Aktuelles
Schizophrenie und Psychose – Forum für evidenzbasierte Hilfe

Willkommen im Psychose und Schizophrenie Forum

Dieses Forum richtet sich an Menschen mit psychotischen Erfahrungen, an Angehörige sowie an alle, die sich sachlich und medizinisch fundiert informieren möchten.

Im Mittelpunkt stehen Orientierung, Medikation und Therapieansätze. Persönliche Erfahrungen werden hier nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit medizinischen Informationen und Behandlungswegen eingeordnet.

Das Forum ist anonym nutzbar und moderiert. Ziel ist es, Informationen verständlich zu machen, Erfahrungen einzuordnen und eine fundierte Grundlage für eigene Entscheidungen zu bieten.

Pharmakologische Strategien
➝ 2‑seitige Praxisübersicht: PDF-Druckversion
Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

➝ Grafische Übersicht: Transporter, Rezeptoren & Schizophrenie‑Netzwerk

➝ Die Dopamin‑Regulationshypothese: Schizophrenie als Signal‑Rausch‑Störung

➝ Schizophrenie einfach erklärt: Was im Gehirn passiert

Du kannst zunächst mitlesen oder dich aktiv beteiligen. Registriere dich, um alle Funktionen, persönliche Beratung kostenfrei und unverbindlich nutzen zu können.

Willkommen im
Psychose & Schizophrenie - Forum

Medizinisch fundierte Informationen zu Orientierung, Medikation und Therapie.

Für Betroffene, Angehörige sowie fachlich Interessierte.

Chat und Komfortfunktionen für angemeldete User.

Stabilisierung mithilfe von Bupropion

Übersicht zu Intervalltherapie, Kombinationsstrategien und Nebenwirkungsprofilen.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Grafische Übersicht: Schizophrenie‑Netzwerk

➝ Die Dopamin‑Regulationshypothese

➝💙 Schizophrenie für Angehörige – einfach, respektvoll und verständlich erklärt

Registrierung – Kostenfrei und Anonym.
individuelle Tipps – Ratschläge – Unterstützung.

Hallo

Moriko

Well-known member
Hallo bekomme jetzt Risperidon 6mg und Bupropion 150 mg, wie lange dauert es bis Bupropion wirkt? Bin jetzt seit einem Jahr an schizophrenie erkrankt.

Mfg Moriko
 
Bupropion kann vielleicht gar nicht im gewünschten Umfang "wirken", da das Risperidon über das Cytochrom P-450 CYP2D6 metabolisiert wird und das Bupropion hier als Inhibitor wirkt. Da du ohnehin mit 6mg schon das Doppelte einer normal zu nennenden Dosis einnimmst, bist du somit faktisch knocked out. Aber da kennt sich Maggi besser aus als ich, frage ihn einfach mal oder warte die weiteren Antworten hier in diesem Thread ab!
 
Bupropion kann vielleicht gar nicht im gewünschten Umfang "wirken", da das Risperidon über das Cytochrom P-450 CYP2D6 metabolisiert wird und das Bupropion hier als Inhibitor wirkt. Da du ohnehin mit 6mg schon das Doppelte einer normal zu nennenden Dosis einnimmst, bist du somit faktisch knocked out. Aber da kennt sich Maggi besser aus als ich, frage ihn einfach mal oder warte die weiteren Antworten hier in diesem Thread ab!
Hei ich meinte reagila nicht rusperidon 🙈🙈🙈
 
Deine Erfahrungen sind sehr interessant für mich, da ich irgendwann vielleicht auch die Kombi AP Cariprazin und AD Bupropion ausprobieren werde. Antidepressiva wirken nach zwei bis drei Wochen, vorher können allerdings schon Nebenwirkungen da sein.
 
@Moriko
Ok du hast Reagila also Cariprazin, das hat so weit keine CYP2D6 Interaktion und sollte von daher kein so strenges Monitoring erfordern.

Kurzfassung vorweg:
Bupropion hemmt CYP2D6 stark → Risperidon-Spiegel steigen oft deutlich → Wirkung und Nebenwirkungen können stärker werden → Paliperidon steigt kaum.
Wie stark die Dosis angepasst werden müsste, ist individuell, aber die Literatur zeigt teils Verdopplung der Risperidon-Spiegel. Die Wirkung von Bupropion tritt meist nach 1–2 Wochen ein, spürbar oft erst nach 3–4 Wochen.

