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Im Forum findest Du diese Medikamente-Empfehlung.

Die Wirkstoffkombination ermöglicht ein recht normales Leben trotz Erkrankung. Anders als bei den herkömmlichen Therapien hilft diese auch bei Negativsymptomen, was den Verlauf der Erkrankung deutlich verbessern kann und auch Positivsymptome reduziert.

Wie lange Quetiapin nehmen?

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Ich stand kurz unter extremen Stress durch eine traumatische Erfahrung.

Hatte 2-3 Tage ziemlich viele Symptome, wie sie bei Schizophrenie typisch sind - und danach 2-3 Wochen ein wenig Wahn. Stimmen oder Halluzinationen hatte ich nie.

Habe sofort Tavor bekommen, hat gut geholfen.

Das ist nun schon 3-4 Monate her. Ich nehme nun 550mg Quetiapin. Mich macht das fertig, antriebslos, unkonzentriert und traurig. Ärzte schieben es auf angebliche Negativsymptomatik und wollen mir weiter Neuroleptika geben.


Ich würde das gerne langsam absetzen - und in 3-4 Monaten es ausgeschlichen haben. Und wollte einfach mal Zweitmeinungen, inwiefern das Sinn macht.


LG Schizophreniac
 
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Hattest Du schon vor der Einnahme der Tabletten Negativsymptomatik? Die Ärzte negieren es fast immer, dass es an den Tabletten liegt. Letztendlich wird man es beim Absetzen sehen, ob es an den Tabletten lag oder nicht. Quetiapin hat eigentlich auch eine leicht stimmungsanhebende Wirkung. Ein bekannter hatte auch jahrelang eine Negativsymptomatik, welche sich unter Quetiapin etwas legte. Das ist aber auch alles von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Du solltest aber auf keinen Fall eigenhändig dir verschriebene Medikamente absetzen. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute.
 
TS
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Hattest Du schon vor der Einnahme der Tabletten Negativsymptomatik?
Die Ärzte negieren es fast immer, dass es an den Tabletten liegt.
Hmmm, ich hatte schon ein wenig Negativsymptomatik. Habe meine Gefühle vermindert gespürt und wenig Affekt.

Jetzt spüre ich nur negative Gefühle stärker.

Hatte vorher ein wenig Antriebsmangel, seit dem Neuroleptika deutlich stärker. Und Müdigkeit.

Mit 100mg Quetiapin und 1mg Tavor am Tag (Ist fast nix, weil hatte vermutlich ordentlich Toleranz von Tavor) hab ich mich recht gesund gefühlt. Wenig meine Gefühle gespürt, aber da hab ich mich irgendwie ein wenig dran gewöhnt.
 
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Warum 3-4 Monate lang absetzen? Die 550 mg Quetiapin kannst du sofort anfangen zu reduzieren und dann schauen ob es mit weniger geht.
 
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@Schizophreniac
Auf Seite 7 findest du den Dosisbereich des Quetiapins indem es schon maximal wirksam sein kann:
Neuroleptika minimal

Das wären dann 150-600mg.
Mit 550mg liegst du da also relativ weit oben und könntest eventuell auf die Hälfte runter.
Wie Niggo schon sagt, werden häufig Nebenwirkungen der Medikamente auf die Negativsymptome der Erkrankung geschoben. Du beschreibst es aber recht treffend, da viele der Negativsymptome wie Antriebsmangel sich verschlechtern.
Wenn du die Dosis verringerst oder ganz absetzt, werden die Negativsymptome zwar kurzfristig besser, aber die Psychose kommt dann im Normalfall mit Negativsymptomen zurück. Zwar sind die Negativsymptome mit den Medikamenten schlimmer geworden, aber ohne Medikamente gehen diese nur ein Stückweit zurück und meist auch nur vorübergehend.

Probieren kannst du das Absetzen zwar(am besten in Absprache mit deinem Arzt), aber du solltest damit rechnen, dass du Wochen oder Monate nach dem Absetzen einen Rückfall bekommst, weil sich dann der Dopaminspiegel wieder steigert und die Psychose dann auch etwas verändert zurückkommen kann.
Wenn du also mal absetzt und Symptome wie Wahn sich verschlimmern oder gar Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen auftreten, dann solltest du diesen Absetzversuch abbrechen und eine bessere Strategie suchen.

