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Chronifizierung durch Religion?

Schizophreniac

Well-known member
Häufig, wenn Menschen psychotisch werden, glauben sie aufeinmal an Gott.

Religionen sagen ja viel "das ist böse" und "das ist gut". Viel schwarz weiß. Plus dass die eigenen, unreligiösen Anteile in sich plötzlich nicht mehr gemocht werden. Unterdrückt werden.

Schizophrenie hat ja häufig seinen Kern darin, dass Menschen sich nicht genug akzeptieren. Nicht alle Teile aus der die bestehen mögen - und eine Spaltung geschieht.

Sorgen Religionen dann nicht auch häufig für Chronifizierungen?
 
Naja, finde ich etwas weit hergegriffen, da gleich von Chronifizierung zu schreiben.
Ein Teil der Betroffenen wird sich relativ viel mit Religion und Glaube beschäftigen. Wahn selbst kann man als eine Art Irrglaube sehen und zum Teil funktionieren Religionen ja auf dem gleichen Prinzip, dass man an etwas glaubt für das es keine fundamentalen Beweise gibt oder was zumindest mit Logik kaum zu folgen ist. Etwa wenn Jesus blinde und so heilt oder die Brotvermehrung, ähnlich wie die Wiederauferstehung. Das ist zwar religiöser Natur, aber im Grunde würde man das bei einem Betroffenen als wahnhaftes Denken bezeichnen und vielleicht spielt von daher auch Religion an sich eine Rolle um das psychotische Denken besser zu verstehen und einordnen zu können.
Da das Christentum weniger aggressiv und gewalttätig ist, richtet der Glaube da bei Betroffenen vermutlich kaum etwas an, was beim Islam eben vielleicht zu radikalen Denkmustern führen könnte, wo Teile der Bevölkerung dann wahnhafte Vorstellungen, auch die von psychisch Kranken, die das vielleicht wörtlicher nehmen, aufgreifen.
Mich hat Religion und so auch beschäftigt, eher aus Angst vor Hölle und dergleichen und dass ich etwa im Leben falsch gemacht haben, was ich mir aufgrund des psychotischen Erlebens eben eingebildet habe, da irgendwie zu etwas anderem bestimmt zu sein und mein damaliges Leben mit Arbeit und alles eben hat mich womöglich eher krank gemacht, also wenn ich das alles so beibehalten hätte.
Ich würde auch weniger von Spaltung sprechen, weil es keine gespaltene Persönlichkeit oder so etwas ist und man das häufig missversteht. Eher eine gespaltene Wahrnehmung wo man zum Teil nach seiner eigenen Identität sucht und sich unsicher ist, wer man ist oder was das Leben mit einem vorhat. Teils ist man ja auch von Meinungen her hin und hergerissen, was eben auch eine Art Spaltung ist und wo man im Akutfall eben leichtgläubiger wird und sich psychotische Gedanken oder Misstrauen stärker aufdrängt.
 
Für mich ist das schwer zu durchschauen, weil es auch religiösen Wahn gibt. Den kenne ich von mir auch, obwohl ich mich - trotz Glaubens an eine göttliche Welt - von Religionen ferngehalten habe. Religion ist mir persönlich nämlich zu realitätsfremd, die Existenz eines Gottes aber nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Ex-Frau habe ich durch Religion verloren - sie wollte mir keine Frau mehr sein, nachdem unsere Tochter geboren wurde. Ein Priester hat ihr wohl dazu geraten. Jetzt ist sie katholische Jungfrau und ein Neutrum - und alleinerziehend. So schädlich wie das für sie war, ist Religion - einschließlich Esoterik - auch für Schizophrene. Das glaube ich nach längerem Überlegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist sie denn wenigstens eine Nonne geworden, nachdem sie die Scheidung von dir provoziert hat? Wohl eher weniger, denn da müsste sie eher mal was arbeiten (?).
 
Das ist schon hart, wenn die (Ehe-) Frau einem den Geschlechtsverkehr aufkündigt. Ich hatte nie im Blick zu heiraten. Dann kommt so etwas nicht. Es kommt vielleicht nicht VIEL besser, aber man ist dann ein freierer Mensch.
 
Sorgen Religionen dann nicht auch häufig für Chronifizierungen?
So sicher bin ich mir nicht, worauf der Satz mit "Chronifizierungen" anspielt. Ich vermute, gemeint ist, Religionen würden durch ihr Klassifizieren in Schwarz und Weiß oder Gut und Böse das Gespaltene, das zur Schizophrenie führt, chronifizieren. - Ist das etwa so gemeint?
 
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