Ich gehe das für dich strukturiert und klar durch.


🧬 1. CYP2D6-Hemmung durch Bupropion: Was passiert pharmakologisch?​

Risperidon

  • Risperidon wird zu 60–70 % über CYP2D6 zu seinem aktiven Metaboliten 9‑OH‑Risperidon (Paliperidon) verstoffwechselt.
  • Wenn Bupropion CYP2D6 hemmt, passiert Folgendes:
    • Risperidon steigt deutlich an (weniger Abbau).
    • Paliperidon steigt kaum, weil es nicht über CYP2D6, sondern hauptsächlich über CYP3A4 und andere Wege entsteht.
    • Das Verhältnis verschiebt sich: mehr Risperidon, weniger Anteil Paliperidon.

Paliperidon (als Medikament)

  • Wenn jemand Paliperidon direkt einnimmt (z. B. Invega), spielt CYP2D6 keine RolleBupropion verändert den Spiegel praktisch nicht.

📈 2. Wie stark steigt der Risperidon-Spiegel?​

Studien zeigen:
  • Bupropion kann CYP2D6 um >90 % hemmen.
  • Dadurch kann der Risperidon-Spiegel um 2‑ bis 3‑fach steigen.
  • Der Paliperidon-Spiegel steigt nicht entsprechend mit, weil die Umwandlung blockiert ist.
Das bedeutet:Die Gesamtwirkung von Risperidon kann stärker werden, obwohl der aktive Metabolit nicht steigt.


⚠️ 3. Klinische Auswirkungen: Was merkt man?​

Mögliche Verstärkung der Wirkung

  • stärkere Sedierung
  • mehr emotionale Abflachung
  • stärkere antipsychotische Wirkung (manchmal erwünscht)

Mögliche Nebenwirkungen

  • mehr extrapyramidale Symptome (Unruhe, Parkinsonoid)
  • mehr Prolaktinanstieg
  • Gewichtszunahme
  • Müdigkeit
  • kognitive Verlangsamung
Viele Menschen merken die Spiegelsteigerung tatsächlich – oft innerhalb von 3–7 Tagen nach Beginn von Bupropion.


📉 4. Wie stark könnte man die Risperidon-Dosis senken?​

Hier muss ich vorsichtig sein:Ich kann keine individuelle Dosierung empfehlen – das gehört in die Hände einer Ärztin/eines Arztes.

Aber ich kann dir sagen, was die Literatur zeigt:
  • Bei starker CYP2D6-Hemmung (wie durch Bupropion) reduzieren Ärzt*innen die Risperidon-Dosis häufig um 25–50 %.
  • Manche müssen sogar bis zu 70 % runter, wenn starke Nebenwirkungen auftreten.
Wichtig:
Die optimale Dosis hängt extrem vom individuellen Stoffwechsel ab.


⏱️ 5. Wann wirkt Bupropion – und überdeckt Risperidon das?​

Wirkbeginn Bupropion

  • erste leichte Effekte: nach 7–10 Tagen
  • deutliche Wirkung: nach 3–4 Wochen
  • volle Wirkung: 6 Wochen

Kann ein steigender Risperidon-Spiegel die Wirkung von Bupropion überdecken?

Ja, das ist möglich.

Risperidon kann:
  • Antrieb dämpfen
  • Motivation senken
  • Emotionen abflachen
  • Müdigkeit verstärken
Bupropion soll:
  • Antrieb steigern
  • Motivation erhöhen
  • Stimmung aktivieren
Wenn Risperidon durch CYP2D6-Hemmung stärker wird, kann es die aktivierende Wirkung von Bupropion teilweise oder komplett neutralisieren.


🧩 6. Speziell zu deinem Fall („Moriko“)​

Wenn Bupropion nachträglich ergänzt wird:
  • Der Risperidon-Spiegel steigt innerhalb weniger Tage.
  • Nebenwirkungen können zuerst stärker werden.
  • Die aktivierende Wirkung von Bupropion kommt erst später.
  • Dadurch kann es so wirken, als würde Bupropion „nicht helfen“, obwohl es eigentlich wirkt – nur wird es durch Risperidon überlagert.
Das ist ein bekanntes klinisches Muster.


