Schizophrenie & Psychose – Forum für evidenzbasierte Hilfe

Willkommen im Psychose-Forum

Dieses Forum richtet sich an Menschen mit Psychose, an Angehörige sowie an alle, die sich sachlich und medizinisch fundiert informieren möchten.

Im Mittelpunkt stehen Orientierung, Medikation und Therapieansätze. Persönliche Erfahrungen werden nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Informationen und etablierten Behandlungswegen eingeordnet.

Das Forum ist anonym nutzbar und moderiert. Ziel ist es, medizinisches Wissen verständlich zu machen, Erfahrungen einzuordnen und eine verlässliche Grundlage für eigene Entscheidungen zu bieten.

Pharmakologische Strategien
➝ 2‑seitige Praxisübersicht: PDF-Druckversion
Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven
➝ Die Dopamin-Regulationshypothese
➝ Schizophrenie einfach erklärt: Was im Gehirn passiert

Du kannst zunächst mitlesen oder dich aktiv beteiligen. Registriere dich, um alle Funktionen, persönliche Beratung kostenfrei und unverbindlich nutzen zu können.

Forum für Psychose & Schizophrenie:

Anonym, moderiert, medizinisch fundiert.

Orientierung, Medikation, Therapie – verständlich erklärt.

Kostenlose individuelle Beratung, Chat- und Komfortfunktionen.

Wirksamkeit bei Positiv- und Negativsymptomen:

Übersicht zu Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Die Dopamin-Regulationshypothese

➝ Schizophrenie einfach erklärt: Was im Gehirn passiert

Registrierung – Kostenfrei und Anonym.
individuelle Tipps – Ratschläge – Unterstützung.

Depotspritze Abilify Maintena

Gibt es für Ersterkrankte leider nur Akut- und Überdosis, das Produkt.

Aripiprazol (Rohdaten)

Die aktuell kleinste in Deutschland vermarktete Depotform sollte etwa 10–15 mg entsprechen.

Gerade noch mal Glück gehabt, da man bei Partialagonisten wie Aripiprazol ja in den zweckentfremdeten Höchstblockadebereich von 80–100 % D2‑Blockade vordringen kann.
Praktisch ist das wie Marketing für die Konkurrenz, weil da Akathisie fast schon vorprogrammiert ist und man Nebenwirkungen bekommt, die man sonst nur von Antagonisten kennt.
 
Ich sage dazu im Moment nichts, da ich in den letzten Jahren viel niedrigdosiertes Cariprazin statt dem Aripiprazol hatte und beim Aripiprazol nie wirklich Luft hatte, niedriger zu dosieren (zuviel Angst, oder auch den Kopf in den Sand gesteckt).

Was SERT und NAT aus der KI im rohdaten posting bedeuten, weiß ich auch (noch) nicht oder warum sie im Text und in der Grafik gegeneinander vertauscht sind (Daten beim Aripiprazol und sein Metabolit). Ich gehe deshalb vorläufig davon aus, dass sie keine Rolle spielen.

Abilify maintena gibt es so weit ich weiß als Vier- und Achtwochenspritze und nicht als Generikum. Natürlich ist die Zwei-Monats-Version genauso überteuert wie die kleinere Wirkdauer. Die kleineren Dosierungen der Long Acting Injectibles entsprechen 10 mg/Tag, das ist in der Tat schon im oberen Bereich, auch wenn man orthodox einen Unterschied zwischen den 2nd gen Antagonisten und den 3rd gen Partialagonisten macht etwa hinsichtlich des Beginns der Effektiven Dosis 80% (Wahrscheinlichkeit von 0,8 hinsichtlich des Unterdrückens des Wiederauftreten des psychotischen Zustands im Langzeitverlauf).
 
Mir war unklar, dass Aripiprazol NET‑Wirkung hat, wenn nur sehr mild und KI irrt sich ja auch gelegentlich mal, von daher müsste ich das prüfen.
NET ist der Noradrenalintransporter-Hemmung was viele Antidepressiva haben SERT wäre klassische SSRI Wirkung also Serotonintransporter-Hemmung. DAT dann Dopamintransporter, wo man von den Wirkstoffen wenig auswahl hat, also Bupropion und Metyphphenidas mir da nur einfallen.

Also ruhig kritisch lesen. Etwas bezweifle ich die NET‑Wirkung von Aripiprazol, also diese Angabe kann falsch sein. Auch KIs irren mal.
NET hilft, präfrontale Kontrolle zu stabilisieren, da diese Wirkung bei Aripiprazol schwach ist erklärt das wohl, das man beim Absetzen trotzdem relativ schnell impulsiv werden kann.
Zudem muss man die NET‑Blockade auch relativ sehen: Wenn man 15mg Aripiprazol hat, mag man das merken, bei 5mg kann die Wirkung quasi minmal sein oder wegfallen.

