Da möchte ich meine Geschichte beisteuern:
Ich höre immer noch Stimmen, die mich beschimpfen. Grundtenor ist, ich wäre bescheuert, blöde und doof.
Nun wurde in der Kindheit mein Selbstwertgefühl komplett zerstört bzw. nicht aufgebaut, so dass ich später auch total selbstkritisch mit mir war. Ich kam mir immer wie ein Aussätziger vor und entwickelte auch eine starke Sozialphobie, also Angst vor der Meinung anderer über mich.
Gleichzeitig fing ich mit 16 zu kiffen an, was sich relativ schnell zu einer Sucht steigerte. Dazu schmissen mich meine Eltern raus und ich stand plötzlich völlig allein da. Stress war also genug da.
Silvano Arieti, Pionier der Schizophrenie-Forschung, beschreibt nun in seinem Buch "Schizophrenie verstehen", was wohl auch auf mich zutrifft: Meine Psyche lagerte irgendwann die schlechten Gedanken über mich aus, ich erlebte sie fortan als Stimmen von außen. Arietis Erklärung dazu ist, dass es sich hier quasi um eine Schutzfunktion der Psyche handelt, da man mit Vorwürfen, die von außen kommen, immer besser umgeht als wenn man sich selbst fertig macht. Gleiches gilt für sämtliches paranoide Psychose-Erleben, dahinter soll tiefenpsychologisch immer ein geringes Selbstbewusstsein oder ähnliche Verletzungen des Ichs stehen. Kommt dann eine genetische Eignung dazu, bricht die Psychose aus.
Interessanterweise gingen die Stimmen von jetzt auf gleich schon mal weg, als nämlich ein enger Freund mir mehrmals glaubhaft bestätigte völlig normal zu sein, während ich wieder eine Aussätzigen-Panik schob. Auch meine Psychiaterin meinte mal zu mir, es würde helfen wenn ich nicht so negativ von mir selbst denken würde. Zumindest in meinem Fall könnte also eine Psychotherapie zur Stärkung des Selbstwerts "Wunder" bewirken, warum sollte das bei anderen anders sein?
jedenfalls meine 2Cents dazu
