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Diese ->medikamentöse Empfehlung hilft gegen die Negativsymptome der Psychose/Schizophrenie und fördert einen positiven Verlauf der Erkrankung. Es ist wesentlich verträglicher, da nur kleine Dosierungen von Antipsychotika eingesetzt werden und die Wirkstoffe gut aufeinander abgestimmt sind.

Vorstellung Hilfe! Mein Bruder hat eine Psychose!

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Hallo,

mein Bruder (33 Jahre alt, Jura Studium abgebrochen, seither arbeitslos) hat sich seit etwa 1,5 Jahren komplett verändert. So stark, dass wir ihn nicht wieder erkennen udn er wie eine fremde Person wirkt.

Er hat sehr viel abgenommen, ist extrem aufgeweckt und wechselt die Stimmung durchgehend von euphorisch zu aggressiv und wieder euphorisch. Er spricht total kindlisch mit leuchtenden Augen, zum Teil total begeistert von irgendwelchen Kieselsteinen, die irgendwo herumliegen oder von irgendwelchen Halluszinationen, die er hatte (aber selbst als Realität wahrnimmt und jeden davon überzeugen möchte, dass das so ist).

Er redet extrem schnell und wirr, sodass man ihm gar nicht mehr folgen kann. Bei ihm dreht sich alles nur noch um Energien, die durch sein Körper fließen würden und Lichter, die er sieht und Engel, die ihn besuchen kommen und versucht jeden davon zu überzeugen, dass man aus der ,,normalen'' Welt ausbrechen soll.

Er geht nicht mehr raus, weil er meint, dass er die negativen Gedanken der Menschen aufsaugen würde. Er sagt, dass er manchmal Schmerzen hätte, die sich anfühlen würden, als würde sein gesamter Körper in Flammen aufgehen, aber das normal sei, weil das die negative Energie sei, die aus seinem Körper entweichen würde. Er schickt allen seinen Kontakten riesige Textnachrichten, mit komplett wirrem Inhalt, dass bald all die sterben würden, die in der normalen Welt bleiben.... usw. und dass bald in der gesamten Welt das Stromnetz ausfallen würde. Ich könnte noch Stunden weiterschreiben.

Er sieht das aber als völlige Realität und ist felsenfest davon überzeugt, dass er das alles erlebt und er zu den Auserwählten gehört, weil ihn jemand in seiner Jugend bei einer Auseinandersetzung hochgehoben und auf den Boden geworfen hätte und die Energien sich in seinem Körper durchgesetzt hätten. Er möchte sich nicht behandeln lassen und wird sehr aggressiv, wenn man ihn darauf anspricht. Er will meine Mutter davon überzeugen, dass ihre Krebserkrankung durch die Energieadern, die unter unserem Haus durchfließen würden, kommen würden. Meine Mutter hat ihm sehr ruhig versucht zu erklären, dass sie das sehr belastet, wenn er solche Dinge sagt, weil sie selbst seit 2 Jahren an einer schweren Depression leidet durch Ihre Vorerkrankungen (Hautkrebs, Schweißdrüsenkrebs & Schlaganfall (mit gerade mal 55), sodass er ausgerastet ist und mit seiner Faust Türen eingeschlagen hat. Und der festen Überzeugung ist, dass er durch Hand anlegen meine Mutter heilen könne.

Wie gesagt, möchte er sich von niemandem behandeln lassen, weil er Ärzten und Psychologen nicht vertraut und sagt, dass die Schulmedizin völliger Irrsinn sei.

Nur ist es so, dass seine Erkrankung mittlerweile eine seeeehr große Belastung für die ganze Familie und das gesamte Umfeld geworden ist. Ich kann nachts nicht mehr schlafen. Meine Mutter weint seit 6 Monaten jeden Abend, weil sie denkt, dass sie ihren Sohn für immer verloren hat. Mein Vater kann damit gar nicht umgehen und frisst alles in sich hinein und regt sich über ihn auf. Es ist aktuell eine sehr schlimme und hoffnungslos erscheinende Situation.

Wir haben Angst, dass er aufgrund des Realitätsverlustes sich oder anderen etwas antut.