Auf NET wirken Duloxetin als SSNRI, Venlafaxin nur minimal in hohen Dosierungen. Ansonsten wirken Atomoxetin und Reboxetin selektiv auf NET, da s stärkt die präfrontale Kontrolle indem Noradrenalintransporter die das NA recyclen blockiert werden bleibt einerseits mehr NA im Synaptischen Spalt aber präfrontal wird darüber als Ausnahem auch Dopamin abgebaut, da es dort kaum DA-Transproter(DAT) gibt deswegen heben diese den dort sehr schwach vorligenden Dopamintonus an, was zur Stabilität und besseren Selbstkontrolle beiträgt.

Antipsychotische Wirksamkeit leistet DAT, also deswegen Bupropion und gering dosiertes Methylphenidat, da diese auf NET und DAT wirken. Die SERT‑Wirkung üblicher Antidepressiva lohnt es sich, bei Nebenwirkungen zu ergänzen, da dieser Ausgleich wichtig sein kann.
NET verkrampft eher, SERT löst eher Spannung, was bei Obstipatin und Miktion relevant ist.

SERT-Hemmung reduziert auch Überemotionalität, wenn man als Betroffener nur noch nach seinen Gefühlen geht, auch wenn die Realität dem widerspricht. Das ist bei stärkeren überemotionalen Depressionen wichtiger, da Serotonin wohl den Gedanken und Denken das emotionale Gewicht verleiht. Also keine Impulsivität wie bei NET, sondern bei SERT wäre das emotionale Valenz.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich werde das mit dem NAT und dem SERT vor dem Hintergrund des wirksamen einzigen Metaboliten des Aripiprazols heute Abend mal durch die KIs Perplexity PRO und FragMAGENTA schicken. Sehe das bisher so ähnlich wie du, dass das in den Erhaltungsdosierungen wahrscheinlich keine Rolle spielt, vielleicht aber muss man mit der Einnahme von L-Tryptophan aufpassen (es gibt ja nicht nur NMS/MNS, sondern auch das "Serotoninsyndrom", etwa warnt eine Packungsbeilage von Kalma ® vor der gleichzeitigen Einnahme/Anwendung von Chlorphenazin und/oder verwandten Phenothiazinen.
 
Perplexity PRO sagt: "Bei Aripiprazol (und seinem aktiven Metaboliten Dehydroaripiprazol) ist die Hemmung des Serotonintransporters (SERT) schwach bis moderat und die des Noradrenalintransporters (NET) praktisch vernachlässigbar – beides gilt als zu schwach, um klinisch relevant zu sein."
Screenshot_20260917-052910.png
 
@Benutzer_Trichtersieb,
auch KI‑Sprachmodelle irren manchmal, auch unabhängig vom Hersteller. Häufig muss man sich mit mehreren Fragen in Themen erst reinarbeiten.
Perplexity PRO sagt: "Bei Aripiprazol (und seinem aktiven Metaboliten Dehydroaripiprazol) ist die Hemmung des Serotonintransporters (SERT) schwach bis moderat und die des Noradrenalintransporters (NET) praktisch vernachlässigbar – beides gilt als zu schwach, um klinisch relevant zu sein."
Das ist falsch. Passiert mir auch manchmal, dass ich solche Antworten bekomme. Hat manchmal trotzdem einen Lerneffekt, wenn man sich etwa reinfuchsen muss.

Aripiprazol (Rohdaten)
In der verlinkten Tabelle kannst du optisch sehr deutlich erkennen, dass NET stärker als SERT ist:

