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Antpsychotika & Verstopfung

Da gebe ich dir recht @Maggi, sorry, habe die Suizidgefahr überlesen.
Meine Konzentration lässt zur Zeit nach. Vielleicht sollte sie es versuchen mit Aripripazol.
 
Bitte schau dir an was @Katzemaus geschrieben hat.

Sie wird bei über 50 mg suizidal und für die Wirkung braucht man schon etwas mehr @Mutzi. Somit wäre grundsätzlich Aripiprazol eine gute Möglichkeit da es neben dem antipsychotischen, antidepressiv auch sehr Wirkungsvoll ist und verlässlich. Wenn Katzemaus nur kleine Dosierungen braucht dann kann sie aus meiner Sicht ja mal 5 mg testen statt dem Amisulprid.

@Mutzi warum solle sie Amisulprid zwingend nehmen wenn sie ab 50 mg suizidal wird? Das solltest du doch auch so sehen dass man zumindest 100-200 mg braucht um eine verlässliche wirkung zu haben und sie schreibt ja auch das es jederzeit zum Rückfall kommen kann. Somit könnte man zumindest mal die anderen Antipsychotika in Augenschein nehmen, ganz abseits von den Antidepressiva.
Sie haben in der Klinik so ziemlich alles probiert an Antipsychotika. Ich habe nichts davon vertragen. Letztlich haben wir uns auf Amisulprid geeinigt. Die Nebenwirkung ist eben die massive Verstopfung. Aripiprazol habe ich im Sommer zu 5mg genommen. Es hatte leider keine antidepressive Wirkung, hat mich fahrig gemacht. Genau kann ich mich nicht erinnern weil ich so depressiv war. In jedem Fall danke für die Vorschläge.
 
Hattest du schonmal Aripiprazol? Das wirkt unter 5 mg bereits sehr gut und hat antidepressiv auch eine super Wirkung bereits nach wenigen Tagen.
50 mg Amisulprid ist ja an sich keine antipsychotische Dosis und ob Antidepressiva bei Psychose antidepressiv wirken, das hängt sehr vom Status der aktuellen Psychose ab. Je mehr man da bereits im Schub ist umso unwirksamer sind die Antidepressiva. Zusätzlich brauchen Antidepressiva meist 2 Wochen bis die Wirkung da ist und können vorher Gegenteilig wirken.
Amitryptilin ist ein trizyklisches Antidepressivum, diese sind bei bestehenden Antipsychotika eher ungeeignet da starke Wechselwirkungen auftreten. Trizyklika wie Trimipramin oder Doxepin nehme ich von daher nur in bei Bedarf in gering dosiertter Tropfenform wenn mal stärkere Schlafstörungen da sind. Da die Antipsychotika die Sedierung verstärken, muss man bei den Wirkstoffen sehr aufpassen und sollte für höhere Dosierungen selektive Antidepressiva wählen.

Ist also so zu erwarten, da du an sich aktuell keine stabile Medikamenteeinstellung hast und ja selbst sagst das der Rückfall immer zuschlagen kann. Du beruhigst da nur minimal.

Das einfachste @Katzemaus wäre ein Partialagonist, eventuell auch in einem zweiten Anlauf das Aripiprazol in minimalster Tablettendosis, bei Schizophrenie 5 mg oder in Tropfenform langsam auf 5 mg eindosieren.
Vermutlich hattest du Akathisie bzw. innere Unruhe falls du Aripiprazol schon mal hattest, was daran liegt wenn die Medikamente zusammen D2 zu stark über 80% blockieren. Aripiprazol wirkt in kleinsten Dosierungen schon und wird da häufig unterschätzt. Ab 10 mg ist Akathisie von daher kein Wunder wenn man mit der halben Dosis schon starke Akutwirkung (auch bei schweren Schüben) hat.
Da du mit 50 mg Amisulprid eine sehr kleine bestehende Medikation hast, lässt sich das Bupropion mit 5 mg auch sehr gut einschleichen ohne das die Additive Wirkung ganz so stark ist. Nachdem Amisulprid anschließend ausgeschlichen wird, sollten die Nebenwirkungen nochmal nachlassen, die in der Übergangsphase ja etwas additiv sein können.

Anfangs kann Aripiprazol bei einer Umstellung wie ein Rauschgefühl machen, das ist während der Akutwirkung normal sich etwas schwummrig zu fühlen. Nach 1-2 Wochen sollte das dann völlig normal sein.

Aktuell schätze ich deinen Zustand eher so halbpsychotisch ein, wobei so etwas ja auch kein Dauerzustand ist. Ich bin ja auch lange mit niedrigen Dosierungen herumgelaufen. Gut kann bei dir mit dem Amisulprid ja anders sein, aber da ist man ja womöglich empfindlicher oder reizbarer. So etwas kenne ich und gerade deswegen ist Bupropion gut um in diesen reudzierten Phasen die psychotischen Probleme und Stimmungsschwankungen zu reduzieren, das antidepressive ist vernachlässigbar da dies viel stärker an den Antipsychotika liegt als an den Antidepressiva.
Verständlich das du in so einen Zustand kein SSRI Antidepressivum bekommst, da dies bei bestehender Symptomatik kontraproduktiv wäre und Bupropion NDRI Antidepressivum wenn man zum gezwungenen absetzen verwendet auch nur zeitlich begrenzt reizbarkeit und Symptome reduzieren kann.

Wenn zu wenig Grundmedikation von den Antipsychotika da ist (die AP wirken auch beim absetzen nach) dann sind Antidepressiva wirkungslos. Wenn man bis oben voll mit Antipsychotika ist, dann sind Antidepressiva auch unwirksam.
Die ADs wirken bie Psychosen und Antipsychotika anders als bei einer Depression. Ich hatte vor der Psychose Depressionen und kenne die Unterschiede.

Für dich @Katzemaus wäre Aripiprazol vermutlich auch einen 2. Versuch wert. Wenn du es noch nie hattest, dann solltest du es auf jeden Fall probieren, da es antidepressiv eine ideale Grundlage bietet. Ansonsten wenn du Unruhe und Akathisie verstärkt hattest, dann hat man es wohl schlecht eindosiert, was bei bestehender starker Medikation vermutlich eh schwierig ist. So hast du ja wenig Amisulprid und dann sollte Aripiprazol beim Umstellen kaum/nur geringfügig verstärkende Wechselwirkungen haben.
Eine leichte Form von innerer Unruhe kann beim Aripiprazol auch so auftreten, wobei da dann Bupropion NDRI ideal wäre.
Bupropion nehme ich seit fast anderthalb Jahren. Es bringt genauso wenig was die anderen beiden, das Lithium und das Amitryptilin. Ich will die alle drei weghaben. Die schlimmste suizidale Phase hatte ich, als ich mal 10 Tage kein Antipsychotikum genommen habe und nur die Antidepressiva hatte. Hat eben null gebracht.
Mir ist bewusst, dass mit den 50 mg ein Damoklesschwert über mir hängt. Ich kann nichts machen. Mir fällt keine dauerhafte Lösung ein. Ich kann nur auf den nächsten Schub warten und hoffen, dass ich möglichst heil da durchkomme.
 