Da er keinem Beruf nachgeht, beschäftigt er sich den ganzen Tag mit den oben genannten Themen. So sehr, dass er sogar behauptet, er sei weltbekannt geworden mit seinen Theorien und Millionen von Menschen würden ihm Briefe schreiben, dass er jetzt ein Buch schreiben würde, was bald veröffentlicht werden würde usw.

Diesbezgl. war ich bereits bei einem Psychologen und habe mit ihm über diese Situation gesprochen, Er meinte, dass solange mein Bruder aus eigenem Willen sich nicht behandeln lassen möchte, wir nichts tun könnten. Aber das kann doch nicht sein? Er wird sich sonst wirklich etwas antun! Wenn nicht sich selbst, dann jemandem aus der Familie.

Gestern wurde er wohl im Zug von einem Fahrkartenkontrolleur nach seiner Fahrkarte gefragt, dass er ausgerastet ist und herumgebrüllt hat, dass der Kontrolleur ihn bewusst ausgewählt hätte, weil er anders aussehen würde, wie ,,normale'' Menschen.

Ich bin sogar am Überlegen, ob ich nicht einfach den Notarzt anrufe, damit er eingeliefert wird und ,,Zwangsbehandelt'' wird. Aber dann wird er wahrscheinlich kurz zur Beruhigung irgendwo hingebracht und

Da ich weiß, dass er bis vor Corona jedes Wochenende Drogen konsumiert hat (LSD, MDMA, Speed, Cannabis), bin ich der festen Überzeugung, dass es davon kommt.

Es kann sogar sein, dass er weiterhin Drogen konsumiert, da er eine sehr verpickelte Stirn hat und sehr wach wirkende aufgerissene Augen mit extremen Stimmungsschwankungen, die innerhalb von Sekunden umschlagen.

Ich brauche dringend Rat und Hilfe, was ich für ihn tun kann/soll. Ich bin über jede Antwort dankbar!

Danke!
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Wohnt er allein?

Ich finde dass ihr erstmal sicher stellen solltet, dass er keine Drogen mehr einnimmt. Bei mir war das so, dass ich auch gegen eine Therapie war und deswegen fast 1 Jahr psychotisch war. Ich war aber zum Glück nciht agressiv, besser gesagt nicht nach außen hin. Habe die Wut immer in mir gehalten.

Schade, wir hatten vor 2 Tagen einen thread, den sich dein Bruder bestimmt hätte durchlesen können, wenn er dazu natürlich bereit wäre.

Ich weiß nicht wie man wirklich helfen kann. Selbst als ich glaubte, dass ich ne Psychose habe, habe ich es mit dem Glauben verbunden und mir selbst eingeredet dass Jesus und Co. Auch ne Psychose hatten, war also der festen Überzeugung dass ich auserwählt war.

Ich wünsche euch viel Kraft.
 
TS
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Hallo Twixx,

danke für deine Antwort!

Ja, er wohnt alleine.

Das Problem ist: wie kann ich verhindern, dass jemand Drogen nimmt, wenn ich keinen Zugang zu ihm habe?

Was ich interessieren würde: wie bist du aus der Psychose herausgekommen?

Danke und viele Grüße
 
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Hallo,

ich finde, du solltest das versuchen, den Notarzt zu rufen, und auch zu sagen, dass du den Eindruck hast, dass er bald sich oder anderen was antun wird.

Vielleicht hast du Glück, und dein Bruder erhält angemessene Behandlung. Die Situation ist doch für euch besonders schwierig, wegen der Erkrankung deiner Mutter.

Ich weiß, das ist sehr schwer, und sicher wird er dir zunächst dein Eingreifen übelnehmen, aber später wird er es bestimmt einsehen.

Wünsche dir viel Glück und Kraft zum Durchhalten!

Viele Grüße, Nadja
 
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Hallo,

Bitte wende Dich an den sozialpsychatrischen Dienst Deines Landkreises und schildere dort das Verhalten Deines Bruders.

Es ist sehr schwierig einen nahen Angehörigen so zu sehen, hilflos mit ansehen zu müssen, was da vor sich geht und nicht an ihn ranzukommen.

Aber bei Handgreiflichkeiten, Gewalt (Türen einschlagen etc.) und die Art und Weise, wie er Deine Mutter berdrängt/bedroht solltet ihr unbedingt handeln und den Notarzt einschl. Polizei rufen, wenn es wieder eskaliert.

