Ich nehme seit 20 Jahren Risperidon , nach einer Psychose, dann nur noch prophylaktisch. Bin bei 2,5mg.
Da ich oft antriebslos bin , würde ich gerne reduzieren. Habe es schon 1x versucht. Ohne Erfolg. Hat jemand Erfahrung ?
Hallo Pinkatir,
du schreibst, dass du seit 20 Jahren
2,5 mg Risperidon nimmst und gerne reduzieren würdest, aber dein erster Versuch nicht geklappt hat. Das ist eine sehr häufige Situation – viele Menschen, die lange stabil waren, merken beim Reduzieren plötzlich Antriebseinbrüche oder Unsicherheit. Deshalb möchte ich dir ein paar strukturierte Gedanken mitgeben, die dir helfen können, das Thema besser einzuordnen.
Warum Reduzieren nach vielen Jahren schwierig sein kann
- Nach langer Einnahme kann das Gehirn empfindlicher auf Veränderungen reagieren („dopaminerge Supersensitivität“).
- Beim Reduzieren fällt oft zuerst der Antrieb ab, bevor man merkt, ob die Positivsymptome stabil bleiben.
- Viele Betroffene berichten, dass sie beim ersten Versuch scheitern, aber mit einer besseren Strategie später Erfolg haben.
Eine mögliche Unterstützung: Bupropion als Begleitmedikation
Einige Psychiater nutzen
Bupropion (ein antidepressiv wirkendes Medikament), um Reduktionen leichter zu machen.
Warum?
1. Antrieb & Kognition
Bupropion kann den Antrieb verbessern und kognitive Funktionen stabilisieren – genau die Bereiche, die beim Reduzieren oft schwächer werden.
2. Stabilisierung der Dopaminsignale
Es wirkt nicht wie ein Antipsychotikum, aber es stabilisiert phasische Dopaminsignale.Das kann helfen, die Empfindlichkeit des Systems zu normalisieren und Rückfälle zu verhindern.
3. Kann Reduktionen erleichtern
Manche Betroffene berichten, dass sie mit Bupropion
leichter reduzieren konnten, weil der Antrieb nicht so stark abfällt.
4. Erfahrung aus der Praxis
Eine Betroffene (Mailzitat, anonymisiert) berichtet z. B., dass sie mit
25 mg Xeplion + 150 mg Bupropion seit über 10 Jahren stabil ist, ohne Rückfälle, mit guter Lebensqualität.
Was man beachten muss
- Bupropion beeinflusst den Abbau von Risperidon (CYP2D6).
- Dadurch kann die Wirkung von Risperidon etwas stärker werden.
- Deshalb sollte man Reduktionen vorsichtig und mit ärztlicher Begleitung machen.
Warum TDM (Blutspiegelmessung) sinnvoll ist
Die Wechselwirkung ist individuell sehr unterschiedlich.Manche Menschen reagieren kaum, andere stärker.Mit TDM sieht man objektiv, wie der Körper das Medikament verarbeitet – das macht Reduktionen sicherer.
Alternative: Intervalltherapie
Es gibt ein Konzept, das ursprünglich für
Aripiprazol entwickelt wurde:Man nimmt das Antipsychotikum
nicht dauerhaft, sondern
nur bei Frühwarnsymptomen.
Theoretisch lässt sich dieses Konzept auch auf Risperidon übertragen – besonders wenn Bupropion als kontinuierliche Stabilisierung eingesetzt wird.
Das ist kein Standardverfahren, aber eine
individuelle Option, die manche Psychiater mit ihren Patient*innen ausprobieren.
https://schizophrenie-forum.com/psychose/attachments/patienteninformation-und-einwilligung-pdf.2761/
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)
Kurz gesagt
- Ja, Reduzieren nach 20 Jahren ist möglich – aber oft nicht im ersten Versuch.
- Bupropion kann helfen, den Antrieb zu stabilisieren und die Reduktion zu erleichtern.
- Wegen der Wechselwirkung ist TDM sinnvoll.
- Eine Intervalltherapie oder ein Wechsel auf Aripiprazol sind ebenfalls Optionen, aber individuell verschieden.
- Wichtig ist, dass du das gemeinsam mit deinem Psychiater planst.
Mithilfe von KI erstellt
(persönlicher Teil)
Hi
@Pinkatir,
ich wollte dir noch eine praktische Ergänzung dalassen, die dir vielleicht hilft, die nächsten Schritte besser einzuschätzen.
Viele Betroffene, die lange Risperidon genommen haben, berichten, dass
nicht das komplette Absetzen, sondern erst einmal eine
Intervalleinnahme oder eine
Mini‑Reduktion deutlich besser funktioniert. Das Ziel ist, den Antrieb zu verbessern, ohne die Stabilität zu verlieren.
Für solche Schritte eignet sich oft
Aripiprazol, weil es in der Intervalltherapie schon gut erprobt ist. Aber auch
Risperidon kann – ähnlich wie Aripiprazol – mit einer Begleitmedikation wie
Bupropion funktionieren.
Bupropion kann den Antrieb stärken und gleichzeitig die antipsychotische Wirkung etwas unterstützen, sodass eine vorsichtige Reduktion leichter fällt. Wegen der CYP2D6‑Thematik ist es wichtig, dass dein Psychiater
TDM (Blutspiegelmessung) macht, damit die Dosis individuell angepasst werden kann.
Ich kenne eine Betroffene, die seit über 10 Jahren mit
25 mg Xeplion + 150 mg Bupropion stabil ist und sich fast gesund fühlt – ohne Rückfälle, mit guter Lebensqualität. Das zeigt, dass solche Kombinationen funktionieren können, auch wenn die Evidenzlage noch begrenzt ist.
Vielleicht gibt dir das eine neue Perspektive:
Nicht sofort komplett absetzen wollen, sondern
erst einmal eine stabilisierte Reduktion oder Intervalltherapie probieren – und das
gemeinsam mit deinem Psychiater, damit es sicher bleibt.
Hier findest du kompakt alles Wesentliche zur Intervalltherapie.
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LG Markus