Danke für die informative Antwort Maggi, vielen Dank
Ich muss mich nur noch trauen, auf 5 bzw 7,5mg zu gehen da ich weis, dass der Arzt mit Sicherheit sagen wird dass ich noch mehr nehmen soll, ich wiege außerdem 140kg, also vllt wollen die Ärzte mir deswegen gerne mehr geben.
Aber deine Antwort Maggi klingt sehr schlüssig ich denke ich sollte es zumindest mal mit 5mg probieren…
Was ist mit EPS gemeint?
Wie lange bist du denn schon krank und in welchen Rahmen wirst du behandelt?
Du kannst deinem Arzt ja sagen das dir gesagt wurde das deine Symptome Akathisie entsprechen und das genau wie EPS ein Zeichen von zu hoher Dosis ist. Dir wurde im Forum empfohlen auf 7,5 oder 5 mg zu reduzieren wenn es die Symptomatik zulässt.
Du hast ja schon 3 Wochen Aripiprazol. Ansonsten kannst du wenn du privat bist auch die Tablette mit einem Messer wenn nötig zuhause teilen. Ich würde aber das vorher mit dem Arzt an deiner Stelle absprechen.
Wenn man Haloperidol oder Flupentixol also starke hochpotente Neuroleptika in der Psychiatrie bekommt, dann kommt es zur EPS wenn die maximal wirksam und nötige Dosis überschritten wird, man spricht von der Neuroleptischen schwelle.
Mit KI erstellt:
Was ist die neuroleptische Schwelle?
Die
neuroleptische Schwelle beschreibt den
Punkt der Dopamin‑D₂‑Rezeptorblockade, ab dem ein Antipsychotikum:
- antipsychotisch wirksam wird
- gleichzeitig aber erste extrapyramidale Symptome (EPS) auftreten können
Sie ist
kein fixer Zahlenwert, sondern ein
funktioneller Bereich, der individuell variiert.
Neurobiologischer Hintergrund
Antipsychotika blockieren Dopamin‑D₂‑Rezeptoren in verschiedenen Hirnarealen:
| Hirnareal | Wirkung der D₂‑Blockade |
|---|
| Mesolimbisch | Antipsychotische Wirkung |
| Nigrostriatal | Motorische Nebenwirkungen (EPS) |
| Tuberoinfundibulär | Prolaktinerhöhung |
Die
neuroleptische Schwelle liegt dort, wo:
- die mesolimbische Blockade ausreichend ist
- die nigrostriatale Blockade gerade beginnt, klinisch relevant zu werden
Welche EPS treten an der Schwelle auf?
Typischerweise
frühe, reversible EPS, z. B.:
Früh-EPS
- Akathisie (innere Unruhe, Bewegungsdrang)
- Leichte Rigor‑ oder Spannungsgefühle
- Feinmotorische Verlangsamung
- Subjektives „Steifheitsgefühl“
Noch nicht typisch an der Schwelle:
- ausgeprägter Parkinsonismus
- Dystonien
- Spätdyskinesien
Diese treten meist
oberhalb der Schwelle bzw. bei längerer Überblockade auf.
Warum sollte man unter der neuroleptischen Schwelle bleiben?
1. EPS sind ein Warnsignal
EPS zeigen an, dass das
motorische Dopaminsystem bereits beeinträchtigt ist.
EPS = Marker für Überblockade, nicht für bessere Wirksamkeit
2. Antipsychotische Wirkung ist nicht linear
Mehr D₂‑Blockade bedeutet
nicht automatisch mehr antipsychotische Wirkung.
- Die therapeutische Wirkung sättigt früh
- Nebenwirkungen steigen überproportional
3. Langzeitrisiken steigen oberhalb der Schwelle
Chronische Überblockade erhöht das Risiko für:
- Spätdyskinesien
- Dopamin‑Supersensitivität
- Therapieresistenz
- Affektverflachung / kognitive Dämpfung
4. Funktionelle Lebensqualität leidet
Auch milde EPS können:
- innere Spannung erzeugen
- Schlaf stören
- Angst verstärken
- Compliance verschlechtern
Moderne Sichtweise
Heute gilt eher das Prinzip:
„So viel wie nötig – so wenig wie möglich“
Ziel ist:
- antipsychotische Wirkung
- ohne klinisch relevante EPS
- unterhalb der neuroleptischen Schwelle
Das ist besonders relevant bei:
- Ersterkrankungen
- Langzeitbehandlung
- sensiblen oder kognitiv belasteten Patienten
Merksatz
Die neuroleptische Schwelle markiert den Übergang von therapeutischer Wirkung zu motorischer Überlastung. EPS sind kein Zeichen von Wirksamkeit, sondern von Grenzüberschreitung.