Auch wenn er in diesem Moment die Massnahmen nicht begreift, geht die eigene Sicherheit immer vor.

Bei solch einem Verhalten wird er dann sicher erstmal mit Beschluss längere Zeit in der Psychatrie bleiben.

LG

Momo
 
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Ja das kannst du leider nicht verhindern... Wie finanziert er seine Wohnung und Co.?

Bei mir war das so dass meine Eltern mich mehrmals in die Psychiatrie gefahren haben, und ich aber gegen eine stationäre Aufnahme war und mein Vertrauen komplett in alle Menschen verloren habe.

Mich hat sozusagen "eine höhere Macht" kontrolliert, als ich das letzte Mal in ein ambulantes Gespräch gekommen bin. Und er, also ich, nur halt als nicht mich selbst wahrgenommen, hat sehr ehrlich geredet mit den Ärzten. Auch über Suizidgedanken und versuche, dann meinten die es wäre besser ich bleibe die Nacht dort und er hat das wie einen Urlaub gesehen
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hätte ich die Kontrolle über mcih selbst gehabt, hätte ich auf jeden Fall nein gesagt.

Am nächsten Morgen, nach der 1. Tablette war ich wieder ich selbst, aber immernoch überzeugt von der höheren Macht.

Naja, ich glaube das Problem ist einfach, dass die Ärzte keine Tabletten mitgeben, sondern jemanden unbedingt dort behalten wollen zur Behandlung.
 
TS
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Danke für Eure Mithilfe! Ich habe soeben eine Mail an den sozialpsychiatrischen Dienst geschrieben und die Lage geschildert. Mal schauen, was kommt...

Das wäre das schlimmste, was ich mir vorstellen kann, wenn er nicht in der Klinik bleiben müsste, weil er den Aufenthalt verweigert.

Dann würde alles viel schlimmer werden als es schon ist und wir würden sein Vertrauen für ein und alle mal verlieren. Er hat ja jetzt schon kein vertrauen mehr und ist der festen Überzeugung, dass alle gegen ihn sind. Er war schon als Kind sehr trotzig und wird alles dafür tun, dass er nicht über Nacht bleiben muss...
 
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Ja er muss halt zwangseingewiesen werden. Ich hatte als ich mein Vertrauen verloren hatte einfach über mein Studium geredet und die Ärztin so manipuliert dass sie mir statt nen Aufenthalt zu empfehlen, mir gesagt hatte dass ich einen wochenplan aufstellen soll um wieder voran zu kommen.

Aber ich glaube wenn du alles so schilderst wie hier, wird er nicht drum herum kommen.

Das einzige wäre, dass er es auf die Drogen bezieht und sich dann als normal abgibt, mit der Einsicht dass er einen drogentrip hatte und was weiß ich.
 