🧭 7. Was ist in der Praxis üblich?​

Ärzt*innen machen häufig Folgendes:
  • Risperidon-Dosis reduzieren, wenn Bupropion begonnen wird
  • engmaschig beobachten, ob Nebenwirkungen auftreten
  • Wirkung von Bupropion erst nach 2–4 Wochen beurteilen
Da Risperidon CYP2D6 benötigt, um in Paliperidon im Körper umgewandelt zu werden, ist in dem Fall schwierig zu sagen, wie weit man Risperidon reduzieren kann für die gleiche Wirkung, also da würde ich mit der halben Risperidon-Dosis rechnen. In so einen Fall muss man ähnlich wie beim Aripiprazol am besten vorher schon eine möglichst kleine Dosis wählen un dann nach Bupropiongabe das Antipsychotikum entsprechend verringern.


Hei ich meinte reagila nicht rusperidon 🙈🙈🙈
Dein Cariprazin (Reagila) ist für sich genommen ideal, nur sind Erfahrungswerte wie deiner sehr wertvoll. Wäre super, wenn du da jede Veränderung ob Positive oder Negative dokumentierst und ein eigenes Thema zur Umstellung aufmachst, oder eben uns hier auf dem laufenden hältst!?


Beim Wirkeintritt ist es schwer eine pauschale Aussage zu machen, auch weil das Antipsychotikum selbst also Cariprazin die Wirkung vom Bupropion etwas begrenzen kann.
KI schreib folgendes:

Wirkbeginn Bupropion

  • erste leichte Effekte: nach 7–10 Tagen
  • deutliche Wirkung: nach 3–4 Wochen
  • volle Wirkung: 6 Wochen

Ich würde sagen danach kannst du dich grob orientieren, wobei du erstmal keine übermäßige Wirkung erwarten brauchst.
Am besten du berichtest selbst sobald du irgendeine Veränderung bei dir bemerkst?

@Moriko hast du schonmal ohne Erfolge Cariprazin auf 4,5 oder 3mg reduziert gehabt?
Bupropion hat im Grunde einen zusätzlichen antipsychotisch schützenden Effekt und kann ermöglichen das du leichter auf 4,5 oder 3mg Reagila herunterkommen kannst oder es wie ich das Aripiprazol vielleicht sogar über kurze Zeiträume von Wochen oder Monaten weglassen kannst, nur weil Bupropion in der Zeit ausreichend stabilisiert.
In solchen Reduktionsphasen sollte es besonders stark bei Negativsymptomen wirken, da es bei mir etwa auch erst bei der ersten Intervalleinnahme von der Wirkung her sehr stark gegriffen hat.

Das heißt erstmal beobachten und auch auf Nebenwirkungen und alles genau achten.
 
Bupropion kann vielleicht gar nicht im gewünschten Umfang "wirken", da das Risperidon über das Cytochrom P-450 CYP2D6 metabolisiert wird und das Bupropion hier als Inhibitor wirkt. Da du ohnehin mit 6mg schon das Doppelte einer normal zu nennenden Dosis einnimmst, bist du somit faktisch knocked out. Aber da kennt sich Maggi besser aus als ich, frage ihn einfach mal oder warte die weiteren Antworten hier in diesem Thread ab!
Ich muss mich etwas korrigieren, da das CYP2D6-Risiko bei Risperidon eher rechnerisch ist, aber überschaubar sein sollte. Angesichts dessen auch als Korrektur meines vorigen Beitrag durch den folgenden KI-Beitrag.

Für dich @Moriko weniger interessant, aber da viele Betroffene Risperidon haben, nützlich.

Mit KI erstellt:

Kurzfassung: Risperidon wirkt ungefähr zur Hälfte über Risperidon selbst und zur Hälfte über Paliperidon, aber das Verhältnis schwankt stark zwischen Personen. CYP2D6‑Blockade (z. B. durch Bupropion) verschiebt das Verhältnis klar in Richtung Risperidon, erhöht die Gesamtbelastung mit aktivem Wirkstoff aber nur moderat. Für Risperidon‑Depot (Risperdal Consta) gibt es keine publizierten Studien, die explizit die Kombination mit Bupropion untersuchen.