Bupropion nehme ich seit fast anderthalb Jahren. Es bringt genauso wenig was die anderen beiden, das Lithium und das Amitryptilin. Ich will die alle drei weghaben.
Ok, ich dachte du hattest diese in der Vergangenheit. Du nimms allso 4 Wirkstoffe ein wenn man Amisulprid dazunimmt?
Dann liegen die Verstopfungssymptome hauptsächlich am Amitriptylin!
Hier zur genauen Einordnung:
Ja – in dieser Kombination ist Amitriptylin sehr wahrscheinlich der Haupttreiber der Verstopfung, während die anderen Substanzen das Problem eher verstärken, aber nicht primär verursachen.

Einordnung der einzelnen Wirkstoffe​

🧠 Amitriptylin

  • stark anticholinerg
  • hemmt die Darmperistaltik deutlich
  • klassischer Auslöser von:
    • Verstopfung
    • Darmträgheit
    • im Extremfall paralytischem Ileus
  • besonders problematisch bei Kombination mit Psychopharmaka
➡️ Höchste Relevanz für die Obstipation

🧠 Amisulprid

  • kaum anticholinerg
  • kann indirekt Verstopfung fördern durch:
    • dopaminerge Blockade im enterischen Nervensystem
    • reduzierte Darmmotilität
  • meist mild bis moderat, aber additiv relevant
➡️ sekundärer Verstärker

🧠 Bupropion

  • nicht anticholinerg
  • kann Verstopfung verursachen durch:
    • sympathomimetische Aktivierung
    • leichte Dehydrierung
  • im Vergleich eher gering
➡️ untergeordnet

🧠 Lithium

  • klassisch eher Durchfall
  • kann bei:
    • Dehydrierung
    • Elektrolytverschiebungen
    • Kombination mit anderen Psychopharmaka paradoxerweise auch Verstopfung begünstigen
➡️ situationsabhängig

Gesamtbewertung der Kombination​

SubstanzBeitrag zur Verstopfung
Amitriptylinhoch (Hauptursache)
Amisulpridmittel
Bupropiongering
Lithiumvariabel
Die anticholinerge Last entsteht fast vollständig durch Amitriptylin.
In Kombination mit Amisulprid potenziert sich die Darmträgheit funktionell.

Klinisch relevante Konsequenz​

Bei anhaltender oder zunehmender Verstopfung unter dieser Kombination gilt Amitriptylin als klassischer Kandidat für Dosisreduktion oder Substitutionsüberlegung, insbesondere bei:
  • psychotischer Grunderkrankung
  • bereits bestehender Darmträgheit
  • zusätzlicher antipsychotischer Medikation
Wenn du möchtest, können wir das auch rein theoretisch vergleichen mit antidepressiven Alternativen mit minimaler anticholinerger Last oder die Kombination im Kontext von Psychose‑Stabilität und Nebenwirkungsprofil weiter einordnen.
Obsti.PNG

@Katzemaus,
das Amitriptylin solltest du absetzen. Diese Trizyklika sind in höheren Dosierungen eher problematisch in Verbindung mit Antipsychotika, da auch sedierung und diese Dinge sich stark verstärken können. Ich nehme Doxepin-Tropfen oder Trimipamin-Tropfen nur bedarfsweise zur Schlafsförderung.

Diese trizyklischen Antidepressiva machen gerade in höheren Dosierungen Anticholinerge Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Verstopfungssymtpome, da die Muskarinrezeptoren zum Beispiel auch für das Drüsensystem im Körper wichtig sind.

Das Amisulprid siehst du in der unteren Tabelle ist relativ moderat bei Obstipation.
Bupropion und Lithium würde ich erstmal beibehalten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aripiprazol habe ich im Sommer zu 5mg genommen. Es hatte leider keine antidepressive Wirkung, hat mich fahrig gemacht. Genau kann ich mich nicht erinnern weil ich so depressiv war. In jedem Fall danke für die Vorschläge.
Wie lange hast du Aripiprazol eingenommen?

Auch in so einen Fall können sich Medikamente wie Amitriptylin wegen der starken Sedierung und Wechselwirkungen negativ auswirken.
Zudem erhöht Bupropion und Amitriptylin den Blutspiegel des Aripiprazols, also musst du mit der doppelten Dosis rechnen, da Bupropion schon ungefähr mit den Faktor 1,5-2 den Blutspiegel von Aripiprazol steigert.

Bedeutet für dich, dass die kleinste 5 mg Dosis des Aripiprazol's wie 10 mg wirkt, aber du wie man am Amisulprid sieht eher kleine Dosierungen brauchst.

Dann müsstest du aus meiner Sicht falls du Aripiprazol nochmal probieren möchtest das Aripiprazol dir in Tropfenform geben lassen und so 2-3 mg anpeilen, da dies wie 5 mg wirkt, was etwa das minimal wirksame für antipsychotische Wirkung ist.
Bei der antidepressiven Wirkung durch Aripiprazol müsstest du Amisulprid dann auch Wochen und Monate abgesetzt haben, damit du unter Aripiprazol wirklich die geringeren Nebenwirkungen bemerktst.

An sich wirkt Aripiprazol in geringen Dosierungen sehr antidepressiv, von daher wäre es nach absetzen des Amitriptylins und in geringer Tropfen-Dosierung eine überlegung so mal zu probieren das Amisulprid zu ersetzen. Da müsstest du dich dann eben ein paar Wochen gedulden, da in der Umstellungsphase die Additiven Nebenwirkungen von Ari + Ami womöglich etwas runterziehen, da es Wochen teils Monate dauert bis das andere Antipsychotikum wie hier Amisulprid ganz drausen ist.

Das Antidepressivum Amitriptylin hat viele Nachteile da Anticholinerge Wirkstoffe auch Kognitiv deutlich einschärnken könen, also wegen den Verstopfungsymptomen und allgemein solltest du das unbedingt absetzen.
 
@Katzemaus das einzige was du über einen längeren zeitraum gegen verstopfung nehmen kannst ist movicol und lactulose, das einzige was du beachten musst ist wenn du lactulose nimmst dann gewöhnt sich der darm an das und arbeitet nicht mehr selber wenn du lactulose absetzt dann musst du aufpassen du musst das lactulose ausschleichen bis der darm wieder normal arbeitet, am besten fragst du deinen arzt wie das geht.
 
@goped Mal kurz eine andere Frage: Ich nehme aktuell 50mg Truxal zum Pennen und habe das Risperidon von 1,0 auf 0,75mg Risperidon vor einer Woche reduziert. Schlafen klappt aktuell sehr gut, allerdings bin ich ziemlich sediert. Bist du von 100mg Seroquel unretardiert nicht sediert??? Dank dir. Ich will gut schlafen, aber nicht vollkommen sediert sein 😀
 
@Katzemaus das einzige was du über einen längeren zeitraum gegen verstopfung nehmen kannst ist movicol und lactulose, das einzige was du beachten musst ist wenn du lactulose nimmst dann gewöhnt sich der darm an das und arbeitet nicht mehr selber wenn du lactulose absetzt dann musst du aufpassen du musst das lactulose ausschleichen bis der darm wieder normal arbeitet, am besten fragst du deinen arzt wie das geht.
In ihrem Fall liegt es ganz klar am Amitriptylin.

