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📘 B.3 Serotonin‑Rezeptorprofile

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  • Serotonin‑Rezeptorprofile im Kontext von Neuroinflammation bei Schizophrenie


    Kurzdefinition​

    Serotonin (5‑HT) ist ein zentraler Modulator von Stimmung, Kognition, Stressverarbeitung und NeuroplastizitĂ€t. Serotonerge Rezeptoren interagieren eng mit Dopamin‑, Glutamat‑ und Immunprozessen. In der Schizophrenie wird Serotonin zunehmend als Netzwerk‑ und Modulationssystem verstanden, das neuroinflammatorische Prozesse beeinflusst und von ihnen beeinflusst wird – insbesondere ĂŒber 5‑HT2A‑ und 5‑HT1A‑Rezeptoren.


    Warum Serotonin im EntzĂŒndungskontext wichtig ist​

    Serotonin ist kein „reiner Stimmungsstoff“, sondern:
    • moduliert Mikroglia‑AktivitĂ€t
    • beeinflusst Zytokinfreisetzung
    • reguliert Stress‑ und HPA‑Achse
    • steuert glutamaterge Signalverarbeitung
    • wirkt indirekt auf dopaminerge Systeme
    Damit ist Serotonin ein Vermittler zwischen EntzĂŒndung, Stress und neuronaler NetzwerkstabilitĂ€t.


    Zentrale Serotonin‑Rezeptoren bei Schizophrenie​

    RezeptorHauptfunktionNeuroinflammatorischer Bezug
    5‑HT2AexzitatorischGlutamat‑Modulation, Mikroglia‑Interaktion
    5‑HT1AinhibitorischStress‑DĂ€mpfung, antiinflammatorisch
    5‑HT2CmodulierendAntrieb, Dopamin‑Regulation
    5‑HT7plastizitĂ€tsrelevantcircadiane & kognitive Effekte


    5‑HT2A‑Rezeptor: Schnittstelle von Glutamat & EntzĂŒndung​

    Der 5‑HT2A‑Rezeptor ist besonders relevant:
    • stark exprimiert im prĂ€frontalen Kortex
    • moduliert glutamaterge Transmission
    • Zielstruktur vieler atypischer Antipsychotika

    Neuroinflammatorische Aspekte:​

    • Aktivierung von 5‑HT2A kann glutamaterge Übererregung fördern
    • EntzĂŒndungsprozesse verĂ€ndern 5‑HT2A‑Signalwege
    • 5‑HT2A‑Blockade kann indirekt neuroinflammatorische Effekte dĂ€mpfen
    Merksatz:
    5‑HT2A ist kein „Halluzinationsrezeptor“, sondern ein Netzwerk‑VerstĂ€rker.


    5‑HT1A‑Rezeptor: Stress‑ und EntzĂŒndungsbremse​

    Der 5‑HT1A‑Rezeptor wirkt ĂŒberwiegend inhibitorisch:
    • dĂ€mpft neuronale Übererregung
    • stabilisiert die HPA‑Achse
    • wirkt antiinflammatorisch auf Mikroglia

    Bedeutung:​

    • Aktivierung von 5‑HT1A kann:
      • Stressreaktionen reduzieren
      • Zytokinfreisetzung senken
      • kognitive StabilitĂ€t fördern
    Viele moderne Antipsychotika zeigen partielle 5‑HT1A‑Agonistik, was ihre Wirkung auf Negativ‑ und Stresssymptome erklĂ€ren könnte.


    Serotonin & Mikroglia​

    • Mikroglia exprimieren Serotonin‑Rezeptoren.
    • Serotonin kann Mikroglia:
      • aktivieren oder
      • in einen regulatorischen Zustand verschieben.
    • Chronische EntzĂŒndung verĂ€ndert serotonerge Signalverarbeitung.
    Arbeitsmodell:
    Serotonin wirkt als Feinregler, der entscheidet, ob EntzĂŒndung eskaliert oder abgepuffert wird.


    Serotonin & Kynurenin‑Achse​

    • EntzĂŒndung verschiebt Tryptophan‑Metabolismus:
      • weniger Serotonin
      • mehr Kynurenin‑Metaboliten
    • Das kann zu:
      • serotonerger Dysbalance
      • NMDA‑Modulation
      • kognitiver Verlangsamung fĂŒhren
    Serotonin ist hier Opfer und Mitspieler zugleich.


    Antipsychotika & Serotonin​

    • Atypische Antipsychotika blockieren hĂ€ufig 5‑HT2A.
    • Viele zeigen 5‑HT1A‑partielle Agonistik.
    • Diese Kombination:
      • stabilisiert Netzwerke
      • reduziert Stress‑SensitivitĂ€t
      • moduliert EntzĂŒndung indirekt
    Lexikon‑Merksatz:
    Serotonerge Effekte erklĂ€ren, warum Antipsychotika mehr tun als D2‑Blockade.


    Bezug zu Absetzen (Hypothese)​

    • Absetzen → serotonerge Re‑Adaptation
    • Stress‑Achse wird instabiler
    • Mikroglia‑Priming kann reaktiviert werden
    • Symptome treten oft verzögert auf
    Serotonin könnte erklÀren, warum Absetzreaktionen:
    • emotional
    • vegetativ
    • stressabhĂ€ngig sind.


    HĂ€ufige MissverstĂ€ndnisse​

    • „Serotonin = Depression“ → falsch.
    • „5‑HT2A nur Halluzinationen“ → zu eng.
    • „Serotonin ist sekundĂ€r“ → zunehmend widerlegt.


    Offene Fragen​

    • Welche Serotonin‑Profile sind entzĂŒndungsanfĂ€llig?
    • Wie unterscheiden sich Subtypen?
    • Welche Rolle spielt 5‑HT7 langfristig?


    Platzhalter fĂŒr Erfahrungsintegration​

    • Wirkstoffe: 5‑HT2A‑stark vs. 5‑HT1A‑betont
    • Effekte: Stress, Schlaf, emotionale StabilitĂ€t
    • Absetzen: zeitlicher Verlauf
    • Trigger: Stress, Schlafentzug, soziale Belastung


    NĂ€chster Schritt​

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