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Empfehlung

Facharbeit

Liz

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Guten Tag zusammen!

Ich schreibe eine Facharbeit mit dem Thema „Ist Schizophrenie im Hinblick auf ihre Entstehung heilbar?“, da ich das Thema unglaublich interessant finde.

Für den praktischen Teil haben meine Lehrperson und ich uns überlegt, dass ich Kontakt mit Menschen aufnehme, die sich über das Thema auskennen, also Ärzte, Bekannte von Betroffenen, Betroffene usw.

Mehr ist durch die Pandemie auch nicht unbedingt möglich.

Ich bin bei meiner Recherche über dieses Forum gestolpert und wollte meine Fragen stellen.

Natürlich müssen Sie diese nicht beantworten, es würde mir nur sehr weiterhelfen :)

Die Fragen sind:

  1. Mit welcher Methode werden Sie behandelt?
  2. Wie wirksam ist sie/wirkt sie bei Ihnen/Ihren Bekannten?
  3. Wie hat sich Schizophrenie bemerkbar gemacht?
Ja es wäre wie gesagt unglaublich hilfreich, wenn Sie antworten würden, aber ich will mich auf keinen Fall jemanden aufzwängen!

Wenn sie mir mehr erzählen wollen, irgendwelche Sachen die bei dem Thema selten erwähnt werden, die Sie aber als wichtig erachten usw. würde ich mich natürlich auch sehr freuen.

Ich möchte anmerken, dass Ihre Antworten in diese Facharbeit eingebaut werden können, also antworten Sie bitte nur, wenn Sie sich damit wohlfühlen! Auf Wunsch kann ich Ihren Nutzernamen auch nicht verwenden, also Synonyme verwenden wie „eine Person, die lieber anonym sein möchte“ o.ä.

Ich kann Ihnen den Teil, in den Ihre Antworten einfließen, gerne auch zusenden, damit Sie einfach noch einmal darüber lesen können, um zu sagen ob sie auch wirklich Ihren Teil in diesem Endresultat akzeptieren.

Viele Grüße :)
 
Administrator
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Ich denke da wäre eine zusätzliche Kontakt-Email hilfreich, da so psychotische Erfahrungen auch etwas sehr Persönliches sind.

Die ersten 2 Punkte könnte ich auch so beantworten, ich fühle mich da schon etwas angesprochen und frage mich, was es mit der Facharbeit auf sich hat.
Standardtherapien haben mir nur bedingt etwas gebracht, ich musste quasi mein eigener Arzt werden, um gesundheitlich vorwärts zu kommen.
Die Methode/Therapie ist eine spezielle Intervalltherapie:
https://schizophrenie-forum.com/psychose/beitraege/medikamente-empfehlung-fuer-psychose.569/

Durch die Einnahme des Neuroleptikums in unterschiedlichen Zeitintervallen, konnte ich Positiv- und Negativsymptome bei mir besser behandeln, als es vorher unter den Neuroleptika im Ansatz nur möglich war.
Im Grunde nehme ich Aripiprazol für ca. 1-2 Wochen ein und lasse das Neuroleptikum dann weg, nehme aber spezielle Antidepressiva (Bupropion+Citalopram) zur Stabilisierung und gegen die Negativsymptome ein. Trimipramin-Tropfen als trizyklisches Antidepressivum zum schlafen gehen und Naltrexon zur Gewichtskontrolle.

Oben im Link zur Therapie finden Sie eine genaue Beschreibung wie ich das einnehme und so. Derzeit sind die Intervalle ohne Neuroleptikum eben deutlich länger, also so 6-12 Monate komme ich je nach Stresslage hin und nehme in der Zeit nur die Antidepressia und das Medikament zur Gewichtskontrolle ein.

Die Fortschritte sind groß, also etwas Anderes als wenn man wie standardmäßig ein Neuroleptikum dauerhaft und durchgängig nimmt. Durch die Intervalleinnahme können die Antidepressiva insbesondere das Bupropion besser gegen die Negativsymptome wirken, was indirekt auch die Positivsymptome reduziert/therapierbar macht.

Vorher habe ich viele Absetzversuche gemacht und war extrem im Leben eingeschränkt, wo ich heute mein Leben wieder ziemlich im Griff habe (mit Erwerbsminderungsrente zusätzlich).
 
TS
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Liz

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Hallo,
Danke für Ihre Antwort!
Die Facharbeit ist eine Schularbeit in meinem Biologie Leistungskurs als Ersatz für eine Klausur.
Da ich minderjährig bin, würde ich meine persönliche E-Mail-Adresse ungerne in einem so öffentlichen Forum teilen, ich kann Ihren Punkt jedoch vollständig nachvollziehen.
Also ja vielen Dank noch einmal für die hilfreiche Antwort!
 
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1. Mit welcher Methode werden Sie behandelt?

