Ich hatte weil die Psychiaterin damals meinte es würde nicht zusammen eingenommen werden können
(Abilify und Escitalopram), nur noch Escitalopram eingenommen mit Absprache.. Das hat meine Psychose richtig verstärkt... Frag mich aber nicht wieso andere das anscheinend dürfen, aber ich nicht (das beides zusammen einnehmen.)
Vor ein paar Jahren ist man generell mit Antidepressiva achtsamer umgegangen, da diese im Akutfall kontraproduktiv sein können. Das hast du mit der verstärkten Psychose auch erlebt.
Auch Antipsychotika wirken auf 5‑HT‑Serotoninrezeptoren, deswegen auch atypische Antipsychotika. SSRI-Antidepressiva wie Escitalopram (SSRI‑Antidepressivum) wirken anders auf den Serotonin-Transporter (SERT) aber sprechen auch leicht die 5‑HT-Rezeptoren an.
Aripiprazol + Escitalopram wird verordnet und funktioniert, beide machen aber tendenziell eine Restunruhe, sodass die Kombi bei bestehender Restunruhe oder Akathisie vermutlich unangenehm ist.
Bupropion hingegen wirkt auf NET und DAT. Zusätzlich wird auch der Nikotinrezeptor nAChR angesprochen.
Die NET‑Wirkung vom Bupropion nimmt die serotonerge Unruhe heraus und dann kannst du später auch problemlos Escitalopram ergänzen.
Mein Vorschlag:
Bevor du zu stärker nebenwirkungsbehafteten atypischen Antagonisten greifst, würde ich beim Partialagonisten Aripiprazol bleiben und erst einmal nur Bupropion (NDRI-Antidepressiva) in kleiner 150‑mg-Dosis (kleinste Dosis) ergänzen.
Fallberichte zeigen, dass sich der PANSS von 100 auf 50 durch unter anderem den Zusatz von Bupropion gebessert hat:
Europe PMC
Wenn zu deinem aktuellen Medikamentenplan Aripiprazol 15 mg und 2×0,5 mg Risperidon zusätzlich Bupropion dazukommt, verändert sich die Wirkung der Medikamente automatisch durch eine bekannte Wechselwirkung im Körper. Bupropion blockiert ein Enzym (CYP2D6), das Aripiprazol normalerweise abbaut. Dadurch wirkt Aripiprazol stärker, ohne dass du mehr nimmst – ungefähr so, als wären es 20–30 mg statt 15 mg.
Damit es nicht zu einer unnötig hohen Gesamtwirkung kommt, wird Aripiprazol bei solchen Kombinationen oft etwas reduziert. Das ist keine große Umstellung, sondern eine kleine Feinanpassung, damit die Wirkung angenehm bleibt. Risperidon spielt dabei kaum eine Rolle, weil deine Dosis sehr niedrig ist.
Der Vorteil: Bupropion kann zusätzlich helfen, die Wahrnehmung zu stabilisieren, Negativsymptome zu verbessern und die Konzentration zu stärken – und das funktioniert sogar besser, wenn Aripiprazol nicht zu hoch dosiert ist.
1. Ausgangslage (ohne Bupropion)
Aripiprazol 15 mg
- stabile antipsychotische Wirkung
- Muttersubstanz + Metabolit im Gleichgewicht
- D2‑Besetzung im üblichen Bereich für 15 mg
Risperidon 1 mg gesamt (2×0,5)
- sehr niedrige Dosis
- trägt etwas zur Positivsymptomkontrolle bei
- wirkt insgesamt mild
2. Was ändert sich durch Bupropion (150 mg)?
CYP2D6‑Blockade → Aripiprazol steigt, Metabolit sinkt
- Aripiprazol wird langsamer abgebaut
- Dehydro‑Aripiprazol wird weniger gebildet
- die Muttersubstanz dominiert stärker
- die Wirkung wird spitzer, direkter, weniger „glatt“
Pharmakodynamische Verstärkung durch Bupropion
- DAT‑Modulation → phasische Spitzen werden abgeflacht
- NET‑Hemmung → tonisches Dopamin ↑
- präfrontale Kontrolle ↑
- Negativsymptome ↓
- Realitätsfilter wird stabiler
Die antipsychotische Wirkung verbessert sich, aber
nicht wegen höherer Aripiprazol‑Dosis, sondern wegen der
Synergie aus Aripiprazol + Bupropion.
3. Warum wirkt 15 mg Aripiprazol unter Bupropion wie 20–30 mg?
Pharmakologisch:
- CYP2D6‑Blockade → Aripiprazol‑Spiegel ↑
- Halbwertszeit verlängert sich
- Muttersubstanz dominiert → stärkere D2‑Besetzung
- Metabolit fehlt → weniger „glättende“ Wirkung
- Bupropion verbessert die antipsychotische Dynamik zusätzlich
Das führt dazu, dass
15 mg Aripiprazol funktionell wie eine deutlich höhere Dosis wirken können.
