Lohnausgleich herunterkommen möchtest.
Eventuell hast du einfach andere Möglichkeiten noch um runterzuschalten und den Stress insgesamt zu reduzieren.
Die Neuroleptika hinterlassen meistens Negativsymptome. Quetiapin hat ein sehr ähnliches Nebenwirkungsspektrum wie Risperdal, vielleicht kenntst du das ja schon. Zumindest brauchst du dir da keine gar zu großen Hoffnungen machen, das es alleine durch ein anderes Neuroleptikum grundlegend besser wird.
Bei mir wure es erst seid ich Bupropion (5 Jahre später) ausprobiert habe langsam besser. Seid ich das Bupropion habe sind jetzt auch 5 Jahre her und es klappt zumindest Phasenweise über Monate ohne Neuroleptika, also jetzt fast ein Jahr schon ohne, aber ich musste seid der letzten Woche dann trotzdem aufs Neuroleptikum zurückgreifen.

Die Empfehlung kann ich dir besten Gewissens geben und besteht aus minimal Dosierten Aripiprazol(Antipsychotikum), höher dosierten Bupropion+Citalopram(Antidepressiva) und eventuell noch Trimipramin Tropfen ergänzend.
Vor allem das Bupropion macht Motivation, da gibt es kein anderes Antidepressivum welches so wirkt, von daher ist das relativ Alternativlos.
 
Zuletzt bearbeitet:
Administrator
Registriert
08.11.2016
Beiträge
1.325
"Danke"
66
Normal wechseln die Psychiater die Medikamente meist nur nach dem Prinzip "Try and Error" durch. Positivsymptome kann man damit relativ gut behandeln, aber Negativsymptome können sich damit auch verschlimmern. Von daher ist das Arbeiten unter diesen Medikamenten sehr schwierig.
Indem man die Neuroleptika reduziert einnimmt oder kurzzeitig absetzt, kann man zwar die Negativsymptome etwas mildern aber auch nur teilweise und dann kommt es wieder verstärkt zu Positivsymptomen.

Ich hatte ja früher Depressionen und da ist die Situation eine Andere, mit diesen antidepressiven Wirkstoffen lässt sich arbeiten, die machen keine derartigen Nebenwirkungen. Das Bupropion wirkt auch vom Wirkprinzip her eher umgekehrt wie Neuroleptika, sollte aber keinen negativen Effekt haben.
 
Member
Registriert
27.10.2021
Beiträge
56
"Danke"
9
@Maggi
Das Bupropion bekomme ich inzwischen. Das Abilify hab ich auch überhaupt nicht vertragen, zudem gab es noch starke sexuelle Nebenwirkungen. Das ging insgesamt gar nicht.
Meine Negativymptomatik bessert sich schon langsam.
Quetiapin bekomme ich ja schon zur Nacht 100 mg normal und 50 retard. Das vertrage ich relativ gut. Risperidon geht auch überhaupt nicht. Bekomme bei leichten Tätigkeiten ein Zittern, Muskelzuckungen und mir geht es total schlecht. Hab es seit zwei Tagen weggelassen und mir geht es körperlich schon wieder deutlich besser.
 
Zuletzt bearbeitet:
Member
Registriert
27.10.2021
Beiträge
56
"Danke"
9
@Glocke
Bist Du noch auf 600 mg oder kann man das nach einer Zeit auch wieder auf 300 mg reduzieren?
Bist Du aktuell symptomfrei?
 
Member
Registriert
01.03.2019
Beiträge
88
"Danke"
12
@PrivateJoker
Ich nehme derzeit 600 mg ein. Wenn du keine Symptome hast, kannst du sicherlich irgendwann versuchen, das zu reduzieren. Ist halt immer die Frage ob das dann nicht wieder vermehrt zu Wahnerlebnissen und co führt.
Und: Nein, ich habe weiterhin Symptome.
 
Member
Registriert
27.10.2021
Beiträge
56
"Danke"
9
@Glocke
Dann hilft Dir das Quetiapin gar nicht wirklich gegen die Symptome?
Oder meinst Du Negativsymptome?
 
Oben