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Einstellung auf Abilify oder absetzen?

Rinosek

Member
Hallo ich habe Risperidon nicht vertragen-hatte muskelsteifheit &bewegungsstarre.

Jetzt bekomme ich seit 3 Wochen Abilify mittlerweile 10mg, bin total unruhig, nervös, depressiv und teilweise sogar ängstlich.
Gibt sich das noch oder sollte ich es absetzen? Außer Abilify gibt es in Deutschland keine „verträglicheren“ Medikamente. Der Arzt meint ich soll mich viel bewegen und dass es dann besser wird.

Wer nimmt langzeit Abilify? Wie fühlt ihr euch mit Abilify?
 
Jetzt bekomme ich seit 3 Wochen Abilify mittlerweile 10mg, bin total unruhig, nervös, depressiv und teilweise sogar ängstlich.
Auf 5 mg reduzieren. Akathisie ist ein Zeichen von zu hohen Dosierungen wie EPS bei den klassischen Typischen Neuroleptika.
Aripiprazol wird häufig unterschätzt und wirkt in der kleinsten Dosis bzw. Tablettenform. Teils sogar darunter, wobei man da Tropfen bräuchte.
Mein Ratschlag erst auf 7,5 mg reduzieren oder direkt auf 5 mg.

Akathisie tritt bei D2 Überblockade auf und das ist Dosisabhängig und kein Nachteil, da dieser Rezeptor für die Schizophrenie wichtig ist und wenn du dann nur 5 mg brauchst auch andere Nebenwirkungen des Aripiprazols wesentlich milder ausfallen.

Du brauchst also definitiv eine kleinere Dosis, dann wirkt es auch antidepressiv und schlaffördernd.

Akathisie also ein Zeichen für starke Wirkung, sobald Akathisie also Unruhe auftritt ist das Wirkmaximum überschritten, somit kann das locker reduziert werden wobei ich eher 5mg vorschlagen würde auf 7,5mg kann du dann immer noch steigern.
 
Danke für die informative Antwort Maggi, vielen Dank
Ich muss mich nur noch trauen, auf 5 bzw 7,5mg zu gehen da ich weis, dass der Arzt mit Sicherheit sagen wird dass ich noch mehr nehmen soll, ich wiege außerdem 140kg, also vllt wollen die Ärzte mir deswegen gerne mehr geben.
Aber deine Antwort Maggi klingt sehr schlüssig ich denke ich sollte es zumindest mal mit 5mg probieren…
Was ist mit EPS gemeint?
 
Danke für die informative Antwort Maggi, vielen Dank
Ich muss mich nur noch trauen, auf 5 bzw 7,5mg zu gehen da ich weis, dass der Arzt mit Sicherheit sagen wird dass ich noch mehr nehmen soll, ich wiege außerdem 140kg, also vllt wollen die Ärzte mir deswegen gerne mehr geben.
Aber deine Antwort Maggi klingt sehr schlüssig ich denke ich sollte es zumindest mal mit 5mg probieren…
Was ist mit EPS gemeint?
Wie lange bist du denn schon krank und in welchen Rahmen wirst du behandelt?

Du kannst deinem Arzt ja sagen das dir gesagt wurde das deine Symptome Akathisie entsprechen und das genau wie EPS ein Zeichen von zu hoher Dosis ist. Dir wurde im Forum empfohlen auf 7,5 oder 5 mg zu reduzieren wenn es die Symptomatik zulässt.
Du hast ja schon 3 Wochen Aripiprazol. Ansonsten kannst du wenn du privat bist auch die Tablette mit einem Messer wenn nötig zuhause teilen. Ich würde aber das vorher mit dem Arzt an deiner Stelle absprechen.

Wenn man Haloperidol oder Flupentixol also starke hochpotente Neuroleptika in der Psychiatrie bekommt, dann kommt es zur EPS wenn die maximal wirksam und nötige Dosis überschritten wird, man spricht von der Neuroleptischen schwelle.


Mit KI erstellt:

🧠 Was ist die neuroleptische Schwelle?​

Die neuroleptische Schwelle beschreibt den Punkt der Dopamin‑D₂‑Rezeptorblockade, ab dem ein Antipsychotikum:
  • antipsychotisch wirksam wird
  • gleichzeitig aber erste extrapyramidale Symptome (EPS) auftreten können
Sie ist kein fixer Zahlenwert, sondern ein funktioneller Bereich, der individuell variiert.

🔬 Neurobiologischer Hintergrund​

Antipsychotika blockieren Dopamin‑D₂‑Rezeptoren in verschiedenen Hirnarealen:
HirnarealWirkung der D₂‑Blockade
MesolimbischAntipsychotische Wirkung
NigrostriatalMotorische Nebenwirkungen (EPS)
TuberoinfundibulärProlaktinerhöhung

Die neuroleptische Schwelle liegt dort, wo:
  • die mesolimbische Blockade ausreichend ist
  • die nigrostriatale Blockade gerade beginnt, klinisch relevant zu werden

⚠️ Welche EPS treten an der Schwelle auf?​

Typischerweise frühe, reversible EPS, z. B.:

Früh-EPS​

  • Akathisie (innere Unruhe, Bewegungsdrang)
  • Leichte Rigor‑ oder Spannungsgefühle
  • Feinmotorische Verlangsamung
  • Subjektives „Steifheitsgefühl“

Noch nicht typisch an der Schwelle:​

  • ausgeprägter Parkinsonismus
  • Dystonien
  • Spätdyskinesien
Diese treten meist oberhalb der Schwelle bzw. bei längerer Überblockade auf.