Heatmap – Aripiprazol vs. Dehydro‑Aripiprazol vs. Kombiniert (mit Funktionsart)​

TargetAripiprazolDehydro‑AripiprazolKombiniert (realistisch)
D2🟥🟥🟥🟥🟥 (PA)🟥🟥🟥🟥🟥 (PA)🟥🟥🟥🟥🟥 (PA)
D3🟥🟥🟥🟥🟥 (PA)🟥🟥🟥🟥🟥 (PA)🟥🟥🟥🟥🟥 (PA)
D4🟨🟨🟨 (A)🟨🟨🟨 (A)🟨🟨🟨 (A)
5‑HT1A🟥🟥🟥🟥🟥 (PA)🟥🟥🟥🟥🟥 (PA)🟥🟥🟥🟥🟥 (PA)
5‑HT2A🟥🟥🟥🟥🟥 (A)🟥🟥🟥🟥🟥 (A)🟥🟥🟥🟥🟥 (A)
5‑HT2B🟥🟥🟥🟥🟥 (IA)🟥🟥🟥🟥🟥 (IA)🟥🟥🟥🟥🟥 (IA)
5‑HT2C🟧🟧🟧🟧 (A)🟧🟧🟧🟧 (A)🟧🟧🟧🟧 (A)
5‑HT7🟨🟨🟨 (A)🟨🟨🟨 (A)🟨🟨🟨 (A)
α1A🟨🟨🟨 (A)🟨🟨🟨 (A)🟨🟨🟨 (A)
H1🟨🟨🟨 (A)🟨🟨🟨 (A)🟨🟨🟨 (A)
M1–M5⬜⬜⬜
SERT🟩🟩 (98nM)🟩🟩 (98nM)🟩🟩
NET🟨🟨🟨 (30nM)🟨🟨🟨 (30nM)🟨🟨🟨

Balken‑Legende (Heatmap)​

  • 🟥🟥🟥🟥🟥 sehr stark (<5 nM)
  • 🟧🟧🟧🟧 stark (5–20 nM)
  • 🟨🟨🟨 moderat (20–60 nM)
  • 🟩🟩 schwach (60–200 nM)
  • ⬜ sehr schwach / keine (>200 nM)
  • PA = Partialagonist
  • A = „normaler“ Antagonist
  • IA = inverser Agonist
  • (leer) = keine relevante Funktion / praktisch inaktiv

Hier mit KI formuliert:

1. Ki vs. pKi – fachlich korrekt und eindeutig
Ki (nM)
= gemessene Bindungsstärke.
pKi = logarithmisch umgerechneter Wert (−log(Ki)).

Die Skalen sind gegensätzlich:
  • Ki: kleiner = stärker
  • pKi: größer = stärker
Die Rohdaten zu Aripiprazol und Dehydro‑Aripiprazol zeigen ausschließlich Ki‑Werte.
Das ist eindeutig belegt durch die Literatur: Ki‑Tabellen für Aripiprazol listen Werte wie 0.34 nM (D2), 1.7 nM (5‑HT1A), 15 nM (5‑HT2C) usw.

Damit ist klar:
SERT 98 nM = schwach
NET 30 nM = moderat


Die Verwechslung entsteht, weil pKi‑Werte typischerweise im Bereich 5–10 liegen und dort höhere Zahlen stärkere Bindung bedeuten.
Das hat aber nichts mit den nM‑Werten zu tun.


2. Dosisabhängigkeit – fachlich korrekt eingeordnet

Die D2‑Affinität von Aripiprazol liegt im Sub‑nM‑Bereich (0.34–0.56 nM).
Das ist extrem stark.

Daraus folgt:

5–7.5 mg Aripiprazol

  • D2‑Wirkung voll aktiv (55–80 % Belegung)
  • SERT/NET praktisch irrelevant (98 nM / 30 nM → kaum Wirkung)

15 mg Aripiprazol

  • D2‑Belegung 80–90 %
  • NET wird funktionell relevant
  • SERT bleibt schwach
Das deckt sich mit den Leitlinien, die höhere Dosierungen nennen, obwohl die antipsychotische Wirkung schon bei 5–10 mg vollständig wäre.
Die höheren Dosen dienen also nicht der Psychosebehandlung, sondern der NET‑Komponente.


3. Funktionelle Interpretation: NET‑dominante Aktivierung

NET (30 nM) ist deutlich stärker als SERT (98 nM).
Das erklärt:
  • Antriebssteigerung bei höheren Dosen
  • Impulsivitätsdämpfung (noradrenerge Kontrolle)
  • keine typischen SSRI‑Nebenwirkungen (SERT zu schwach)
Die Literatur bestätigt, dass Aripiprazol über seine Serotonin‑ und Noradrenalin‑Interaktionen ein „dopamine‑serotonin system stabilizer“ ist, aber die Transporterwirkungen sind schwach bis moderat und dosisabhängig.


4. Vegetative Effekte: NET vs. SERT

NET wirkt vegetativ aktivierend (Sympathikus).
SERT wirkt vegetativ entspannend (Parasympathikus).

Aripiprazol hat:
  • moderates NET
  • schwaches SERT
Daraus folgt:
  • kaum Miktionsstörungen
  • kaum Obstipation
  • teilweise weicher Stuhlgang (Serotonin → Darmmotilität)
Diese Zusammenhänge sind plausibel und kompatibel mit der Literatur, auch wenn die Transporterwirkung insgesamt schwach ist.


5. Warum man Aripiprazol überdosiert, wenn man NET will

Antipsychotisch reicht 5–10 mg.
Für NET‑Effekte braucht man 15 mg oder mehr.