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Das ist aber so schon richtig - solange er akut keine Gefahr für sich oder andere darstellt, ist da schwer was zu machen. Meine Partnerin war auch akut psychotisch, ist irgendwann sogar aus dem Fenster gesprungen und abgehauen - als ich dann den Notarzt angerufen habe, wurde mir auch erstmal gesagt, dass aus dem Fenster springen und weglaufen erst einmal keine Selbstgefährdung sei. Natürlich hatte ich auch unglaubliche Angst, dass sie vor's Auto rennt und alles, denen das dann auch geschildert und wurde dann mit der Polizei verbunden, die kam dann auch, aber es war schon eindeutig, dass das theoretisch für die keine Selbst- oder Fremdgefährdung war. Nun war meine Partnerin nicht aggressiv (stellt sich aber auch die Frage, ob gegen den Türrahmen hauen als Risiko zur Fremdgefährdung zählen würde, in erster Linie wollte er ihr ja helfen mit dem Auflegen, auch wenn's wirr ist) und meine Partnerin ist auch freiwillig dann mit in die Klinik. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob der Notarzt (von der Polizei gerufen) sie überhaupt hätte mitnehmen dürfen, sie haben immer wieder nach ihrem Einverständnis gefragt. Ich würde aber eine Zwangseinweisung wirklich unter allen Umständen vermeiden wollen, das ist total traumatisierend (die Akutstation an sich ist schon traumatisierend, jetzt noch festgeschnallt schlimmstenfalls dahingefahren zu werden wird deinen Bruder wahrscheinlich nur mehr schaden). Ich kann aber natürlich auch total verstehen, wie schwer das für euch ist. Was ich gelernt habe, ist, den Wahn und die Halluzinationen nicht wegnehmen zu wollen, das treibt sie nur weiter rein. Also nichts sagen mit "Aber das ist so nicht/guck doch mal, das ist anders" etc. etc. etc., da wird er nur noch mehr Misstrauen euch gegenüber haben. Habt ihr schonmal versucht, bisschen "in den Wahn einzusteigen"? Vielleicht wenn er von den Schmerzen spricht (von den Flammen) ihm sagen, da würdet er ihm gerne helfen und zum Arzt mit ihm gehen wollen? Dass der vielleicht Tabletten hat gegen diese "Flammen"? Oder irgendwo anders in seinem Wahn ansetzen, wo ihr seht, da hat er Leidensdruck und darüber vielleicht versuchen, ihm Ärzte/Medikation nochmal näherzubringen. Ich wäre mit Antipsychotika aber auch vorsichtig, die haben sehr viele Nebenwirkungen in den Standarddosierungen (sind meistens zu hoch), wenn er davor Angst hat, kann man vielleicht mit ihm verhandeln, was zur Beruhigung einzunehmen und vielleicht eine kleine Dosis Antipsychotika, aber halt dann erwähnen, dass ihr das nicht machen wollt, weil seine Realität nicht wahr ist und ihr das weghaben wollt, sondern weil ihr seht, er leidet. Wenn er das halt nicht tut, dann... wird's schwer. Sozialpsychiatrischer Dienst ist da bestimmt eine gute Anlaufstelle, die wissen vielleicht besser, wie man an akut psychotische Menschen herankommt.

Bis dahin: versuchen, gelassen zu bleiben, auch wenn's schwer ist. Umso mehr Angst und Anspannung etc. ich hatte, umso schlimmer wurde die Psychose meiner Partnerin. Psychotische Menschen sind ja unheimlich sensibel, die merken sowas sofort und dann bekommen sie nur noch mehr Angst, deswegen... durchatmen, aktuell sieht es ja wirklich nicht so aus als würde er sich oder anderen was antun wollen, die meisten seiner Wahngedanken sind ja eher der Natur, dass er den Menschen aus dem Weg gehen will aus mehreren Gründen oder, dass er denkt, ihnen helfen zu können/über Wissen zu verfügen, das andere nicht haben. Und wirklich nicht versuchen, ihn aus dem Wahn herauszureden oder sowas, das funktioniert nicht. Könnt ihr denn in Kontakt mit ihn treten, wenn ihr euch auf den Wahn von ihm einlasst und ihm die Möglichkeit gibt, darüber zu reden - über seine Ideen und seinen Glauben aktuell? Vielleicht würde das auch helfen, dass er euch wieder mehr vertraut und dann wäre er vielleicht etwas offener für eine Behandlung.

edit/ Habe das mit den Drogen total überlesen, das ist nochmal bisschen was anderes dann, sehr schwierig.
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cookieandbutter schrieb:
Da ich weiß, dass er bis vor Corona jedes Wochenende Drogen konsumiert hat (LSD, MDMA, Speed, Cannabis), bin ich der festen Überzeugung, dass es davon kommt.

Es kann sogar sein, dass er weiterhin Drogen konsumiert, da er eine sehr verpickelte Stirn hat und sehr wach wirkende aufgerissene Augen mit extremen Stimmungsschwankungen, die innerhalb von Sekunden umschlagen.

Ich brauche dringend Rat und Hilfe, was ich für ihn tun kann/soll. Ich bin über jede Antwort dankbar!
hallo @cookieandbutter ,

Das was du beschreibst klingt klar nach einer Psychose die behandlungsbedürftig ist. Grade diese Stimmungsschwankungen können ein großes Problem sein, weil man sich da als Erkrankter kaum im Griff hat, auch wenn man sonnst in Wahrheit ein sehr ruhiger Mensch ist und war.