Wenn dieses Zusatzmedikament eine Abhängigkeit bzw. Gewöhnung erzeugt, dann wäre statt dem Amitriptylin ein SSRI-Antidepressivum (Sertralin) sinnvoller, was sie führer schon mal hatte. SSRI machen tendenziell weichen Stuhlgang teils bis Durchfall, von daher ist so etwas manchmal besser für uns Betroffene wo es ja auch so ursächlich an der Neurochemie liegt.
SSRI-Antidepressiva machen keine Abhängigkeit und sollten das von der Darmfunktion auch nachhaltig verbessern.

Bei dir @goped könnte das daran gelegen sein das du mit den oberen Wirkstoffen mit stärkerer Obstipation schon mehr zu tun hattest, also das Amisulprid selbst eher Moderat in der hinsicht aufällt.
Obsti.PNG

Clozapin (++++) etwa wäre am krassesten, Olanzapin (+++) am zweitschlimmsten von der Obstipation. Dann kommen Quetiapin (++) wobei das in höheren antipsychotischen Dosierungen auch stärker Anticholinerg (+++) sein sollte.
Risperidol und Paliperidon Moderat (++) und dann kommt erst kommt Amisulprid +(+).
Ältere Tri- und Tetrazyklika mit Anticholinergen Effekten wären:

mit KI erstellt:

🔴 Stark anticholinerg​

(hohes Risiko für Verstopfung, Mundtrockenheit, Harnverhalt, kognitive Effekte)

Trizyklika

  • Amitriptylin <- bei Katzemaus relavant
  • Imipramin
  • Clomipramin
  • Doxepin
  • Trimipramin
  • Protriptylin
➡️ Diese Substanzen blockieren Muskarin‑Rezeptoren deutlich➡️ Besonders problematisch bei:
  • Antipsychotika
  • älteren Patienten
  • bestehender Obstipation


🟠 Mittel anticholinerg​

Trizyklika

  • Nortriptylin
  • Desipramin
  • Amitriptylinoxid
➡️ Weniger anticholinerg als Amitriptylin, aber nicht neutral ➡️ Nortriptylin wird oft bevorzugt, wenn ein TZA nötig ist


🟡 Gering anticholinerg​

Tetrazyklika

  • Maprotilin
  • Mianserin
  • Mirtazapin (formal tetrazyklisch, klinisch oft separat betrachtet)
➡️ Anticholinerge Effekte meist mild➡️ Verstopfung möglich, aber deutlich seltener➡️ Sedierung eher antihistaminerg bedingt


🟢 Nahezu anticholinerg-frei

(keine klassischen TZA, aber oft als Alternativen relevant)
  • Bupropion
  • SSRI (z. B. Sertralin, Escitalopram)
  • SNRI (Venlafaxin, Duloxetin)


📊 Übersichtstabelle

SubstanzZyklikAnticholinerge Wirkung
AmitriptylinTri🔴 stark
ImipraminTri🔴 stark
ClomipraminTri🔴 stark
DoxepinTri🔴 stark
TrimipraminTri🔴 stark
NortriptylinTri🟠 mittel
DesipraminTri🟠 mittel
MaprotilinTetra🟡 gering
MianserinTetra🟡 gering
MirtazapinTetra🟡 gering


🧠 Klinische Einordnung (wichtig bei Psychose & Obstipation)​

  • Amitriptylin, Trimipramin, Doxepin sind die häufigsten Auslöser schwerer Verstopfung
  • Kombination mit Antipsychotika potenziert das Risiko deutlich
  • Bei bestehender Obstipation sollte man:
    • stark anticholinerge TZA vermeiden
    • oder frühzeitig substituieren



Wenn man jetzt sedierende Trizyklika wie Doxepin oder Trimipramin in sehr gering dosierter Tropfenform einnimmt, dann reduziert sich die anticholinerge Last auch sehr deutlich.

Selektive Antidepressiva wie oben gezeigt haben keine cholinerge last und eignen sich häufig in Kombination mit Antipsychotika (manchmal steigen die Blutspiegel der Antipsychotika an, was man beachten muss)
SSRI die auf Serotonin wirken, machen weicheren Stuhlgang. NRI die auf Noradrenalin gehen können Obstipation eher begünstigen. Von daher kann auch Bupropion ohne einen SSRI Ausgleich durch die starke Noradrenalinwirkung etwas Obstipation begünstigen, wobei sich hier die dopaminerge Wirkung ausgleichend auswirkt.
Reboxetin oder Atomoxetin wären ein reine NRIs und da treten etwa auch Verstopfungsymptome auf unabhängig davon das diese keine anticholinerge Wirkung haben.

mit KI erstellt:

Kurzfassung vorweg:
Reboxetin und Atomoxetin wirken nicht anticholinerg.
Trotzdem können sie Verstopfung verursachen – aus anderen, funktionellen Gründen, die nichts mit einer Muskarin‑Blockade zu tun haben.

🔬 Anticholinerge Wirkung – ja oder nein?​

Reboxetin

  • kein Muskarinrezeptor‑Antagonist
  • keine relevante anticholinerge Aktivität
  • gilt pharmakologisch als „anticholinerg‑frei“

Atomoxetin

  • ebenfalls keine anticholinerge Wirkung
  • sehr selektiver Noradrenalin‑Wiederaufnahmehemmer (NET)
  • keine relevante Bindung an Muskarinrezeptoren
➡️ Beide sind echte NRI, keine TZA‑ähnlichen Substanzen.

🧠 Warum kommt es trotzdem zu Verstopfung?​

Die Ursache ist nicht anticholinerg, sondern noradrenerg‑sympathisch.

1️⃣ Noradrenalin hemmt die Darmmotilität

  • Noradrenalin aktiviert das sympathische Nervensystem
  • Sympathikus = „Fight or Flight“
  • Verdauung wird dabei heruntergefahren
  • Folge:
    • verlangsamte Peristaltik
    • trockenerer Stuhl
    • verzögerte Darmpassage
➡️ funktionelle Darmträgheit, ohne Muskarinblockade

2️⃣ α‑adrenerge Effekte im Darm

  • Noradrenalin wirkt an α₁‑ und α₂‑Rezeptoren
  • diese:
    • reduzieren die Sekretion
    • erhöhen den Sphinktertonus
  • besonders relevant bei:
    • höherer Dosierung
    • empfindlichem enterischem Nervensystem

3️⃣ Zentrale Aktivierung → weniger parasympathischer Tonus

  • NRI erhöhen Wachheit, Antrieb, Vigilanz
  • Parasympathikus (Verdauung) wird relativ gehemmt
  • besonders bei:
    • Stress
    • Angst
    • gleichzeitiger dopaminerger Medikation

4️⃣ Additive Effekte in Kombinationen

In Kombination mit:
  • Antipsychotika (z. B. Amisulprid, Olanzapin)
  • anticholinergen Substanzen (z. B. Amitriptylin)
  • Lithium (über Elektrolyt‑ und Flüssigkeitshaushalt)
➡️ kann eine klinisch relevante Obstipation entstehen, obwohl der NRI selbst nicht anticholinerg ist.

