Aktuelles

Willkommen im Psychose und Schizophrenie Forum

Dieses Forum richtet sich an Menschen mit psychotischen Erfahrungen, an Angehörige sowie an alle, die sich sachlich und medizinisch fundiert informieren möchten.

Im Mittelpunkt stehen Orientierung, Medikation und Therapieansätze. Persönliche Erfahrungen werden hier nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit medizinischen Informationen und Behandlungswegen eingeordnet.

Das Forum ist anonym nutzbar und moderiert. Ziel ist es, Informationen verständlich zu machen, Erfahrungen einzuordnen und eine fundierte Grundlage für eigene Entscheidungen zu bieten.

Pharmakologische Strategien
➝ 2‑seitige Praxisübersicht: PDF-Druckversion
Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

Du kannst zunächst mitlesen oder dich aktiv beteiligen. Registriere dich, um alle Funktionen, persönliche Beratung kostenfrei und unverbindlich nutzen zu können.

Willkommen im
Psychose & Schizophrenie - Forum

Medizinisch fundierte Informationen zu Orientierung, Medikation und Therapie.

Für Betroffene, Angehörige sowie fachlich Interessierte.

Chat und Komfortfunktionen für angemeldete User.

Stabilisierung mithilfe von Bupropion

Übersicht zu Intervalltherapie, Kombinationsstrategien und Nebenwirkungsprofilen.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

Registrierung – Kostenfrei und Anonym.
individuelle Tipps – Ratschläge – Unterstützung.

Mobbingprobleme: posttraumatische Belastungsstörung mit selbstunsicherer Persönlichkeitsstörung?

Voyager34

Well-known member
ich wurde in der Schulzeit und in sozialen Bereichen viel zu oft gemobbt. Und heute kämpfe ich in den 30ern immer noch diesen Kampf meines Selbstrespektes. Ich bin zu Hause immer noch zornig, weil ich nichts zu dummen Kommentaren sagte und sage. Und das erlebe ich heute immer noch. Es sind nur andere Menschen aber die Situation ist die Gleiche. Es passieren immer noch dieselben oder ähnlichen Situationen obwohl ich mich von der sozialen Welt soweit ausgeschottet habe wie es nur geht. Manchmal möchte ich aber einfach raus was einkaufen oder nur zum Spaziergang in der Stadt. Mein Gehirn ist nur im "Kampf oder Flucht" Modus und ich kann es nicht verhindern. Einen geeigneten Therapeuten habe ich trotz langer Suche nicht gefunden. Das würde denke ich auch viel zu lange dauern wieder einen gesunden Hirn zu bekommen. Das Olanzapin hilft auch nur gegen Psychosen. Wie soll ich und mein Gehirn wieder normal funktionieren?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke eine Therapie wäre angebracht. Gib nicht auf zu suchen. Das Leben offenbart sich wenn man auf die richtigen Sachen kommt. Das kann dauern bis du dich befreist. Du hängst noch in alten Mustern fest. Es ist nicht so leicht da rauszukommen. Mir gehts teilweise unter Menschen ganz komisch. Das kommt auch von früher und ich kann es manchmal abschütteln, aber es kommt wieder. Du brauchst mehr Freiheit, das muss man sich erarbeiten.
 
Es ist absolut nachvollziehbar, dass du dich erschöpft fühlst. Wenn man jahrelang erfahren hat, dass soziale Interaktionen Schmerz bedeuten, ist es eine logische Schutzreaktion des Gehirns, in den Dauer-Alarmzustand zu schalten. Dein Nervensystem versucht dich zu schützen, indem es die "Kampf oder Flucht"-Reaktion aufrecht erhält – auch wenn die Gefahr heute oft nur noch in der Erwartung oder in kleinen Kommentaren liegt.

Dass Medikamente wie Olanzapin hier nur bedingt helfen, liegt daran, dass sie zwar die Reizüberflutung dämpfen, aber die tief sitzenden emotionalen Wunden und die gelernten Verhaltensmuster (das Schweigen aus Ohnmacht) nicht heilen können.

Hier sind Ansätze, wie du Schritt für Schritt wieder Sicherheit gewinnen kannst:

1. Den "Kampf oder Flucht"-Modus körperlich adressieren​

Dein Gehirn lässt sich in diesem Zustand nicht durch Logik überzeugen. Du musst deinem Körper signalisieren, dass er jetzt gerade sicher ist.