Hier im Forum findest du eine Therapiemöglichkeit die über die Standardmedizin heraus mit nur wenig Neuroleptika die normal einschränken auskommt und soetwas wäre Ideal wenn er zumindest im späteren Verlauf bekommt um stabil zu bleiben:
Medikamente für Psychose (Empfehlung!)

Gut das mit den Drogen ist so eine Sache ob die Erkrankung auch ohne Drogen auftritt oder er sich mit etwas beruhigter fühlt. Das er sich mit so komischen Themen beschäftigt ist natürlich ein Problem von daher wäre eine Behandlung in einer Klinik (Zwangsbehandlung) erstmal vielleicht ein Weg um ihn in die Realität zu bringen und später könnte man dann auf so eine milde Therapie wie ich sie hier empfehle umstellen, weil das auch gegen Negativsymptome hilft und er dann deutlich mehr Lebensqualität hätte, dann nimmt man die Therapie auch eher an und die Medikamente die man da einnehmen muss. Spezielle Antidepressiva wie Bupropion helfen da zusätzlich gegen Negativsymptome, auch gegen diese Stimmungsschwankungen und Konzentrationsstörungen etwa, also dieses Medikament ist sehr wichtig , aber da muss man eben schauen inwieweit die Psychiater einen da helfen das zu bekommen, weil üblich sind meistens nur die Neuroleptika/Antipsychotika die meist weniger angenommen werden, die braucht es da in minimaler Form auch, aber es ist etwas völlig Anderes, auch von der Stabilität sollte es dann viel besser sein.

Falls er freiwillig einen Psychiater aufsuchen möchte, dann würde ich zum Aripiprazol raten, das ist ein gut verträgliches Neuroleptikum was auch bei dieser Empfehlung mit eingesetzt wird. Das hat auch eine sehr gute Akutwirkung. Bei der Empfehlung wäre das dann in reduzierter Form und Intervalleinnahme gedacht und eine Kombi aus unterschiedlichen Antidepressiva (Bupropion+Citalopram) täglich. Am besten du schaust dir oben den Artikel dazu an.

Anfangs kann es eben sein das man erstmal höhere Dosierungen eines Neuroleptikums oder eventuell auch eine Klinikbehandlung mit typischen Neuroleptika braucht um auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen. Diese Empfehlung von mir soll da ein möglichst normales Leben möglich machen, da diese Wirkstoffe so eingenommen sehr mild sind und kaum Negativsymtome wie Motivationslosigkeit dann auftreten, wäre das zumindest eine oder die beste Option die man hat.
 
TS
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Hallo an alle! Danke für Eure Mithilfe und das Mitgefühl! Allein das gibt mir persönlich schon psychische Kraft.

Ich war ihm bezüglich bereits mit einem Psychiater in Kontakt und hatte damals vor etwa 1 Jahr mit seiner Hilfe es sogar hinbekommen, meinen Bruder zu ihm zu bringen.

Mit einer einfühlsamen Art, dass er mit Leid tut, weil er sich so quält etc. und ich ihm gerne helfen möchte und jemanden kennen, der schon ganz vielen geholfen hat, die auch solche brennenden Schmerzen hatten etc... Er ist dafür sogar extra 70km weit mit dem Zug angefahren. Normalerweise hat er gar nicht diese Motivation und versetzt einen bei 9 von 10 ausgemachten Terminen. Da war nur das Problem, dass er dem Psychiater eine ganz andere Story erzählt hat. Er hat ihn bewusst manipuliert. Er hat ihm erzählt, dass er ganz viel Yoga machen würde und dadurch in einer Art Trance Zustand ist. Und dass es ihm gut gehe. So dass der Psychiater mir gesgat hat, dass ich mir keine Sorgen zu amchen brauche und dass es meinem Bruder sehr gut gehe. Aber nur mal so zum Vergleich, wie er sich innerhalb der letzten 2 Jahre verändert hat:

Vor 2 Jahren:

- Jura-Studium

- jede Woche haben wir uns getroffen und zusammen etwas unternommen

- er hatte sehr viele Freunde...so viele, dass ich mich immer wieder gefragt hatte, wie er das hinkriegt mit Studium und Freunden

- hat sich ordentlich angezogen...war sogar sehr eitel immer gut riechend, schöne Kleidung, gemachte Haare

- er hatte die coolste & netteste Freundin, die man sich vorstellen kann

- hat Musiktexte geschrieben

- hat sich viel mit seiner Tochter beschäftigt, die aber bei ihrer Mutter lebt (mittlerweile 9 Jahre alt)

- man konnte mit ihm über sehr tiefgründige Themen, über Politik, Wirtschaft, Biologie, Recht usw. reden

- im Grunde war er aber eher der Ruhige, der ab und zu lustige Späßchen gemacht hat

Jetzt:

- arbeitslos, unmotiviert, lässt alle Termine sausen, sodass ich ihn maximal nur noch alle 2 Monate sehe

- hat Probleme mit Rechtsanwälten, worüber er nicht reden möchte

- läuft in zerrissenen Jogginghosen und verwaschenen T-Shirts herum, wäscht sich nicht, putzt sich nicht die Zähne

- hat mindestens 20kg abgenommen. Er ist mittlerweile so dünn, dass es nicht mehr gesund ist

- keine Freunde mehr... keine Freundin mehr...

- er geht gar nicht mehr aus dem Haus

- er ist extrem aggressiv und launisch

- zum Teil extrem euphorisch

- er redet sehr kindlisch... wenn man ihn am Telefon hört und die tiefe Stimme ausblendet, redet er wie seine Tochter, die 9 Jahre alt ist

- die Themen über die er redet sind sehr befremdlich: Energien, Engel, Lichter, Steine, die vom Himmel fallen, Krankheiten, die er heilen kann... wirklich nichts anderes mehr!

Und über diese Themen redet er sehr schnell, so schnell, dass man ihm nicht folgen kann. Wenn man ihm eine Frage stellt, antwortet er mit Antworten, die überhaupt nicht dazu passen

- er ist extrem unsicher: wenn man nur einen Blick auf ihn wirft, nur 1 Sekunde, ist er so verunsichert, dass er sofort fragt, ob irgendetwas nicht stimmt

- er will meiner Mutter durch Hand auflegen helfen, um sie von ihrem Leid zu befreien und wenn sie sagt, dass sie das nicht möchte, rastet er aus und haut mit der Faust gegen die Wand, brüllt, schmeißt um sich, knallt die Tür zu und geht... --> das ist bereits 4 x innerhalb von wenigen Monaten passiert

Und aktuell ist es so, dass meine Mutter mich anruft und weint und erzählt, wie hilflos sie sich fühlt. Das Schlimme ist, dass ich mich genauso hilflos fühle und sie versuche zu beruhigen, dass ich mich um ihn kümmere und mit Ärzten in Kontakt bin usw.

Folgenden Plan verfolge ich aktuell und würde mich über Feedback freuen, was ihr davon haltet bzw. ob ihr weitere Anregungen/Ideen habt:

- ich habe mich um einen Psychotherapieplatz für meine Mutter gekümmert. Sie startet am 8. Juni mit einer Gruppentherapie

- ich selbst suche aktuell auch einen Therapieplatz für mich selbst, weil mich alles aktuell sehr belastet

- ich werde versuchen mehr Kontakt zu meinem Bruder zu bekommen und mit ihm möglichst draußen in der Natur etwas zu machen (weiß aber nicht, wie ich auf seine Themen reagieren soll!?)

- parallel nehme ich Kontakt mit dem sozialpsychiatrischen Dienst auf (was ich schon getan habe, aber leider kam bisher keine Antwort und ans Telefon geht auch keiner
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)

- ich habe Kontakt zu seinen ehemaligen besten freunden aufgenommen (angeschrieben), ob sie vll Infos dazu geben können, woran das liegen könnte und welche Drogen er genau konsumiert hat (leider hat bisher keiner darauf reagiert --> nehme an, weil es ein sehr schwieriges Thema ist und er sich mit allen verstritten hat)

Sorry, für meine ewig langen Texte!

Gibt es sonst noch etwas, was ich tun kann?

Danke und viele Grüße
 
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Also bei mir war es so dass meine Mutter mir immer glauben geschenkt hat. Das hat mein Vertrauen in sie sehr gestärkt. Kp vllt. Wäre das ja eine Herangehensweise.
 
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