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Philosophie - Epistemische Ungerechtigkeit

Gast2854

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Von der Philosophin Miranda Fricker:

Testimoniale Ungerechtigkeit​

Als testimoniale Ungerechtigkeit, also Ungerechtigkeit, die das Zeugnis-Ablegen betrifft, beschreibt Fricker Situationen, in denen Vorurteile einen Zuhörenden dazu bringen, einem Sprechenden ein geringeres Maß an Glaubwürdigkeit zuzuschreiben. Testimoniale Ungerechtigkeit kann sich auf individueller Ebene finden, wenn etwa persönliche Erfahrungen zur Bewertung der Glaubwürdigkeit anderer herangezogen werden, als problematischer gelten aber systemische Ungerechtigkeiten, wenn es also gesellschaftliche Vorurteile über bestimmte Gruppen gibt. So wird beispielsweise Menschen mit Behinderung aufgrund ihrer Behinderung häufig weniger Glauben geschenkt. Die Vorurteile können dazu führen, dass bestimmten Sprechenden überhaupt nicht zugehört wird. Sie gelten damit nicht einmal als unglaubwürdig, sondern als nicht-zuhörenswürdig. Auch auf Seiten der Sprechenden kann testimoniale Ungerechtigkeit dazu führen, dass sie darauf verzichten, bestimmte Themen anzusprechen, weil sie davon ausgehen, dass sonst aufgrund von Vorurteilen ihre Glaubwürdigkeit in Frage gezogen würde.

Hermeneutische Ungerechtigkeit​

Hermeneutische Ungerechtigkeit liegt laut Fricker dann vor, wenn durch eine „Lücke in unseren kollektiven hermeneutischen Ressourcen“ Menschen nicht fähig sind, ihre Erfahrungen zu begreifen und zu vermitteln. Diese Form der Ungerechtigkeit gehe der testimonialen Ungerechtigkeit voraus. Als Beispiel führt sie an, dass ein Opfer sexueller Belästigung in einer Kultur, in der der Begriff „sexuelle Belästigung“ nicht existiert, nicht in der Lage ist, Verständnis für seine Erfahrungen zu erzielen. Hermeneutische Ungerechtigkeiten erschweren es Betroffenen einerseits, sich untereinander zu verständigen und ihre gesellschaftliche Benachteiligung so zu erkennen, und macht es andererseits schwerer, ihre Anliegen gegenüber anderen Gruppen zu artikulieren. In Fällen „willentlicher epistemischer Ignoranz“ kann es aber auch vorkommen, dass marginalisierte Gruppen durchaus über entsprechende hermeneutische Ressourcen verfügen, Ungerechtigkeit zu benennen, diese aber von dominanten Gruppen ignoriert werden.
 
Ich habe Erfahrungen mit testimonialer Ungerechtigkeit gemacht. Ich bin Opfer sexuellen Missbrauchs und frühere Freunde haben darüber Witze gemacht und mich nicht verteidigt. Eine solche Erfahrung ist sehr niederdrückend und ich habe mich von diesen Freunden entfernt. Jemanden als unglaubwürdig hinzustellen ist eine Form von Gewalt und grausam. Es ist dazu zu raten sich von solchen Menschen zu entfernen.
Heute habe ich einen verständnisvollen Freundeskreis und fühle mich verstanden.
 
Kenne beide Ungerechtigkeiten persönlich.

Hatte einen Hypergraphiemoment vor der Psychose oder vor den Psychosen. Leider hat mich mein damaliger Arbeitgeber 2011-2014 überwacht und die erste Graphie geklaut und "verkauft"/umgsetzt.

So blöd wies klingt jetzt. Das hat solchen Stress ausgelöst, ja so gar chronisch bis Heute. Dieser immense unvorstellbare Stress lies mich psychotisch werden.

Zudem auch als ich "Beweise" hatte und 2 Quellen am Arbeitsplatz dies bestätigten. Wurde ich als krank und Lügner hingestellt. Desweitern konnte ich die "Wahrheit" privat in der Familie nicht vermitteln.

Niemand bis heute, weder damals am Arbeitsplatz, als auch im familiären Umfeld mochten mir glauben schenken. Es schmerz bis heute so sehr, nebst Tabletten, das faktische Trauma.

Quelle: Globalqualitymanger damals und mein indirekter Vorgesetzter.

Ich möchte persönlich euch einfach sagen, seit bei der Arbeit wachsam, denn je vermögender der Arbeitgeber ist, könnte ein privates Überwachungsprogramm am laufen haben.

Selbst hier wird mir wohl niemand wirklich die Geschichte glauben, aber dies ist mir mittlerweile so was von Wurst. Ich weiss was Wahr ist, was Wahr war. Habt acht.
 
Ich sehe es so, dass diese Formen von Ungerechtigkeit meißt entstehen, wenn es für das was man erlebt hat keine Worte gibt.

Und dann ist da dieser Bruch mit den Mitmenschen, weil sie das Erlebte nicht im entferntestes nachvollziehen können und vielleicht hat es auch damit zu tun, dass das Umfeld nicht verstehen will, weil es sich, um zu verstehen mit dem eigenen Unzulänglichkeiten auseinandersetzen müsste. Und dazu ist kaum jemand bereit. Sie machen dann einfach dicht und hören nicht mehr hin. Und haben nicht die notwendigen hermeneutischen Fähigkeiten.

Ich glaube dir psycorax, sowas gibt es Menschen können geniale Momente haben. Das traurige ist, dass man sich speziell in der Akutphase, vielleicht auch kurz davor und kurz danach, nicht mehr vor den Übergriffen anderer schützen kann. Und dann einen hohen Preis zahlt für die Erkenntnisse die man hatte.
 
Ich sehe es so, dass diese Formen von Ungerechtigkeit meißt entstehen, wenn es für das was man erlebt hat keine Worte gibt.

Und dann ist da dieser Bruch mit den Mitmenschen, weil sie das Erlebte nicht im entferntestes nachvollziehen können und vielleicht hat es auch damit zu tun, dass das Umfeld nicht verstehen will, weil es sich, um zu verstehen mit dem eigenen Unzulänglichkeiten auseinandersetzen müsste. Und dazu ist kaum jemand bereit. Sie machen dann einfach dicht und hören nicht mehr hin. Und haben nicht die notwendigen hermeneutischen Fähigkeiten.

Ich glaube dir psycorax, sowas gibt es Menschen können geniale Momente haben. Das traurige ist, dass man sich speziell in der Akutphase, vielleicht auch kurz davor und kurz danach, nicht mehr vor den Übergriffen anderer schützen kann. Und dann einen hohen Preis zahlt für die Erkenntnisse die man hatte.
Genau. Diese Mitmenschen sind als psychisch gesund, sei es durch ihr eigenes Empfinden oder Selbstübereinschätzung. Oft kahm es mir so vor, als ob sie sich wirklich nicht einarbeiten mögen in ihre eigene Gefühlswert.

Zudem, Merci.
 
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