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Mit der Zeit wurde es besser

Michael2023

Active Member
Registriert
12 Feb. 2023
Beiträge
111
Hallo. Ich bin seit Feb22 an der paranoiden Schizophrenie erkrankt. Ich hatte eine schlimme Psychose die 3 Monate angedauert hat dann kam ich ins Krankenhaus und bekam dort erstmalig Medikamente. Dann war es ein langer Weg mit häufigen Medikamentenumstellungen und zwei weiteren Klinikaufenthalten. Der zweite Klinikaufenthalt war in einer zweiten(wahrscheinlich) Absetzpsychose begründet.

Dann gab es einen dritten Klinikaufenthalt für eine weitere Medikamentenunstellung.
Seit April 2024 nehme ich jetzt nur noch ein Neuroleptikum(Reagila 4.5mg). Mir gings es unter sämtlichen vorherigen Medikamenten immer sehr schlecht, zumal ich zeitweise zwei Neuroleptika genommen habe. Jetzt, seit dem 12.05.24, geht es mir plötzlich viel besser. Ich spüre gerade keine Negativsymptomatik mehr(Positivsymptome hatte ich ausser in den zwei Psychosen nicht mehr).
Ich fühle mich grade erst seit 3 Tagen wieder ziemlich gut. Mir ging es schonmal zeitweise gut und es hat dann immer so 3 Wochen angehalten und dann wurde es wieder schlechter. Doch dieses mal fühlt es sich anders an weil ich keine Negativsymptomatik mehr spüre. Die kognitiven Einschränkungen sind wie aufgehoben. Ich bin gespannt wie lange es diesmal anhält.

Die Abstände die es mir schlecht geht werden immer kürzer und die Zeiten in denen es mir gut geht halten immer länger an.
Ich will all denjenigen Mut machen, dass es besser werden kann(und mir ging es wirklich sehr schlecht ich konnte zeitweise fast nichts machen).
Ich habe bis jetzt zwei Jahre gebraucht um mich von meiner ersten Psychose zu erholen.

Ganz gesund bin ich noch nicht, manchmal erinner ich mich an die traumatischen Erlebnisse der Psychose und ich habe Angst dass ich womöglich wieder eine Psychose bekommen kann aber die letzte Psychose liegt jetzt 19 Monate zurück und ich nehme ja mein Medikament. Ich werde das Medikament nicht einfach absetzen obwohl es mir jetzt besser geht. Zumal ich jetzt auch keine Nebenwirkung (mehr) verspüre. Es ist auch schwer abzugrenzen was von der Erkrankung kommt(Negativsymptomatik) und was als Nebenwirkung den Neuroleptika geschuldet ist.

Der wichtigste Faktor meiner Meinung nach ist die Zeit. Das(bzw. mein) Gehirn braucht sehr lange um sich von der Psychose zu erholen.

Gebt die Hoffnung nicht auf, es kann besser werden.
Ich wollte nur ein kurzes Update geben über meine Genesung.
Wenn es so bleibt wie es jetzt ist kann ich auch mein Studium wieder aufnehmen.
Diese Erkrankung ist mit das schlimmste was ich mir als Erkrankung vorstellen kann jetzt wo ich es selber erlebt habe.

Es ist auch so, dass ich lange Zeit keine Emotionen hatte die sind seit Dez23 wieder zurück. Und dann war da so eine Leere im Kopf. Ich hatte kaum noch Gedanken und wenn, so ging es immer nur um meine Erkrankung und ich dachte es wird nicht mehr besser werden.
Zeitweise hatte ich auch die Hoffnung verloren doch ich hatte mich dann angefangen an den Zustand der Leere zu gewöhnen und düstere Gedanken haben sich nicht mehr aufgedrängt.

Doch diese Leere ist jetzt sogar wie aufgehoben nur manchmal verharre ich noch in manchen Momenten in einem Zustand der inneren Leere doch dann versuche ich mich zu erinnern wie es vor der Erkrankung war und ich habe ja nicht immer irgend etwas gedacht. Vielleicht pendelt sich wieder ein Normalzustand ein.

Und dann hatte ich auch Sprachverarmung. Ich wusste in vielen Situationen nichts beizutragen und mir ist oft nicht eingefallen was ich sagen kann. Das ist jetzt auch erst seit 3 Tagen viel besser.

Ich werde beobachten wie lange es diesmal anhält. Doch der Zustand, dass die kognitiven Einschränkungen wie aufgehoben sind, ist neu.

Ich fühle mich auch nicht euphorisiert so wie es mal war als es mir das erste mal besser ging.
Vielleicht ist es ja auch so, dass ich weiss dass es auch wieder schlechter werden kann.

Es geht bei mir immer zwei Schritte vor und einen zurück. Es kommt mir so vor, dass es mir schrittweise immer besser geht. Mehr schubweise wie schrittweise. Am Sonntag Nachmittag habe ich plötzlich gemerkt wie die Einschränkungen wie aufgehoben waren. Das ist schon enorm.
Als wie wenn ich von einem Moment auf den anderen nicht mehr eingeschränkt bin.

Nichtsdestotrotz: Ich bin jetzt von dieser Erkrankung betroffen und muss mit meinen Kräften haushalten. Ich werde jetzt abwarten und hoffe dass die Genesung weiter positiv verläuft.

Sobald es wieder schlechter wird werde ich es berichten.
Aber grade kann ich sagen, dass ich mich gut fühle.
Ich möchte euch, denen es noch sehr schlecht geht, Hoffnung machen, dass es besser werden kann.

Natürlich soll man sich nicht mit anderen vergleichen und ich habe auch immer versucht mich nicht an anderen zu messen mit dem was ich nicht mehr konnte oder was meine kognitiven Einschränkungen angeht.
Aber Mut machen möchte ich.

Bleibt stark!
 
Bei mir ist es zwar auch etwas besser geworden dafür macht mich aber meine Familie fertig wenn ich die Dreckspillen mal nich nehmen will und zwängt mir das Zeug rein ....
Dazu kommt das die mir ja Metall reingeschraubt haben wo ich dank RisperdAL aus'm 3. Stock gesprungen bin ...
Und n offenes Bein hat mir die Wundpflege auchnoch verpasst mit dem ständigen hautabgeziehe...bis es nichmehr geheilt is ...
Einwandfrei
 
Lieber Michael!

Vielen Dank, dass du deine Erfahrungen hier geteilt hast! Das macht wirklich Mut.

Ich kann mich in Vielem, was du schreibst wiederfinden. Also, vor allem, was diese fiese Negativsymptomatik betrifft (keine Emotionen, Leere, Sprachverarmung).

Bei mir hat es sich wirklich geändert, ich fühle mich wacher und konnte diese Woche das erste Mal seit einem Jahr wieder weinen. Aber irgendwie habe ich seitdem auch wieder stärkere Ängste. Ich hoffe es geht bergauf und nicht bergab...

Liebe Grüße
Fee
 
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