Schizophrenie-Forum.com | Computational Psychiatrie

Willkommen im Psychose- und Schizophrenie-Forum

Dieses Forum verbindet Selbsthilfe, persönliche Erfahrungen und medizinisch fundierte Informationen. Es richtet sich an Menschen mit psychotischen Erfahrungen, Angehörige und alle, die sich über Schizophrenie, Behandlung und aktuelle Forschung informieren möchten.

Im Mittelpunkt stehen Medikamente, Therapie, Neurobiologie und Computational Psychiatrie. Persönliche Erfahrungen werden dabei mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und unterschiedlichen Behandlungsansätzen in Beziehung gesetzt.

Das Forum ist anonym nutzbar und moderiert. Ziel ist es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen, Erfahrungen auszutauschen und eine fundierte Orientierung für eigene Entscheidungen und Gespräche mit Behandelnden zu bieten.

Schwerpunkt: Intervalltherapie mit Bupropion

🔗⭐ Medikamente-Orientierung: Kurzfassung

Patientenbasiertes Behandlungskonzept mit kontinuierlichem Bupropion und zeitlich begrenzten antipsychotischen Behandlungsphasen. Die Übersicht beschreibt persönliche Langzeiterfahrungen und die zugrunde liegenden pharmakologischen Überlegungen.


Zur möglichen Vermeidung dopaminerger Supersensitivität
schrieb Prof. Dr. Stephen M. Stahl:

“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
Prof. Dr. Stephen M. Stahl, persönliche Korrespondenz

Vertiefung & Hintergründe:

🔗 Medikamente-Orientierung: Langfassung

Themen & Einstiege


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Was hält man als Angehöriger noch aus?

TiNa

Member
Hallo in die Runde,
Ich hole kurz aus...mein Partner hat eine paranoide Schizophrenie und war an Anfang des Jahres für 7 Wochen in der Psychiatrie nach einer akuten Psychose mit Wahnvorstellungen. Vorher war er 10 Jahre Schubfrei aber hat dann ein Jahr vor der akuten Psychose seine Medikamente abgesetzt. Naja und wie es so ist...Bei ihm ist alles wieder gut, er nimmt seine Medikamente und ist stabil und in mir " donnert" es, ich habe manchmal so eine Wut in mir...Auf ihn, auf die Medikamente die ihn so müde machen und darauf das er denkt alles sei gut. Und natürlich versuche ich ihn darauf anzusprechen und versuche ihn zu erklären wie verletzend die Zeit damals für mich war aber er blockt ab und dann ist das Thema für ihn erledigt. Und irgendwie kommt bei mir immer wieder alles hoch und ich habe wirklich mittlerweile ein Problem damit umzugehen, die Medikation schränkt auch das Familienleben sehr ein und ich habe das Gefühl für alles alleine Verantwortlich zu sein!kennt das jemand???
 
, die Medikation schränkt auch das Familienleben sehr ein und ich habe das Gefühl für alles alleine Verantwortlich zu sein!kennt das jemand???
Ich kenne es bei mir davon, dass ich beruflich ge'handycap't bin. Auch im sozialen Umgang stecke ich wegen der antipsychotischen Medikation regelmäßig zurück, bin nicht entscheidungsfähig, lasse mir zuviel gefallen... Sei doch froh, dass er so krankheitseinsichtig ist; solange die Tabletten die Symptomatik der Schizophrenie (Positivsymptomatik) zurückdrängen, braucht er doch nicht Erkenntnisse über wirre Phänomene aus seiner Vergangenheit immer und immer wieder zerkauen, für die er doch nichts kann und die vielleicht auch nicht so lebensrichtungsentscheidend waren...
 
Denk an die positiven Dinge die ihr zusammen erlebt und nicht an das Negative, das in der Vergangenheit passiert ist.
Diese Krankheit wütet in einem wie ein Teufel. Er kann nichts dafür.
Sei froh, dass er seine Medikamente regelmäßig einnimmt. Ein Herzkranker muss seine Medikamente auch schlucken.
In guten wie in schlechten Zeiten solltet ihr zueinander stehen. Ist das nicht der Spruch vor dem Hochzeitsaltar?
 
Hallo in die Runde,
Ich hole kurz aus...mein Partner hat eine paranoide Schizophrenie und war an Anfang des Jahres für 7 Wochen in der Psychiatrie nach einer akuten Psychose mit Wahnvorstellungen. Vorher war er 10 Jahre Schubfrei aber hat dann ein Jahr vor der akuten Psychose seine Medikamente abgesetzt. Naja und wie es so ist...Bei ihm ist alles wieder gut, er nimmt seine Medikamente und ist stabil und in mir " donnert" es, ich habe manchmal so eine Wut in mir...Auf ihn, auf die Medikamente die ihn so müde machen und darauf das er denkt alles sei gut. Und natürlich versuche ich ihn darauf anzusprechen und versuche ihn zu erklären wie verletzend die Zeit damals für mich war aber er blockt ab und dann ist das Thema für ihn erledigt. Und irgendwie kommt bei mir immer wieder alles hoch und ich habe wirklich mittlerweile ein Problem damit umzugehen, die Medikation schränkt auch das Familienleben sehr ein und ich habe das Gefühl für alles alleine Verantwortlich zu sein!kennt das jemand???
Ich kann das verstehen. Aus Patientensicht ist das auch kein richtiges Leben, wenn man von den Medikamenten völlig abgeschossen ist.

Wenn du ihm helfen möchtest, dann sollte er das hier versuchen:
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)
(Langfassung)

https://schizophrenie-forum.com/psychose/attachments/patienteninformation-und-einwilligung-pdf.2761/
(Broschüre mit Einwilligungsmöglichkeit)

Damit kommt er zurück zu einem glücklichen Familienleben.

Da die Einnahme und Umstellung am Anfang etwas aufwendiger sind, kannst du jederzeit bei mir über PN oder im Forum Rückmeldung holen.

Welche Antipsychotika hatte er bereits und welche Wirkstoffe bekommt er aktuell? Hatte er schonmal Aripiprazol bekommen?

Du könntest ihm so helfen und müsstest dir dann auch keine Vorwürfe mehr machen.
 
Ich kann dich da gut verstehen. Mein Mann ist seid Februar wieder zu Hause. Er nimmt seine Medikamente. So langsam können wir über die letzten 3 Jahre Psychose reden. Das ist nicht immer leicht. Manchmal streiten wir sehr schlimm über die Zeit ein anderes Mal können wir sehr ruhig über alles reden. Es sind sehr intensive Gespräche. Mir hat es immer geholfen Situationen aufzuschreiben oder auch eine Art Video Tagebuch zu führen. Wenn ich das so durchlese erinnere ich mich an alles was war. Ich habe auch festgestellt das mein Mann dadurch leichter zugang zu meinen Gedanken und Gefühlen hat wenn ich ihm sagen kann am Tag x ist genau das passiert. Und so habe ich mich gefühlt. Er versteht meine Handlungen, meine Ängste und Verzweiflung besser. Mir hilft auch eine Selbsthilfegruppe um das alles zu verarbeiten.
Das Gefühl der Wut kenne ich aber auch sehr. Eine kleine Tablette macht einen Riesen unterschied und er wollte sie nicht nehmen. Eine für mich gute Verarbeitung oder auch der Umgang mit der Wut auf die Krankheit habe ich auch noch nicht gefunden.
 
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