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– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Was soll man als Partner tun?

  • Ersteller Ersteller Gelöschtes Mitglied 2003
  • Erstellt am Erstellt am
G

Gelöschtes Mitglied 2003

Hallo zusammen,

mein Partner hat in der Jugend die Verdachtsdiagnose "schizophrener Formenkreis, vordergründig Depression" bekommen, war deshalb damals auch in der Klinik. Die Diagnose wurde aber nie verifiziert bzw. genauer gestellt, weil er das nicht möchte. Medikamente hat er auch nach kurzer Zeit abgesetzt und nimmt er auch nicht, er kompensiert viel über Sport. Aus seiner Erzählung weiß ich, dass er den letzten psychotischen Schub 2018 hatte, aber unbehandelt.

Ein Neurologe bei dem er Ende letzten Jahres wegen Gedächtnis Problemen war, hat ihm eine prodromale Phase attestiert. Hab auch den Eindruck, dass er gerade in eine Psychose rutschen könnte.
Ich finde, dass er sich verändert, er wird gereizter bis aggressiv, zieht sich zurück und hat keine Freude mehr an irgendwas.

In seiner Arbeit hat er sehr viel Stress, was m.E. alles sehr verstärkt, da er versucht dort einen funktionierenden Eindruck zu machen. Dennoch passieren ihm viele Missgeschicke, weshalb er massiven Ärger bekommt, was dann wie eine Teufelsspirale wirkt. Der Job ist an sich ist nichts was ihm Spaß macht, er hat ihn angenommen, da es die Firma seines besten Freundes ist und er dort gut unterkommen konnte. Aufgrund seines Freundes fühlt er sich verpflichtet zu bleiben.
Aus meiner Sicht geht es ihm aufgrund den Anforderungen dort, die ihn derzeit extrem überfordern, immer schlechter. Er baut auch Unfälle!

Seine psychische Verfassung scheint dort null Thema zu sein, sie unterstellen im mangelnde Anstrengung, was einfach nicht stimmt!
Ich weiß nicht, wie informiert sein ChefFreund über seine Verdachtsdiagnose ist bzw. wie er als Laie den Bezug dazu herstellen kann. Von außen schaut es nicht danach aus! Sie unterstellen ihm mangelnde Motivation.

Am liebsten würde ich ihn anrufen und ihn darauf aufmerksam machen, dass mein Partner nicht mehr kann und es unverantwortlich ist, ihn weiter mit einem LKW fahren zu lassen!
Bin so wütend und auch so hilflos, weil mein Partner uneinsichtig ist und mir auch verboten hat seinen Freund zu kontaktieren. Kann gar nicht mehr schlafen, weil ich mir so Sorgen mache!

Denkt ihr ich sollte seinen ChefFreund dennoch, über den Kopf meines Partners hinweg, kontaktieren und ihn auf die wachsenden psychischen Probleme bzw. die Gefährlichkeit mit dem LKW-Fahren aufmerksam machen oder ist das ein NoGo und ich muss einfach "zuschauen" bei dem Ganzen? Ab wann muss man denn die Verantwortung übernehmen wenn jemand psychotisch ist?

Danke euch schon mal für die Antworten!
 
Guten Morgen. Das ist wirklich eine schwierige Situation ohne Frage...vor allem es ist sehr schwer von außen einzugreifen, zumal damit evtl. die Problematik verstärkt wird, andererseits wird es oftmals nicht von alleine besser.
Wenn du in der Nähe einer größeren Stadt wohnst, könntest du mal zu einem Psychose-Seminar gehen, evtl. kann man dir dort Tipps geben, was man machen kann.
Wenn du den Arbeitgeber informierst, wird wahrscheinlich die erste Amtshandlung die Kündigung sein...da kann man fast davon ausgehen. Aber sicher kann ich es auch nicht sagen. Am Ende bist du dann "Schuld" - obwohl du es nur gut meinst.
Selbstverständlich möchte man die Situation verbessern, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass bei mangelnder Krankheitseinsicht die Situation sehr schwierig ist.
Du kannst auch mal schauen, ob es einen sozialpsychiatrischer Dienst in deiner Stadt oder in der Nähe ist. Evtl. dort mal anrufen.
 