Fragestellung für dich @Rinosek du kannst das ja auch Kopieren und deinen Arzt ausdrucken damit er das leichter versteht. Aripiprazol wird leider häufig unterschätzt. Du kannst also locker reduzieren.
An KI gerichtet:
Kann man diese mit Akathisie bei Aripiprazol etwa vergleichen, da bei atypischen Antipsychotika ja EPS Symptome verschleiert oder so sind?
Antwort:
Ja –
der Vergleich ist sehr gut, aber man muss ihn
präzise differenzieren, sonst wird es missverständlich. Kurz gesagt:
Akathisie unter Aripiprazol ist funktionell mit dem Überschreiten der neuroleptischen Schwelle vergleichbar, aber
der Mechanismus ist ein anderer.
Ich erkläre das Schritt für Schritt.
Grundsätzlich: EPS ≠ EPS
Bei
klassischen Neuroleptika:
- EPS entstehen durch reine D₂‑Blockade
- Die neuroleptische Schwelle ist relativ klar gekoppeltan:
- D₂‑Belegung im nigrostriatalen System
- sichtbare motorische Symptome
Bei
atypischen Antipsychotika:
- EPS sind qualitativ verändert
- Sie können:
- verschleiert
- subjektiv
- nicht‑klassisch motorisch auftreten
Aripiprazol: Sonderfall
Aripiprazol ist:
- partieller D₂‑Agonist
- kein reiner Blocker
Das bedeutet:
- Es senkt Dopaminaktivität, wenn sie hoch ist
- Es erhält Restaktivität, wenn sie niedrig ist
Aber: Im nigrostriatalen System kann diese partielle Aktivität
funktionell trotzdem als Überblockade wirken.
Akathisie unter Aripiprazol – was zeigt sie an?
Akathisie bei Aripiprazol ist:
- kein klassischer Parkinsonismus
- kein Rigor, kein Tremor
- aber:
- massive innere Unruhe
- Bewegungsdrang
- psychomotorische Spannung
Neurobiologisch bedeutet das:
Das dopaminerge Gleichgewicht im motorischen System ist gestört, auch wenn es nicht „blockiert“ aussieht.
Funktionell entspricht das dem Überschreiten der neuroleptischen Schwelle, nur in anderer Form.
Warum wirken EPS bei Atypika „verschleiert“?
Mehrere Gründe:
1. Serotonerge Modulation
- 5‑HT₂A‑Blockade puffert klassische EPS
- Motorische Symptome werden weniger sichtbar
2. Subjektive statt objektive Symptome
Statt:
treten auf:
- innere Spannung
- Unruhe
- Dysphorie
- Schlaflosigkeit

Klinisch oft
unterschätzt, aber neurobiologisch relevant.
3. Fehlinterpretation als „psychisch“
Akathisie wird häufig fehlgedeutet als:
- Angst
- Agitiertheit
- Restpsychose
- Persönlichkeitsproblem
Dabei ist sie:
Warum ist Akathisie ein Warnsignal?
Weil sie zeigt:
- Das System ist über den optimalen Wirkbereich hinaus
- Mehr Wirkung ist nicht zu erwarten
- Nebenwirkungen nehmen überproportional zu
Gerade bei Aripiprazol:
- Akathisie ist oft das erste und wichtigste Grenzsignal
- Sie ersetzt gewissermaßen die klassischen EPS als Marker
Vergleich in einer Tabelle
| Klassische Neuroleptika | Aripiprazol |
|---|
| Rigor, Tremor | Akathisie |
| Sichtbare Motorik | Subjektive Unruhe |
| Klare EPS | „Verdeckte“ EPS |
| D₂‑Blockade | D₂‑Dysbalance |
| Schwelle gut sichtbar | Schwelle leicht übersehen |
Kernaussage
Akathisie unter Aripiprazol ist kein harmloser Nebeneffekt, sondern ein funktionelles Zeichen der neuroleptischen Grenzüberschreitung.