Hier im Forum findest du eine Medikamente-Empfehlung, dabei wird statt Quetiapin das Aripiprazol eingesetzt, was etwas verträglicher sein kann und eine gute Akutwirkung auch bei Wahn hat. Ich hatte wie du auch keine Stimmen und die Halluzinationen waren eher schwach / sehr realitätsnah.
Aripiprazol(Abilify) kann schon ab 5mg sehr gut wirken, das würde ich dir zumindest im Vorfeld mal empfehlen auszuprobieren.
Vielleicht kannst da ja mal nach einer Umstellung fragen, denn das hat so schon etwas weniger Nebenwirkungen, kann aber das Emotionale und Unruhe begünstigen/steigern, gerade wenn man das später absetzen möchte.
Wenn du das Aripiprazol hast, dann könntest du mithilfe der zusätzlichen Antidepressiva (Bupropion+Citalopram), wie in der Empfehlung oben beschrieben, eine Intervalltherapie des Aripiprazols ausprobieren.
Das bedeutet du nimmst das Aripiprazol nur etwa für ein/zwei Wochen am Stück ein, setzt es dann aber für 1-2 Monate ab, in denen du aber die Antidepressiva weiterhin durchgängig einnimmst. Sobald du merkst, dass innerhalb dieser 1-2 Monate Symptome auftreten, solltest du eigenständig das Aripiprazol einnehmen, was dann auch relativ schnell wirkt.
Wenn du das über längere Zeit machst, kannst du diese Absetzintervalle eventuell verlängern und so das Neuroleptikum fast komplett absetzen. Vorteil ist, dass du dabei die Negativsymptome mithilfe des Bupropions behandelst und diese mit der Zeit besser werden, was sich indirekt auch auf die Psychose positiv auswirkt.
Das wäre also besser als ein normaler Absetzversuch und dazu müsstest du mit deinem Psychiater schrittweise umsetzen und dich nach der Empfehlung richten.
Das wäre wesentlich erfolgversprechender als ein normaler Absetzversuch und du würdest beim Absetzen auch keine Risiken wie starke Stimmungsschwankungen und emotionale Schwankungen eingehen, weil die zusätzlichen Antidepressiva auch das minimieren und ermöglichen, dass man längere Zeit ohne Neuroleptika stabil bleibt und sich da auch die Negativsymptome effektiv bessern.
Für so eine Intervalltherapie solltest du deine Symptome etwas kennen, um da eben rechtzeitig gegensteuern zu können. Da wäre es gut, wenn du eben Aripiprazol zu den Antidepressvia einnimmst, weil sich das Quetiapin womöglich dazu kaum eignet(Keine solche Akutwirkung wie Aripiprazol und andere Wechselwirkungen).
Wenn du also im ersten Schritt mal nach einer Umstellung auf Aripiprazol fragst, wäre ein Anfang gemacht. Gleichzeitig kannst du ja die Empfehlung hier ausdrucken und darüber mit deinem Arzt reden, damit er dich auf längere Sicht so umstellen kann und du das dann mit so einer Intervalleinnahme ausprobieren kannst.
 
TS
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Danke für eure ganzen Antworten!

Klingt dumm und unrealistisch - gerade in einem Schizophrenie Forum. Aber vermutlich war die Psychose eher eine Folge von organisierter psychischer Gewalt. Ich will da garnicht so sehr ins Detail gehen. Manche Dinge behält man einfach für sich, weil es zu unglaubwürdig wirkt.

Dass Positivsymptome durch absetzen kommen, davor habe ich keine Angst. Hätte höchstens Angst, dass durch zu kurzen Einnahmezeitraum die Negativsymptome nicht stark genug abklingen.

Muss aber sagen, dass meine Negativsymptome eher wie eine Depression sind. Also abgesehen von 3-4 akuten Tagen hatte ich nichts in Richtung "eingeschränkte Sprache, Verlust des vorausschauenden Denkens, Verlust des klaren, zusammenhängenden Denkens usw".
 
TS
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Wenn Du das Seroquel zu schnell reduzierst , können heftige Absetzsymptome auftreten, lies mal den Beipackzettel.

Manche Leute kommen vom Quetiapin gar nicht weg.

Mach das am besten in Absprache mit Deinem Arzt.

LG
Hmmm ja, irgendwie doof... Ich hoffe mein Psychiater erlaubt das Reduzieren, in der Klinik haben Sie es nicht erlaubt. 200-300mg fänd ich ja oke, aber mit 550mg bin ich fast arbeitsunfähig und depressiv.

Im worst case muss ich eben auf aripriza dingda umsteigen. Da kann man nämlich problemlos die Tabletten teilen ^^
 
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Klingt dumm und unrealistisch - gerade in einem Schizophrenie Forum. Aber vermutlich war die Psychose eher eine Folge von organisierter psychischer Gewalt. Ich will da garnicht so sehr ins Detail gehen. Manche Dinge behält man einfach für sich, weil es zu unglaubwürdig wirkt.

Dass Positivsymptome durch absetzen kommen, davor habe ich keine Angst. Hätte höchstens Angst, dass durch zu kurzen Einnahmezeitraum die Negativsymptome nicht stark genug abklingen.

Muss aber sagen, dass meine Negativsymptome eher wie eine Depression sind. Also abgesehen von 3-4 akuten Tagen hatte ich nichts in Richtung "eingeschränkte Sprache, Verlust des vorausschauenden Denkens, Verlust des klaren, zusammenhängenden Denkens usw".
Quatsch, gerade in nen Schizophrenie-Forum klingt das nicht dumm.
Die Gedanken sind frei.
Ich kann natürlich nicht glauben, was du da schreibst, aber am Ende zählt nur mit welcher Begründung du dich am wohlsten fühlst glaube ich. Zumindest solange es nicht dir oder deinem Umfeld zu dolle schadet.
 