Ich denke, das waren schon super Tipps von Zwahod.
Über den Kopf weg entscheiden wäre wirklich knifflig, ich denke die Ideen mit dem Psychose Seminar oder sonstige Soziale Dienste wären das Beste.
Meine Frage noch, war er denn früher in der Jugend, weil du ja davon weißt, auch so uneinsichtig oder hat er damals erkannt, dass er unter einer Psychose litt?
Ich meine, wenn er das versteht, müsste er doch eigentlich auch jetzt begreifen, dass die Probleme wieder zurückgekommen sind. Vielleicht kannst du das mit seiner Vergangenheit und den Unfällen verbinden, damit er versteht, dass er etwas tun muss.
Normaler weise wäre es wohl das Beste, dass er gekündigt werden sollte, eigene Kündigung ist immer schlecht, da dann das Arbeitslosengeld gestrichen wird.
 
ich möchte nur so viel dazu sagen: Wenn er starke Suizidgedanken hat und diese in Betracht zieht, dann muss er diese mehr in die Mitte seines Lebens stellen. Und ihnen Raum lassen. Wie man dann genauer vorgeht weiß ich nicht so weit. Ich habe mich damals eineinhalb Jahre lang krank schreiben lassen. Bis ich dann EM-Rente bekommen habe. Aber soweit kommts hoffentlich bei euch nicht.
 
Die Problematik, die ich sehe, ist dass der Partner evtl. keine Krankheitseinsicht hat oder das abtut.

Dann wird es wirklich kniffelig.

Ich hatte in meinem Fall, als Psychose-Betroffener, das gleiche Problem: Wenn der Zustand kippt - obwohl es mir JETZT im Nachhinein völlig klar ist, dass die Dinge die da sich in meinem Kopf abgespielt haben, nicht der Realität entsprachen, hatte ich keine Steuerung mehr darüber und man konnte mir auch nicht mit gut zureden helfen.

Ich war in meiner Wahn-Welt gefangen...obwohl dies bereits mehrmals stattfand in meinem Leben, konnte ich dann in der Akutsituation dies nicht mehr differenzieren und es kam keiner mehr an mich ran.

Deshalb habe ich beispielsweise nun eine 1 mal wöchentliche 1-stündige Begleitung vom Sozialpsychiatrischen Dienst, weil wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, kein Zugriff mehr da ist. Zumindest in meinem Fall ist es so immer gewesen.

Viel Glück jedenfalls.
 
Denkt ihr ich sollte seinen ChefFreund dennoch, über den Kopf meines Partners hinweg, kontaktieren und ihn auf die wachsenden psychischen Probleme bzw. die Gefährlichkeit mit dem LKW-Fahren aufmerksam machen oder ist das ein NoGo und ich muss einfach "zuschauen" bei dem Ganzen? Ab wann muss man denn die Verantwortung übernehmen wenn jemand psychotisch ist?
Bei so einer Erkrankung ist das schon ein Risiko und derzeit unzumutbar.
Du solltest mit seinem Chef und besten Freund reden, dass die Unfälle von seiner nervlichen Belastung kommen, da er für sich und Andere eine Gefahr darstellt.

Auch wenn er in Behandlung geht und Medikamente nimmt, ist der Job als LKW Fahrer problematisch. Vielleicht kann er ja etwas anderes machen wie das beladen von LKWs und mit den Stunden runtergehen, wenn du mit seinem Freund sprichst.
Sozialpsychiatrischer Dienst wäre vielleicht auch eine Möglichkeit um zu sehen was du machen kannst, damit er eine Behandlung annimmt, bzw. sich in Behandlung begibt. Nimmt er so bereits irgendwelche Medikamente?
Bei Schizophrenie werden ja harte Wirkstoffe eingesetzt, wo er hinterher womöglich noch mehr zu kämpfen hat.
Niederschwellig könnte er Magnesium und Vitamin B6 ausprobieren:
  • Insbesondere in frühen Stadien der Erkrankung könnten positive Effekte erzielt werden.
Magnesium kann man da 400mg Tabletten sich kaufen 1x täglich
Vitamin B6 200mg 1xtäglich
Vitamin B-Komplex 1xtäglich

Vitamin B6 wird dabei relativ hochdosiert wobei das bei zu langer überdosierung zu Nervenschäden führen kann:

5.3 Mögliche Nebenwirkungen bei Überdosierung

  • Neuropathie: Langfristige Einnahme hoher Dosen kann Nervenschäden verursachen.
  • Symptome: Kribbeln, Taubheit in Händen und Füßen, Koordinationsprobleme.
  • Reversibilität: Nach Absetzen können sich die Symptome bessern, aber nicht immer vollständig verschwinden.
Vitamin B6 (Pyridoxin): Schlüsselrolle bei Schizophrenie, Akathisie und der Einfluss von Alkohol