Das ist der Grund, warum manche Patienten bei höheren Dosen:
  • mehr Antrieb
  • weniger Impulsivität
  • stabilere Stimmung
erleben — obwohl die D2‑Belegung eigentlich schon „zu hoch“ wäre, wenn Aripiprazol ein Antagonist wäre.
Der Partialagonismus schützt vor Überblockade.


6. SSNRI‑Vergleich: Was wir suchen

Wir brauchen ein SSNRI mit:
  • NET > SERT
  • oder NET ≈ SERT
  • und kompatiblem CYP‑Profil (Aripiprazol: CYP2D6 + CYP3A4)
Die Standard‑SSNRIs:
  • Venlafaxin → SERT‑dominant
  • Duloxetin → SERT‑dominant
  • Sertralin → primär SSRI
Diese passen nicht.

NET:SERT‑Verhältnis (funktionell passend zu Aripiprazol)

WirkstoffSERT Ki (nM)NET Ki (nM)Verhältnis NET:SERTBewertung im Kontext Aripiprazol
Levomilnacipran~11–19~21–92≈ 1–2 : 1 (NET ≥ SERT)passt funktionell → NET‑dominant, keine übermäßige SERT‑Last
Milnacipran~11–16~92–100≈ 6–8 : 1 (NET‑dominant)passt → klare NET‑Komponente, wenig CYP, keine SSRI‑Last
Duloxetin~0.8–1.2~6.5–22≈ 8–20 : 1 (NET‑dominant, aber extrem SERT‑potent)zu viel SERT → Durchfall, Nervosität, vegetative Übersteuerung
Sertralin~0.4–1.0~420–500≈ 0.002 : 1 (SERT‑dominant)primär SSRI → völlig ungeeignet, SERT‑Last + Aripiprazol = Nervosität
Venlafaxin~82~2480≈ 0.03 : 1 (SERT‑dominant)NET erst bei hohen Dosen → falsches Verhältnis
Desvenlafaxin~40~558≈ 0.07 : 1 (SERT‑dominant)immer noch SERT‑dominant → ungeeignet


6. Warum Levomilnacipran oder Milnacipran logisch aus den Aripiprazol‑Daten folgen

Die Auswahl ergibt sich direkt aus den Rohdaten von Aripiprazol:
  • SERT: 98 nM → schwach
  • NET: 30 nM → moderat
  • D2: <1 nM → extrem stark
Damit ist die funktionelle Gewichtung klar:
  1. D2 dominiert immer, auch bei 5–7,5 mg
  2. NET wird erst ab ~15 mg relevant
  3. SERT bleibt selbst bei hohen Dosen schwach
Das bedeutet:
Aripiprazol erzeugt noradrenerge Aktivierung (Antrieb, Impulskontrolle), aber keine starke serotonerge Valenzdämpfung.

Genau dieses Verhältnis muss ein SSNRI nachbilden, wenn man die Aktivierung gezielt verstärken will, ohne die SSRI‑typischen Nebenwirkungen zu provozieren.


Warum Duloxetin, Sertralin, Venlafaxin ungeeignet sind

Diese Wirkstoffe haben viel zu starke SERT‑Komponenten:
  • Duloxetin → SERT sehr potent → häufig Durchfall
  • Sertralin → primär SSRI → ebenfalls Durchfallneigung
  • Venlafaxin/Desvenlafaxin → SERT‑dominant → NET erst bei hohen Dosen
Das passt nicht zu Aripiprazol, weil:
  1. Übermäßiges SERT → Nervosität, innere Unruhe, vegetative Übersteuerung
  2. SERT‑Valenzdämpfung ist unter Antipsychotika nicht nötig, weil die emotionale Überbewertung durch D2‑Blockade bereits reduziert ist
  3. SERT‑Last + Aripiprazol → oft schlechtere Verträglichkeit (Darm, vegetativ, Schlaf)
Die serotonerge Valenzdämpfung wird nur in Intervallphasen ohne Antipsychotikum gebraucht, weil dort die emotionale Gewichtung wieder hochfährt.
Unter laufender Antipsychotikatherapie ist das Gegenteil sinnvoll:
NET zur Impulskontrolle, nicht SERT zur Emotionsdämpfung.


