Das ergibt sich für mich aber nicht aus dem vorher Geschriebenen.
Wenn man immer nur 10% vom letzten Schritt reduziert (mal ganz abgesehen davon, dass das Ziel einer Reduktion ja nicht immer die auf Null sein muss), wird man nie fertig und es wird auch nie unterlegt, warum man es sich so schwer machen soll - wenn die Neuroleptika (sind gemeint) doch angeblich süchtig machen (machen sie nicht).
ich verstehe deinen Punkt – aber ich glaube, hier geht etwas durcheinander.
Die 10%-Methode ist
keine fixe Regel, sondern eine
empfohlene Vorgehensweise, die sich an der klinischen Praxis orientiert, gerade bei sensiblen Medikamenten wie Neuroleptika. Es geht nicht darum, „nie fertig zu werden“, sondern darum,
das Gehirn nicht mit plötzlichen Veränderungen zu überfordern. Viele, die zu schnell reduzieren, berichten von massiven Entzugssymptomen oder sogar Rückfällen – und genau das will man vermeiden.
Und ja, du hast recht:
Das Ziel muss nicht immer 0 mg sein. Manche kommen mit einer minimalen Erhaltungsdosis gut klar – andere schaffen den Ausstieg. Es geht um
individuelle Wege, nicht um eine Einheitslösung.
Was die „Sucht“ betrifft: Streng genommen machen Neuroleptika keine klassische Sucht wie bei Substanzen mit Kick und Craving. Aber das bedeutet nicht, dass
eine körperliche Abhängigkeit im Sinne einer Anpassung des Nervensystems nicht existiert. Und genau
diese Anpassung ist es, die beim Reduzieren Probleme machen kann.
Mir geht’s einfach darum, dass man achtsam vorgeht – und nicht in die Falle tappt, „ich fühl mich gut, also kann ich’s jetzt einfach weglassen“. Genau das hat bei vielen zu Rückschlägen geführt, auch bei mir.