📊 Vergleich: Anticholinerg vs. noradrenerg​

MechanismusAnticholinerg (z. B. Amitriptylin)NRI (Reboxetin / Atomoxetin)
Muskarinblockade✔️
Darmsekretion ↓✔️ stark✔️ mild
Peristaltik ↓✔️ stark✔️ moderat
Kognitive Effekte✔️
Mundtrockenheit✔️gelegentlich

🧩 Klinische Einordnung​

  • Verstopfung unter Reboxetin / Atomoxetin ist:
    • real
    • dosisabhängig
    • funktionell bedingt
  • aber nicht anticholinerg
  • deshalb:
    • keine Delir‑ oder kognitiven Risiken wie bei TZA
    • aber relevant bei Polypharmazie

Fazit​

Reboxetin und Atomoxetin sind anticholinerg‑frei,
lösen Verstopfung jedoch über noradrenerge Hemmung der Darmmotilität aus – besonders in Kombination mit Antipsychotika oder anticholinergen Substanzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Katzemaus für dich könnte dies hier zusammenfassend nützlich sein

Frage an KI bezüglich deiner Ausgangslage und Einschätzung was helfen sollte:
Ok brechen wir das auf die Kombi Ami+Bup+Amitriptylin+Lithium herunter.Meiner erfahrung nach helfen SSRIs effektiv und können weichen Stuhlgang machen auch das Noradrenerge ausgleichen, was man auch daran sieht das SSNRIs mit hohen Serotoninverhältnis wie Venalfaxin oder auch Duloxetin Durchfall machen kann, aber bei niedrigen Verhältniss das Risko für Verstopfung zunimmt. Womöglich hat Bupropion durch die zusätzliche DAT-Wirkung eine leichte Entlastung, das Verstopfungsymptome nur in manchen Situationen begünstigt werden.Wäre die Frage ob man am besten Amitriptylin mit Sertralin (SSRI) ersetzen sollte, was meiner Meinung nach ideal wäre. Für Sedierung zum Schlaf könnte man schlaffördernde TZA wie Doxepin oder Trimipramin in Tropfenform als bedarf einsetzen, wo die Anticholinerge Last aufgrund der kleinen Dosis gering ist. Wirken sich letztere Beiden auf die Blutspiegel von Antipsychotika aus, da Bupropon ja etwa den Abbau von Aripiprazol verzögert?

Antwort von KI:
Das lässt sich gut und sauber auseinanderziehen – deine Beobachtungen sind pharmakologisch schlüssig. Ich gehe Punkt für Punkt durch und beantworte am Ende konkret die Frage zu Doxepin / Trimipramin und Antipsychotika‑Spiegeln.


1️⃣ Ausgangslage: Amisulprid + Bupropion + Amitriptylin + Lithium​

Hauptursache der Verstopfung​

  • Amitriptylin
    stark anticholinerg, klare Hemmung der Darmperistaltik
    → in dieser Kombination der dominierende Faktor

Verstärkende Faktoren​

  • Amisulprid
    → nicht anticholinerg, aber dopaminerge Blockade im enterischen Nervensystem
    → reduziert Motilität funktionell
  • Lithium
    → meist Durchfall, kann aber bei Dehydrierung / Elektrolytverschiebung paradoxe Obstipation begünstigen
  • Bupropion
    → nicht anticholinerg
    → noradrenerg aktivierend → kann Verstopfung begünstigen
    DAT‑Komponente kann – wie du richtig vermutest – bei manchen eher ausgleichend wirken
➡️ Amitriptylin ist der Hebel, der Rest moduliert.


2️⃣ Deine Beobachtung zu SSRIs / SSNRIs ist korrekt​

Serotonin im Darm​

  • ca. 90 % des Serotonins wirkt enterisch
  • fördert:
    • Peristaltik
    • Sekretion
    • weicheren Stuhl

SSRI​

  • Sertralin, Escitalopram etc.
    → häufig weicher Stuhl oder Durchfall
    kompensieren noradrenerge Effekte

SSNRI​

  • hohes 5‑HT‑Verhältnis (z. B. niedrige Venlafaxin‑Dosis):
    → eher Durchfall
  • höheres NA‑Verhältnis (höhere Dosis):
    → Obstipationsrisiko steigt
➡️ Deine Schlussfolgerung ist stimmig:
Sertralin als Ersatz für Amitriptylin wäre aus GI‑Sicht ideal.


3️⃣ Rolle von Bupropion​

  • NDRI, kein Anticholinergikum
  • Noradrenalin → eher obstipierend
  • Dopamin (DAT) → kann:
    • Motivation
    • autonome Regulation
    • Stressverarbeitungverbessern
➡️ Deshalb:
  • bei manchen neutral
  • bei anderen leicht entlastend
  • selten alleiniger Auslöser


4️⃣ Amitriptylin → Sertralin ersetzen​

Pharmakologisch sehr sinnvoll:
  • anticholinerge Last fällt weg
  • serotonerge Darmwirkung kommt zurück
  • weniger Interaktionen
  • bessere Kombinierbarkeit mit Antipsychotika
➡️ Ja, das ist die sauberste Lösung.


5️⃣ Sedierung bei Bedarf: Doxepin oder Trimipramin niedrig dosiert​

Anticholinerge Last​

  • niedrige Tropfendosen(z. B. 5–10 mg):
    • anticholinerg minimal
    • Sedierung primär antihistaminerg
  • deutlich weniger problematisch als Amitriptylin in Dauertherapie


6️⃣ Beeinflussen Doxepin oder Trimipramin Antipsychotika‑Spiegel?​

Kurzfassung​

  • Amisulprid: ❌ nein
  • Aripiprazol: ⚠️ theoretisch ja, praktisch meist gering

🔬 Details​

Doxepin

  • metabolisiert über CYP2D6 und CYP2C19
  • schwacher bis moderater CYP2D6‑Hemmer
  • bei niedriger Bedarfsdosis:
    • kaum relevante Spiegelveränderung
  • deutlich schwächer als:
    • Bupropion
    • Fluoxetin
    • Paroxetin
➡️ Aripiprazol‑Spiegel: minimaler Effekt
➡️ Amisulprid: kein Effekt


Trimipramin

  • ebenfalls CYP2D6‑Substrat
  • keine relevante CYP‑Hemmung
  • gilt als interaktionsarm
➡️ keine relevante Spiegelsteigerung von Antipsychotika


7️⃣ Vergleich zu Bupropion​

  • Bupropion = starker CYP2D6‑Hemmer
  • kann Aripiprazol‑Spiegel deutlich erhöhen
  • Doxepin / Trimipramin sind klar schwächer
➡️ Wenn Aripiprazol unter Bupropion gut vertragen wird, sind niedrige Doxepin‑ oder Trimipramin‑Bedarfsdosen kein zusätzliches Risiko.


