Schizophrenie Forum | Computational Psychiatrie & Selbsthilfe

Willkommen im Psychose- und Schizophrenie-Forum

Dieses Forum verbindet Selbsthilfe, persönliche Erfahrungen und medizinisch fundierte Informationen. Es richtet sich an Menschen mit psychotischen Erfahrungen, Angehörige und alle, die sich über Schizophrenie, Behandlung und aktuelle Forschung informieren möchten.

Im Mittelpunkt stehen Medikamente, Therapie, Neurobiologie und Computational Psychiatrie. Persönliche Erfahrungen werden dabei mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und unterschiedlichen Behandlungsansätzen in Beziehung gesetzt.

Das Forum ist anonym nutzbar und moderiert. Ziel ist es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen, Erfahrungen auszutauschen und eine fundierte Orientierung für eigene Entscheidungen und Gespräche mit Behandelnden zu bieten.

Schwerpunkt: Intervalltherapie mit Bupropion

🔗⭐ Medikamente-Orientierung: Kurzfassung

Patientenbasiertes Behandlungskonzept mit kontinuierlichem Bupropion und zeitlich begrenzten antipsychotischen Behandlungsphasen. Die Übersicht beschreibt persönliche Langzeiterfahrungen und die zugrunde liegenden pharmakologischen Überlegungen.


Zur möglichen Vermeidung dopaminerger Supersensitivität
schrieb Prof. Dr. Stephen M. Stahl:

“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
Prof. Dr. Stephen M. Stahl, persönliche Korrespondenz

Vertiefung & Hintergründe:

🔗 Medikamente-Orientierung: Langfassung

Themen & Einstiege


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Clozapin und Sinn von Langzeitmedikation

LordHabicht

Well-known member
Hallo liebe Forumsgemeinde,

wer von euch hat Erfahrung mit Clozapin (Leponnex)? Clozapin ist ein älteres Medikament und wird in der Regel dann gegeben wenn alle anderen Medikamente keine WIrkung zeigen. Es muss regelmäßig ein Blutbild gemacht werden, da es mit unter tödliche Nebenwirkungen haben kann (das ist zum Glück sehr selten)

Ich nehme es seit 10 Jahren in hoher Dosierung (700mg/Tag) und in meiner aktuellen Krankheitsphase haben wir die Medikamente nicht mehr verändert. Ich war das letzte Jahr öfters im Krankenhaus und die Ärzte scheinen ratlos zu sein was mir noch helfen könnte medikamentös.

Ich hatte einmal Clozapin vollständig ausgeschlichen und bekam eine erneute heftige Psychose. Aber, ich nehme das schon so lange und bekomme trotzdem immer wieder Psychosen und da frage ich mich ernsthaft ob die Langzeitmedikation über Krisenphasen hinaus wirklich etwas bringt. Ich finde hierzu sehr widersprüchliche Meinungen. Aber fest steht, das Langzeitmedikation hoch umstritten ist, wie ist eure Meinung dazu?

Hinzu kommt dass ich immernoch heftige Zwangsgedanken habe und ich habe gelesen dass das vom Clozapin kommen kann. Diese Zwangsgedanken sorgen für eine geringere Lebensqualität und sind sehr, sehr, anstrengend. Die Wahnideen sind hingegen komplett verschwunden.

Ich überlege ob ich zusammen mit meinem Psychiater einen Fahrplan entwickeln soll dass Clozapin auf eine Minimaldosis herunterzufahren, weil ich einfach nicht davon profitiere. Aber da ist die Angst vor einer neuen Psychose. Ich habe mich aus der letzten Krankheitsphase wieder mit größter Mühe herausgearbeitet und will keinen Rückfall riskieren.

Wie sind eure Erfahrungen mit Clozapin und eure Gedanken zu Langzeitmedikation?

Niko
 
Ich finde an Dauermedikation schlecht dass man einfach nicht mehr leben mag. Man kann ja gar nicht atmen. Ich bin selbst zur Zeit unter "Beschuss" und stelle fest, dass ich nicht so gut klar komme wie mit wenig Medikation. Man ist doch immer wieder irgendwie vom Medikament gezeichnet und soll so empfinden wie das Medikament eben heisst. Ich habe auch das Gefühl dass meine Gedanken gelenkt sind entsprechend dem Medikament. Das ist alles Asche.

Dass du einer Gefahr Psychose ausgesetzt bist ist natürlich schlimm. Da traut man sich natürlich nicht so einfach vom Medikamentenwagen abzuspringen. Das hilft wohl nur herantasten und umsichtig mit dem Psychiater zusammen absetzen.
 
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