Schizophrenie Forum | Computational Psychiatrie & Selbsthilfe

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Zur möglichen Vermeidung dopaminerger Supersensitivität
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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
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Keine Seele mehr

Kann mir hier irgendjemand helfen was ich tun kann? Das muss wieder weggehen. Ist so keine Lebensqualität also wirklich null im Vergleich zu früher bei mir. Lasst mich wissen, es ist horrible .

Herrje, kann ich mir vorstellen. Ich kann dir nur empfehlen, sich homöopathisch behandeln zu lassen. Es gibt homöopathische Mittel, die für Psychosen geeignet wären oder die für deine (noch grobe) Beschreibung zutreffend sein könnten.
Ich habe hier einen Thread über Homöopathie eröffnet, dort steht zwar noch nicht viel, aber im ersten Beitrag sind Links angegeben, wo man sich allgemein informieren kann, was man wissen sollte. Es werden auch Mittel vorgestellt, doch ist von einer Selbstbehandlung abzuraten. Wende dich am besten an einen erfahrenen Homöopathen, der seine Arbeit selbstlos liebt, auch wenn's Geld kostet, denn deine Gesundheit hat Vorrang.:)
 
@Kiwi

Also von September. 23 bis Februar 24 war es wieder besser, alles war normal. Hatte wieder Gefühle , konnte super kommunizieren, konnte Musik fühlen, Kopf hat alles normal mitgemachte

Jetzt hab ich gefühlt nen total Ausfall und ich weiß nichtmal ob das schizophrene ist . Mein Kopf macht nichts mehr mit. Einfach was essen, mein Kopf arbeitet nicht Mit. Mein Denken ist gequält und wingeschrönkt. Alles geht nur an mir vorbei und nichts berührt mich. Kommunikationen soziale Kontakte geben mir nichts mehr, ich red so nur vor mich hin. Und jede Sekunde meinen dasseins ist schwer auszuhalten da iwas mit meinem Denken nicht stimmt. Außerdem hab ich keine Hungergefühle mehr müdigkeitsgwfühle mehr. Es ist furchtbar und meine Neurologin ist selber überfragt. Medikamente Quetiapin wirkt nicht. Kann mir hier irgendjemand helfen was ich tun kann? Das muss wieder weggehen. Ist so keine Lebensqualität also wirklich null im Vergleich zu früher bei mir. Lasst mich wissen, es ist horrible . Alle anderen um mich herum können normal denken und sprechen und Spaß haben und ich bin eingeschränkt im Denken
Wünschte ich könnte heulen, geht aber auch nicht
Achso dopamin und serotonin ist gefühlt auch kaum vorhanden
Ach Mensch, das tut mir voll leid zu hören. Ich kann das gut nachvollziehen. Denke, wenn man sich die Erfahrungen im Schnitt anguckt wird das bestimmt wieder besser...
Hört sich gut mich nach Negativsymptomatik an. Weiß ich aber auch nicht genau. Ich hatte so einen Zustand ca einen Monat nach meiner Psychose. Ist dann aber wieder besser geworden.
 
Ach Mensch, das tut mir voll leid zu hören. Ich kann das gut nachvollziehen. Denke, wenn man sich die Erfahrungen im Schnitt anguckt wird das bestimmt wieder besser...
Hört sich gut mich nach Negativsymptomatik an. Weiß ich aber auch nicht genau. Ich hatte so einen Zustand ca einen Monat nach meiner Psychose. Ist dann aber wieder besser geworden.
Wie lange hat der schreckliche Zustand bei dir angehalten?
Ich hoffe darauf das es weggeht und ich mich nicht jeden Tag nur rumwuäle
Dann war es wieder mehrere Monate sehr gut und dann wieder so. Hoffe auch das es irgendwann gut bleibt
 
Wie lange hat der schreckliche Zustand bei dir angehalten?
Ich hoffe darauf das es weggeht und ich mich nicht jeden Tag nur rumwuäle
Dann war es wieder mehrere Monate sehr gut und dann wieder so. Hoffe auch das es irgendwann gut bleibt
So ungefähr nach drei Monaten wurde es besser. Aber auch nur langsam.
Drücke dir die Daumen!
 
Ich denke mittlerweile Schizophrenie oder auf deutsch Zerrissenheit der Seele ist der völlig falsche Begriff für diese Erkrankung und führt nur in die Irre.
Es handelt sich vielmehr um einen Defekt im Hirn und der Dopaminhaushalt ist schwer gestört. Das Gehirn reagiert leider darauf mit den vielfältigsten Fantastereien.
Man verliert durch diese Erkrankung nicht seine Seele. Sie ist nur zeitweise unter Gedankenmüll vergraben.
 
