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Schwerpunkt: Intervalltherapie mit Bupropion

🔗⭐ Medikamente-Orientierung: Kurzfassung

Patientenbasiertes Behandlungskonzept mit kontinuierlichem Bupropion und zeitlich begrenzten antipsychotischen Behandlungsphasen. Die Übersicht beschreibt persönliche Langzeiterfahrungen und die zugrunde liegenden pharmakologischen Überlegungen.


Zur möglichen Vermeidung dopaminerger Supersensitivität
schrieb Prof. Dr. Stephen M. Stahl:

“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
Prof. Dr. Stephen M. Stahl, persönliche Korrespondenz

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Aripiprazol, Risperidon und Alkohol

Ventilator

New member
Hallo,
ich bin 30 Jahre alt und an paranoider Schizophrenie erkrankt

Ich habe jetzt das letzte Jahr über 3-4 mg risperidon genommen und es scheint einfach nicht zu wirken, da ich immer wieder Gedanken bekomme dass ich abgehört werde und dass alles ein Spiel ist und solche Sachen
Ihr wisst schon(die die selbst erkrankt sind)

Vorher nam ich jahrelang aripoprazol und war stabil
Aber ich hatte starke ängste unter aripiprazol und mir wurde auf der Arbeit immer schwindelig ab und zu

Jezt Stelle ich zurzeit wieder auf aripiprazol 10mg um
Habe grosse bedenken ob diese Nebenwirkungen wie ängste und Schwindel wieder zurück kommen

Ich trinke auch täglich 3-4 Bier zurzeit da ich psychisch manchmal am Ende bin

Antidepressiva nehme ich auch

Kennt jemand diese Angst unter aripiprazol?
Und weiss jemand ob Alkohol psychotische Gedanken verstärkt ?

Kennt jemand evtl eine gute Alternative für aripiprazol?
Reagila hab ich schon probiert aber überhaupt nicht vertragen

Ich brauche irgendwas das wach macht, da ich unter Risperidon einfach viel zu müde bin für meine Arbeit und starke Depressionen bekomme

Liebe Grüße
 
Das sagt KI bei 3-4 Bier pro Tag unter Neuroleptika und Antidepressiva:

"Verschlimmerung der psychischen Symptome: Alkohol entzieht dem Gehirn wichtige Botenstoffe und bringt das chemische Gleichgewicht durcheinander. Er kann Depressionen, Ängste, Unruhe oder psychotische Symptome, wegen derer die Medikamente überhaupt eingenommen werden, akut verschlimmern oder eine psychische Krise auslösen."
 
Hallo,
ich bin 30 Jahre alt und an paranoider Schizophrenie erkrankt

Ich habe jetzt das letzte Jahr über 3-4 mg risperidon genommen und es scheint einfach nicht zu wirken, da ich immer wieder Gedanken bekomme dass ich abgehört werde und dass alles ein Spiel ist und solche Sachen
Ihr wisst schon(die die selbst erkrankt sind)

Vorher nam ich jahrelang aripoprazol und war stabil
Aber ich hatte starke ängste unter aripiprazol und mir wurde auf der Arbeit immer schwindelig ab und zu

Jezt Stelle ich zurzeit wieder auf aripiprazol 10mg um
Habe grosse bedenken ob diese Nebenwirkungen wie ängste und Schwindel wieder zurück kommen

Ich trinke auch täglich 3-4 Bier zurzeit da ich psychisch manchmal am Ende bin

Antidepressiva nehme ich auch

Kennt jemand diese Angst unter aripiprazol?
Und weiss jemand ob Alkohol psychotische Gedanken verstärkt ?

Kennt jemand evtl eine gute Alternative für aripiprazol?
Reagila hab ich schon probiert aber überhaupt nicht vertragen

Ich brauche irgendwas das wach macht, da ich unter Risperidon einfach viel zu müde bin für meine Arbeit und starke Depressionen bekomme