Das würde ich an eurer Stelle im Vorfeld ausprobieren, da diese Vitamine/Mineralien für die Nervenfunktion sehr wichtig ist und sich in dieser Phase der Erkrankung, wo er noch keine Antipsychotika hat, vielleicht damit etwas machen lässt.
B6 in hoher Dosis sollte später wieder abgesetzt oder unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.
Vielleicht hilft ihm das ja so schon etwas, wenn ja bitte sag Bescheid!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Gelöschtes Mitglied 2003,

das ist tatsächlich eine sehr problematische Situation: Dein Partner hat dir verboten, mit seinem Chef/Freund zu sprechen, andererseits siehst du, wie gefährlich es ist, wenn er weiter LKW fährt und willst nicht zuschauen bis was passiert. Und du hast Recht, Stress verstärkt seinen Zustand. Wenn du hinter seinem Rücken mit seinem Chef sprichst, könnte das, wie Zwahod schon schrieb, dazu führen, dass er dir die Schuld gibt, wenn er gekündigt wird und sich seine Aggression gegen dich richtet.

Vielleicht könntest du versuchen, ihn zu überreden, sich erstmal krank schreiben zu lassen. Du hast ja geschrieben, dass ihm der Job sowieso keinen Spaß macht und vielleicht würde er so eine Krankschreibung auch als Entlastung empfinden. (Es müsste ja keine Krankschreibung vom Psychiater sein, denn wie du ihn beschreibst, wird er ja da nicht hingehen, aber vielleicht vom Hausarzt wegen Erschöpfung oder Überlastung oder Burnout oder ähnliches). Das könnte vielleicht erstmal etwas Druck aus dem Kessel nehmen, wenn er sich darauf einlassen würde.
Ich wünsche dir, dass du eine gute Lösung findest!

Liebe Grüße,
Nina
 
Guten Morgen zusammen,

viiiielen Dank für Eure Nachrichten! Tut gut, mit allem nicht allein zu sein und sich verstanden zu fühlen!

Hab mich gestern gleich um nen Platz in einem Psychose Seminar beworben. Da es nur Verdachtsdiagnosen gibt, fällt mir die Einschätzung von seinem Verhalten besonders schwer, vielleicht hilft mir da das Seminar.
Gibt es eine Erklärung dafür, dass er besonders morgens krass gereizt ist sofort von 0,000 auf 200? Abends ist diese Aggressivität zwar immer noch da, aber irgendwie gemildert.

Mit dem Thema, ob ich seinen Chef kontaktieren soll bin ich immer noch unsicher, denn wie ihr sagt, das könnte krass nach hinten losgehen. Zudem fühl ich mich schon sehr ausgepowert und merk, dass ich fast keine Kraft mehr hab für den Sturm der dann losgeht. Aber gut, ich lass es mir noch offen...hab jetzt mal nen Termin beim Psychiater ausgemacht, der zusätzlich Homöopathie macht. Bin da zwar sehr skeptisch, aber mein Partner hat in sowas eher Vertrauen. Der Termin ist für mich selbst, ich hab ihm aber angeboten, dass er mich begleiten kann, dann kann er den Arzt mal unbeteiligt kennenlernen und ggf. auch zu ihm gehen. Er war nicht gleich ablehnend...drückt bitte die Daumen, dass er sich drauf einlässt.
Denkt ihr ich sollte hier mehr Druck machen?

Die Vitamine nimmt er schon, hab mich da auch mal etwas informiert, wie ich ihn unterstützen kann, da er ja keine Medis nehmen mag. Neben Magnesium, BVitaminen, auch Probiotika und Omega3...scheint nicht mehr auszureichen:(

Das mit der Krankschreibung fänd ich auch ne gute Idee, aber no chance...er ist wie aufgedreht, immer weiter funktionieren. Reden geht nicht, wenn dann möchte er nur seine Gedanken mitteilen, aber nichts vom anderen hören, zumindest von mir nicht.
Ich weiß, dass ich ihm viel bedeute und er gern Zuhause ist, gleichzeitig sagt er immer, dass ich ihn so aufrege und er weg will (was er nicht macht).
Kennt das jemand, diese Doppelbotschaften und die Zerrissenheit?

Schönen Tag euch!
 
Hallo Gelöschtes Mitglied 2003,

für dich selbst einen Termin beim Psychiater auszumachen und deinen Mann einzuladen, dich zu begleiten, ist, finde ich, eine gute Idee! Ich wünsche dir, dass es klappt. Wir haben bei meinem Sohn sehr gute Erfahrungen mit einer Psychiaterin gemacht, die zusätzlich homöopathisch arbeitet. Alles Gute für euch.

Liebe Grüße,
Nina
 
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