Warum Levomilnacipran und Milnacipran passen

Beide haben ein NET ≥ SERT‑Profil, das funktionell dem Aripiprazol‑Verhältnis ähnelt:

Levomilnacipran

  • NET ≈ SERT oder leicht NET‑dominant
  • klinisch: antriebssteigernd, weniger SSRI‑typische Nebenwirkungen
  • CYP3A4 → kompatibel mit Aripiprazol

Milnacipran

  • NET:SERT ≈ 6–8 : 1
  • wenig CYP‑Interaktionen
  • klar noradrenerg, ohne starke SERT‑Last
Damit spiegeln beide genau das, was Aripiprazol bei höheren Dosen macht:
  • mehr Antrieb
  • weniger Impulsivität
  • keine übermäßige serotonerge Dämpfung
  • keine SSRI‑typischen vegetativen Nebenwirkungen
Sie liefern also die gezielte NET‑Komponente, ohne die Nachteile der SERT‑dominanten SSNRIs.


Warum das logisch ist

Aripiprazol wird in Leitlinien höher dosiert, obwohl die antipsychotische Wirkung schon bei 5–10 mg vollständig wäre.
Der Grund ist nicht die Psychosebehandlung, sondern:
  • NET‑Aktivierung
  • Impulskontrolle
  • Stabilisierung des Antriebs
Wenn man diese Komponente gezielt verstärken will, ohne die D2‑Belegung weiter hochzutreiben, ist ein SSNRI mit NET‑Dominanz die logischste Ergänzung.

Levomilnacipran und Milnacipran sind die einzigen SSNRIs, die dieses Verhältnis liefern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich mir Aripiprazole - Wikipedia anschaue Ki (nM) Werte, dann ist die Wirkung sehr schwach und bei SERT noch etwas stärker als bei NAT. Das sind die Werte aus dem lebenden Gehirn, die anderen sind reine chemische Affinitätswerte, die außerhalb der Wissenschaft fast nichts aussagen. Ich habe aber keinen Bock darauf, der KI solche Sachverhalte mundgerecht einzuflößen (denn nur so versteht sie es), KI spricht zwar Deutsch und führt Quellen an, nachprüfen muss man aber wie im Zeitalter der Webkataloge immer alles selbst, die KI ist oft sehr "auftragslastig" zu Lasten der Verlässlichkeit der am Ende stehenden Aussagen.
 
Wenn ich mir Aripiprazole - Wikipedia anschaue Ki (nM) Werte, dann ist die Wirkung sehr schwach und bei SERT noch etwas stärker als bei NAT. Das sind die Werte aus dem lebenden Gehirn, die anderen sind reine chemische Affinitätswerte, die außerhalb der Wissenschaft fast nichts aussagen. Ich habe aber keinen Bock darauf, der KI solche Sachverhalte mundgerecht einzuflößen (denn nur so versteht sie es), KI spricht zwar Deutsch und führt Quellen an, nachprüfen muss man aber wie im Zeitalter der Webkataloge immer alles selbst, die KI ist oft sehr "auftragslastig" zu Lasten der Verlässlichkeit der am Ende stehenden Aussagen.
Ich hatte selbst in der grafischen Tabelle einen Dreher, da ich Aripiprazol mit Dehydro‑Aripiprazol vertauscht habe.
Dein Wikipediaartikel lässt den ansonsten sehr ähnlichen aktiven Metaboliten, welcher im Körper entsteht unberücksichtigt und liefert deswegen schwache werte.
Die KI hat oben richtig geschrieben das Dehydro‑Aripiprazol an SERT eine KI von 98nM hat. Das entspricht auch meinen Daten. NET bei Dehydro‑Aripiprazol müsst den Wert von 30 nM haben, was relativ moderat bis stark ist aber der aktive Metabolit von Aripiprazol nur einen Wirkanteil von etwa ca. 30-40% zur Gesamtwirkung hat.
Schau mal, ob du zu Aripiprazol einen KI-Wert in nM von 30 zu NET findest. Mache ich jetzt auch.
Wikipedia ist zudem eine Sekundärquelle. Wenn, müsste man sich die seriösesten Primärdaten suchen und da sollten meine Werte schon eher passen zumal ich beides aufliste, auch wenn vieles ähnlich ist:
Aripiprazol (Rohdaten)


Frag die KI nach der NET‑Bindungsstärke von Dehydro‑Aripiprazol, wenn 30 herauskommt oder etwas um den dreh dann ist Wiki eher irreführend, aber die haben dann eben Dehydro‑Aripiprazol extra.
Angesichts dessen ist Wikipedia manchmal zwar gut, aber eine chemische und medizinische Einordnung sind zwei paar Schuhe. Bei reiner Chemie ist Aripiprazol nur Aripiprazol. In der Medizin hat man Muttersubstanz Aripiprazol und aktiven Metaboliten Dehydro‑Aripiprazol die man sich einzeln anschauen muss. Könnte sein das die Unterschiede bei den beiden Transpotern liegen und bei deinem Screenshot findest du ja den richtigen Wert für SERT der sich auch von dem von Wikipedia gänzlich unterscheidet.

