Aktuelles

Willkommen im Forum für Psychose und Schizophrenie

Dieses Forum richtet sich an Menschen mit psychotischen Erfahrungen, an Angehörige sowie an alle, die sich sachlich und medizinisch fundiert informieren möchten.

Im Mittelpunkt stehen Orientierung, Medikation und Therapieansätze. Persönliche Erfahrungen werden hier nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit medizinischen Informationen und Behandlungswegen eingeordnet.

Das Forum ist anonym nutzbar und moderiert. Ziel ist es, Informationen verständlich zu machen, Erfahrungen einzuordnen und eine fundierte Grundlage für eigene Entscheidungen zu bieten.

Pharmakologische Strategien
➝ 2‑seitige Praxisübersicht: PDF-Druckversion
Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

Du kannst zunächst mitlesen oder dich aktiv beteiligen. Registriere dich, um alle Funktionen, persönliche Beratung kostenfrei und unverbindlich nutzen zu können.

Willkommen im
Psychose & Schizophrenie - Forum

Medizinisch fundierte Informationen zu Orientierung, Medikation und Therapie.

Für Betroffene, Angehörige sowie fachlich Interessierte.

Chat und Komfortfunktionen für angemeldete User.

Stabilisierung mithilfe von Bupropion

Übersicht zu Intervalltherapie, Kombinationsstrategien und Nebenwirkungsprofilen.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

Registrierung – Kostenfrei und Anonym.
individuelle Tipps – Ratschläge – Unterstützung.

Paranoider Wahn auf einen bestimmten Ort / die Wohnung bezogen / "Bestrahlungsgefühl"

Püppi

Member
Hallo, ich bin neu hier.
Und mein Thema ist etwas speziell... und mir zudem sehr peinlich...
Ich möchte es euch trotzdem schildern, denn viell. geht es anderen hier ähnlich...
Ich habe seit einiger Zeit einen auf einen bestimmten Ort bezogenen paranoiden Wahn. Genauer gesagt: auf meine Wohnung bzw. bezieht sich dieser auf den Nachbarn, der in der Wohnung ein Stockwerk unter mir wohnt. Ich denke, dass er mich abhört (es summt ab und zu an den Wänden, als wenn ein Lautsprecher laut aufgedreht wird, dann wird es wieder leise nach kurzer Zeit bzw es verschwindet). Ich glaube auch, dass er mich stalkt und mich mit elektromagnetischer Strahlung bestrahlt, um mich zu quälen und mich damit zum Ausziehen zu bewegen. Nachts poltert er mich ständig wach, hantiert laut mit irgendwechen Geräten genau unter meinem Bett (also im Raum unter mir) oder spielt wiederholt nervige Geräusche ab... Ich bekomme tierische Kopfschmerzen in meiner Wohnung und fühle mich wie "bestrahlt", egal, in welchen Raum ich gehe, und halte es nicht mehr aus.
Und ich höre eben zu jeder Tages- und Nachtzeit, wie mir der Nachbar (oder wer auch immer da bei ihm unten in der Wohnung ist, da ist 24/7 jemand) von Raum zu Raum folgt und immer genau unter mir ist.
Ich glaube ja, dass meine Wahrnehmung stimmt, dass das alles wirklich passiert und ich mir das eben NICHT einbilde, aber die meisten glauben mir das leider nicht und denken, ich sei tatsächlich psychotisch und eben paranoid...
Ich weiß aber auch, dass das total abgefahren klingt und dass man, wenn man psychotisch ist, es nicht unbedingt wahrnehmen kann, dass es so ist, man also Wahn und Realität nicht immer genau unterscheiden kann...

Ich nehme nun seit ca. 6 Wochen "probehalber" Antipsychotika, einfach um auszuprobieren, ob es dann besser wird und um zu gucken, ob die Leute nicht viell. doch recht haben, und ich mir das alles nur einbilde...
Ich glaube aber immernoch, dass das alles tatsächlich passiert bzw. bekomme ich immernoch Kopfschmerzen, kurze Zeit später, nachdem ich meine Wohnung betrete. Zur Zeit schlafe ich nicht mehr zuhause und meide meine Wohnung fast komplett.
Immer, wenn ich mal kurz wieder da bin, höre ich, wie immernoch jemand in der Wohnung unter mir ist bzw. man sieht auch von draußen, dass jemand da ist (es ist Licht an etc). Der Nachbar folgt mir immernoch von Raum zu Raum, egal wo ich hingehe (man hört ihn eben immer unter mir)... Und dann kommt nach kurzer Zeit dieses "Bestrahlungsgefühl" wieder, was sehr unangenehm und schmerzhaft ist und auch Angst auslöst... Woanders habe ich das allerdings nicht und sonst bin ich auch ganz "normal" bzw. sagen mir auch meine Freunde und Verwandten, dass ich ganz "normal" rüberkomme.
Es ist wirklich alles soooo gruselig und unglaublich...

Müsste ich aber jetzt nicht eigentlich ganz "normal" empfinden, wenn ich die Wohnung betrete, wenn ich TATSÄCHLICH eine paranoide Schizophrenie/Wahnvorstellungen hätte? Oder ist die Dosis einfach noch zu gering? Oder wirken die Medikamente nicht, weil meine Wahrnehmung eben DOCH stimmt und das alles TATSÄCHLICH passiert?
Es macht mich jedenfalls völlig fertig und ich fange natürlich selbst schon an, meine Wahrnehmung anzuzweifeln. Allerdings ist das technisch ja durchaus möglich, dass man Leute abhören und sie auch mit bestimmtem technischen Know How und den entsprechenden techn. Mitteln "bestrahlen" kann, um sie zu ärgern, zu quälen und sie zu verscheuchen... und es gibt da draußen sicher auch genug Gestörte, die sowas wirklich tun...
Ich bin jedenfalls völlig verzweifelt und ratlos und gucke schon nach anderen Wohnungen.
Was denkt ihr darüber? Oder gibt es hier Leute mit ähnlichen Erfahrungen?
 
Hallo Püppi und willkommen im Forum,

ein Wahn zeichnet sich dadurch aus, dass man unverrückbar daran festhält. Du bist offenbar in der Lage, deine Interpretation anzuzweifeln. Das klingt für mich nicht nach einem klassischen Wahn, sondern eher nach einer überwertigen Idee.

Ich halte es für sehr quälend, wenn du das Gefühl hast, vom Nachbar verfolgt und bestrahlt zu werden. Kannst du etwas Abstand gewinnen, indem du bei Verwandten oder Freunden unterkommst? Solltest du tatsächlich schizophren sein, würdest du wahrscheinlich entweder einen neuen Wahn entwickeln oder überzeugt sein, dass dein Nachbar dich auch außerhalb deiner Wohnung verfolgt. Umgekehrt könntest du vielleicht auch jemandem zu dir einladen.

Liebe Grüße
Süßwasserperle
 
Hallo Püppi,
ich hatte genau das selbe. Ich dachte meine Nachbarn wollen mich mit Mikrowellen bestrahlen und hielt es kaum in der Wohnung aus. Vielleicht wäre ein Psychiatrieaufenthalt nicht schlecht um aus den Gedanken rauszukommen. Bei mir war es so dass ich nach Monaten dachte ich stelle mich dem, und meine ganze Kraft zusammen nahm um mich normal zu fühlen. Sie dürfen nicht gewinnen dachte ich mir. Dann ist es besser geworden. Etwas merkwürdig war, dass meine Nachbarn dann ausgezogen sind, aber das Wichtige war sich gegen den mentalen Stress aufzulehnen. Das ist schon wahnhaft und ich weiss dass es sich ganz real anfühlt.
Drücke dir die Daumen dass du es da raus schaffst.
 
Solche Erlebnisse hatte ich auch in der Akutphase. Nach Psychatrieaufenthalt und Medikation hat es sich dann langsam gegeben. Das kann eine Weile dauern bis die Medikamente richtig wirken. In abgeschwächter Form oder unterschwellig kann einen das eine ganze Weile noch später verfolgen. Nach vielen Jahren denke ich immer noch manchmal daran, und es erstaunt mich zu welchen Wahrnehmungen und Trugbildern man so fähig ist.
Welche Medikamente in welcher Dosierung nimmst du denn?
Wenigstens hast du Krankheitseinsicht, das erspart schon einen langen Leidensweg:)
Alles Gute
 
Hallo ihr Lieben!
Vielen lieben Dank für eure Antworten.
Ich weiß immernoch nicht genau, ob ich mich nun weiter medikamentös einstellen lassen soll oder, ob ich einfach nochmal umziehe in eine Erdgeschosswohnung, um mich besser zu fühlen und keinen Mieter mehr unter mir zu haben. Bisher ist das der Plan, aber es ist schwierig, überhaupt eine passende, bezahlbare Wohnung zu finden.
Wenn ich dann erneut derartige Gedanken und Missempfindungen bekäme, würde ich mich tatsächlich in eine Klinik begeben und medikamentös einstellen lassen.
Bisher empfinde ich mich als "normal" und habe keine Paranoia mehr, allerdings wohne ich auch seit Februar bei Freunden und bin nur einmal pro Woche zum Sachen holen, waschen, etc.bei mir in der Wohnung.
Meine Medikation ist noch "unterste Dosierungsstufe", wird daher wohl kaum antipsychiotisch wirken, nur sedierend und um Angst und Anspannung zu lindern (nehme immernoch die anfänglichen 0,5 mg Risperidon und 25 mg Quetiapin). Bin davon aber bereits so sediert, dass ich lange schlafe und dann meistens nach dem Frühstück wieder bis mittags o.länger schlafe. Bekomme daher auch kaum etwas gebacken und habe jetzt schon 3-4 kg zugenommen. Daher habe ich auch Angst, noch höher dosiert eingestellt zu werden...
Ich stecke jedenfalls gerade total fest und es geht nicht richtig vor und zurück. Das ist alles super-ätzend.
Ich glaube, ich werde das mit der neuen Wohnung mit dem Doc besprechen und dass ich dann erst eingestellt werden möchte, falls ich dort dann auch wieder Paranoia entwickeln sollte... Mal sehen wie er reagiert. Garantiert skeptisch und nur wenig begeistert...
LG und Danke für eure netten Nachrichten.
Alles Gute euch🍀
 
Oh und Glocki und MattzeB: Danke für eure Offenheit. Hat man dann gar nicht mehr das Gefühl bestrahlt und verfolgt zu werden, wenn man richtig eingestellt ist? Verschwinden dann die wahnhaften Überzeugungen/Gedanken und die Missempfindungen komplett und alles ist wieder wie "normal", wenn man in seiner Wohnung ist, oder wie kann ich mir das vorstellen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Püppi und willkommen im Forum,

ein Wahn zeichnet sich dadurch aus, dass man unverrückbar daran festhält. Du bist offenbar in der Lage, deine Interpretation anzuzweifeln. Das klingt für mich nicht nach einem klassischen Wahn, sondern eher nach einer überwertigen Idee.

Ich halte es für sehr quälend, wenn du das Gefühl hast, vom Nachbar verfolgt und bestrahlt zu werden. Kannst du etwas Abstand gewinnen, indem du bei Verwandten oder Freunden unterkommst? Solltest du tatsächlich schizophren sein, würdest du wahrscheinlich entweder einen neuen Wahn entwickeln oder überzeugt sein, dass dein Nachbar dich auch außerhalb deiner Wohnung verfolgt. Umgekehrt könntest du vielleicht auch jemandem zu dir einladen.

Liebe Grüße
Süßwasserperle
Hallo und Danke liebe Süßwasserperle!

Ich hoffe, dass es nur eine "überwertige Idee" meinerseits ist. 🍀🙏Jetzt bei Freunden in der Wohnung ist auch alles völlig normal und ich fühle mich auch so und wirke wohl auch "normal" laut Außenstehender. Hab auch keinen neuen Wahn entwickelt (bis auf die Dauermüdigkeit und Trägheit durch die Medis ist alles "normal").
Hoffentlich bleibt das auch so...
Liebe Grüße an dich. 🙂
 
Ja, wenn du richtig eingestellt bist sollte der Wahn sich legen. Ich hatte mich dem ja mental entgegengestellt und das hilft auch. Weiss aber nicht ob man immer die Kraft für sowas hat. Sich einstellen zu lassen wäre schon ein guter Weg. Da ist dann die Frage ob du mit den Nebenwirkungen klarkommst. Du könntest es aber versuchen.
 
"Sich einstellen zu lassen wäre schon ein guter Weg."

Okay, Glocki, meinst du, ich sollte besser nicht nochmal umziehen und mich doch weiter einstellen lassen und in der alten Wohnung bleiben? Ich finde es echt sooo schwierig, das zu entscheiden. Letztlich muss ich das natürlich selbst entscheiden, klar...
Aber erstmal traue ich glaube ich meiner Wahrnehmung... mit dem Bewusstsein, dass ich manches sicher aufgrund der vergangenen traumatischen Stalkererfahrungen in der vorherigen Wohnung "überinterpretiere"...
 
Ich würde mal behaupten, dass diese ganzen körperlichen Symptome, wie z.B. die anfangs erwähnte "Bestrahlung", außerhalb einer psychotischen Phase wohl eine ganz andere Ursache haben kann, welche jedoch anders interpretiert wird in Phasen der ausschweifenden Fantasie

Es könnte sich z.B. um eine enorme Stressreaktion des Körpers aufgrund von Ängsten handeln, bei denen die Nerven des eigenen Körpers stark gereizt sind und dies einem dann wie eine Bestrahlung erscheinen mag

Es kann sehr viel fehlgedeutet werden in diesen akuten Phasen, was die Fantasie wiederum anregen sowie verstärken kann

Betroffene können sich derart Konditionieren, sodass Symptome bestimmten Orten zuschgeschrieben, und in den jeweiligen Gegenden wiedererlebt werden können
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, LangerKorridor, danke für deine Nachricht und deinen Hinweis, zumal ich zuvor tatsächlich wegen eines Stalkernachbarn, der eben auch in der Whg. unter mir wohnte, umgezogen bin und ich daher viell.ja wirklich noch traumatisiert bin. An genau das hatte ich auch gedacht. Auf jeden Fall sehr spooky und unangenehm alles. Ich hoffe, ich komme bald aus dieser Situation raus, es ist wirklich schlimm für mich. LG
 
Zurück
Oben