📉 Warum sollte man unter der neuroleptischen Schwelle bleiben?​

1. EPS sind ein Warnsignal

EPS zeigen an, dass das motorische Dopaminsystem bereits beeinträchtigt ist.
EPS = Marker für Überblockade, nicht für bessere Wirksamkeit

2. Antipsychotische Wirkung ist nicht linear

Mehr D₂‑Blockade bedeutet nicht automatisch mehr antipsychotische Wirkung.
  • Die therapeutische Wirkung sättigt früh
  • Nebenwirkungen steigen überproportional

3. Langzeitrisiken steigen oberhalb der Schwelle​

Chronische Überblockade erhöht das Risiko für:
  • Spätdyskinesien
  • Dopamin‑Supersensitivität
  • Therapieresistenz
  • Affektverflachung / kognitive Dämpfung

4. Funktionelle Lebensqualität leidet​

Auch milde EPS können:
  • innere Spannung erzeugen
  • Schlaf stören
  • Angst verstärken
  • Compliance verschlechtern

🧩 Moderne Sichtweise​

Heute gilt eher das Prinzip:
„So viel wie nötig – so wenig wie möglich“
Ziel ist:
  • antipsychotische Wirkung
  • ohne klinisch relevante EPS
  • unterhalb der neuroleptischen Schwelle
Das ist besonders relevant bei:
  • Ersterkrankungen
  • Langzeitbehandlung
  • sensiblen oder kognitiv belasteten Patienten

🧠 Merksatz​

Die neuroleptische Schwelle markiert den Übergang von therapeutischer Wirkung zu motorischer Überlastung. EPS sind kein Zeichen von Wirksamkeit, sondern von Grenzüberschreitung.



Fragestellung für dich @Rinosek du kannst das ja auch Kopieren und deinen Arzt ausdrucken damit er das leichter versteht. Aripiprazol wird leider häufig unterschätzt. Du kannst also locker reduzieren.


An KI gerichtet:
Kann man diese mit Akathisie bei Aripiprazol etwa vergleichen, da bei atypischen Antipsychotika ja EPS Symptome verschleiert oder so sind?

Antwort:

Ja – der Vergleich ist sehr gut, aber man muss ihn präzise differenzieren, sonst wird es missverständlich. Kurz gesagt: Akathisie unter Aripiprazol ist funktionell mit dem Überschreiten der neuroleptischen Schwelle vergleichbar, aber der Mechanismus ist ein anderer.
Ich erkläre das Schritt für Schritt.

🔍 Grundsätzlich: EPS ≠ EPS​

Bei klassischen Neuroleptika:
  • EPS entstehen durch reine D₂‑Blockade
  • Die neuroleptische Schwelle ist relativ klar gekoppeltan:
    • D₂‑Belegung im nigrostriatalen System
    • sichtbare motorische Symptome
Bei atypischen Antipsychotika:
  • EPS sind qualitativ verändert
  • Sie können:
    • verschleiert
    • subjektiv
    • nicht‑klassisch motorisch auftreten

🧠 Aripiprazol: Sonderfall​

Aripiprazol ist:
  • partieller D₂‑Agonist
  • kein reiner Blocker
Das bedeutet:
  • Es senkt Dopaminaktivität, wenn sie hoch ist
  • Es erhält Restaktivität, wenn sie niedrig ist
➡️ Aber: Im nigrostriatalen System kann diese partielle Aktivität funktionell trotzdem als Überblockade wirken.

⚠️ Akathisie unter Aripiprazol – was zeigt sie an?​

Akathisie bei Aripiprazol ist:
  • kein klassischer Parkinsonismus
  • kein Rigor, kein Tremor
  • aber:
    • massive innere Unruhe
    • Bewegungsdrang
    • psychomotorische Spannung

Neurobiologisch bedeutet das:​

Das dopaminerge Gleichgewicht im motorischen System ist gestört, auch wenn es nicht „blockiert“ aussieht.
➡️ Funktionell entspricht das dem Überschreiten der neuroleptischen Schwelle, nur in anderer Form.

🧩 Warum wirken EPS bei Atypika „verschleiert“?​

Mehrere Gründe:

1. Serotonerge Modulation​

  • 5‑HT₂A‑Blockade puffert klassische EPS
  • Motorische Symptome werden weniger sichtbar

2. Subjektive statt objektive Symptome​

Statt:
  • Rigor
  • Tremor
  • Bradykinese
treten auf:
  • innere Spannung
  • Unruhe
  • Dysphorie
  • Schlaflosigkeit
➡️ Klinisch oft unterschätzt, aber neurobiologisch relevant.

3. Fehlinterpretation als „psychisch“​

Akathisie wird häufig fehlgedeutet als:
  • Angst
  • Agitiertheit
  • Restpsychose
  • Persönlichkeitsproblem
Dabei ist sie:
ein EPS‑Äquivalent

📉 Warum ist Akathisie ein Warnsignal?​

Weil sie zeigt:
  • Das System ist über den optimalen Wirkbereich hinaus
  • Mehr Wirkung ist nicht zu erwarten
  • Nebenwirkungen nehmen überproportional zu
Gerade bei Aripiprazol:
  • Akathisie ist oft das erste und wichtigste Grenzsignal
  • Sie ersetzt gewissermaßen die klassischen EPS als Marker

🧠 Vergleich in einer Tabelle​

Klassische NeuroleptikaAripiprazol
Rigor, TremorAkathisie
Sichtbare MotorikSubjektive Unruhe
Klare EPS„Verdeckte“ EPS
D₂‑BlockadeD₂‑Dysbalance
Schwelle gut sichtbarSchwelle leicht übersehen

🧠 Kernaussage​

Akathisie unter Aripiprazol ist kein harmloser Nebeneffekt, sondern ein funktionelles Zeichen der neuroleptischen Grenzüberschreitung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin seit 15 Jahren in Behandlung, schizoaffektiv.
Während früher eher schwere Depression im Vordergrund stand

Das ist ganz schön viel was du zusammengestellt hast-ich drucke es aus und frage meinen Arzt dazu. Ich hoffe sehr dass ich reduzieren darf.
Vielen lieben Dank für die vielen informativen Worte danke
 
Also ich nehme 10 mg Abilify und vertrage es super. Es gibt hier aber sehr viele in Forum die mit 5 mg klarkommen, bei mir ist es auch nur so hochdosiert, weil man Arzt das wollte. Du könntest ja zusätzlich quetiapin oder so nehmen. Absetzen wäre fatal, würde ich nicht machen.
 
grrrr... mit 10mg Abilify landete ich stationär. Dabei hatte ich grosse Hoffnungen, nicht mehr so müde, abgeschlagen zu sein.
jetzt 400mg Amisulprid
 
Ich nahm Jahre lang 10mg abilify.
Dann 5 mg bei beginnenden psychotischen Gedanken und nun seit ca.drei Monaten nur noch 2,5 mg Abilify mit 10 mg Citalopram.
Bin sehr niedrig dosiert, aber es reicht.

Würde dir auch 5 mg empfehlen zu probieren.
 
Also ich nehme 10 mg Abilify und vertrage es super. Es gibt hier aber sehr viele in Forum die mit 5 mg klarkommen, bei mir ist es auch nur so hochdosiert, weil man Arzt das wollte. Du könntest ja zusätzlich quetiapin oder so nehmen. Absetzen wäre fatal, würde ich nicht machen.
Er hat ja schon zu hohe D2 blockade jedes weitere Antipsychotikum würde das nur verschleiern oder verstärken. Zumindest lieber erst reduzieren weil die Antipsychotika wirklich keine schwachen Medikamente sind. Diese greifen schon extrem stark in die Hirnchemie ein.

Jetzt bekomme ich seit 3 Wochen Abilify mittlerweile 10mg, bin total unruhig, nervös, depressiv und teilweise sogar ängstlich.
Bist du Stationär? 5 mg Tabletten sind ganz klein und selbst mit dem Messer recht ungenau teilbar. Eventuell kannst du die 10 mg brechen oder mit den Tablettenteiler teilen. Das sind keine Retardmedikamente von daher kein Problem, da der Wirkstoff gleichmäßig verteilt ist.
Falls es seitens deiner Behandelnden Ärzte keine Einsicht gibt und man dich ignoriert, steht dir das ja im Privaten frei wie du deine Medikmente einnimmst.
Manchmal besser als wenn du merkst das dich wirklich keiner ernst nimmt und deine Nebenwirkungen missachtet werden. Dann ist das ein Fehlverhalten der Ärzte und mangelnde Einsicht gibt es bei uns Erkrankten ja auch manchmal.

Wenn du von zuhause aus das machst und dir sicher bist das dei Arzt ablehnt könntest du höchstens vollendente Tatsachen schaffen. Ich würde wenn möglich vorher mit meinem Arzt reden oder in der Praxis anrufen ob du wegen der Quälenden Unruhe etwas reduzieren kannst "es soll bei 5 oder 7,5 mg auch noch wirksam sein".

So in der Art vielleicht. So ehrlich wie möglich, aber ein weiterer Wirkstoffwechsel würde dir nix bringen. An sich ist es gut wenn du weniger als 10 mg brauchst.
 
Ich habe aus den Einrichtungen bisher erfahren, dass die Erkrankung mit Fortschreitender Dauer und Medikation, schlimmer werden soll

Wie es ohne Medikation verläuft, kann man nicht sagen, weil das so gut wie niemand schafft

Ich empfehle einfach nach Bedarf die geringste Dosis eines bisher als für den individuell Betroffenen zuverlässigen Wirkstoff einzunehmen

Keine dauerhafte Medikation
 
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