Ich denke mittlerweile Schizophrenie oder auf deutsch Zerrissenheit der Seele ist der völlig falsche Begriff für diese Erkrankung und führt nur in die Irre.
Es handelt sich vielmehr um einen Defekt im Hirn und der Dopaminhaushalt ist schwer gestört. Das Gehirn reagiert leider darauf mit den vielfältigsten Fantastereien.
Man verliert durch diese Erkrankung nicht seine Seele. Sie ist nur zeitweise unter Gedankenmüll vergraben.
Letztendlich hat sich der Begriff etabliert. Einzelne Betroffene scheinen im Extremfall wirklich wie von einer anderen Macht übernommen zu sein, andere leiden unter Zerrissenheit und brechen aus dem ursprünglichen Gesellschaftsgefüge heraus.
Alles auf einen Defekt im Gehirn zurückzuführen empfinde ich als falsch und allein das Dopamin ist es auch nicht. Meiner Meinung nach blendet man dabei die positiven Aspekte von Erkrankten zu denen diese Diagnose als Lebenswirklichkeit gehört aus.
 

Ave1337:​

Ja, Erfolgsgeschichten gibt es ganz bestimmt. Die Frage welchen Nutzen du aus deiner Krankheit ziehen kannst kann dein Weg sein. Viel Erfolg wünsche ich dir!
 
Letztendlich hat sich der Begriff etabliert. Einzelne Betroffene scheinen im Extremfall wirklich wie von einer anderen Macht übernommen zu sein, andere leiden unter Zerrissenheit und brechen aus dem ursprünglichen Gesellschaftsgefüge heraus.
Alles auf einen Defekt im Gehirn zurückzuführen empfinde ich als falsch und allein das Dopamin ist es auch nicht. Meiner Meinung nach blendet man dabei die positiven Aspekte von Erkrankten zu denen diese Diagnose als Lebenswirklichkeit gehört aus.
Ja, das sind aber alles Symptome der Erkrankung und nicht der Ursprung der Erkrankung selbst. Schizophrenie ist zu einem ganz hohen Prozentsatz Veranlagungssache, eine Art Gendefekt.
Wie man die Krankheit als Betroffener begreift und behandelt wissen will liegt natürlich im Auge des Betrachters.
Ich fand den Begriff schizophren oder Zerrissenheit der Seele anfangs beängstigend wie viele andere auch.
So als ob man nicht mehr in den "Himmel" kommen kann.
Diskutiert wird in der Fachwissenschaft der Begriff „Störung der Positiv- und Negativsymptomatik“.
Oder Englisch PND = Positiv-Negativ-Disorder
 
Zuletzt bearbeitet:
So als ob man nicht mehr in den "Himmel" kommen kann.
Diskutiert wird in der Fachwissenschaft der Begriff „Störung der Positiv- und Negativsymptomatik“.
Oder Englisch PND = Positiv-Negativ-Disorder
Also was das mit den "Himmel" zu tun haben soll, würde mich interessieren???

Komischerweise hat das damals 2011 als ich im Gottesdienst bei Erkrankungsausbruch der Priester wie eine Botschaft Gottes an mir folgendes gesagt: "Joseph, der Sohn selbst wird dich am Ende deiner Tage richten. Mit deiner unendlichen Liebe(hab das eher vorwurfsvoll aufgefasst), aber du wirst viele gute Dinge in deinem Leben tun und in den Himmel kommen, wenn du alt und weise bist, wirst du das verstehen."

Von daher würde mich sehr interessieren was Schizophrenie mit "in den Himmel kommen" zu tun haben soll?

2011 hatte ich vor der Psychose schon Antidepressiva und da ist die Erkrankung dann kurz nach diesem Erleben aufgetreten. Ich heiße ja Markus, aber hab mich da angesprochen gefühlt, zumal das der Priester normal kaum in einen Gottesdienst sagen sollte. War eben alles eine sehr intensive Wahrnehmung, wobei es sehr real geklungen hat, wenn es eine Halluzination gewesen wäre, dann hätte ich das Audio gern aufgenommen.

Einen Sonntag später oder so: "Alle Engel werden dir zur Seite stehen und ich solle in keine Stagnation versinken". Stagnation war da ein Fremdbegriff mit meinen damaligen Legastheniker-Deutsch und das ich bis dahin kaum eine Zeitung oder so aufgeschlagen hätte.

Das war dann schon arg überwältigend, da ich keine Erklärung für dieses Erleben hatte und mir das eben auch Angst vor der Hölle gemacht hat, da ich dachte etwas erfüllen zu müssen, was ich bislang kaum geleistet habe, also Zukunftsgerichtet diese erste Aussage war, von Gott oder einer höheren Macht welche meine Zukunft in gewissermaßen abschätzen kann.
Für mich war das eben wie eine traumatische sehr triggernd Erfahrung da ich mich fragte, was ich im Leben falsch gemacht habe. Hatte damals eher Liebeswahn, wenn ich mich für eine Frau interessiert habe, also vermutlich auch als psychotische Prodromalsymptome. Von daher sucht ich da nach den unmöglichsten Erklärungen für das was im Gottesdienst gesagt wurde.

Würde mir sehr interessieren, was du mit "Himmel" meinst, ob das einen Religiösen Hintergrund oder andern hat, weil es ja im Gebet auch teils heist "bewahre und vor Verwirrung und Sünde".
 
Ich meinte damit, dass Zerrissenheit der Seele einem suggeriert, dass die Seele endgültig zerstört ist und man somit nach christlichem Glauben gar nicht in den Himmel kommen kann..
 