Liebe Grüße
Mit Aripiprazol kannst du praktisch fast 1:1 diese Intervalltherpie (Praxisnahe Kurz-Broschüre) umsetzen. Dabei wird Bupropion zum kontinuierlich eingenommen Hauptwirkstoff. Aripiprazol sollte laut FDA-Angaben bei starken CYP2D6 Hemmern wie Bupropion einer ist, von der Dosis halbiert werden. Dann wäre für dich nach Umstellung auf Aripiprazol + Bupropion im ersten Schritt eine Reduktion von Aripipazol auf 7,5mg und dann 5mg ratsam.
Ob du später eine weitere Reduktion oder Intervalltherapie von Aripiprazol probierst, dass solltest du mit deinem Psychiater dann zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden.
Da du Alkohol ins Spiel bringst ist man unter Aripiprazol weniger Anfällig für Suchtprobleme als beim Risperidon. Bei Aripiprazol 5mg hat bei mir der Alkohol früher einen Rausch ausgelöst. Beachten sollte man den Alkohol auch den Vitamin B6 Status senken kann und Mangel von B6 häufig zu Akathisie und Reizbarkeit beitragen kann. Deswegen falls du bei der Umstellung auf Aripiprazol mehr Unruhe bemerkst, wäre Vitamin B hochdosiert für eine Weile auch eine Leitliniengerechte Behandlung.

Alternativ wenn man kein Bupropion bekommen sollte, dann kann man auf Privatrezept auch das Lifestylemedikament zu Selbstkosten nutzen, muss aber da auch wegen dem Bupropion auf den Aripiprazol-Spiegel-anstieg achten. Da wäre Naltrexon 8mg + Bupropion 90mg (Mysimba) drin, wobei Naltrexon zusätzlich bei Gewichtsreduktion und auch bei Alkoholproblemen helfen kann. Mysimba ist ein Abnehmmedikament weshalb man da schauen muss, ob man es auf Selbstkosten und Privatrezept kauft oder ob die Krankenkasse das übernimmt, was bei Schizophrenie durchaus gerechtfertigt wäre. So kostet es ca. 1€ die Tablette, wobei zu Beginn der Einnahme durchaus 1-2 ausreichen. Also, wenn man Schwierigkeiten hat Bupropion überhaupt aufgeschrieben zu bekommen wäre das immer noch eine Möglichkeit es mal zu testen.
Da Bupropion von der Wirkung am besten greift, wenn Dopamin-Autorezeptoren frei sind, macht das besonders in Reduktionsphasen Sinn, da es eher einen aktivierende Antipsychotische Wirkung hat, welche wenn das Antipsychotikum wegfällt, zeitlich begrenzt ist. Deswegen eignet sich das Aripiprazol als Intervallmedikament da auch sehr gut.
Am besten also mit der Broschüre zum Psychiater/Psychiaterin gehen und darüber sprechen was machbar wäre.
Die Begleitmedikamente wie Escitalopram oder Trimipramin-Tropfen können bei Nebenwirkungen (Miktionsstörungen vom Bupropion) oder bei Schlafstörungen (Intervallphasen mit Monaten ohne Antipsychotikum) zweckmäßig sein.
 
Eine Bekannte von mir schwört darauf, dass Alkohol ihr gegen die Negativsymptomatik hilft. Ich selbst trinke nur selten und gemäßigt Alkohol und ich merke nichts schlimmes und nichts Gutes. Sowohl bei Aripiprazol als auch bei Cariprazin.
 
Ich trinke auch täglich 3-4 Bier zurzeit da ich psychisch manchmal am Ende bin
Ich kenne das von Risperidon auch, da hatte ich mit 8 Bier noch keinen Rausch. Ich habe da auch so um die 3-4 Bier tagsüber getrunken. Mit Aripiprazol war der Rauschzustand normal schon nach 1-3 Bier da.
Alkohol entzieht dem Körper Vitamin B6 was für die Neurotransmittersynthese wichtig ist.