Vielleicht hilft das etwas für die Einordnung. Zudem gibst da einerseits ganz unterschiedliche Messmethoden die ganz unterschiedliche Bindungsstärken liefern, und Wikipedia alles zusammenwürfelt, wo die Werte über 500 Mn ja praktisch klinisch unwirksam sind.
 

Anhänge

  • wiki-Ari-unseriös.png
    wiki-Ari-unseriös.png
    113,1 KB · Aufrufe: 10
Das hat doch die KI ausgespuckt, die bunte Tabelle, anhand ihrer recherchierten Daten? Und weil es keine Hinweise darauf gibt, dass Metabolit und Wirkstoff da anders ticken, lässt sie das eine Feld einfach leer und stiftet dadurch Verwirrung. Mir hat Perplexity PRO keine Bestätigung einer unterschiedlichen Wirkung Aripiprazol versus dessen Metabolit (der auch eine ähnliche Halbwertszeit besitzt im Gegensatz zu den Verhältnissen beim Cariprazin, zumindest beim DDCAR vs. CAR) bei NAT und SERT geliefert, sondern im Gegenteil dem widersprochen. Ich habe mir deshalb den quest als bookmark in der App gespeichert.
 
Ziprasidon hat eher eine Wirkung in Richtung SSRI. Man müsste das Aripiprazol über die zugelassene Grenze hinaus dosieren, um genügend S oder N Transport zu verhindern. Das kann man mit jedem sogenannten "niederpotenten" Wirkstoff betreiben, etwa wird Quetiapin oft als Bedarfsmedikation zur Nacht eingesetzt und wirkt da bereits in der Dosierung von 25 mg zuverlässig (die höheraffine H1-Komponente im Rezeptorbindungsprofil), damit man Dopamin D2 damit entscheidend blockt, muss man aber mindestens 200 mg, besser 600 mg (eine extreme Höchstdosis!) am Tag einstellen. Mit der hohen Dosis tastet man sich dann aber an die Wirkung eines hochpotenten Neuroleptikums heran (bei Clozapin ist es ähnlich, mit DA D2 und (!) DA D4).
 
Frage:
Kannst du schauen wo ich von Aripiprazol die SERT und NET Rezeptorbelegungsstärke finde in nM? Gibt ja verschiedene Datenbanken und Primärdaten

KI-Antwort:
Kurzfazit: Die zuverlässigsten Primärdaten für Aripiprazol und Dehydro‑Aripiprazol stammen aus der PDSP Ki‑Database. Dort findest du die SERT‑, NET‑ und DAT‑Affinitäten in nM. Die Werte sind klar dokumentiert und mehrfach repliziert.


🎯 SERT / NET / DAT – Aripiprazol (Mutterstoff)

Aus der PDSP‑Datenbank (HUMAN, CLONED)
  • SERT (Serotonin‑Transporter): ~1081 nM (Zwei unabhängige Messungen: 1082 nM und 1080 nM → Mittelwert 1081 nM)
  • NET (Noradrenalin‑Transporter): ~30 nM (Dieser Wert stammt aus Otsuka/BMS‑Primärdaten und ist in mehreren Reviews bestätigt; PDSP listet ihn nicht separat, aber die Heatmaps und Primärliteratur zeigen konsistent ~30 nM.)
  • DAT (Dopamin‑Transporter): >1000 nM (Sehr geringe Affinität; PDSP zeigt keine starke Bindung, Literatur konsistent >1000 nM.)

🎯 SERT / NET / DAT – Dehydro‑Aripiprazol (aktiver Metabolit)​

Die Werte stammen aus denselben Primärquellen wie oben (Otsuka/BMS + PDSP‑kompatible Assays).Sie sind praktisch identisch zum Mutterstoff:
  • SERT: ~98–100 nM
  • NET: ~30 nM
  • DAT: >1000 nM
Die Heatmaps und Primärdaten behandeln Aripiprazol + Dehydro‑Aripiprazol als gemeinsames Transporterprofil, weil die Affinitäten nahezu deckungsgleich sind.

📌 Wo du die Werte findest (Primärquellen)​

1) PDSP Ki Database (UNC Chapel Hill)

→ Vollständige Ki‑Werte für Aripiprazol, inkl. SERT (1081 nM)

2) Otsuka / Bristol‑Myers‑Squibb Preclinical Data

→ NET ≈ 30 nM, SERT ≈ 100 nM, DAT > 1000 nM (Original Assays aus der Entwicklungsphase)

3) Richelson / de Paulis Übersichtsarbeiten

→ Transporter‑Affinitäten atypischer Antipsychotika (SERT/NET/DAT)


⭐ Zusammenfassung in einer Tabelle​

MolekülSERT (nM)NET (nM)DAT (nM)Quelle
Aripiprazol~1081~30>1000PDSP + Otsuka/BMS
Dehydro‑Aripiprazol~100~30>1000Otsuka/BMS + Literatur



Rückfrage:
Ja, aber SERT 1091nM und SERT 100nM, ist ja dann doch ein Unterschied zum Mutterwirkstoff?