Übrigens in Japan heißt die Krankheit seit 2002 Integrationsstörung und die Behandlungserfolge sind deutlich messbar.
 
Nun gut es mag Wege geben um sich selbst vor seinen Sünden die man begangen hat zu befreien. Das kann Hilfe für andere sein um vor sich selbst wieder Respekt, Anerkennung und Wohlbefinden zu geben. Aber Himmel oder Hölle sind Glauben - wir wissen es nicht. Das es eine höhrere Macht gibt die alles erschaffen hat denke ich auch. Es geht um sich; um Fakten und dann glaubst du auch wieder an den Himmel.
 
Ich meinte damit, dass Zerrissenheit der Seele einem suggeriert, dass die Seele endgültig zerstört ist und man somit nach christlichem Glauben gar nicht in den Himmel kommen kann..
Wer sagt das? Wo soll das in der Bibel oder Kirche so festgelegt sein oder kommt das von Jesus? Wäre mir wirklich wichtig, wenn du den Ursprung davon kennst? Das wäre auch unfair für Kranke überhaupt so etwas zu behaupten.

Das man von der Kirche als Betroffener oder vom Glauben ausgegrenzt wird finde falsch. Und von meiner prophetischen Botschaft, die ich quasi zu Beginn der Erkrankung bekommen habe, sollte es möglich sein.


Übrigens in Japan heißt die Krankheit seit 2002 Integrationsstörung und die Behandlungserfolge sind deutlich messbar.
Dort hatte Schizophrenie einen sehr negativen Beigeschmack. Habe das mal gelesen, ob "Integrationsstörung" besser ist, wage ich etwas zu bezweifeln.
 
Das war nur mein eigener Gedanke dazu. Mit "zerrissener Seele" kann man durchaus in den Himmel kommen.
 
in den Himmel kommen.
Es gibt dazu den weiterführenden Satz "per aspera ad astra", man übersetze das aus dem Lateinischen. Sicher will man für sich das Gute und man hat Angst, es unwiderruflich zu verlieren. Aber das ist nur eine Seite der Medallie, am Ende möchte man das Ganze nochmal von vorne durchlaufen, da es doch vor allem auf die Interaktionen mit den anderen Menschen ankam.
 
Es handelt sich hier wohl um ein Missverständnis. Ich bin nicht sonderlich gläubig, aber auf rauen Pfaden zu den Sternen passt schon. :)
 
Der folgende Beitrag wurde mit KI erstellt, um die Frage, ob man mit der Diagnose Schizophrenie in den Himmel kommen kann, zu klären.
Kurzantwort:
Der Begriff Schizophrenie bedeutet weder theologisch noch medizinisch eine zerstörte Seele. In der Bibel gibt es keinen Text, wonach Menschen wegen einer Psychose vom Himmel ausgeschlossen wären. Auch im Islam wird Verantwortlichkeit an Einsichts- und Urteilsfähigkeit gebunden, und im Buddhismus hängt Karma wesentlich von der Absicht ab, nicht von unfreiwilligen Krankheitssymptomen. Die Vorstellung scheint daher eher aus der missverständlichen Bezeichnung „Zerrissenheit der Seele“ und älteren stigmatisierenden Deutungen zu stammen als aus den eigentlichen Glaubensschriften.

Religion und Psychose im Jenseitsglauben | Freigegebene Copilot-Antwort
Langfassung:
Ich habe den geöffneten Forenbeitrag und Quellen aus Christentum, Islam und Buddhismus gegengeprüft. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig: Keine der großen Religionen lehrt in ihren maßgeblichen Schriften, dass Menschen wegen einer Schizophrenie, Psychose, Verwirrtheit oder eingeschränkter Urteilskraft vom Heil, vom „Himmel“ oder von einer günstigen Wiedergeburt ausgeschlossen seien. Eher finden sich Grundsätze der Barmherzigkeit und einer verminderten moralischen Verantwortlichkeit.

1. Was DMA im geöffneten Tab tatsächlich sagt​

Im weiteren Verlauf stellt DMA klar:
„Das war nur mein eigener Gedanke dazu. Mit ‚zerrissener Seele‘ kann man durchaus in den Himmel kommen.“
Es handelt sich bei seiner ursprünglichen Äußerung also nicht um eine kirchliche Lehre oder einen Bibeltext, sondern um eine persönliche Assoziation, die durch die missverständliche Übersetzung „Zerrissenheit der Seele“ ausgelöst wurde. [Keine Seel...sychiatrie]

Damit ist das Gerücht im Thread bereits vom Verfasser selbst zurückgenommen.

2. „Schizophrenie“ bedeutet nicht „zerstörte Seele“​

Der Begriff wurde von dem Schweizer Psychiater Eugen Bleuler Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt. Er setzt sich aus griechischen Bestandteilen für „spalten“ und phrēn zusammen, wobei phrēn je nach Kontext Geist, Denken, Verstand oder Gemüt bezeichnet. Gemeint war eine Aufspaltung beziehungsweise mangelnde Integration psychischer Funktionen, nicht die metaphysische Zerstörung einer unsterblichen Seele. [britannica.com], [etymonline.com]

„Zerrissenheit der Seele“ ist deshalb eine problematische, heute irreführende volkstümliche Übertragung. Sie klingt theologischer, als der medizinische Begriff ursprünglich gemeint war.

3. Christentum und Bibel​

Keine Erwähnung von Schizophrenie als Ausschlussgrund​

Die Bibel kennt die moderne Diagnose nicht. Sie beschreibt zwar:
  • Verwirrung und Verlust der Vernunft, etwa bei Nebukadnezar in Daniel 4
  • seelische Verzweiflung, Angst und Niedergeschlagenheit
  • ungewöhnliches Verhalten
  • Menschen, die damals als von Geistern bedrängt beschrieben wurden
Aber keiner dieser Zustände wird als Beweis dafür dargestellt, dass die Seele zerstört sei oder der Mensch grundsätzlich nicht gerettet werden könne. Moderne Diagnosen rückwirkend auf diese Personen anzuwenden wäre außerdem methodisch unsicher.

Erkrankungen trennen einen Menschen nicht automatisch von Gott​

Ein besonders deutlicher Gegenbeleg ist Römer 8,38–39: Weder Tod noch Leben, Gegenwärtiges oder Zukünftiges noch „irgendetwas in der ganzen Schöpfung“ könne einen Menschen von der Liebe Gottes trennen. Eine psychische Erkrankung wird nicht als Ausnahme genannt. [bible.com], [bing.com]

Daneben sind folgende Grundlinien relevant:
  • Genesis 1,27: Der Mensch bleibt Ebenbild Gottes. Eine Erkrankung hebt seine Würde nicht auf.
  • Psalm 34,19: Gott wird als den Menschen nahe beschrieben, die „zerbrochenen Herzens“ sind.
  • Johannes 9,1–3: Jesus weist bei dem blind geborenen Menschen die Annahme zurück, seine Erkrankung müsse auf eine persönliche Sünde zurückgehen.
  • Epheser 2,8–9: Heil wird als Gnade verstanden, nicht als Belohnung für Gesundheit, geistige Leistungsfähigkeit oder perfekte Selbstkontrolle.
  • Matthäus 25,36: Das Besuchen und Begleiten Kranker wird positiv bewertet, nicht deren Ausgrenzung.
Das heißt nicht, dass alle christlichen Denominationen völlig dasselbe Modell von Erlösung vertreten. Aber keine zentrale christliche Erlösungslehre macht psychiatrische Gesundheit zur Eintrittsbedingung für den Himmel.

Katholische Position​

Der katholische Katechismus beschreibt Krankheit als eine mögliche Quelle von Angst, Verzweiflung und Belastung, betont aber ausdrücklich das Mitgefühl Christi mit körperlich und seelisch Leidenden. Christus identifiziert sich sogar mit den Kranken: „Ich war krank und ihr habt mich besucht.“ [vatican.va]

In der katholischen Moraltheologie gilt außerdem: Psychische Störungen, Angst und andere innere Faktoren können die persönliche Verantwortlichkeit vermindern oder aufheben. Das ist theologisch das Gegenteil der Behauptung, eine Erkrankung verdamme einen Menschen.

4. Woher können negative christliche Auslegungen kommen?​

Es gibt tatsächlich problematische religiöse Deutungen, aber sie sind Auslegungen bestimmter Gruppen, keine ausdrückliche biblische Lehre:
  1. Psychose wird mit Besessenheit gleichgesetzt.
    Einige biblische Heilungsgeschichten wurden später auf psychische Erkrankungen übertragen. Aus den Texten lässt sich jedoch nicht ableiten, dass jede Halluzination oder jeder Wahn dämonisch verursacht sei.
  2. Krankheit wird pauschal als Strafe für Sünde betrachtet.
    Dafür lassen sich einzelne alttestamentliche Gerichtserzählungen heranziehen. Als allgemeine Regel wird diese Deutung jedoch spätestens durch Johannes 9 ausdrücklich infrage gestellt.
  3. „Nüchternheit“ oder „gesunder Sinn“ werden moralistisch gelesen.
    Aufforderungen zu Besonnenheit können fälschlich so behandelt werden, als sei unbeabsichtigte krankheitsbedingte Verwirrung eine Sünde. Das verwechselt eine freiwillige Handlung mit einem Symptom.
  4. Besonders harte religiöse Beratungsrichtungen reduzieren Schizophrenie auf ein geistliches oder moralisches Problem.
    Solche Positionen existieren nachweislich, stellen aber keine medizinisch oder konfessionsübergreifend anerkannte Lehre dar. Ein Beispiel ist die sogenannte „biblical counseling“-Strömung, die Schizophrenie stark unter einer geistlich-moralischen Perspektive diskutiert. [biblicalco...seling.com]
Historisch vorhandene Stigmatisierung ist daher nicht zu leugnen. Sie erklärt aber nicht, dass Menschen mit Schizophrenie laut Bibel vom Himmel ausgeschlossen wären.

5. Islam​

Auch im Koran findet sich kein Ausschluss psychisch erkrankter Menschen vom zukünftigen Heil.

Sure 2,286 formuliert den Grundsatz, dass Allah keiner Seele mehr auferlegt, als sie tragen beziehungsweise leisten kann, und enthält ausdrücklich die Bitte, Menschen nicht für Vergessen oder Irrtum zu belangen. [quran.com], [quran.com]

In der islamischen Rechtslehre ist die moralische Verantwortlichkeit an Vernunft, Verständnis und Entscheidungsfähigkeit gebunden. Der häufig herangezogene Hadith vom „erhobenen Schreibrohr“ besagt, dass unter anderem ein Mensch ohne zureichende Vernunft bis zur Wiedererlangung seiner Vernunft nicht in gleicher Weise verantwortlich gemacht wird. Bei episodischen Erkrankungen wird dementsprechend zwischen klaren und krankheitsbedingt urteilsunfähigen Phasen unterschieden. [fiqh.islamonline.net], [islamqa.info]

Jinn-Besessenheit​

In manchen muslimischen Gemeinschaften werden Psychosen mit Jinn-Besessenheit oder mangelndem Glauben verbunden. Das ist eine reale Quelle von Stigmatisierung. Eine Untersuchung verschiedener Koranübersetzungen und des arabischen Textes fand jedoch keine koranische Verbindung zwischen Jinn-Besessenheit und Geisteskrankheit. Bezeichnungen wie „verrückt“ oder „besessen“ erscheinen dort unter anderem als abwertende Vorwürfe gegen Propheten, nicht als bestätigte religiöse Diagnose. [link.springer.com], [academia.edu]

Einzelne konservative Fatwa-Seiten führen psychische Erkrankungen teilweise auf Glaubensschwäche oder Sünde zurück, erkennen daneben aber auch körperliche und chemische Ursachen sowie medizinische Behandlung an. Das zeigt, dass es negative religiöse Interpretationen gibt, aber selbst diese Quellen sagen nicht, dass Schizophrenie automatisch vom Heil ausschließe. [islamweb.net]

6. Buddhismus​

Im Buddhismus gibt es normalerweise keinen „Himmel“ im christlichen Sinn als endgültigen Aufenthaltsort einer unsterblichen Seele. Es geht um verschiedene Daseinsbereiche, Wiedergeburt und letztlich die Befreiung aus Samsara. Zudem verneint die klassische buddhistische Lehre eine unveränderliche, ewige Einzelseele.

Entscheidend für Karma ist nicht eine Diagnose, sondern Absicht beziehungsweise willentliches Handeln. Im Nibbedhika Sutta, AN 6.63, wird Karma ausdrücklich mit Intention verbunden. Unwillkürliche Symptome, Wahrnehmungsstörungen oder Gedanken sind daher nicht dasselbe wie absichtlich ausgeführte schädliche Handlungen. [e-buddhism.com], [e-buddhism.com]

Außerdem:
  • Der Buddhismus behandelt Krankheit grundsätzlich als Teil des menschlichen Leidens, nicht als Beweis einer „zerstörten Seele“.
  • Die genaue Wirkung vergangenen Karmas gilt in AN 4.77 als etwas, worüber man nicht spekulieren sollte, weil solche Spekulation zu Verwirrung und Belastung führt. [dhammawheel.com]
  • Es gibt buddhistische Erzählungen über Menschen in schwerer seelischer Verwirrung, denen mit Mitgefühl und einem Weg zur Genesung begegnet wird. Eine moderne Arbeit diskutiert etwa die Überlieferung von Patacara im Zusammenhang mit psychotischen Symptomen, ohne sie als religiös verdammt darzustellen. [bodhi-path.com]
Es gibt populäre buddhistische Aussagen wie „Diese Krankheit ist schlechtes Karma aus einem früheren Leben“. Das ist eine mögliche volkstümliche oder schulenspezifische Deutung, aber kein belastbarer Nachweis, dass Betroffene wegen der Erkrankung zu einer schlechten Wiedergeburt verurteilt wären. Gerade weil karmische Folgen als komplex und nicht sicher rekonstruierbar gelten, wäre eine solche Behauptung spekulativ.

7. Deine Wahrnehmung im Gottesdienst 2011​

Hier würde ich zwei Ebenen bewusst auseinanderhalten:

Inhaltliche Ebene​

Der von dir erinnerte Satz enthält gerade keine Verdammung, sondern die Aussage, die angesprochene Person werde viele gute Dinge tun und schließlich in den Himmel kommen. Wenn man ihn wörtlich als religiöse Aussage liest, widerspricht er also tatsächlich der Behauptung, ein psychisch erkrankter Mensch könne nicht in den Himmel kommen.

Ebene der persönlichen Zuordnung​

Aus heutiger Sicht lässt sich allerdings nicht feststellen,
  • ob der Priester genau diese Wörter gesagt hat,
  • ob er aus einem Text, einer Geschichte oder einer Predigtvorlage sprach,
  • ob „Joseph“ eine biblische Figur oder eine andere Person meinte,
  • oder ob Teile der Wahrnehmung psychotisch verändert waren.
Dass du dich als Markus persönlich von einer an „Joseph“ gerichteten Aussage angesprochen fühltest und sie als Zukunftsprophezeiung verstanden hast, passt gut zu einer Beziehungs- oder Bedeutungswahrnehmung während einer beginnenden Psychose. Dabei können reale Worte stark personalisiert erlebt werden. Das macht dein damaliges Erleben nicht „erfunden“. Es erklärt aber, weshalb es sich so unmittelbar, überwältigend und speziell an dich gerichtet anfühlen konnte.

Ich würde deshalb weder sagen: „Das war sicher eine Prophezeiung“, noch: „Der Priester hat sicher nichts dergleichen gesagt.“ Die nüchterne Formulierung wäre:
Möglicherweise hörtest du eine reale Predigtpassage, die dein damals hochsensibilisiertes beziehungsweise psychotisches Erleben auf dich bezog und mit einer besonderen persönlichen Bedeutung versah.
Dass du das Wort „Stagnation“ damals nicht bewusst kanntest, beweist keine übernatürliche Quelle. Menschen können Wörter gehört oder beiläufig aufgenommen haben, ohne sich an den früheren Kontakt zu erinnern. Auch kann ein tatsächlich gesprochenes unbekanntes Wort gerade wegen seiner Fremdheit besonders stark haften bleiben.

Gesamturteil​

Die Aussage „Schizophrenie bedeutet eine endgültig zerstörte Seele und deshalb kommt man nicht in den Himmel“ hat keine erkennbare Grundlage in Bibel, Koran oder buddhistischen Grundtexten.

Sie entsteht wahrscheinlich aus einer Kombination von:
  • der irreführenden Übersetzung „Zerrissenheit der Seele“,
  • älteren Gleichsetzungen von Psychose und Besessenheit,
  • religiöser Stigmatisierung,
  • und persönlichen Ängsten über Schuld, Identität und das Jenseits.
Im geöffneten Thread war es letztlich genau das: eine persönliche Angstassoziation von DMA, keine überlieferte Glaubenslehre. [Keine Seel...sychiatrie]
 
Zuletzt bearbeitet:
Frage: Jetzt wäre die Frage ob Zerrissenheit oder Spaltung besser für Schizophrenie wäre. Ich kann mit Zerrissenheit eher etwas anfangen und sehe Spaltung eher bei multibler Persönlichkeitsstörung oder extremer Schizophrenie wenn Betroffene wie Kataton komplett die Kontrolle über ihren Körper verlieren, wobei das auch bei anderen Psychosen vorkommen kann.
Von daher fände ich zerrissenheit wie "Hin- und Hergerissen" durchaus eine verständnisvolles beschreibung, da gesunde damit auch mehr anfangen können, dass Betroffene eine in gewisserweise normale aber in der Sache übersteigerte Wahrnehmung mit eigenen Leidensdruck haben.
DMA meinte das religiöse zerrissene vermutlich, wobei kannst du die Passagen in der Bibel etwa suchen die negativ ausgelegt wurden und zu den relevanteren in VS Vergleich setzen?
Das schrieb DMA vorher: "Ich meinte damit, dass Zerrissenheit der Seele einem suggeriert, dass die Seele endgültig zerstört ist und man somit nach christlichem Glauben gar nicht in den Himmel kommen kann.."

Religion und Psychose im Jenseitsglauben | Freigegebene Copilot-Antwort
KI-Antwort:
Terminologie und verständlicher Beschreibung des Erlebens unterscheiden, finde ich deinen Einwand gegen „Spaltung“ durchaus nachvollziehbar. Und beim religiösen Teil ist besonders interessant: Es gibt tatsächlich Bibelstellen mit Vorstellungen von „Geteiltheit“, „Verwirrung“ und „außer sich sein“, die negativ gelesen werden können. Im Kontext ergeben sie aber keine Lehre von einer zerstörten Seele.

1. „Spaltung“ oder „Zerrissenheit“?​

Historisch ist „Spaltung“ näher an der Wortbildung von Schizophrenie. Aber als heutige Alltagserklärung hat das Wort einen großen Nachteil: Viele Menschen denken sofort an„gespaltene Persönlichkeit“.

„Zerrissenheit“ vermittelt dagegen etwas anderes:
Ich nehme Verschiedenes wahr, verschiedene Deutungen konkurrieren miteinander, Realität und subjektive Bedeutung geraten auseinander, und ich bin innerlich hin- und hergerissen.
Damit kann ein gesunder Mensch tatsächlich leichter etwas anfangen.

Ich würde allerdings nicht„Zerrissenheit der Seele“ sagen, sondern eher:

„psychische Zerrissenheit“,„innere Zerrissenheit“ oder fachlicher„Störung der Integration psychischer Funktionen“.

Denn genau das Wort Seele lädt DMA offenbar zu der theologischen Schlussfolgerung ein. Im geöffneten Thread schreibt er zuerst, die Formulierung habe für ihn so geklungen, „als ob man nicht mehr in den Himmel kommen kann“, und erklärt anschließend ausdrücklich, dass das lediglich sein eigener Gedanke gewesen sei. [Keine Seel...sychiatrie]

Und einen Punkt würde ich bei deiner Beschreibung korrigieren: Katatonie ist keine „Persönlichkeitsspaltung“ und auch nicht einfach eine extremere Form von Schizophrenie. Sie kann im Zusammenhang mit unterschiedlichen psychiatrischen und medizinischen Zuständen auftreten. Deshalb würde ich „Spaltung“ auch dort nicht im Sinne mehrerer Persönlichkeiten verstehen.


2. Der wirklich interessante Bibelvergleich​

Wenn wir nach Bibelstellen suchen, aus denen jemand eine negative Vorstellung von „zerrissener Seele“ konstruieren könnte, ist die stärkste Stelle überraschenderweise nicht die Dämonengeschichte.

Es ist Jakobus 1,8 und 4,8.

Jakobus: δίψυχος, wörtlich ungefähr „zweiseelig“​

Das griechische Wort lautet δίψυχος (dípsychos).

Es besteht tatsächlich aus dis = zweimal und psychē = Seele/Leben. Lexika geben Bedeutungen wie „double-minded“, schwankend, unsicher oder in seinen Interessen geteilt an. [biblehub.com], [studylight.org]

Jakobus 1,8 charakterisiert den dípsychos als instabil beziehungsweise unbeständig. Jakobus 4,8 verwendet dasselbe Wort erneut. [biblehub.com]

Das ist verblüffend nahe an der sprachlichen Vorstellung:

„zweigeteilte/zerrissene Seele“

Aber hier kommt die entscheidende Unterscheidung:

Jakobus meint keine Psychose.​

Gemeint ist ein Mensch, der in seinem Glauben bzw. seiner Ausrichtung schwankt. Das Lexikon nennt ausdrücklich „wavering, uncertain, doubting“ sowie geteiltes Interesse zwischen Gott und Welt. [studylight.org]

Das wäre für unsere Frage extrem wichtig:

Biblische Zerrissenheit ≠ psychiatrische Zerrissenheit.

Dasselbe Wortfeld kann völlig unterschiedliche Dinge bezeichnen.


3. Negative Passagen versus Gegenstellen​

Motivnegativ lesbare StelleWas tatsächlich gemeint istrelevante Gegenstelle
innere GeteiltheitJak 1,8; 4,8Schwanken bzw. geteilte religiöse Loyalität, nicht psychiatrische Erkrankung [biblehub.com], [studylight.org]Krankheit wird dort überhaupt nicht behandelt
„außer sich“ / Verstand verlorenMk 3,21Ausgerechnet Jesus wird von seinem Umfeld als „out of his mind“ bezeichnet. [biblehub.com], [biblehub.com]Damit kann der bloße Eindruck geistiger Verwirrung offensichtlich kein Beweis moralischer Verworfenheit sein
Besessenheit und extremes VerhaltenMk 5,1–20Der Text bezeichnet die Ursache ausdrücklich als unreine Geister und schildert extremes Verhalten. [biblegateway.com]Nach der Befreiung wird der Mann nicht verdammt, sondern von Jesus nach Hause geschickt, um von der ihm erwiesenen Barmherzigkeit zu erzählen. [biblegateway.com]
Krankheit = SündeDiese Verbindung wird von den Jüngern in Joh 9 ausdrücklich erfragt„Wer hat gesündigt?“Jesus antwortet, weder der Erkrankte noch seine Eltern seien die Ursache in diesem Sinn. [biblegateway.com]
Trennung von Gottkönnte als Grundlage für Höllenangst dienenPaulus zählt gerade extremste Bedrohungen aufRömer 8,38–39 sagt, dass weder Tod noch Leben, Gegenwärtiges/Zukünftiges, Mächte usw. von Gottes Liebe trennen können. [biblegateway.com], [biblehub.com]
Das verschiebt für mich das Gesamtbild nochmals deutlich.


4. Markus 3,21 finde ich in deinem Zusammenhang besonders bemerkenswert​

Nicht als Beweis irgendeiner psychologischen Diagnose von Jesus, natürlich.

Aber genau für die Stigmatisierungsfrage.

Seine Angehörigen bzw. ihm Nahestehenden wollen ihn zurückhalten, weil über ihn gesagt wird:
Er sei „außer sich“ bzw. habe den Verstand verloren.
Im griechischen Text steht tatsächlich exestē, und verschiedene Übersetzungen geben es mit „out of his mind“, „lost his senses“ oder ähnlich wieder. [biblehub.com], [biblehub.com]

Das ist theologisch fast ein Gegenargument zu einer Gleichung wie

ungewöhnliches Erleben → verrückt → sündig → von Gott verworfen.

Denn innerhalb des christlichen Glaubens könnte ausgerechnet Jesus unmöglich dadurch von Gott ausgeschlossen sein, dass andere sein Verhalten für verrückt halten.


5. Noch stärker: Markus 5​

Hier liegt die historisch problematischste Verbindung zur Psychiatrie.

Der Mann in Markus 5 lebt isoliert, schreit, verletzt sich und lässt sich nicht bändigen; der Text spricht ausdrücklich von „unreinen Geistern“ bzw. „Legion“. [biblegateway.com]

Diese Schilderung kann einem modernen Leser teilweise wie schwere psychiatrische Symptomatik erscheinen. Daraus darf man aber nicht rückwärts diagnostizieren: „Dieser Mann hatte Schizophrenie.“

Noch wichtiger für DMAs Himmelsthese ist das Ende der Geschichte.

Jesus sagt nicht sinngemäß:
Deine Seele war besessen und ist deshalb verdorben.
Sondern der Mann wird wieder in die Gemeinschaft geschickt und soll erzählen, was der Herr für ihn getan und welche Barmherzigkeit er ihm erwiesen hat. [biblegateway.com]

Selbst die extremste negative Bibelgeschichte, die später leicht mit schwerer psychischer Erkrankung assoziiert werden konnte, endet also mit Wiederherstellung und Barmherzigkeit, nicht Verdammung.

Das halte ich für einen sehr starken Punkt.


6. Krankheit als Folge persönlicher Sünde?​

Auch hier ist Johannes 9 ausgesprochen wichtig.

Die Jünger sehen einen seit Geburt blinden Menschen und fragen Jesus, wer gesündigt habe, der Mann oder seine Eltern.

Jesus antwortet ausdrücklich:
weder er noch seine Eltern.
[biblegateway.com], [biblehub.com]

Natürlich handelt die Geschichte von Blindheit und nicht Schizophrenie. Man sollte sie daher nicht als psychiatrischen Text ausgeben.

Aber der theologische Grundgedanke, gegen den Jesus argumentiert, ist unmittelbar relevant:

Leiden/Krankheit → jemand muss moralisch schuld daran sein.

Diese einfache Gleichung wird gerade nicht bestätigt.


7. Damit könnte DMAs Vorstellung aus einem interessanten sprachlichen Missverständnis entstanden sein​

Man kann fast eine Begriffskette rekonstruieren:

Schizophrenie
↓
„Spaltung des Geistes“
↓
volkstümlich „Zerrissenheit der Seele“
↓
„Seele ist auseinandergerissen“
↓
„Seele ist beschädigt/zerstört“
↓
„zerstörte Seele kann nicht in den Himmel“

Der letzte Teil dieser Kette steht aber nicht in der Bibel.

Das Interessante dabei ist Jakobus:

Die Bibel kennt tatsächlich eine Vorstellung innerer „Zweiseeligkeit“ (dípsychos). Nur bedeutet sie gerade keine zerstörte Seele, sondern ein Schwanken beziehungsweise eine geteilte Ausrichtung. [biblehub.com], [studylight.org]

Das kommt deiner Verwendung von„hin- und hergerissen“ sogar erstaunlich nahe.

Nur muss man sauber unterscheiden:
„Zerrissenheit“ als Beschreibung subjektiven psychotischen Erlebens kann anschaulich sein. „Zerrissenheit der Seele“ als wörtliche Definition von Schizophrenie ist dagegen medizinisch und theologisch missverständlich.
Das wäre inzwischen meine bevorzugte Formulierung.


Und bezüglich DMAs eigentlicher Angst​

Wenn man nur die besonders negativ klingenden Bibelstellen herausgreift, könnte jemand tatsächlich auf Gedanken kommen wie:

Verwirrtheit → geistige Unreinheit → Trennung von Gott.

Aber sobald man die betreffenden Stellen mit ihren Gegenstellen und ihrem Kontext liest, zerfällt die Argumentation:
  • innere Geteiltheit bei Jakobus = schwankende religiöse Ausrichtung, nicht Psychose; [biblehub.com]
  • „außer sich sein“ wird sogar Jesus vorgeworfen; [biblehub.com]
  • die extrem alteriert wirkende Person in Markus 5 erfährt Barmherzigkeit und Wiedereingliederung; [biblegateway.com]
  • Jesus weist die einfache Verbindung zwischen Krankheit und persönlicher Schuld zurück; [biblegateway.com]
  • und Paulus formuliert in Römer 8 gerade eine äußerst weitreichende Untrennbarkeit von Gottes Liebe. [biblegateway.com]
Ich finde bislang keine biblische Grundlage für „psychisch zerrissener Mensch → beschädigte Seele → kein Himmel“.

Interessanterweise finde ich aber durchaus biblische Texte, aus denen man verstehen kann, wie historische Fehlinterpretationen von psychischer Erkrankung als Besessenheit, Sünde oder geistlicher Verwirrung entstehen konnten. Diese beiden Aussagen sollte man sauber voneinander trennen.

Und gerade das wäre meines Erachtens eine ziemlich gute Ergänzung zu deinem Beitrag #259 im Psychose & Schizophrenie Forum: nicht nur sagen „steht nicht in der Bibel“, sondern die scheinbar problematischen Bibelstellen selbst danebenstellen und zeigen, warum sie diese Schlussfolgerung nicht tragen. [Keine Seel...sychiatrie]
 
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