Eine Bekannte von mir schwört darauf, dass Alkohol ihr gegen die Negativsymptomatik hilft. Ich selbst trinke nur selten und gemäßigt Alkohol und ich merke nichts schlimmes und nichts Gutes. Sowohl bei Aripiprazol als auch bei Cariprazin.
Wäre interessant, wenn du weißt welches Antipsychotikum die Bekannte einnimmt?
Du hattest ja glaube ich 10 oder 15mg Aripiprazol, bei mir waren es 5mg. Hattest du eine normale Rauschwirkung oder hattest du das Gefühl keinen normales Rauschgefühl zu haben? Würde mich auch etwas interessieren, ob du vor dem Cariprazin mal 5 oder 7,5mg Aripiprazol hattest und ob diese Dosierungen zu schwach gewesen sind. Ich frage nur, da man es mit den Dosierungen gerade beim Aripiprazol übertreibt und auch die Leitlinien an der Stelle irreführend sind.
Antidepressiva nehme ich auch
@Ventilator das mit dem Alkoholkonsum wird vom Aripiprazol sicher wieder besser.
Welches Antidepressivum nimmst du ansonsten noch ein (ist mir jetzt erst aufgefallen)???
Falls du ein SSRI hast, wäre das in Kombination mit Bupropion ideal?
Aripiprazol ist von der Sedierung und Nebenwirkungen noch am mildesten, alternativ wäre ansonsten in meinen Augen Ziprasidon gut verträglich.
https://schizophrenie-forum.com/psy...hotika_nebenwirkungen_referenz_2026-pdf.2772/
(Nebenwirkungsüberblick über die gängigen Antipsychotika. Für Brexpiprazol und Lurasidon dürfte es keine Verfügbarkeit in D geben.)

Aber ich hatte starke ängste unter aripiprazol und mir wurde auf der Arbeit immer schwindelig ab und zu
Von meiner Sicht sind die 10mg viel, vermutlich kommt daher das Schwindelige. Du solltest das zumindest beim Psychiater ansprechen.
Für die Erhaltungstherapie sind 55-70% D2-Rezeptorblockade im Striatum häufig ausreichend, was 5mg Aripiprazol entspricht.
Von daher wären 7,5mg (15mg geteilt) vielleicht für dich passend, da die Dosis bei diesen allgemein starken Wirkstoffen viel ausmacht.
10mg Aripiprazol wäre das exakte Dosisäquivalent zu 3-4 mg Risperidon, da beides einer D2-Blockade von 70-80% im Striatum entspricht, welches die Hauptwirkachse dieser beiden Antipsychotika darstellt.
Aripiprazol hat wegen dem Partialagonismus Vorteile auch da es mit komplementär zusammen mit Bupropion wirkt.

Wichtig wäre zu wissen welches Antidepressivum du hast oder ob du mehrere einnimmst?

Zum Bupropion (NDRI-Antidepressivum) bietet sich an ein SSRI-Antidepressivum (Escitalopram, Sertralin) oder SSNRI (Venlafaxin, Duloxetin) ergänzen.
Bupropion wirkt auf NET und DAT, von daher ist es ideal Escitalopram für die SERT-Wirkung zu ergänzen.

Wenn du Bupropion nimmst, dann kannst du spätestens das Aripiprazol den FDA-Angaben (Food & Drug Administration US) entsprechend von 10 auf 5mg halbieren, da Bupropion den Wirkspiegel des Aripiprazol einerseits anhebt und den Rest das Bupropion von seiner aktivierenden Antipsychotischen Wirkung auch so überbrückt.
 
Das sagt KI bei 3-4 Bier pro Tag unter Neuroleptika und Antidepressiva:

"Verschlimmerung der psychischen Symptome: Alkohol entzieht dem Gehirn wichtige Botenstoffe und bringt das chemische Gleichgewicht durcheinander. Er kann Depressionen, Ängste, Unruhe oder psychotische Symptome, wegen derer die Medikamente überhaupt eingenommen werden, akut verschlimmern oder eine psychische Krise auslösen."
Das gefühl habe ich langsam auch, deswegen Versuche ich jetzt nichts mehr zu trinken...

Danke für eure Antworten, das mit dem bupropion kommt mir nicht ganz geheuer vor....
Habe gelesen dass es ähnlivh wie ein Amphetamin wirkt
Meine Schizophrenie wurde anfangs durch Amphetamine und meth Amphetamine ausgelöst
Ich glaube durch bupropion bekomme ich einen schweren rückfall

Ich habe leider in meinem Leben auch schon oft die Medikamente abrupt abgesetzt was anscheinend alles verschlimmert hat


@Maggi jetzt wo du es sagst, fällt es mir wieder ein
Unter aripiprazol habe ich tatsächlich weniger getrunken und seit ich Risperidon nahm wurde es so viel manchmal am Wochenende ein ganzer Kasten
 
Das gefühl habe ich langsam auch, deswegen Versuche ich jetzt nichts mehr zu trinken...

Danke für eure Antworten, das mit dem bupropion kommt mir nicht ganz geheuer vor....
Habe gelesen dass es ähnlivh wie ein Amphetamin wirkt
Meine Schizophrenie wurde anfangs durch Amphetamine und meth Amphetamine ausgelöst
Ich glaube durch bupropion bekomme ich einen schweren rückfall

Ich habe leider in meinem Leben auch schon oft die Medikamente abrupt abgesetzt was anscheinend alles verschlimmert hat


@Maggi jetzt wo du es sagst, fällt es mir wieder ein
Unter aripiprazol habe ich tatsächlich weniger getrunken und seit ich Risperidon nahm wurde es so viel manchmal am Wochenende ein ganzer Kasten
Methamphetamin wirkt völlig anders, also fördert die Ausschüttung von Dopamin. Bupropion verringert die Ausschüttung an VMAT2 die Dopaminausschüttung über das Autorezeptorfeedback vom Dopamin was durchs Bupropion angestaut wird.
Ich verstehe deine Sorge, aber diese ist unbegründet und auch Ärzte sind da manchmal uninformiert, da man vom Bupropion keinen Zusatznutzen erwartet und dieses Vorurteil mitschwingt.

Bupropion = β‑Keto‑Amphetamin (Aminoketon) = substituiertes Cathinon

Das bedeutet:
Chemisch → Amphetamin‑Verwandtschaft
Pharmakologisch → kein Amphetamin

Über Bing KI-Suche:
Bupropion gehört chemisch zu den β‑Keto‑Amphetaminen (Cathinonen), einer Untergruppe der Phenethylamine, und ist damit eng verwandt mit Amfepramon und Cathinon.

Chemische​

Mehrere Quellen ordnen Bupropion eindeutig ein:
  • Phenethylamin‑Struktur: Bupropion gehört chemisch zur Gruppe der Amphetamine, spezifischer der Phenethylamine 1
    .
  • Cathinon‑Untergruppe: Wikipedia beschreibt Bupropion als substituiertes Cathinon, also ein β‑Keto‑Amphetamin 1
    .
  • Verwandtschaft: Es ist strukturell eng verwandt mit Amfepramon und Cathinon 2
    .
  • ODF.j63omHTZLcPTNpoztG_g8w
    ODF.INhCOd4qElPoejfhZYl17A
    2 Quellen
Damit ist die präzise chemische Gruppe:
Bupropion = β‑Keto‑Amphetamin (Aminoketon) = substituiertes Cathinon

Warum​

Cathinone unterscheiden sich von klassischen Amphetaminen durch eine Ketogruppe am β‑Kohlenstoff.
Das Schizophrenie‑Forum erklärt dies ausführlich:
  • Cathinone = β‑Keto‑Amphetamine
  • Bupropion ist ein Aminoketon, also ein Vertreter dieser Stoffklasse
    1
    ODF.zaFUftedpYRtJXbu-ECsVQ

Abgrenzung​

Wichtig:
  • Amphetamine (z. B. Amphetamin, Methamphetamin) sind Monoamin‑Releaser.
  • Bupropion ist kein Releaser, sondern ein Noradrenalin‑/Dopamin‑Wiederaufnahmehemmer (NDRI)

    2
    ODF.j63omHTZLcPTNpoztG_g8w
    ODF.vq6OYJqzcKiFPULeMvQAqg
Das bedeutet:
Chemisch → Amphetamin‑Verwandtschaft
Pharmakologisch → kein Amphetamin

Zusammenfassung​

GruppeGehört Bupropion dazu?Quelle
Phenethylamine✅ Ja
1
Amphetamine (Oberbegriff)✅ chemisch ja
1
Cathinone / β‑Keto‑Amphetamine✅ präzise Gruppe
2
klassische Amphetamine (Releaser)❌ nein
1
ODF.j63omHTZLcPTNpoztG_g8w
ODF.INhCOd4qElPoejfhZYl17A
3 Quellen

Kurze​

Bupropion gehört zur Amphetamingruppe der β‑Keto‑Amphetamine (Cathinone).
Wenn du möchtest, kann ich dir auch erklären, wie sich Bupropion pharmakologisch von Amphetamin unterscheidet oder warum es in Drogentests manchmal falsch‑positive Amphetaminbefunde auslösen kann.

Über Gemini-K
https://share.google/aimode/5aScUYY5KxdXt0Nja
mit KI erstellt:

Hier ist der direkte synaptische und klinische Vergleich zwischen Methamphetamin, Kokain und Bupropion.
Obwohl alle drei Substanzen das dopaminerge und noradrenerge System beeinflussen, unterscheiden sie sich drastisch in ihrer Bindungsstärke (Affinität), Kinetik und medizinischen Anwendung. Bupropion nimmt hierbei eine Sonderstellung ein, da es trotz seiner strukturellen Verwandtschaft mit Amphetaminen und Kathinonen rein als schwacher Inhibitor wirkt und kein Suchtpotenzial im klassischen Sinne entfaltet. [1, 2, 3, 4]

Direktvergleich an der Synapse

MerkmalMethamphetaminKokainBupropion (Zyban / Elontril / Wellbutrin)
KlasseIllegales Psychostimulanz (Amphetamin-Derivat)Illegales Psychostimulanz (Tropan-Alkaloid)Selektiver Noradrenalin- und Dopamin-Wiederaufnahmehemmer (NDRI)
WirkprinzipSubstrat & Reverser (Schleuse): Invertiert die Transportrichtung des Dopamintransporters (DAT). Zwingt die Zelle zur maximalen Dopaminausschüttung.Reuptake-Inhibitor (Blocker): Blockiert den DAT hocheffizient von außen. Verhindert das Recycling des natürlich ausgeschütteten Dopamins.Schwacher Reuptake-Inhibitor: Blockiert den DAT und NET (Noradrenalintransporter) sehr sanft. Keine Freisetzung von Dopamin.
DAT-Affinität / Belegung im GehirnExtrem hoch: Flutet die Synapse künstlich mit Dopaminwerten von über 1000 % über dem Basalwert.Sehr hoch: Führt bei typischer Dosis zu einer DAT-Belegung von über 60 % bis 77 %, was akute Euphorie auslöst.Sehr gering: Erreicht bei therapeutischer Dosis nur ca. 14 % bis 22 % DAT-Belegung. Löst keine Euphorie aus.
Halbwertszeit (Wirkdauer)Sehr lang: ca. 10–12 Stunden (stundenlanger, neurotoxischer Rausch).Sehr kurz: ca. 1 Stunde (kurzer, intensiver Rausch).Lang: ca. 20 Stunden (Metaboliten bis zu 37 Stunden) – für stabilen Spiegel über 24 Std. konzipiert.
Zusätzliche MechanismenBlockiert VMAT-2 (entleert die inneren Zelllager); hemmt Monoaminoxidase (MAO).Blockiert spannungsabhängige Natriumkanäle (Wirkt als Lokalanästhetikum am Herzen → Infarktrisiko).Agiert zusätzlich als funktioneller Antagonist an nikotinischen Acetylcholinrezeptoren (daher zur Raucherentwöhnung eingesetzt).
Klinischer StatusExtrem hohes Missbrauchs- und Neurotoxizitätspotenzial.Hohes Missbrauchspotenzial, extrem kardiotoxisch.Zugelassenes Arzneimittel (Antidepressivum); kein nennenswertes Missbrauchspotenzial.



Die pharmakologischen Unterschiede im Detail

1. Methamphetamin: Der "Releaser" (Ausschütter)
Methamphetamin ahmt Dopamin strukturell nach. Es dockt nicht nur an den Dopamintransporter (DAT) an, sondern wird von diesem in die Zelle hineintransportiert. Dort angekommen bricht es die Speicherbläschen (Vesikel) auf, sodass die Zelle von innen heraus mit Dopamin überschwemmt wird. Anschließend dreht es die Funktion des DAT um: Der Transporter pumpt das Dopamin nun unkontrolliert in den synaptischen Spalt. Dies führt zu einer unphysiologisch massiven Reizüberflutung. [1]

2. Kokain: Der starke "Blocker" (Wiederaufnahmehemmer)
Kokain dringt im Gegensatz zu Methamphetamin nicht in die Zelle ein. Es verhält sich wie ein Stöpsel, der den DAT von außen verstopft. Das Dopamin, das das Gehirn ohnehin bei Gedanken oder Aktivitäten ausschüttet, kann nicht mehr zurück in die Zelle transportiert werden und reichert sich an. Da Kokain den Transporter extrem schnell flutet und eine hohe Bindungsaffinität besitzt, erzeugt es einen rasanten, aber kurzen Kick. [1, 2, 3]

3. Bupropion: Der therapeutische "Grenz-Blocker"
Chemisch gesehen gehört Bupropion zur Klasse der Kathinone (Beta-Keto-Amphetamine) – es teilt sich also das Grundgerüst mit Amphetaminen. In der Praxis verhält es sich jedoch völlig anders: [1]
  • Keine Freisetzung: Es besitzt keinerlei amphetaminartige Eigenschaften zur Freisetzung von Dopamin. [1, 2]
  • Sicherheitsabstand zur Euphorie-Schwelle: Um eine euphorisierende (und damit potenziell süchtig machende) Wirkung zu erzielen, muss ein Stoff den Dopamintransporter schnell zu über 50 % bis 60 % besetzen. Bupropion besetzt im Gehirn unter Normaldosierung (z.B. 150 mg – 300 mg) im Schnitt jedoch nur knapp 14 % bis 22 % der DAT-Plätze. [1]
  • Die Wirkung: Statt eines "Highs" führt diese milde Blockade im Alltag lediglich zu einer subtilen Steigerung des Antriebs, der Konzentration und einer Stabilisierung der Stimmung, ohne das Belohnungssystem zu kidnappen. [1, 2]

Zusammenfassung
Während Methamphetamin die Dopaminspeicher der Zelle gewaltsam leert und Kokain das biologische Recycling hocheffizient blockiert, besetzt Bupropion die Transporter so schwach und träge, dass es keine Rauschwirkung entfaltet, sondern lediglich ein neurologisches Defizit an Botenstoffen (wie bei Depressionen oder ADHS) im Hintergrund ausgleicht. [1, 2, 3, 4]



@Ventilator
ich verstehe deine berechtigte Sorge, aber bei Bupropion schwingen da sehr diese Vorurteile mit die teils auch bei Ärzten vorliegen können. Bei Amphetaminen weiß man das diese psychoseartige Symptome auslösen können bei Bupropion ist das anderes und man könnte sogar von einer aktivierend antipsychotischen Wirkung sprechen welche bei niedriger Antipsychotika-Erhaltung oder Interavalleinnahme des Antipsychotikums am beste wirkt. Da Bupropion CYP2D6 stark hemmt, ein Enzym was für den Abbau von Aripiprazol wichtig ist, solltest du wenn du Bupropion ergänzen möchtest diese Aripiprazoldosis eher halbieren, wobei auch so 5-7,5mg (55-70% striatale D2-Blockade) Aripiprazol bei vielen Patienten in der Erhaltungstherapie meist völlig ausreichen. Mit 10mg bist du am sinnvollen Wirkmaximum vom Aripiprazol was genau der Wirkung von 3-4mg Risperidon (70-80%) bezüglich der D2-Blockade im Striatum entspricht. Da Antipsychotika auf einige Rezeptoren wirken, kann sich die Wirkung trotzdem individuell maßgeblich unterscheiden und Aripiprazol ist ja auch ein Partialagonist an D2.

Bupropion reduziert die phasisch gesteigerte Dopaminausschüttung, indem es mehr Dopamin im synaptischen Spalt anstaut und damit D2-Autorezeptoren mit Dopamin beaufschlagt die VMAT-2 von der Ausschüttung herunterregulieren.

Methamphetamin dreht die Richtung der DAT-Hemmung um und pumpt Dopamin aus dem Synaptischen Spalt in die Zelle hinein. Damit wird die Dopamin Ausschüttung am VMAT-2 gesteigert.

Antipsychotika wirken hauptsächlich über postsynaptische D2-Rezeptorblockade, wobei präsynaptische D2-Autorezeptoren auch blockiert werden und dann ungünstigerweise mehr Dopamin in den Synaptischen Spalt freigesetzt wird. Partialagonisten wie Aripiprazol ziehen dort eine permanente Teilbremse von VMAT2 anstatt diesen wie Antagonisten zu blockieren und damit weitere Dopaminausschüttung bei VMAT2 anzuregen.

Aripiprazol bremst VMAT2 also zusätzlich runter und erhält eine Dopamin-Grundaktivität in der Zelle, eventuell verbessert das den MOA-Enzymabbau.

Bupropion braucht freie Dopamin-Autorezeptoren damit dort echtes Dopamin die VMAT2 Bremse bei Dopaminspitzen anziehen kann. Dadurch kann Bupropion phasische Dopaminspitzen abfangen, da die Autorezeptorbremse keine permanente Bremse wie beim Aripiprazol in Gehirnregionen mit viel und wenig Dopamin ist, sondern Bupropion in den Überaktiven Regionen die VMAT2 Bremse anzieht und damit neues mit neuen Informationen bestücktes Dopamin von der Ausschüttung in den synaptischen Spalt bereits auf präsynaptischer Seite hemmt, sodass postsynaptisch deutlich kleinere Dopaminblockaden nötig sind.

Da Bupropion einer der wenigen starken CYP2D6-Hemmer ist, bezieht sich dies FDA im Grunde auf starke CYP2D6-Hemmer in ihrer Leitlinie das Aripiprazol zu halbieren, bezieht sich aber indirekt auf Bupropion. Realistisch wäre eine ca. 65% Dosisanstieg durch Bupropion, da die FDA anscheinend, wie aktivierende antipsychotische Wirkung des Bupropion eingerechnet hat erklärt das die Diskrepanz, warum man von 100% Dosisreduktion also Halbierung von Aripiprazol ausgeht.

Bupropion kann keinen tonischen Dopamingrundtonus senken, von daher braucht es ein gering dosiertes Antipsychotikum oder eine Intervalltherapie des Antipsychotikums, um eine sichere antipsychotische Wirksamkeit zu gewährleisten.

Hier Studien die das stützen.
Hier eine Metastudie die hohe Relevanz haben in der Medizin:
https://www.researchgate.net/public...A_Systematic_Review_of_the_Current_Literature
(diese zeigt das Bupropion bei paralleler Antipsychotikaeinnahme kein erhöhtes Psychoserisiko erzeugt und ein günstiges Nebenwirkungsprofil hat)

Use of Bupropion in the Management of Negative Symptom Schizophrenia: A Case Series - PMC
Diese Studie mit Fallbeispielen zeigt eine durchschnittliche PANSS-Verbesserung (Positiv- und Negativskala bei Schizophrenie) von 100 bei behandlungsbeginn auf ca. 45 nach der Umstellung mit paralleler antipsychotischer Stabilisierung. Das sind deutliche Effekte.
 
Wäre interessant, wenn du weißt welches Antipsychotikum die Bekannte einnimmt?
Du hattest ja glaube ich 10 oder 15mg Aripiprazol, bei mir waren es 5mg. Hattest du eine normale Rauschwirkung oder hattest du das Gefühl keinen normales Rauschgefühl zu haben? Würde mich auch etwas interessieren, ob du vor dem Cariprazin mal 5 oder 7,5mg Aripiprazol hattest und ob diese Dosierungen zu schwach gewesen sind. Ich frage nur, da man es mit den Dosierungen gerade beim Aripiprazol übertreibt und auch die Leitlinien an der Stelle irreführend sind.
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Die Bekannte bekommt Abilify als Spritze. Ich trinke wenig Alkohol und merke gar kein Rauschgefühl mehr. 5mg Aripiprazol hatten mir eigentlich gereicht, aber erkläre das mal jemand den Ärzten….
 
Habe gelesen dass aripiprazol in der Anfangsphase alles verschlimmern kann ich glaube das war oder ist bei mir der Fall

Heute merke ich endlich eine positive Wirkung der Wahn lässt nach und ich beruhige mich
 
Es ist ein Rätsel, wie die Partialagonisten wirken, aber man kann auch bei ihnen langfristig die Dosis auf ein erträgliches Maß senken, und bei Bedarf wieder selbstständig nach oben gehen, um zu einem späteren Zeitpunkt doch noch die angepeilte untere Dosis zu erreichen.
 
Beängstigend das du hier über Drogen und dann auch noch über Crystal Meth und Kokain schreibst, Maggi.
Diese extrem starke Belohnungen und ein hochgefühl wie man sie im normales Leben nicht kennt führt insbesondere bei crystal sofort zur Abhängigkeit.

Hochzeit. Dafür etwas zu tun wäre wichtig.
Künstlich zugeführt ist der soziale Abstieg und Verfall der eigenen Existenz vorprogrammiert.
 
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