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Selbstbewustsein, habt ihr eins?

New member
Registriert
22.10.2021
Beiträge
24
Hallo Forum,

Ich habe zur Zeit ein paar Probleme die einen echt aus der Bahnwerfen können. Mir geht es nicht um die Probleme sondern das fehlende Selbstbewusstsein das man als Schizophrener hat, das einen echt zusetzen kann. Geht es euch auch so kennt ihr das? Was hilft dagegen?

Ich glaube Arbeit wäre gut aber ich kann nicht mehr arbeiten ich mache eine kleinigkeit ehrenamtlich aber das reicht wohl nicht aus. Mir fehlen auch soziale Kontakte ganz zuschweigen von einer lebenspaartnerin die ich gern hätte, die Dinge würden alle helfen glaube ich. Aber was soll man tun wenn man es nicht hat.

Kennt ihr Strategien für mehr selbstbewusstsein, teilt sie doch bitte gerne.

Mfg sven321
 
Member
Registriert
05.04.2020
Beiträge
39
Ich habe auch massive Probleme mit meinem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.
 
Member
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26.02.2022
Beiträge
34
Ich gebe A.2022 recht, das Selbstwertgefühl sollte nicht von anderen Menschen abhängig gemacht werden.
Leider ist das aber schwerer getan als gesagt.
Ich wurde z. B. Sehr streng erzogen, nach dem Motto: Wenn Erwachsene reden, haben Kinder den Mund zu halten.
Ich durfte sogar mit 17 Jahren nur einmal am WE was mit Freunden unternehmen und wehe ich war nicht pünktlich zu hause.
Es zählte auch immer nur was die Nachbarn denken könnten. Mein damaliger Freund durfte nicht bei uns übernacht bleiben, damit sein Auto nicht von jemandem gesehen wurde und dann jemand „unsittliches“ Verhalten vermuten könnte und das obwohl wir schon volljährig waren.
In der Klosterschule wurde natürlich in dieselbe Kerbe gehauen.
Wenn jemand dann auch noch schüchtern und zurückhalten ist, wie ich es war, verschlimmert sich das ganze natürlich noch.
Ich war so unscheinbar, ich bin im Unterricht nicht aufgefallen. Ich habe mich ständig fremdgeschämt. Wenn ich ausgefragt wurde, habe ich erstmal rumgestottert, wenn ich eine Frage nicht beantworten konnte, dann wars ganz aus und mein Gehirn wie leergefegt.
Ich wurde ständig feuerrot im Gesicht. Sogar wenn jemand anderes die Unwahrheit sagte, hab ich einen roten Kopf bekommen. Eine Klassenkameradin sagte mal zu mir: “ Du könntest im Fasching als Streichholz gehen, denn einen roten kopf hast du ja schon.“
Ich habe mir das so zu Herzen genommen, dass ich es bis heute nicht vergessen konnte.

Dieses fehlende Selbstwertgefühl hat sich erst gebessert, als ich nach der Geburt meines 1. kindes anfing ehrenamtlich zu arbeiten. Da gabs dann regelmässig Fortbildungen für ehrenamtliche und Bildungswochenenden und Supervisionen.
Ein einschneidendes Erlebnis hatte ich dann als ich einen Rhetorik-Kurs besuchte. Da musste man mit kurzer Vorbereitung 10 min. Zu einem Thema frei sprechen und wurde dabei mit einer Videokamera gefilmt.
Nachher wurden die Filme angeschaut und besprochen.
Ich war dann so überrascht, dass ich auf diesem Film so rüberkam als ob ich überhaupt nicht aufgeregt wäre. Ich redete frei von der Leber weg und keiner merkte mein inneres Zittern.
Alle lobten mich weil ich so professionell war.
Da merkte ich, dass meine Ängste daher kamen, dass ich immer geglaubt hatte alle merken wie wenig Selbstbewusst ich sei. Ich hatte einfach Angst davor dass meine Angst bemerkt werden könnte.
Dieses Schlüsselerlebnis mit der Filmkamera hat mir unwahrscheinlich geholfen. Ab da gings bergauf.
Es war dann sogar so, dass in Workshops o. Ä. oft ICH ausgewählt wurde, der die Gruppenarbeit vorstellen sollte. Es war natürlich immer eine Grundaufregung da, aber ich merkte dass ich daran wuchs wenn ich sowas machte.
Und die Lebenserfahrung hat mir natürlich auch geholfen.
Sicher hab ich immer noch Rückfälle z. B. Wenn ich einen Fehler mache, dann fühle ich mich kurzzeitig wieder wie das Kind das ausgeschimpft wurde. Das sind dann ein paar Sekunden bis Minuten wo ich mich sehr unwohl fühle und innerlich zusammenschrumpfe, aber es geht vorbei.
Man sollte sich den Herausforderungen stellen, denn ab jeder Einzelnen wächst man.
 
New member
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04.04.2022
Beiträge
3
Hej,
ich habe 2014 durch meine 11-monatige stationäre Therapie sehr viel Selbstbewusstsein dazu gewonnen, natürlich ist es in der Therpie, meiner Meinung laut, "einfach" - Geschützter Rahmen und so... das ganze Trick dabei ist es beizubehalten und umzusetzen.

Ich versuche immer Vernünftig, diplomatisch zu denken, was mir viel geholfen hat war der Sport und der gute Kontakt zur Familie, alle 2 Tage raus sich bewegen - auch wenns nur 30min Joggen ist - und wenn Joggen nicht klappt, dann spazieren...

Eine Beschäftigung ist immer schön, auch wenns nur n Hobby ist wie Stricken, Revell Modelle, Lego's zusammenbauen.
Mir persönlich war der Kontakt zu Menschen immer wichtig, ich hab das Glück eine gute Mutter zu haben die mich immer aufbaut. Aber das sehr enge Verhältnis pflege ich eigentlich nur mit meiner Mama, der vertrau ich 200%.

Wichtig finde ich beim Selbstbewusstsein zu unterschieden wer die richtigen Leute sind und wer nicht. Diese Leute sollen dir auch gut tun. Beruht natürlich auf geben/nehmen und Gegenseitigkeit.

Ich will nicht sagen das ich hier voll das Super ego habe, nein nein, ich lerne auch jeden Tag dazu & lerne gerade kennen, das Leute, die so tun die meine Freunde sind, eigentlich keine sind. Weinen tut auch mal gut(Wenns die Medikamente zulassen)... Ich bin auch nurn kranker Dude.

Bin seit 10 Jahren Single, bin auch gern Single - könnte aber wieder, aber ich hab da Geduld bis die richtige kommt. Eine Freund o. Freundin zu suchen, nur "damit man glücklich" ist, verstehe ich persönlich leider nicht. Kenne aber viele die das anstreben, die Welt ist ne Single Börse :D

Ich finde ein richtig guter Freund / Freundin ist mehr als 100.000.000.000€ Wert.
 
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26.01.2021
Beiträge
61
Selbstbewusstsein habe ich, auch wenn ich ziemlich zurückhaltend bin. Je weiter nun meine Psychosen und Krankenhausbehandlung zurückliegen, desto souveräner fühle ich mich. Mein Fremdsprachenlernen ist auch aufbauend, und dass ich relativ viel reise, und seit fünf Jahren auch keine Neuroleptika mehr nehme.
 
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