Ich werde mit Neuroleptika behandelt. Außerdem nehme ich zusätzlich Vitamin B12 in der empfohlenen Tagesdosis sowie 300 mg Vitamin B3.

Ich kann nur sagen, dass mir Vitamine mehr geholfen haben als Neuroleptika. Als ich nur Medikamente nahm, konnte ich keinen positiven Effekt herbeiführen. Ich habe mich dann trotzdem nicht gesund gefühlt.

Man muss auch sagen, dass man sich mit den Medikamenten nicht wohl fühlt. Sie haben starke Nebenwirkungen (wobei das bei jedem unterschiedlich variiert) und können auch Spätfolgen mit sich tragen. Ich wäre an einem Medikament wegen Hypertonie fast verstorben.

Seitdem ich zusätzlich Vitamine nehme, kann ich sagen, dass ich mich psychisch wohl fühle. Die Stimmung hat sich verbessert und ich bin nicht so anfällig für Stress. Ich konnte danach auch mit Vitaminen eine Zeit lang weiter studieren. Dass Vitamin B3 bei Schizophrenie hilft, ist auf Abram Hoffer zurückzuführen.

Aber ohne Neuroleptika ginge es auch nicht. Ich wäre dann viel zu unruhig und würde einen Realitätsverlust erleiden, bei dem ich nicht mehr wüsste, in welcher Welt ich mich gerade befinde.

2. Wie wirksam ist sie/wirkt sie bei Ihnen/Ihren Bekannten?

Ich habe eine Bekannte, die auch an Schizophrenie leidet. Die Medikamente sind zwar wirksam, aber die Lebensqualität ist nicht sehr hoch, wenn sie das jetzige Medikament nimmt.

Meiner Meinung nach kommt es auch darauf an, welche Medikamente man einnimmt. Es gibt viele Neuroleptika, die dieses "roboter-hafte" machen. Und damit kann sich kein Mensch gut fühlen.

3. Wie hat sich Schizophrenie bemerkbar gemacht?

Anfangs hatte ich Schlafstörungen und komische Schmerzen und Eindrücke, als Menschen mit mir sprachen. Ich habe Menschen größer und kleiner wahrgenommen. Ich hatte starke Konzentrationsstörungen. Dadurch konnte ich nicht mehr meine Arbeit ausführen. Dann hatte ich einen Realitätsverlust wo ich die Leute lautstark angesprochen habe, dass sie nicht real wären.

Später habe ich meine Verwandten als Stimme gehört und Kameras in den Ecken der Wände gesehen. Weiterhin traten bei mir Angstzustände auf. Ich halluzinierte Totenköpfe und sah Leichen an den Wänden.

Naja, wenn das noch nicht alles genug war! Ich habe mich dann durch Schlaflosigkeit in einem Rauschzustand befunden, wo ich kaum noch den Alltag hinbekommen habe. Als die Psychose dann vorbei war, war ich in einem entspannten Zustand, bis ich dann Medikamente nahm, die wieder Muskelprobleme machten.
 
TS
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Liz

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Vielen Dank für Ihre so hilfreiche Antwort!
 
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Hey, ich habe nicht die Diagnose Schizophrenie sondern eine drogeninduzierte Psychose. Laut Internet erfülle ich aber die Voraussetzungen einer Schizophrenie. Sie wurde nur ärztlich nie diagnostiziert. Das passiert häufig erst mit dem 2ten psychotischen Schub, oder wenn die Psychose von Anfang an chronisch ist. Ich hatte bisher nur einen und hoffentlich bleibt es auch dabei.
Zu deinen Punkten:

1. Mit welcher Methode werden Sie behandelt?
Mit dem Medikament Olanzapin. Anfangs 5mg, mittlerweile 1,5mg

2. Wie wirksam ist sie/wirkt sie bei Ihnen/Ihren Bekannten?
Das Medikament ist sehr wirksam. Es hat meine Symptome innerhalb von Tagen stark zurückgehen lassen. Jedoch hat das Medikament auch starke Nebenwirkungen: Müdigkeit, Gedankenleere, Libido ist schwach, erhöhtes Schlafbedürfnis (statt 8Std. 11Stdt.).

