@Maggi
Das ist doch überhaupt nicht gesund, wenn du in solchen Dosen die Medikamente einnimmst..
ich finde das auch nicht OK das dir das dein Psychiater so verschreibt oder du es einfach so machst weil es dir so passt.
Aber musst du wissen...
Die Alternative also Standardbehandlung ist noch viel ungesünder. Damit wäre kein annähernd normales Leben möglich, insofern muss man eben manchmal etwas improvisieren. Mein Psychiater vertraut mir in der Hinsicht, was auch gut so ist.
Ich brauche die Medikamente eben und diese Dosierungen und Risiken sind mir lieber als Andere, also die Verantwortung trage ich so und so mit meiner Gesundheit. Eine gewisse Freiheit meine Dosierungen an der Stresssituation und Erkrankungsverlauf anzupassen ist mir auch sehr wichtig, denn ich kann kaum ständig bei jeder Kleinigkeit Rücksprache mit dem Psychiater halten und sage das spätestens zum nächsten Termin, wenn ich da etwas verändert habe. Etwa hab ich zuletzt mit ihm abgesprochen auch auf seine Initiative das Bupropion auf 450mg zu reduzieren, was ich jetzt aber wieder erhöht habe, da ich denke das ich so besser zurechtkomme.
Lebensqualität ist für mich das A und O , da brauche ich von meinem Psychiater Beistand und Unterstützung und keinen, der mir diktiert wie ich die Medikamente genau zu nehmen habe, wo man bei Schizophrenie bis heute keine Heilung oder Vollremission mit den Medikamenten zustande bekommt, also die Erkrankung allgemein als unheilbar eingestuft ist.
In diesem Kontext sieht mich mein Psychiater und weis, dass es mir überdurchschnittlich gut geht, also legt darauf wert worauf es ankommt.
Diese ganze Panikmache von "überhaupt nicht gesund" ist quasi der Tenor, der von der Pharmaindustrie kommt, denn alles was von der Geldmaschine abweicht, ist ja praktisch unwirksam oder Placebo oder schadet. Man klärt ja kaum über Nebenwirkungen auf und wenn man diese Neuroleptika über Jahre ununterbrochen einnimmt, dann führen diese Standardbehandlungen meist dazu, dass Betroffene später in Behindertenwohnheimen landen und geistig mit der Zeit abbauen. Dinge, mit denen du dich kaum beschäftigen musst, weil du ja kein Olanzapin mehr einnimmst und scheinbar ohne zurechtkommst. Würdest du das Zeug täglich einnehmen, mit Nebenwirkungen wie Diabetes oder Gewichtszunahme konfrontiert sein oder gar Zähne oder so verlieren, dann würdest du auch anders über die Standardtherapien und Methoden der Psychiatrie reden und würdest jene Psychiater wie meinen mehr wertschätzen, mit denen man offen reden kann und die einen Unterstützen, ohne das man Angst haben muss, den Therapieplatz zu verlieren.
Ich habe schon einen Therapieplatz verloren, weil ich das mit den Medikamenten so gemacht habe, wie es mir guttut, ich weiß also das die Verordnung dieser Wirkstoffe keine Selbstverständlichkeit ist, die es sein sollte und das ich für meine Gesundheit und das ich heute so weit bin kämpfen musste, also man da kaum etwas geschenkt bekommt.
Vermutlich fehlt dir da das Vertrauen und der Glaube in mir, was ich ja auch verstehe, solange du zu den Glücklichen gehörst, die es ohne Antipsychotika schaffen, ist es bei dir auch unnötig sich darüber Gedanken oder Sorgen zu machen. Bei starker Negativsymptomatik, wie ich sie habe oder hatte, was für einen schlechten Verlauf der Erkrankung spricht, ist meine Therapieoption eben fast alternativlos. Gibt noch Erkrankte, die sich mit süchtig machenden Tavor aufputschen, also Benzodiazepinen, die mit Heroin vergleichbar sind, aber ich sehe diese Wirkstoffe für mich persönlich eher als Charakterverschlechternd und problematisch an, da ich solche harten Drogen für mich ablehne.
Bupropion ist zwar chemisch gesehen ein Amphetamin, aber als Antidepressiva besteht da keine Abhängigkeitsgefahr und es soll sich sogar relativ leicht absetzen lassen.
Heroin selbst ist eine Droge, von der man kaum wieder wegkommt, also auch von daher sehe ich Tavor eher kritisch. Tavor wird auch bei Heroinsüchtigen als Ersatzdroge verschrieben, bzw. damit gehandelt. Auch wenn es manche brauchen und medizinisch das besser sein mag, als unter starken Negativsymptomen zu leiden bin ich persönlich kein Fan davon und finde die Therapieoption von mir ist besser und zielt auf echte Genesung, also keine reine Symptomunterdrückung.