🧠 1. Verhältnis Risperidon vs. Paliperidon (9‑OH‑Risperidon)

Die beste verfügbare pharmakokinetische Evidenz zeigt:
  • Beide Substanzen sind pharmakologisch praktisch gleichwertig (gleiche Rezeptorbindung, gleiche antipsychotische Potenz).
  • Im Durchschnitt:
    • Risperidon ≈ 30–40 % der aktiven Gesamtwirkung
    • Paliperidon ≈ 60–70 % der aktiven Gesamtwirkung
  • ABER:
    Das Verhältnis schwankt extrem:
    • CYP2D6‑Ultrarapid‑Metabolizer → viel Paliperidon, wenig Risperidon
    • CYP2D6‑Poor‑Metabolizer → viel Risperidon, wenig Paliperidon
Studien zeigen, dass Poor‑Metabolizer 2–3× höhere Risperidon‑Spiegel haben, aber ähnliche Gesamt‑Wirkstoffspiegel, weil Paliperidon weniger entsteht.


🧪 2. Was passiert bei starker CYP2D6‑Blockade (z. B. Bupropion)?​

Bupropion ist ein sehr starker CYP2D6‑Hemmer.
Die Effekte sind gut untersucht:

Erwartete Veränderungen:

  • Risperidon steigt deutlich an (oft +100–200 %)
  • Paliperidon sinkt
  • Gesamtaktive Substanz (Risperidon + Paliperidon) steigt nur leicht → meist +20–30 %, selten mehr

Pharmakologische Konsequenz:

  • Das Wirkprofil verschiebt sich Richtung Risperidon
  • Da Risperidon und Paliperidon fast identisch wirken, ist die klinische Bedeutung:
    • meist gering
    • manchmal leicht ungünstig, weil Risperidon etwas stärker:
      • Prolaktin erhöht
      • EPS verursachen kann
  • aber keine dramatischen Risiken, solange die Dosis moderat ist

Wichtig:

Die höheren Risperidon‑Spiegel sind nicht automatisch gefährlich, weil die Gesamtwirkung nicht proportional steigt. Das liegt daran, dass Paliperidon weniger entsteht, aber Risperidon die gleiche Potenz hat.


🧴 3. Risperidon‑Depot (Risperdal Consta) + Bupropion​

Hier wird es interessant:

Pharmakokinetisch:

  • Depot‑Risperidon setzt Risperidon frei, das dann über CYP2D6 zu Paliperidon wird.
  • Wenn CYP2D6 blockiert ist:
    • Risperidon steigt
    • Paliperidon sinkt
    • Gesamtwirkung bleibt relativ stabil

Gibt es Studien?

➡️ Nein. Es gibt keine publizierten klinischen Studien, die explizit die Kombination Bupropion + Risperdal Consta untersucht haben.

Was man aus den Daten ableiten kann:

  • Die Depotform hat glatte, langsame Freisetzung, daher:
    • weniger Spitzen
    • weniger Risiko für akute Nebenwirkungen
  • Die Verschiebung Richtung Risperidon ist vorhersehbar, aber:
    • keine massiven Spiegelanstiege
    • keine bekannten toxischen Interaktionen

📌 4. Klinisch relevante Punkte

Mögliche Vorteile der Verschiebung Richtung Risperidon

  • etwas stärkere antipsychotische Wirkung bei manchen Patienten
  • manche empfinden Risperidon als klarer, aktivierender, Paliperidon eher sedierender

Mögliche Nachteile

  • mehr Prolaktin
  • mehr EPS bei empfindlichen Personen
  • theoretisch mehr QT‑Risiko, aber praktisch selten relevant

🧭 5. Fazit​

  • Ja, es gibt ungefähre Prozentangaben: Risperidon ~30–40 %, Paliperidon ~60–70 % der aktiven Wirkung.
  • CYP2D6‑Blockade verschiebt das Verhältnis klar Richtung Risperidon.
  • Gesamtwirkung steigt nur leicht, nicht dramatisch.
  • Keine Studien zu Bupropion + Risperidon‑Depot, aber die PK spricht gegen große Risiken.
  • Klinisch ist die Kombination meist unproblematisch, aber sollte ärztlich überwacht werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir empfehlen das Risperidon sowieso nicht, auch sollte es nicht mit dem (Es-)Citalopram kombiniert werden (Serotonin-Syndrome). Wenn Bupropion zum Risperidon dazu, dann sicher TDM erforderlich und starke Reduktion der Risperidongabe wegen der Verstoffwechselungshemmung Leber/Risperidon_vor_9-OH-Risperidon (letzteres renal verstoffwechselt).
 