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Hallo, ich habe 15 Jahre Quetiapin eingenommen und gut vertragen. Dann bekam ich davon Herzprobleme. Nun vertrage ich keine Neuroleptika mehr. Ich denke das Q. Etwas in meinem Gehirn verändert hat. Ich würde es auch absetzten aber über einen längeren Zeitraum von mindestens einem Jahr. Viele Grüße Sonja
 
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Ich weiß nicht was in meinem Gehirn verändert wurde. Aber die Medikamente wirken ja auf das Gehirn ein und ich habe auch schon gelesen, dass dadurch das Gehirn verändert werden kann. und Ich denke, dass das bei mir so sein kann weil ich früher zwei Neuroleptika vertragen habe, die ich nun nicht mehr vertrage. Ob man das bei einem Gehirnscan sehen kann weiß ich nicht.
 
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ich kann meine Gefühle nicht mehr wahrnehmen, will gar nichts mehr, nichts interessiert mich mehr, nichts berührt mich mehr, alles ist mir Gleichgültig … dann auch unbeschreibliche körperliche Qualen, nicht mehr sitzen, stehen können weil es unerträglich ist … Haarausfall, permanenter Harndrang … so war das acht Jahre lang, nicht immer alles aber immer etwas je nach Medikament. Nun fühle Ich wieder ein wenig, bin aktiver, interessierter, zugleich aber wenig belastbar, schnell genervt und aggressiv. Bei 10 mg Haldol alle 8 bis 12 Wochen. Dies ist keine Dauerlösung aber die Ärzte wissen nicht mehr weiter und ich auch nicht.
 
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ich kann meine Gefühle nicht mehr wahrnehmen, will gar nichts mehr, nichts interessiert mich mehr, nichts berührt mich mehr, alles ist mir Gleichgültig … dann auch unbeschreibliche körperliche Qualen, nicht mehr sitzen, stehen können weil es unerträglich ist … Haarausfall, permanenter Harndrang … so war das acht Jahre lang, nicht immer alles aber immer etwas je nach Medikament. Nun fühle Ich wieder ein wenig, bin aktiver, interessierter, zugleich aber wenig belastbar, schnell genervt und aggressiv. Bei 10 mg Haldol alle 8 bis 12 Wochen. Dies ist keine Dauerlösung aber die Ärzte wissen nicht mehr weiter und ich auch nicht.
@Sonja
Hast du schon mal Aripiprazol (Atypikum 3. Generation) probiert?
Aripiprazol ist recht gut verträglich und ähnelt sich von den Rezeptoren, die es anspricht, den klassischen Neuroleptika wie Haldol.
Aripiprazol(Abilify) wird, was die Wirkung angeht, sehr kontrovers diskutiert, es gilt als hochwirksam, was auch meine persönliche Erfahrung ist, aber gibt auch Meinungen, die sagen, dass es relativ schwach ist, was womöglich mit seinem Antagonismus zusammenhängt. Es blockiert also Dopamin, aber setzt das irgendwo auch frei.

Das würde ich dir im ersten Schritt empfehlen mal auszuprobieren statt dem Haldol. Haldol birgt das erhöhte Risiko von Dauerschäden, die klassische Neuroleptika im höheren Maße anrichten können.
Welche Neuroleptika hattest du bereits alles und wie hast du jeweils auf die Wirkstoffe im Einzelnen reagiert?
Ich kann dir dann vielleicht auch noch andere atypische Wirkstoffe sagen, die infrage kommen könnten. Aripiprazol(Abilify) wäre aber ideal.
Aripiprazol kann glaube ich den Blutdruck erhöhen, ist aber, was QT-Verlängerungen(Herz) angeht unproblematisch.
Sonst ist Aripiprazol sehr nebenwirkungsarm bei einer sehr guten Akutwirkung, auch Stimmen sollen damit gut behandelt werden können. Bei Wahn ist es bestens geeignet.
Was die Gefühle angeht, so macht Aripiprazol keine negative Auswirkung auf den Prolaktinspiegel, ein Hormon, wo andere Neuroleptika das häufig verstärkt machen und das sich negativ auf die Emotionen-/Gefühlswahrnehmuung auswirken kann.
Am einfachsten wäre es, wenn du das Aripiprazol in Absprache mit deinem Psychiater mal statt dem Haldol über ein paar Monate testest. Es kann auch sein, dass du es früher kurz oder für längeren Mal hattest, wenn es von der Wirkung damals keinen gewünschten Effekt hatte, kann die Situation heute eine andere sein.

Ich kann das Thema später hier auch abtrennen und in ein neues Thema schieben, da das etwas von Quetiapin wegführen würde. Also einfach hier antworten und kann eben sein, dass sich das Thema dann splittet.
 
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