KI Antwort:
Kurzantwort:
Ja – das ist ein echter Unterschied, aber er entsteht nicht zwischen Aripiprazol und Dehydro‑Aripiprazol, sondern zwischen verschiedenen Messmethoden und Datenbanken. Die 1091 nM vs. 100 nM stammen aus unterschiedlichen Assay‑Typen, nicht aus einem pharmakologisch relevanten Unterschied zwischen Mutterstoff und Metabolit.


🧩 Warum gibt es zwei so verschiedene SERT‑Werte (≈1091 nM vs. ≈100 nM)?​

1) 1091 nM (PDSP Ki Database)​

Dieser Wert stammt aus radioligand displacement assays mit [³H]-Citalopram an humanen, klonierten SERT‑Transportern.Er ist extrem konsistent: zwei Messungen → 1080 nM und 1082 nM.→ Sehr schwache SERT‑Affinität.

2) ≈100 nM (Otsuka/BMS interne Primärdaten)​

Dieser Wert stammt aus einem anderen Assay‑Setup (häufig: andere Radioliganden, andere Expressionssysteme, andere Temperaturbedingungen).→ Der Wert ist nicht PDSP‑standardisiert und fällt deshalb deutlich niedriger aus.

Wichtig: Die Quelle, die ~100 nM angibt, ist nicht die PDSP‑Datenbank, sondern interne Firmen‑Assays, die oft systematisch niedrigere Ki‑Werte liefern.


🧠 Was bedeutet das pharmakologisch?

1) Aripiprazol selbst bindet SERT extrem schwach.

Egal ob 1091 nM oder 100 nM – beide Werte liegen im Bereich, der keine klinisch relevante SERT‑Blockade erzeugt.

2) Dehydro‑Aripiprazol hat keine höhere SERT‑Affinität.

Die Literatur zeigt:
  • Dehydro‑Aripiprazol ≈ 100 nM (Firmenassay)
  • Aripiprazol ≈ 100 nM (Firmenassay)
  • Aripiprazol ≈ 1081 nM (PDSP)
Der Metabolit ist nicht stärker am SERT als der Mutterstoff.
Die Unterschiede kommen nur durch unterschiedliche Messmethoden zustande.

3) NET bleibt konsistent (~30 nM)

NET‑Affinität ist in allen Quellen stabil und deutlich höher als SERT.
→ Aripiprazol hat moderate NET‑Affinität, aber keine relevante SERT‑Affinität.


📊 Warum ist der Unterschied so groß? (Methodenphysik)​

Die Ki‑Werte hängen stark ab von:
  • Radioligand (z. B. [³H]-Citalopram vs. [³H]-Paroxetin)
  • Zelllinie (CHO, HEK, Rattenhirnmembranen, humane klonierte Transporter)
  • Temperatur (4 °C vs. 25 °C)
  • Assay‑Puffer (Na⁺‑Abhängigkeit!)
  • pH‑Wert
  • Expressionslevel des Transporters
SERT‑Assays sind besonders empfindlich gegenüber Na⁺‑Konzentrationen, was Ki‑Werte um den Faktor 5–20 verändern kann.


⭐ Fazit​

  • SERT (Aripiprazol):
    • PDSP: 1081 nM
    • Firmenassay: ~100 nM
      → Unterschied = Assay‑Artefakt, nicht pharmakologisch relevant.
  • SERT (Dehydro‑Aripiprazol):
    • Firmenassay: ~100 nM
      → praktisch identisch zum Mutterstoff.
  • NET (beide):
    • ~30 nM
      → konsistent, moderat/stark.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das hat doch die KI ausgespuckt, die bunte Tabelle, anhand ihrer recherchierten Daten? Und weil es keine Hinweise darauf gibt, dass Metabolit und Wirkstoff da anders ticken, lässt sie das eine Feld einfach leer und stiftet dadurch Verwirrung.
Ich schaue mal, ob ich das besser mit Quellen hinbekomme.
Es gibt schon einige Unterschiede zwischen Muttersubstanz und Metabolit, was die Unterschiede von SERT von 1081 zu 100 erklären könnte. PDSP soll mit am seriösesten sein.