3. Wie hat sich Schizophrenie bemerkbar gemacht?
Die Symptome kamen aus dem nichts. Sie waren urplötzlich da und sind dann für mehrere Monate geblieben. Ich habe LSD genommen und dabei so viel gekifft wie noch nie in meinem Leben. Der Tripp hat einfach nicht mehr aufgehört.
Manche Symptome waren durchgängig da, andere kamen in Wellen
Hier eine Auflistung:
  • verengte Brust + Panikattacken
  • Geräusche hören die nicht da sind
  • Ich Bezug von Nachrichten im TV oder Radio
  • kurzzeitige manische Zustände
  • denken, dass Menschen über mich reden
  • mehr sehen als da ist: Bäume sahen sehr mystisch und strukturiert aus. Astgabeln waren Augen, alles hatte viel mehr Details usw.
  • intensivere Farben
  • Gehirn hat durchgehend gekribbelt, vor allem hinter der Stirn
  • das Kurzzeitgedächtnis war sehr schlecht
  • hin und wieder hat es mich durchzuckt wie ein Blitz
  • Schlaflosigkeit
  • Bilder sehen wenn ich die Augen schließe
  • fremde Gedanken im Kopf
  • kriselnde Sicht (wie ein alter TV dieses schwarz-weiße)
  • Kopfschmerzen
  • Tinnitus
  • depressive Verstimmung
  • Selbstmordgedanken
  • der Boden bewegt sich
  • Schwäche
  • hohe Sensibilität (kein Selbstvertrauen)
  • innere Unruhe
  • Körper kribbelt
  • Geräuschfilterung hat nicht mehr funktioniert (alles war laut)
  • Gerüche waren viel intensiver
  • Gedankenschleifen aus denen ich nicht immer ausbrechen konnte
  • den Körper nicht spüren können
  • Gedankenraserei (ganz viele Gedanken auf einmal von denen keiner zu Ende gedacht wird)
  • manchmal hat Essen vergiftet gerochen und geschmeckt
  • manchmal hatte ich das Gefühl beobachtet zu werden
  • Fähigkeit verloren Gespräche führen zu können
  • schlechter Zugriff aufs Langzeitgedächtnis
  • Halluzinationen z.B: Windräder sehen, wo keine sind
  • viel mehr in Zahlen interpretiert (Autoschilder, random Nummern die irgendwo hingesprüht wurden)
  • sehr schnelle Reizüberflutung
  • Angst vor anderen Menschen
  • ständige Zukunftsängste
--> ich hatte nie stabile, gleichbleibende Wahnkonstrukte
Das müsste so ziemlich alles gewesen sein, was ich entweder chronisch oder in Wellen erlebt habe.
 
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Zu 1: Alle Behandlungen sind bei einem bestimmten Punkt mit meinem Streben nach Logik kollidiert. Also keine Behandlung.
Zu2: -
Zu3:

Ich möchte auf den Titel der Facharbeit eingehen. Ist Schizophrenie im Hinblick auf ihre Entstehung heilbar?

Heilbar nicht direkt, weil die "Gabe" ist ja sozusagen angeboren. Und wenn man diese "Gabe" nicht bis zum Zerbersten triggert, wird ein Schizophrener nicht von einem "Gesunden" zu unterscheiden sein.

Und da beginnt das Problem. Und ich kann jetzt nur für mich sprechen. Alles, wirklich alles, was ich sehe und höre MUSS in einen logischen Konsens stehen. Unlogische Dinge füllen meinen psychischen Rucksack unnötig auf. Ich mach mir dann über diese unlogischen Nichtigkeiten unglaublich viele Gedanken. Und je mehr Unlogik dazu kommt, umso mehr geistige Kapazität wird mit diesen Gedanken verschwendet. Abschalten wird geradezu unmöglich. Betreffen die unlogischen Dinge meine Leben, oder meinen Lebensgewohnheiten, kann nicht einmal mehr Schlaf den Rucksack abbauen. Dann noch ein Schicksalsschlag, dann knallen alle Sicherungen, die man mühsam aufgebaut hat, auf einen Schlag durch.
Willkommen im Reich der Psychose. Eine Welt in der Gedanken Realität werden, eine Welt in der alles sofort logisch eingeordnet wird. Dann ist halt ein Türknall ein Schuss, der jemanden getötet hat. Das Knurren des Magens, der Versuch einer fremden Spezies mit einem zu kommunizieren usw usw.

Und was sind jetzt unlogische Dinge die Triggern? z.B. Wenn jemand weiß, dass ich keinen Alkohol trinke, er mir trotzdem ein Bier anbietet. Der Kopf beschäftigt sich dann damit, wen ich hier wirklich vor mir hab, wenn er das vergessen hat.
Das permanente ansprechen meiner Person mit einem Namen, den ich nicht habe (auch von Leuten, die ich schon jahrelang kenne).
Und dann gibt es noch die epischen "Fehler". Die ich nie verarbeiten werde: ein Beispiel: In der Grundschule habe ich ein Rennen gewonnen, jeder hat es gesehen und meine Zeit war schlechter, als die des 2. Grundschule.... Das ist 40 Jahre her und ist bis heute nicht verarbeitet, weil es unlogisch ist.

Da ich nicht weiß, wie andere Menschen denken, kann man jetzt mein Geschriebenes mit den eigenen Gedanken vergleichen, und dann versuchen eine Lösung zu finden, damit diese unlogische Gedankenüberflutung nicht entsteht. Und bitte nicht auf die Geschichten eingehen, dass sind nur Beispiele. In Wirklichkeit ist das bedeutend komplexer und würde den Rahmen sprengen.

Gruß
 
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