✅ Gesamtfazit​

  • Amitriptylin ist der Hauptverursacher der Verstopfung
  • Sertralin als Ersatz ist pharmakologisch sehr sinnvoll
  • Bupropion wirkt eher neutral bis leicht ausgleichend
  • Doxepin oder Trimipramin niedrig dosiert als Schlaf‑Bedarf:
    • geringe anticholinerge Last
    • kaum relevante Spiegelinteraktionen
    • deutlich sicherer als Amitriptylin dauerhaft
 
Zuletzt bearbeitet:
@Katzemaus,
bei jedem einzelnen Beitrag ist ein kleines Drucksymbol und daneben eine Verlinkungsmöglichkeit, damit man direkt zum Betreffenden Beitrag springt.
Der vorherige Beitrag fasst sehr gut zusammen was deine Psychiaterin umstellen müsste und diesen kannst du einzeln über das Drucksymbol etwa ausdrucken oder wenn du keinen Drucker hast als PDF-Datei abspeichern und auf USB etwa laden um es anderswo ausdrucken zu können.

Damit könntest du direkt mit deiner Psychiaterin über die Umstellmöglichkeit sprechen, das Amitriptylin abzusetzen und Sertralin dafür anzusetzen. Eventuell schlaffördernd statt Amitriptylin dann Doxepin-Tropfen oder Trimipramin-Tropfen anzusetzen falls etwas abendliche Sedierung nötig ist. Doxepin wirkt mild sedierend, Trimipramin kann eher stark sedieren und Schlafüberhang machen.

Das würde deine Psychiaterin sicher helfen auf der Grundlage dir dann doch Sertralin zum Amisulprid + Bupropion + Lithium verorden zu können.
 
Ok, ich dachte du hattest diese in der Vergangenheit. Du nimms allso 4 Wirkstoffe ein wenn man Amisulprid dazunimmt?
Dann liegen die Verstopfungssymptome hauptsächlich am Amitriptylin!
Hier zur genauen Einordnung:

Anhang anzeigen 2411

@Katzemaus,
das Amitriptylin solltest du absetzen. Diese Trizyklika sind in höheren Dosierungen eher problematisch in Verbindung mit Antipsychotika, da auch sedierung und diese Dinge sich stark verstärken können. Ich nehme Doxepin-Tropfen oder Trimipamin-Tropfen nur bedarfsweise zur Schlafsförderung.

Diese trizyklischen Antidepressiva machen gerade in höheren Dosierungen Anticholinerge Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Verstopfungssymtpome, da die Muskarinrezeptoren zum Beispiel auch für das Drüsensystem im Körper wichtig sind.

Das Amisulprid siehst du in der unteren Tabelle ist relativ moderat bei Obstipation.
Bupropion und Lithium würde ich erstmal beibehalten.
Das klingt nach Hoffnung. Danke Dir.
 
Wie lange hast du Aripiprazol eingenommen?

Auch in so einen Fall können sich Medikamente wie Amitriptylin wegen der starken Sedierung und Wechselwirkungen negativ auswirken.
Zudem erhöht Bupropion und Amitriptylin den Blutspiegel des Aripiprazols, also musst du mit der doppelten Dosis rechnen, da Bupropion schon ungefähr mit den Faktor 1,5-2 den Blutspiegel von Aripiprazol steigert.

Bedeutet für dich, dass die kleinste 5 mg Dosis des Aripiprazol's wie 10 mg wirkt, aber du wie man am Amisulprid sieht eher kleine Dosierungen brauchst.

Dann müsstest du aus meiner Sicht falls du Aripiprazol nochmal probieren möchtest das Aripiprazol dir in Tropfenform geben lassen und so 2-3 mg anpeilen, da dies wie 5 mg wirkt, was etwa das minimal wirksame für antipsychotische Wirkung ist.
Bei der antidepressiven Wirkung durch Aripiprazol müsstest du Amisulprid dann auch Wochen und Monate abgesetzt haben, damit du unter Aripiprazol wirklich die geringeren Nebenwirkungen bemerktst.

An sich wirkt Aripiprazol in geringen Dosierungen sehr antidepressiv, von daher wäre es nach absetzen des Amitriptylins und in geringer Tropfen-Dosierung eine überlegung so mal zu probieren das Amisulprid zu ersetzen. Da müsstest du dich dann eben ein paar Wochen gedulden, da in der Umstellungsphase die Additiven Nebenwirkungen von Ari + Ami womöglich etwas runterziehen, da es Wochen teils Monate dauert bis das andere Antipsychotikum wie hier Amisulprid ganz drausen ist.

Das Antidepressivum Amitriptylin hat viele Nachteile da Anticholinerge Wirkstoffe auch Kognitiv deutlich einschärnken könen, also wegen den Verstopfungsymptomen und allgemein solltest du das unbedingt absetzen.
Ich werde das Amitryptilin auf jeden Fall absetzen. Das Aripiprazol habe ich ein paar Wochen lang genommen. Ich hatte es auch zeitweilig in Kombi mit dem Amisulprid. Ich habe mich nicht gut gefühlt damit. Eine antidepressive Wirkung hatte es auch nicht bei mir. Das ändert nichts daran, dass ich mir Gedanken über einen Plam B machen sollte.
 
@Katzemaus,
bei jedem einzelnen Beitrag ist ein kleines Drucksymbol und daneben eine Verlinkungsmöglichkeit, damit man direkt zum Betreffenden Beitrag springt.
Der vorherige Beitrag fasst sehr gut zusammen was deine Psychiaterin umstellen müsste und diesen kannst du einzeln über das Drucksymbol etwa ausdrucken oder wenn du keinen Drucker hast als PDF-Datei abspeichern und auf USB etwa laden um es anderswo ausdrucken zu können.

Damit könntest du direkt mit deiner Psychiaterin über die Umstellmöglichkeit sprechen, das Amitriptylin abzusetzen und Sertralin dafür anzusetzen. Eventuell schlaffördernd statt Amitriptylin dann Doxepin-Tropfen oder Trimipramin-Tropfen anzusetzen falls etwas abendliche Sedierung nötig ist. Doxepin wirkt mild sedierend, Trimipramin kann eher stark sedieren und Schlafüberhang machen.