Die Tabelle habe ich anhand schon recht zuverlässig recherchierter Daten mit KI nachträglich erstellt. Ich versuche mal, das mit seriösen Quellen zu untermauern und nachzuprüfen, da das alles vergleichsweise zügig erstellt wurde.
Danke für den Hinweis zu NET, aber in dem Fall ist NET recht sicher richtig, wurde nur in keiner PDSP‑Datenbank ermittelt.

Was von Wikipedia glaubwürdig ist, sei mal dahingestellt, wirkt auch von den Kennzahlen unseriös, wie wenn man absichtlich dort das in die ein oder anderen Richtung verschoben hat. Bei kleinen KI Werten an D2 D3 D4 ist das schon relevant. Da wird eine Quelle 81 angegeben, also zumindest habe ich da keine Einsicht diese Werte nachzuprüfen. Die Seriösität mit der PDSP-Datenbank ist also eher vorgetäuscht.

Frage an KI:
Kannst du mir alle Rezeptordaten vom Hersteller zu Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol geben, also zu allen Rezeptoren, die dort zu finden sind?
Sind diese absolut identisch oder gibt es leichte Unterschiede?

Antwort:
Kurzfazit:
Ja – ich kann dir alle Hersteller‑Rezeptordaten (Otsuka/BMS‑Primärdaten) für Aripiprazol und Dehydro‑Aripiprazol vollständig geben.
Und: Sie sind nicht absolut identisch.
Es gibt kleine, aber reale Unterschiede in den Ki‑Werten – meist im Bereich Faktor 1.5–3, manchmal stärker (z. B. α1A, H1, 5‑HT7).

Die Unterschiede sind pharmakologisch gering, aber messbar und wichtig, wenn du eine präzise Heatmap baust.

🧬 1) Vollständige Hersteller‑Rezeptordaten (Otsuka/BMS)
Die folgenden Werte stammen aus den Primärassays der Hersteller und sind durch die BenchChem‑Technischen Guides bestätigt (2025–2026).
Alle Werte sind Ki in nM.
(Quellen: https://pdf.benchchem.com/1666/The_...s_Metabolites_An_In_depth_Technical_Guide.pdf
https://pdf.benchchem.com/12395/In_...Profile_of_Aripiprazole_A_Technical_Guide.pdf)

Dopamin‑Rezeptoren

RezeptorAripiprazol (Ki)Dehydro‑Aripiprazol (Ki)
D20.34–0.561.3
D30.8–1.34.1
D444

Serotonin‑Rezeptoren

RezeptorAripiprazolDehydro‑Aripiprazol
5‑HT1A1.7–3.24.2
5‑HT2A3.4–3.63.4
5‑HT2B0.36
5‑HT2C15–2515
5‑HT6214
5‑HT719–2739

Adrenerge Rezeptoren

RezeptorAripiprazolDehydro‑Aripiprazol
α1A45–5725.7
α1B120
α2A110
α2C50
β11000
β21000

Histamin‑Rezeptoren

RezeptorAripiprazolDehydro‑Aripiprazol
H158–6125.1

Muskarin‑Rezeptoren

RezeptorAripiprazolDehydro‑Aripiprazol
M1–M5>1000

🧠Transporter (SERT / NET / DAT)​

Diese stammen nicht aus PDSP, sondern aus Hersteller‑Assays.
TransporterAripiprazolDehydro‑Aripiprazol
SERT~100 nM (Firmenassay) / 1081 nM (PDSP)~100 nM
NET~30 nM~30 nM
DAT>1000 nM>1000 nM

🎯 Sind Mutterstoff und Metabolit identisch?​

Nein.
Sie sind ähnlich, aber nicht identisch.

Wo die Unterschiede am größten sind:

  • D2/D3: Mutterstoff bindet stärker (0.34–0.56 vs. 1.3 / 0.8–1.3 vs. 4.1)
  • 5‑HT1A: Mutterstoff stärker (1.7–3.2 vs. 4.2)
  • 5‑HT7: Mutterstoff stärker (19–27 vs. 39)
  • α1A: Metabolit stärker (25.7 vs. 45–57)
  • H1: Metabolit stärker (25.1 vs. 58–61)

Wo sie identisch sind:

  • 5‑HT2A (3.4 vs. 3.4)
  • 5‑HT2C (15 vs. 15)
  • NET (~30 nM)
  • DAT (>1000 nM)

Pharmakologische Bedeutung:

  • Die Unterschiede sind messbar, aber klinisch gering.
  • Dehydro‑Aripiprazol trägt 50–60 % der Gesamtwirkung bei.
  • Beide zusammen ergeben das typische „Stabilizer“-Profil.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben