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Neuroleptika und Emotionen

NAW

Well-known member
Hallo liebes Forum,


Ich würde gern alles was euch dazu einfällt, wissen:

Sind eure Emotionen stark abgestumpft durch Neuroleptika?

Wie geht es euch mit euren Medikamenten? Was sind die Unterschiede im emotionalen Bereich von wenig Medikamenten und vielen Medikamenten, bzw. niedrig und hoch dosiert?


Ich frage weil ich gerade bei viel Stress keine Emotionen mehr habe, als depressive Symptome..
Und ich hatte nach der ersten Psychose soweit ich weiß irgendwann auch wieder Lebensfreude und war nicht so negativ wie jetzt..
Bin auch in Therapie.

Kann es sein dass man durch Neuroleptika auch so verändert fühlen kann dass man chronisch depressiv wird..?
Geht es mit einer Reduzierung der Medikamente vielleicht auch wieder weg?



(Negativ und Positivsymptome sind mir bekannt)


Dazu kommt unkonzentrierter sein als mit niedrigerer Dosis Neuroleptika..



Dankeschön an alle Antworten (Erfahrungen) im Vorraus
 
Also ich merke das ganz krass. Ich nehme 15mg Olanzapin und 150mg Xeplion. Ich bin sehr abgestumpft und liege viel im Bett. Ohne das wäre es überhaupt nicht so. Eigentlich müsste beim Reduzieren sich deine gute Stimmung wieder einstellen. Vielleicht ist es ja von der Erkrankung her dass du dich depressiv fühlst?
Bei mir ist es so dass es mir mit weniger Medikament sehr gut geht, bin dann allerdings leicht manisch und muss da aufpassen.
Es tut mir leid dass es dir nicht so gut geht und würde sagen so viel wie nötig und so wenig wie möglich.
 
Ihr braucht zuerst ein Mittel gegen Depressionen, dann solltet ihr das Neuroleptikum auf Null herunter fahren

Spannungszustände können z.B. mit Tavor (Tranquilizer) gut geregelt werden

Ob man den regelmäßigen Schlaf braucht, ist aus meiner Sicht medizinisch noch nicht ausreichend erforscht

Ihr könnt euch ja nach Bedarf mit Antipsychotika eueren Schlaf zurückholen
 
Ich nehme seit zwei Monaten nur noch 10mg Citalopram und 2,5 mg Abilify.
Davor hab ich es mit 2mg Abilify probiert, ging aber schief und ich muss sagen das ich wieder mehr fühle.
Mehr Gedanken im Kopf habe und allgemein mich wohler fühle, nicht so ganz krass gedämpft wie mit 5 MG ABILIFY.
Schlaf ist auch in Ordnung.
Aber die Ärztin meinte auch dass das letzte Mal nichts halbes und nichts ganzes war- psychosetechnisch gesehen.
Deswegen hab ichs nochmal mit dieser Minimal Dosierung versucht.
 
JA!

Die sumpfen die Betroffene zu.

Jedoch wirds mit den Jahren kleinwenig besser.

Auch möchte ich Anfügen. "negativsymptohmatik"
 
Die negativ symptome kommen meist von der Erkrankung selbst, und nicht von den Medikamenten. Wer zu stark reduziert oder absetzt, erleidet schnell einen Rückfall. Ich nehme 3 Medikamente und fühle mich gut. Gib dir Zeit.
 
Wenn es mir einige Zeit ganz ok geht, dann reduziere ich die Medikamente. Aber unter Absprache. Je weniger von dieser Chemie desto besser. Da es wie wir alle wissen das Dopamin blockiert und wir alle wissen wofür es gut ist, wirken sich die Medikamente sicherlich auch auf Stimmung aus. Es kommt auch sehr oft zu körperlichen Veränderungen und dies wirkt wieder auf die Stimmung und das Verhalten. Antrieb ist durch die Medikamente auch gemindert. Somit ja zum Teil wirken diese sich auf die Stimmung und das Verhalten aus. In einigen Punkten indirekt.
 
Was auch sein kann, ist das man das Vorher mit dem Nachher vergleicht. Aber das Vorher war nicht die norm und das mit den danach unter medikamenten einfach das normale normal von deinem empfinden, wenn auch leicht reduziert von meds.
 
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Die negativ symptome kommen meist von der Erkrankung selbst, und nicht von den Medikamenten. Wer zu stark reduziert oder absetzt, erleidet schnell einen Rückfall. Ich nehme 3 Medikamente und fühle mich gut. Gib dir Zeit.
Die Antwort von mir ist Teilweise mit KI-Hilfe erstellt:

@Orangejuice , ich glaube, wir reden teilweise über unterschiedliche Ausgangslagen: Bei bipolarer Störung (v. a. mit Manien) stehen oft eher Überschuss-Zustände wie erhöhter Antrieb/Salienz im Vordergrund. Da kann es sich so anfühlen, als kämen „Negativsymptome“ hauptsächlich von der Erkrankung oder von depressiven Phasen, und Neuroleptika bringen vor allem Stabilität.

Bei Schizophrenie ist das Bild oft anders: Dort gibt es neben den Positivsymptomen häufig primäre Negativ- und kognitive Symptome, die mit präfrontalen Netzwerken (PFC/ACC) zusammenhängen. Wenn Dopamin dort ohnehin eher knapp/ineffizient ist, kann eine zusätzliche D2/D3-Blockade sekundäre Negativsymptome verstärken: emotionale Abflachung, weniger Motivation, langsamere Kognition. In Leitlinien wird diese Unterscheidung (primär vs. sekundär) betont und dass man sekundäre Symptome durch Nebenwirkungen/Überdämpfung vermeiden sollte.

Rückfallrisiko beim zu schnellen Reduzieren stimmt trotzdem – aber „Negativsymptome = nur Krankheit“ ist mir zu absolut. Es kann beides gleichzeitig wahr sein: Krankheit verursacht Negativsymptome, und Medikamente können je nach Person/Dosis/Präparat zusätzlich dämpfen.


Hier ist das mit KI genauer strukutriert und erklärt:
Du sprichst einen sehr wichtigen und oft verkürzten Punkt an – und ja: Das zitierte Statement ist in dieser Absolutheit fachlich nicht korrekt. Es spiegelt eine verbreitete, aber überholte Vereinfachung wider.
Ich erkläre das sauber, differenziert und ohne Therapieempfehlungen, rein neurobiologisch.

🧠 Grundprinzip: Dopamin ist regional unterschiedlich gestört​

Weder Schizophrenie noch Antipsychotika wirken „global“ auf Dopamin. Entscheidend sind bestimmte Bahnen:
Dopaminerge BahnFunktionZustand bei SchizophrenieWirkung von Antipsychotika
MesolimbischMotivation, SalienzÜberaktiv↓ (gewünscht)
MesokortikalKognition, AntriebUnteraktiv↓↓ (problematisch)
NigrostriatalMotorikmeist normal↓ → EPS
TuberoinfundibulärProlaktinnormal↓ → Hyperprolaktinämie

🔴 Wo Antipsychotika Negativsymptome verstärken können

1️⃣ Mesokortikales System (entscheidend!)​

Verbindung:
  • Ventral tegmentales Areal → präfrontaler Cortex
Betroffene Regionen:
  • Dorsolateraler präfrontaler Cortex (dlPFC)
    → Arbeitsgedächtnis, Planung, kognitive Flexibilität
  • Ventromedialer präfrontaler Cortex (vmPFC)
    → Motivation, Wertzuweisung, emotionale Integration
  • Anteriorer cingulärer Cortex (ACC)
    → Antrieb, Fehlerverarbeitung, Motivation
Problem:
  • Diese Regionen haben bei Schizophrenie bereits Dopaminmangel
  • Antipsychotika blockieren D2-Rezeptoren auch hier
  • Ergebnis:
    • ↓ Motivation (Avolition)
    • ↓ kognitive Leistung
    • ↓ emotionale Resonanz
    • subjektive „Leere“
➡️ Das sind klassische sekundäre Negativsymptome

2️⃣ Belohnungsnetzwerk (Motivation)

Strukturen:
  • Nucleus accumbens
  • Ventraler Striatum
  • OFC (Orbitofrontaler Cortex)
Effekt:
  • Antipsychotika reduzieren Belohnungssensitivität
  • Motivation wird „flach“
  • Handlungen fühlen sich nicht mehr lohnend an
➡️ Besonders relevant für Antrieb & Initiative

🟢 Warum trotzdem manchmal Negativsymptome besser werden​

Du beschreibst das korrekt:
„Gleichzeitig sinkt der Überschuss … was einen Teil der Negativsymptome verbessern kann“
Mechanismus:
  • Mesolimbischer Dopaminüberschuss erzeugt:
    • Reizüberflutung
    • Stress
    • paranoide Salienz
  • Reduktion davon:
    • ↓ Angst
    • ↓ innere Unruhe
    • ↑ kognitive Stabilität
➡️ Primäre Negativsymptome (krankheitsbedingt) können sich bessern
➡️ Sekundäre (medikamentenbedingt) können entstehen
Beides kann gleichzeitig zutreffen.

🔄 Vergleich: Bipolare Störung​

Dopamin-Dysregulation ist phasenabhängig

PhaseDopaminstatus
Manie↑↑ mesolimbisch & kortikal
Depression↓ mesokortikal
Euthymrelativ ausgeglichen

Antipsychotika bei Bipolar:​

  • Wirken v. a. antimanisch
  • In stabilen Phasen:
    • können Antrieb & Kognition dämpfen
    • aber meist weniger ausgeprägt als bei Schizophrenie
Warum?
  • Kein chronischer mesokortikaler Dopaminmangel
  • Präfrontale Netzwerke strukturell besser erhalten
➡️ Deshalb:
  • Negativsymptom‑ähnliche Effekte möglich
  • aber seltener dauerhaft und weniger tiefgreifend

🧩 Fazit (präzise formuliert)​

  • ❌ Negativsymptome kommen nicht nur von der Erkrankung
  • ✅ Antipsychotika können funktionell Dopaminmangel verstärken
  • 🎯Besonders betroffen:
    • präfrontaler Cortex
    • ACC
    • Belohnungsnetzwerke
  • 🔄 Wirkung ist balancierend UND dämpfend zugleich
  • 🧠 Schizophrenie ≠ Bipolar – die Ausgangslage ist neurobiologisch verschieden
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo liebes Forum,


Ich würde gern alles was euch dazu einfällt, wissen:

Sind eure Emotionen stark abgestumpft durch Neuroleptika?

Wie geht es euch mit euren Medikamenten? Was sind die Unterschiede im emotionalen Bereich von wenig Medikamenten und vielen Medikamenten, bzw. niedrig und hoch dosiert?


Ich frage weil ich gerade bei viel Stress keine Emotionen mehr habe, als depressive Symptome..
Und ich hatte nach der ersten Psychose soweit ich weiß irgendwann auch wieder Lebensfreude und war nicht so negativ wie jetzt..
Bin auch in Therapie.

Kann es sein dass man durch Neuroleptika auch so verändert fühlen kann dass man chronisch depressiv wird..?
Geht es mit einer Reduzierung der Medikamente vielleicht auch wieder weg?



(Negativ und Positivsymptome sind mir bekannt)


Dazu kommt unkonzentrierter sein als mit niedrigerer Dosis Neuroleptika..



Dankeschön an alle Antworten (Erfahrungen) im Vorraus
Die Antwort von mir ist teils mit KI erstellt:

@NAW
Viele berichten tatsächlich, dass Neuroleptika Emotionen deutlich dämpfen können – und zwar nicht nur extreme oder belastende Gefühle, sondern oft auch positive Emotionen wie Freude, Interesse oder Verbundenheit. Das hängt damit zusammen, dass Antipsychotika vor allem Dopamin, aber oft auch Serotonin blockieren. Diese Botenstoffe sind zentral für Motivation, Belohnung, emotionale Resonanz und kognitive Verarbeitung, besonders im präfrontalen Cortex und im Belohnungssystem.

Bei höherer Dosierung oder mehreren Medikamenten verstärkt sich dieser Effekt häufig: Emotionen werden „flacher“, Antrieb und Konzentration nehmen ab, und es kann sich ein Gefühl von innerer Leere oder Gleichgültigkeit einstellen. Das wird oft als Negativsymptom wahrgenommen, kann aber auch eine medikamentenbedingte Dämpfung sein. Stress verschärft das zusätzlich, weil das Gehirn dann ohnehin weniger flexibel reagiert.

Dass du nach der ersten Psychose zeitweise wieder mehr Lebensfreude hattest, passt gut zu dem, was viele erleben: Nach Stabilisierung kann sich das emotionale Erleben teilweise erholen – besonders wenn die Dosis niedriger ist oder das Nervensystem sich wieder besser reguliert. Umgekehrt kann eine stärkere oder langfristige Dämpfung emotional belastend sein und sich wie eine depressive Entwicklung anfühlen.

Zur Frage, ob Neuroleptika „chronisch depressiv machen“ können: Sie wirken oft eher stimmungsstabilisierend oder angstlösend, aber sie können gleichzeitig das emotionale Spektrum so stark einschränken, dass Lebensfreude, Motivation und Sinnempfinden fehlen. Diese Kombination kann sich subjektiv wie Depression anfühlen – auch wenn sie neurobiologisch nicht identisch ist. Zusätzlich spielen Lebensumstände, Krankheitsverarbeitung und der Verlust früherer Fähigkeiten eine große Rolle.

Bei Reduktion oder Absetzen berichten viele, dass Emotionen wieder intensiver werden – manchmal sogar übersteigert (z. B. starke Verliebtheit, erhöhte Libido, emotionale Überflutung). Das zeigt, dass die emotionale Dämpfung zumindest teilweise reversibel ist. Gleichzeitig besteht dabei natürlich ein erhöhtes Rückfallrisiko, weshalb solche Schritte sehr vorsichtig und begleitet erfolgen müssen.

Kurz gesagt:Ja, Neuroleptika können Emotionen, Antrieb und Konzentration deutlich beeinflussen. Ob das als hilfreich oder belastend erlebt wird, hängt stark von Dosis, Wirkstoff, individueller Neurobiologie und Lebenssituation ab. Deine Beobachtungen sind daher absolut nachvollziehbar und werden von vielen geteilt.
 
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