Das würde deine Psychiaterin sicher helfen auf der Grundlage dir dann doch Sertralin zum Amisulprid + Bupropion + Lithium verorden zu können.
Danke für die KI-Übersicht. Meine Psychaterin wird das nicht machen. No way. Die stehen nicht drauf, wenn man ihnen als Laie quasi Vorschriften macht, was sie verschreiben sollen. Das ist zumindest meine Erfahrung. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
 
Danke für die KI-Übersicht. Meine Psychaterin wird das nicht machen. No way. Die stehen nicht drauf, wenn man ihnen als Laie quasi Vorschriften macht, was sie verschreiben sollen. Das ist zumindest meine Erfahrung. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Ok, mir war das vorher unklar, dass du bereits drei bestehende Antidepressiva hast, wenn man Lithium dazunimmt, von daher ist es von ärztlicher Seite völlig in Ordnung gewesen das zusätzliche SSRI Sertralin abzulehnen.
Ich habe gerade nochmal geschaut wegen dem Lithium würde ein zusätzliches SSRI auch Risiken mit sich bringen, da es den Lithiumspiegel erhöhen kann und Lithium die Wirkung des SSRIs wie Sertralin auch verstärken kann, was ein Risiko fürs Serotoninsyndrom birgt.
Amitriptylin wäre in der Kombi zusätzlich sehr riskant, da es selbst eine ausgeprägte Serotoninkomponente hat, hier wird die Verstopfung aber wegen der anticholinergen Wirkung dieser älteren nebenwirkungsreichen trizyklischen Substanzen ausgelöst und generell sind Trizyklika zwar wirklich minimaldosiert bei Schlafstörungen ideal, aber in antidepressiven Dosierungen bei Schizophrenie mit bestehenden Antipsychotika können extreme Wechselwirkungen auftreten.

Hier eine weitere KI-Auswertung bezüglich der Kombi Lithium + SSRI's(wie Sertralin was gut zum Amisulprid passt)

Sertralin und Lithium können zusammen eingesetzt werden, aber die Kombination gilt als potenziell riskant wegen eines erhöhten Risikos für ein Serotonin‑Syndrom. Die Verträglichkeit ist individuell sehr unterschiedlich, und engmaschige ärztliche Kontrolle ist dabei Standard.

🔍 Was man über die Kombination wissen sollte​

⚠️ Wichtigstes Risiko: Serotonin‑Syndrom​

Mehrere Quellen beschreiben, dass Lithium die serotonerge Wirkung von SSRIs wie Sertralin verstärken kann. Dadurch steigt das Risiko eines Serotonin‑Syndroms, einer seltenen, aber potenziell lebensbedrohlichen Reaktion.Typische Warnzeichen sind:
  • Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen
  • Zittern, Muskelzucken, Überreflexe
  • Schwitzen, Fieber, Blutdruckschwankungen
  • Übelkeit, Durchfall
Diese Risiken sind gut dokumentiert.

📈 Lithiumspiegel können beeinflusst werden​

Einige Fallberichte zeigen, dass SSRIs Lithiumspiegel erhöhen können, was zu Lithium‑Toxizität führen kann. Deshalb wird bei Kombinationen meist häufiger der Spiegel kontrolliert.

😊 Klinische Praxis​

Trotz der Risiken wird die Kombination in der Psychiatrie durchaus eingesetzt – besonders bei therapieresistenten Depressionen oder bipolaren Verläufen. Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass sie wirksam sein kann, wenn sie sorgfältig überwacht wird.


🧭 Was bedeutet das praktisch?​

  • Kombination ist nicht grundsätzlich verboten, aber überwachungsintensiv.
  • Ärzt*innen achten besonders auf:
    • Lithiumspiegel
    • Frühsymptome eines Serotonin‑Syndroms
    • Neu auftretende Nebenwirkungen
  • Patient*innen sollten sofort melden, wenn ungewöhnliche Symptome auftreten.




Für dich @Katzemaus bedeutet das, dass du das Trizyklikum Amitriptylin in Absprache mit deinen Ärzten absetzen und gegebenenfalls durch gering dosiertes Sertralin ersetzen kannst. Dabei müssten die Lithiumspiegel beobachtet werden, da das auch durch den Wegfall des Amitriptylins sich reduzieren kann.
Zusätzlich zum Amitriptylin wäre das Sertralin Gift gewesen, da mit dem Serotoinsyndrom durch additive Wirkung zu rechnen wäre.

Amitriptylin durch gering-mittel dosiertes Sertralin zu ersetzen wäre dagegen ideal worauf du im Gespräch hinarbeiten solltest anstatt eigenmächtig Amitriptylin abzusetzen. Damit da auch der Lithiumspiegel bei der Umstellung überwacht wird. Wenn du keine Verstopfungsprobleme mehr hast, würde ich Sertralin dann auch so wieder absetzen, also es eher als vorübergehendes Add-on betrachten.

Ich hatte vom Bupropion zu beginn der Einnahme Miktionsstörungen (wie Blasenschwäche), auch da hat ein ergänzendes SSRI (Citalopram) geholfen, worauf ich heute verzichten kann. Bei Verstopfung ist es eben sehr effektiv und Sertralin soll da von KI seite besser wirken und weniger QTc-Verlängerungen machen, was beim Amisulprid zweckmäßig ist.
Nachteil könnte sein das Libido und Emotionen weiter gedämpft werden. Trotzdem könnte das in deinem Fall bereits beim Amitriptylin der Fall sein und somit bei einem Wechsel eher gleichbleibend sein.


Frage an KI:
was ist bei SSRI Sertralin + Amisulprid das Risiko? An sich ist die Libido von der Prolaktinerhöhung durch Amisulprid meist schon reduziert, was durchs SSRI womöglich verstärkt werden könnte. Wirkt sich das SSRI direkt auf die Prolaktinerhöhung aus oder stellt es Anderweitig über einan andern Mechanismus von der Emotionalen oder Libidodämpfung additiv ein Risko dar?

Antwort:
Sertralin + Amisulprid ist eine Kombination, die in der Praxis häufig vorkommt, aber die Mechanismen dahinter sind komplexer, als viele denken. Ich gehe das sauber und differenziert durch, ohne in medizinische Beratung abzurutschen.

🧩 1. Verstärkt Sertralin die Prolaktinerhöhung durch Amisulprid?​

Kurz: Nein – Sertralin erhöht Prolaktin nicht direkt. SSRIs können in seltenen Fällen Prolaktin anheben, aber das ist eher eine Ausnahme und meist mild.

Amisulprid hingegen ist ein starker Prolaktinsteigerer, weil es D2‑Rezeptoren im Hypophysenbereich blockiert. Das ist der Hauptmechanismus für Libidoverlust, Zyklusstörungen, erektile Dysfunktion usw.

👉 Sertralin verstärkt die Prolaktinerhöhung von Amisulprid nicht pharmakologisch. Die beiden Effekte addieren sich also nicht auf der Ebene des Prolaktins.


❤️‍🩹 2. Warum kann die Libido trotzdem stärker beeinträchtigt sein?​

Hier kommt der zweite Mechanismus ins Spiel:

Sertralin dämpft Libido über serotonerge Wege – unabhängig vom Prolaktin.

Typische SSRI‑bedingte Mechanismen:
  • Hemmung der dopaminergen Motivation im mesolimbischen System
  • Verzögerte oder blockierte sexuelle Erregung
  • Anorgasmie durch 5‑HT2A/5‑HT2C‑Stimulation
  • Emotional Blunting („Gefühlsabflachung“)
  • Reduzierte spontane sexuelle Motivation
Das ist ein völlig anderer Mechanismus als die Prolaktinerhöhung durch Amisulprid.

👉 Die beiden Substanzen addieren sich also funktionell, nicht hormonell. Das heißt:
  • Amisulprid → hormonelle Libidohemmung (Prolaktin)
  • Sertralin → zentrale serotonerge Libidohemmung
Zusammen kann das subjektiv stärker wirken, obwohl die Mechanismen getrennt sind.


⚠️ 3. Gibt es weitere Risiken der Kombination?​

a) QT‑Verlängerung (selten, aber relevant)

Beide können das QT‑Intervall verlängern, Amisulprid deutlich stärker.Sertralin ist hier eher mild, aber die Kombination erhöht die Gesamtbelastung.

b) Additive dopaminerge Dämpfung

Sertralin hemmt zwar nicht direkt Dopamin, aber die serotonerge Hemmung kann dopaminerge Motivation reduzieren.Amisulprid blockiert D2 – besonders in niedrigen bis mittleren Dosen.

Ergebnis: mehr Antriebsminderung, weniger sexuelle Motivation.

c) Emotional Blunting

Sertralin kann emotional „glätten“.Amisulprid kann bei manchen ebenfalls emotional dämpfen.

Additiver Effekt auf emotionale Intensität und sexuelle Reaktivität.


🧭 Wie ordnet man das klinisch ein?​

Die Kombination ist nicht gefährlich, aber:
  • Libidoeinbußen sind wahrscheinlicher als unter einem der beiden Medikamente allein.
  • Das liegt nicht an mehr Prolaktin, sondern an zwei verschiedenen Mechanismen, die sich summieren.
  • Wenn Libido ein wichtiges Thema ist, wird in der Praxis oft:
    • Sertralin durch ein weniger sexualfunktionshemmendes AD ersetzt
    • oder Amisulprid durch ein prolaktinneutrales Antipsychotikum
    • oder die Dosis eines der beiden angepasst
(Alles natürlich nur im Gespräch mit Behandler*innen.)


Folgefrage:
Da wir in bestehender Medikation Amisulprid + Amitriptylin + Bupropion + Lithium das Amtriptylin durch Sertralin ersetzen wollen, wäre vielleicht dieser Effekt nur mild oder kaum vorhanden. Theoretisch kann Amitriptylin womöglich stärkere QTc-Verlängerungen machen?Auch sollte Amitriptylin als ich glaube SRI Trizyklikum eher bereits Serotoninlastig sein, also auch da schon diese additive Libido und Emotionale dämpfung vorliegen?Die Additive dopaminerge dämpfung könnte vielleicht teilweise erklären warum die Betroffene teils nur 50 mg Amisulprid einnimmt und darüber Suizidgedanken auftreten. Auch weil wechselwirkungen zwischen Trizyklika und Antipsychotika sich teilweise von der Wirkung potenzieren können was sedierung und anderes angeht, vielleicht deswegen Probleme bei höheren Amisulpriddosierungen?

Antwort:
Du denkst das Ganze bereits sehr differenziert durch – und genau auf dieser Ebene lässt sich die Situation auch sauber einordnen. Ich gehe die Punkte strukturiert durch, ohne medizinische Empfehlungen zu geben, aber mit einer pharmakologisch klaren Einordnung.

🧩 1. Amitriptylin → Sertralin: Wird die Libido‑/Emotionsdämpfung eher geringer?

Wahrscheinlich ja.
Amitriptylin ist deutlich stärker sedierend, anticholinerg und „emotional dämpfend“ als Sertralin. Es wirkt zwar serotonerg, aber:
  • Amitriptylin hemmt Serotonin und Noradrenalin, aber relativ unspezifisch.
  • Sertralin ist ein reiner SSRI, aber mit weniger Sedierung, weniger anticholinergen Effekten und weniger „emotionaler Verflachung“ als viele Trizyklika.
👉 Die serotonerge Libidohemmung bleibt, aber die anticholinerge, sedierende und dopaminerge Dämpfung durch Amitriptylin fällt weg.
Das kann die Gesamtbelastung für Libido und Emotionen sogar reduzieren.


2. QTc‑Risiko: Amitriptylin vs. Sertralin

Hier ist die Lage klar:
MedikamentQTc‑RisikoMechanismus
AmitriptylinhochBlockade von Natrium‑ und Kaliumkanälen
Sertralinniedrig bis mildnur in hohen Dosen relevant
👉 Amitriptylin ist eines der QTc‑kritischsten Antidepressiva.
Sertralin gehört zu den sichersten in dieser Hinsicht.
In einer Kombination mit Lithium und Amisulprid (beide können QTc verlängern) ist das ein echter Vorteil.


🎯 3. Amitriptylin ist serotonerg – aber anders als ein SSRI

Du hast recht: Amitriptylin wirkt serotonerg.
Aber:
  • Es ist kein reiner SRI, sondern ein „dirty drug“ mit vielen Rezeptorwirkungen.
  • Die serotonerge Libidohemmung ist da, aber weniger ausgeprägt als bei SSRIs.
  • Die emotionale Dämpfungkommt bei Amitriptylin eher von:
    • H1‑Blockade (Sedierung)
    • M1‑Blockade (kognitive Verlangsamung)
    • α1‑Blockade (Benommenheit)
👉 Sertralin macht weniger „emotionalen Nebel“, aber mehr klassische SSRI‑Sexualnebenwirkungen.
In Summe kann das für viele Menschen sogar besser sein.


🧠 4. Additive dopaminerge Dämpfung: Warum 50 mg Amisulprid schon kritisch sein können

Das ist ein sehr wichtiger Punkt.

Amitriptylin + Amisulprid → dopaminerge Belastung

Amitriptylin hat zwar keine direkte D2‑Blockade, aber:
  • es dämpft Motivation über Sedierung
  • es reduziert dopaminerge Aktivität indirekt über Serotonin
  • es verstärkt die subjektive „Schwere“ der Amisulprid‑Wirkung
Wenn jemand ohnehin sensibel auf dopaminerge Blockade reagiert, kann das bedeuten:
👉 Schon 50 mg Amisulprid reichen aus, um dysphorische oder suizidale Verstimmungen auszulösen.
Das ist klinisch absolut plausibel.

Warum höhere Amisulprid‑Dosen schlechter vertragen werden

  • Amisulprid blockiert D2/D3 sehr potent.
  • Trizyklika können die sedierende und emotional dämpfende Wirkung verstärken.
  • Die Kombination kann subjektiv „zu viel“ werden, selbst wenn die Dosis objektiv niedrig ist.
Das passt exakt zu deiner Beobachtung.


🔄 5. Wird Sertralin diese Problematik verstärken oder eher entschärfen?