Wenn Bupropion zum Risperidon dazu, dann sicher TDM erforderlich und starke Reduktion der Risperidongabe wegen der Verstoffwechselungshemmung Leber/Risperidon_vor_9-OH-Risperidon (letzteres renal verstoffwechselt).
Ich habe den KI-Beitrag vorher als Spoiler statt als Zitat gemacht und das Fazit so reingestellt, damit es sichtbar wird.

Risperidon wirkt nur mit ca. 35% verglichen zum aktiven Metaboliten Paliperidon mit ca. 65%
Durch CYP2D6 wird Risperidon in den aktiven Metaboliten umgewandelt, was durch Bupropion gehemmt wird.
Risperidon steigt also an, aber wirkt ja an sich schwächer als Paliperidon, somit ist beim Risperidon zwar 100%-200% zu erwarten aber die Gesamtaktive Subatanz steigt nur leicht also um das 1,2-1,3 Fache:
  • Gesamtaktive Substanz (Risperidon + Paliperidon) steigt nur leicht → meist +20–30 %, selten mehr
Damit sollten sich starke CYP2D6-Hemmer praktisch mit Risperidon kombinieren lassen, was zumindest für einen Teil der Betroffenen sehr relevant ist. Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) ist interessant, aber wäre dann keine zwingende Notwendigkeit.
  • Das Verhältnis schwankt extrem:
    • CYP2D6‑Ultrarapid‑Metabolizer → viel Paliperidon, wenig Risperidon
    • CYP2D6‑Poor‑Metabolizer → viel Risperidon, wenig Paliperidon
Studien zeigen, dass Poor‑Metabolizer 2–3× höhere Risperidon‑Spiegel haben, aber ähnliche Gesamt‑Wirkstoffspiegel, weil Paliperidon weniger entsteht.

@Benutzer_Trichtersieb
Mir hat eine Betroffene mal auf eine frühere Rundmail zurückgeschrieben, welche Xeplion Depot 25mg hat, also Paliperidon, den aktiven Metaboliten von Risperidon, welcher selbst keinerlei CYP2D6-Interaktion hat.
Diese war schon über 10 Jahre auf Xeplion 25mg + Bupropion 150mg + Lithium eingestellt und hatte seitdem keinen Rückfall mehr. Sie fühlte sich damit happy und fast gesund.
Xeplion 25mg ist ja die kleinste 4-wöchige Depotform von Paliperidon und sollte ganz grob 1mg Risperidon am Tag entsprechen:
Paliperidon (Rohdaten)

Das zeigt zumindest, dass Betroffene mit Paliperidon auch profitieren, und es ist wichtig zu wissen, dass es mit Risperidon auch ohne weiteres funktionieren sollte.

Lithium ist in dem Kontext interessant. Ich habe selbst Lithium-Orotat, ca. 80mg (4 x 20mg Nahrungsergänzungsmittel) am Tag. Lithiumspiegel von etwa 0,16 mmol/l , was im Vergleich zum üblichen Lithium mit 0,6-0,8 mmol/l immer noch wenig ist. Einer der Gründe, weshalb ich vor über einem Jahr dann das Antipsychotikum nach Jahren Intervalltherapie komplett und bis heute absetzen konnte.
Du meintest glaube ich mal, dass normales Lithium ein Risiko für MNS (marginales neuroleptisches Syndrom) bei Schizophrenie anheben kann, mir ist unklar, wo du das her hattest? Lithium-Orotate soll ja direkt im Gehirn wirken, also sich weniger stark im Körper anreichern, weshalb die 0,16 mmol/l immer noch einiges ist aber es wirkt.

Frage:
Wie wirkt Lithium auf NDMA

KI-Antwort:

🧠 Kurze Antwort​

Lithium hemmt über mehrere Signalwege die Überaktivität des NMDA‑Rezeptors, der ein wichtiger Glutamat‑Rezeptor im Gehirn ist. Dadurch wird die neuronale Erregbarkeit reduziert und toxischer Stress verhindert.


🧬 Was bedeutet das im Detail?​

1️⃣ NMDA‑Rezeptor = Glutamat‑Rezeptor für Erregung​

Der NMDA‑Rezeptor spielt eine zentrale Rolle bei:
  • neuronaler Erregung
  • Lernen und Gedächtnis
  • synaptischer Plastizität
Eine Überaktivität kann jedoch zu:
  • neuronaler Übererregung
  • Stimmungsschwankungen
  • neurotoxischem Stress
  • Symptomen wie Unruhe, Reizbarkeit oder psychotischen Verstärkungen

2️⃣ Lithium wirkt dämpfend auf NMDA – über mehrere Mechanismen​

A. Hemmung von GSK‑3

Lithium blockiert das Enzym GSK‑3, was wiederum:
  • die Expression von NMDA‑Rezeptoren senkt
  • die Empfindlichkeit des Rezeptors reduziert
➡️ Weniger Glutamat‑Übererregung


B. Stabilisierung der Calcium‑Ströme

NMDA‑Rezeptoren lassen Calcium in die Zelle.
Zu viel Calcium = Zellstress.

Lithium:
  • stabilisiert die Calcium‑Homöostase
  • verhindert toxische Calcium‑Überflutung
➡️ Schützt Nervenzellen


C. Einfluss auf Inositol‑Signalwege

Lithium hemmt die Inositol‑Monophosphatase, was die Signalübertragung über NMDA‑Rezeptoren moduliert.

➡️ Dämpft überaktive Glutamat‑Signalwege


D. Verstärkung hemmender Systeme

Lithium erhöht:
  • GABA‑Aktivität (der wichtigste beruhigende Neurotransmitter)
➡️ Gegengewicht zur NMDA‑Erregung


3️⃣ Warum ist das klinisch wichtig?​

Bei Bipolarstörung

  • NMDA‑Überaktivität wird mit Manie und Stimmungslabilität in Verbindung gebracht
  • Lithium wirkt hier stabilisierend und neuroprotektiv

Bei Psychose / Schizophrenie

  • Glutamat‑Dysregulation (inkl. NMDA‑Hypo- oder Hyperaktivität) spielt eine Rolle
  • Lithium kann bei schizoaffektiven Verläufen Symptome glätten
  • Es wirkt aber nicht primär antipsychotisch wie ein Neuroleptikum

🧩 Zusammenfassung​

Lithium wirkt auf NMDA, indem es die Überaktivität des Rezeptors hemmt und die neuronale Erregbarkeit stabilisiert.
Das schützt Nervenzellen und stabilisiert Stimmung und Stressreaktionen im Gehirn.

@Moriko und @Benutzer_Trichtersieb
Lithium-Orotate ist in Deutschland kein Nahrungsergänzungsmittel, man bekommt es überwiegend in teurer chemischer flüssiger Form in kleinen Dosierungen, die am Anfang auch ihren Dienst tun.

Falls Interesse besteht: Ich hole mir das Lithium-Orotat von dort, da ich da online nur wenige Anbieter gefunden habe.
https://de.iherb.com/pr/vitamatic-lithium-orotate-20-mg-90-vegetable-capsules/147587
90 Kapseln 20mg Lithium-Orotat kosten da vergleichsweise wenig und sind eine in dem Bereich hohe Dosierung.

Ich denke, Lithium-Orotate wäre für später interessant, wenn das Bupropion funktioniert und das Cariprazin (Reagila) weit reduziert oder mal testweise in einer Intervalltherapie phasenweise abgesetzt werden soll.
Wenn bei den Antipsychotika die kleinsten Dosierungen da sind, in denen man normal instabil wird, da sollte die Wirkung noch am besten greifen.

Ähnlich sehe ich das mit Bupropion, dass die Stärke der Wirkung mit der dann möglichen Reduktion von Cariprazin (Reagila) stärker werden sollte. Wenn also die Wirkung schwächelt, kannst du @Moriko später das Cariprazin (Reagila) immer noch reduzieren, da Bupropion als Addon da praktisch einen Teil der antipsychotischen Wirkung übernimmt, also neben den Negativsymptomen auch Positivsymptome damit gelindert werden.
 
Das Maligne Neuroleptische Syndrom ist sehr gefährlich und ich habe einmal gelesen, dass es auch durch Lithium solo ausgelöst werden kann. Glaube jetzt aber nicht an diese Nachricht, müsste ich recherchieren (mit ungewissem Ausgang, vielleicht wollte der Äußernde damit etwas anderes sagen, dann hat er sich falsch ausgedrückt).

Interessant wäre, ob der Genuss von THC-freien Hanfsamen ergänzend zu Cariprazin oder Aripiprazol einem Dopaminexzess entgegenarbeiten könnte. Man hat entsprechende Studien gemacht, diese hatten jedoch nur sehr wenig Widerhall in der akademischen Welt gefunden, zumindest hierzulande. Mich beruhigt der THC-freie Speisehanf.
 
Zurück
Oben