  • Vagus-Nerv aktivieren: Wenn du draußen bist und Panik aufkommt, versuche die "Box-Breathing"-Technik (4 Sek. einatmen, 4 Sek. halten, 4 Sek. ausatmen, 4 Sek. halten). Das zwingt das Nervensystem biologisch zur Beruhigung.
  • Grounding (Erdung): Benenne im Kopf 5 Dinge, die du siehst, 4 die du hörst, 3 die du fühlst. Das holt dich aus den traumatischen Erinnerungen zurück in die Gegenwart.

2. Die Wut als Kraftquelle nutzen (statt gegen dich selbst)​

Dass du heute zornig bist, weil du früher nichts gesagt hast, ist ein Zeichen dafür, dass dein Selbstwertgefühl aufwacht. Der Zorn ist ein Signal: "Ich lasse das nicht mehr mit mir machen."

  • Trockenübungen: Du musst nicht sofort schlagfertig sein. Überlege dir zu Hause in Ruhe einen Standardsatz für blöde Kommentare, der keine große Diskussion erfordert. Zum Beispiel: "Das war jetzt unhöflich, lassen wir das." oder einfach nur ein langes, fragendes "Wie bitte?".
  • Nachholen: Erlaube dir, den Zorn über vergangene Situationen rauszulassen (Sport, Boxsack, Briefe schreiben, die du nicht abschickst). Das Gehirn muss verstehen, dass die Ohnmacht von damals vorbei ist.

3. Den "sozialen Muskel" sanft trainieren​

Völlige Abschottung führt leider oft dazu, dass das Gehirn die Außenwelt als immer gefährlicher einstuft.

  • Mikro-Exposition: Geh an Orte, an denen soziale Interaktion minimal und vorhersehbar ist (z. B. ein Selbstbedienungs-Kiosk oder eine Bibliothek).
  • Kopfhörer-Strategie: Trage beim Spazierengehen Noise-Cancelling-Kopfhörer. Das gibt dir eine schützende Barriere und reduziert die Reizlast, während du trotzdem draußen bist.

4. Alternativen zur klassischen Therapie​

Da die Therapeutensuche schwierig ist, gibt es Brückenlösungen:

  • Selbsthilfegruppen (auch online): Der Austausch mit Menschen, die Mobbing-Folgen in den 30ern kennen, nimmt das Gefühl, "nicht normal" zu sein.
  • Traumasensible Körperarbeit: Da dein Problem stark im Nervensystem verankert ist, helfen manchmal Ansätze wie Somatic Experiencing (SE) oder Progressive Muskelentspannung besser als reine Gesprächstherapie.
Ein wichtiger Gedanke zum Schluss: Dein Gehirn ist nicht "kaputt", es ist hochgradig angepasst an eine feindselige Vergangenheit. Diese Anpassung kann man wieder "verlernen", aber das braucht Zeit und vor allem Selbstmitgefühl statt Selbstverurteilung.

Welche Momente beim Rausgehen empfindest du als am belastendsten – sind es eher die Blicke anderer oder die Angst vor direkter Ansprache?
 
Ich denke es könnte dir helfen in eine Tagesstätte zu gehen, damit du positive Erfahrungen mit Menschen sammeln kannst.

Progressive Muskelentspannung sollte vorsichtig ausprobiert werden u.a. Können die psychotischen Symptome hier wieder auftreten.. Weil durch zwang (zaehlen) eine entspannung hervorgerufen werden soll.

Wenn du merkst, dass das Zählen sich wie ein Zwang anfühlt (ähnlich wie bei einem Zählzwang), dann kann genau das problematisch werden:


  • Fokus verschiebt sich von „entspannen“ zu „richtig zählen müssen“
  • innerer Druck entsteht („ich muss bis X zählen“)
  • statt Entspannung kommt eher Anspannung

Das kann besonders relevant sein, wenn jemand zu Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen (→ Zwangsstörung) neigt.





🔄 Wichtiger Punkt: Das Problem ist nicht die Methode, sondern die Umsetzung


PMR kann kontraproduktiv wirken, wenn sie sich wie ein Ritual oder Zwang anfühlt.
Aber das heißt nicht, dass sie grundsätzlich ungeeignet ist.

Mir hilft Qigong hier deutlich besser und ist risikoarm, aber du solltest mehrere Dinge ausprobieren um etwas passendes zu finden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, kontrollierte Exposition ist eine gute Idee. Du kannst das ganz in deinem Tempo machen. Positive Erlebnisse mit Menschen sammeln. Es gibt bestimmt welche, die dich respektvoll behandeln.
 
Zurück
Oben