Eher entschärfen, aus mehreren Gründen:
  • weniger Sedierung
  • weniger anticholinerge Belastung
  • weniger kognitive Verlangsamung
  • weniger Verstärkung der „Schwere“ von Amisulprid
  • geringeres QTc‑Risiko
  • geringere dopaminerge Dämpfung als Amitriptylin
Die serotonerge Libidohemmung bleibt, aber die anderen belastenden Faktoren werden schwächer.


🧭 6. Deine Hypothese zu Suizidgedanken bei >50 mg Amisulprid

Sie ist absolut nachvollziehbar:
  • Menschen mit hoher dopaminerger Sensitivität reagieren auf D2‑Blockade schnell dysphorisch.
  • Amitriptylin verstärkt die „Dämpfung“ zusätzlich.
  • Die Kombination kann emotional „abflachen“ und gleichzeitig innere Unruhe erzeugen.
  • Das ist ein bekannter Risikofaktor für suizidale Gedanken.
Sertralin könnte hier sogar stabilisierend wirken, weil es weniger dämpft und weniger „schwer“ macht.
 
Danke für die KI-Übersicht. Meine Psychaterin wird das nicht machen. No way. Die stehen nicht drauf, wenn man ihnen als Laie quasi Vorschriften macht, was sie verschreiben sollen. Das ist zumindest meine Erfahrung. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Kurzfassung:
Vorher war die Entscheidung zusätzlich um Amitriptylin noch zusätzlich Sertralin zu geben völlig verständlich, da Additive Risiken das Risiko fürs Serotoinsyndrom erheblich gesteigert hätten.

Im Austausch zum Amitriptylin das Sertralin zu geben, sollte mit den Begründungen in ausgedruckter Form sicher machbar sein.
Damit wäre Sertralin ein deutlich verträglicherer funktioneller Ersatz fürs Amitriptylin. Gleichzeitig hilft Sertralin dann auch die Verstopfungsproblematik relativ sicher zu begegnen, neben den im vorhirgen Beitrag (KI-Antwort am Ende) aufgeführten Vorteilen.

(vorherige Antwort mit den KI-Ergänzungen könntest du ja zusätzlich mit ausdrucken, was das vorherige überzeugender macht und auch deine bestehende Problematik mit der Suizidalität bei höheren Antipsychotika-Dosierungen teilweise erklären kann)

Ich werde das Amitryptilin auf jeden Fall absetzen. Das Aripiprazol habe ich ein paar Wochen lang genommen. Ich hatte es auch zeitweilig in Kombi mit dem Amisulprid. Ich habe mich nicht gut gefühlt damit. Eine antidepressive Wirkung hatte es auch nicht bei mir. Das ändert nichts daran, dass ich mir Gedanken über einen Plam B machen sollte.
Welche Zusatzmedikamente hattest du damals zu 5 mg Aripiprazol. Nur Amisulprid (welche Dosis?) oder auch die drei Antidepressiva (Bupropion, Amitriptylin, Lithium), wenn ja erinnerst du dich an den jeweiligen Dosieerungen?
 
Zuletzt bearbeitet:
@Katzemaus
Ich habe dir die Unterlagen jetzt einmal sauber zusammengestellt, damit du sie deiner Ärztin gut geordnet vorlegen kannst, ohne dass es wie eine „Vorgabe“ wirkt.Es geht wirklich nur darum, die Nebenwirkungen und Wechselwirkungen verständlich zu machen und dir das Gespräch zu erleichtern.

Im Anhang findest du deshalb sechs PDF‑Dateien:
  1. Deckblatt – kurze Erklärung, wie die Unterlagen aufgebaut sind
  2. Übersicht – das Anliegen in komprimierter Form
  3. Teil 1 – Grundlagen zu anticholinergen Effekten & Obstipation
  4. Teil 2 – Einordnung deiner aktuellen Medikation (neutral formuliert)
  5. Teil 3 – Ergänzende Aspekte zu Libido, QTc und dopaminerger Sensitivität
  6. 5‑Punkte‑Gesprächsvorlage – falls du im Termin etwas zum Vorlesen brauchst
Die Inhalte sind bewusst sachlich und defensiv gehalten, ohne Therapieempfehlungen.Sie sollen dir helfen, deine Situation verständlich darzustellen und deiner Ärztin eine klare Struktur zu geben, ohne Druck aufzubauen.

Ich hoffe, das erleichtert dir das Gespräch ein Stück weit. Wenn du noch etwas ergänzen oder vereinfachen möchtest, sag einfach Bescheid.
 

Anhänge

Verstehe. Was den Libidoverlust betrifft, ist der bereits auf jeder Ebene gegeben. Schlimmer kann es eigentlich nicht kommen. Ich hatte keinesfalls vor, das Amitryptilin eigenmächtig abzusetzen. Im Moment bin ich bei 50mg. Weghaben will ich es auf jeden Fall. Ich bin gerade ziemlich verzweifelt wegen der massiven Obstipation. Ein anderer User hat ja ein ähnliches Problem mit dem Medikament. Deswegen mache ich mir nicht viel Hoffnung, dass es wirklich am Amitrytilin liegt.
Ich kann gerade nicht mehr kämpfen, ich bin mehr als bedient. Ich werde in jedem Fall darum bitten, das Amitryptilin auszuschleichen (was von Klinikseite i.d. Regel eine ziemliche Hauruck-Aktion ist), und dann frage ich einfach nach Sertralin. Ich bin mir des Risikos, was ggf. passieren könnte, bewusst. Lithium möchte ich eh nicht mehr lange nehmen, das ist eh nicht gut, es so lange anzuwenden. Nochmal danke für die Recherche. Ist ja einiges an Interessanten Aspekten zusammengekommen.
 
@Katzemaus
Ich habe dir die Unterlagen jetzt einmal sauber zusammengestellt, damit du sie deiner Ärztin gut geordnet vorlegen kannst, ohne dass es wie eine „Vorgabe“ wirkt.Es geht wirklich nur darum, die Nebenwirkungen und Wechselwirkungen verständlich zu machen und dir das Gespräch zu erleichtern.

Im Anhang findest du deshalb sechs PDF‑Dateien:
  1. Deckblatt – kurze Erklärung, wie die Unterlagen aufgebaut sind
  2. Übersicht – das Anliegen in komprimierter Form
  3. Teil 1 – Grundlagen zu anticholinergen Effekten & Obstipation
  4. Teil 2 – Einordnung deiner aktuellen Medikation (neutral formuliert)
  5. Teil 3 – Ergänzende Aspekte zu Libido, QTc und dopaminerger Sensitivität
  6. 5‑Punkte‑Gesprächsvorlage – falls du im Termin etwas zum Vorlesen brauchst
Die Inhalte sind bewusst sachlich und defensiv gehalten, ohne Therapieempfehlungen.Sie sollen dir helfen, deine Situation verständlich darzustellen und deiner Ärztin eine klare Struktur zu geben, ohne Druck aufzubauen.

Ich hoffe, das erleichtert dir das Gespräch ein Stück weit. Wenn du noch etwas ergänzen oder vereinfachen möchtest, sag einfach Bescheid.
Vielen Dank! 👍
 
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