Nicht mathematisch, aber
klinisch spürbar.
Und:
Der Zugewinn an antipsychotischer Wirkung über 15 mg hinaus ist ohnehin minimal. Aripiprazol hat eine
Plateau‑Kurve: mehr mg → kaum mehr Wirkung, aber mehr Nebenwirkungen.
4. Warum ist eine Reduktion trotzdem sinnvoll (allgemein, nicht individuell)?
Weil:
- die antipsychotische Wirkung durch Bupropion verstärkt wird
- die Aripiprazol‑Spiegel steigen
- die Wirkung spitzer wird
- die Nebenwirkungen zunehmen können, ohne dass die Wirkung besser wird
- Überdosierungen bei Aripiprazol kaum zusätzlichen Nutzen bringen
- die Kombination sonst zu rigide wirken kann (zu starke D2‑Klammer)
Pharmakologisch logisch ist daher eine
Reduktion um 50–100 %,also
15 mg → 10 mg oder 7,5 mg, wenn Bupropion ergänzt wird.
Das ist keine Empfehlung, sondern die
allgemeine pharmakologische Logik hinter solchen Umstellungen.
5. Risperidon: warum weniger relevant?
Risperidon wird durch Bupropion ebenfalls beeinflusst, aber:
- die Dosis ist sehr niedrig
- die antipsychotische Hauptwirkung kommt klar von Aripiprazol
- die Verstärkung durch CYP2D6‑Blockade ist prozentual da, aber klinisch gering
- 1 mg → funktionell vielleicht 1,3 mg
- das ist nicht entscheidend für die Gesamtwirkung
Deshalb ist die Aripiprazol‑Anpassung der
eigentliche Hebel.
6. Warum kann sich die Positivsymptomatik verbessern?
Weil Bupropion:
- phasische Dopaminspitzen dämpft (über Autorezeptoren)
- tonisches Dopamin stabilisiert
- präfrontale Kontrolle stärkt
- Wahrnehmung realistischer macht
- kognitive Filter verbessert
Aripiprazol:
- stabilisiert D2‑Signal
- verhindert Überreaktionen
- glättet Fehlinterpretationen
Zusammen:
- weniger Fehlinterpretationen
- weniger „Überinterpretation“ von Reizen
- weniger phasische Peaks
- bessere Realitätsfilterung
Positivsymptome können sich verbessern, obwohl die Aripiprazol‑Dosis sinkt.
7. Gesamtlogik in einem Satz
Bupropion verstärkt die antipsychotische Wirkung von Aripiprazol funktionell, während es gleichzeitig dessen Spiegel erhöht – deshalb wirkt 15 mg wie 20–30 mg, der Zugewinn ist minimal, und eine Reduktion auf 10 mg oder 7,5 mg ist pharmakologisch sinnvoll, während Risperidon in dieser niedrigen Dosis kaum ins Gewicht fällt.
@Kleeblatt
Am einfachsten ist es, 150 mg Bupropion zu ergänzen und Aripiprazol erst einmal recht frühzeitig auf 10mg direkt und später auf 7,5mg zu reduzieren.
Damit hast du eine bessere antipsychotische Wirksamkeit, die sich auch bei den Positivsymptomen zeigen sollte.
Du kannst die Antwort oben rechts durchs Drucksymbol auch gern für deine Psychiaterin ausdrucken, da diese auch diese Hintergrundinformationen benötigt und CYP2D6-Wechselwirkungen leicht übersehen werden können. Oder die entsprechenden Abschnitte über ein Textprogramm ausdrucken.
Viele Psychiater:innen benötigen da auch erst Erfahrung, um bei Nebenwirkungen überhaupt zu wissen, woher das kommt. Wenn Aripiprazol dann statt 15mg wie 20–30 mg wirkt, dann sind das vorwiegend Nebenwirkungen, die zunehmen, und der Wirkvorteil durch Bupropion geht unter.
Kurz gesagt: Wenn Bupropion dazukommt, wirkt Aripiprazol automatisch stärker. Deshalb reicht eine kleine Reduktion, damit alles im Gleichgewicht bleibt. Das ist keine große Umstellung, sondern eine einfache Feinanpassung, die die Wirkung sogar verbessern kann.
Escitalopram wäre später eventuell zur Nebenwirkungsprophylaxe von Bupropion sinnvoll, etwa wenn von 150mg auf 300mg Bupropion erhöht wird oder wenn Miktionsstörungen (wie Blasenschwäche) auftritt.
Erst einmal wären die Ergänzung von 150mg Bupropion und die Reduktion von Aripiprazol auf 10 mg (erst etwas später 7,5mg) ausreichend.
Damit hättest du kein Prolaktinproblem und langfristig viel bessere Perspektiven, da Negativsymptome, Kognitionen und alles sich dann auch bedeutend verbessern.