Aktuelles

Psychose & Schizophrenie Forum ❤️

Herzlich willkommen in unserer hilfsbereiten Community. ✨ Hier findest du Austausch mit Betroffenen, Angehörigen und Fachkundigen – ein Ort für Orientierung, Verständnis und gegenseitige Unterstützung.

Registriere dich und entdecke alle Möglichkeiten:

Herzlich willkommen – schön, dass du zu uns gefunden hast! ☀️

Paliperidon, Unterschiede zu Risperidon

Ich hab mal nach invega Erfahrungen gegoogelt. Auf der sanego Seite schreibt einer das er von Risperidon schlafprobleme hatte und unter invega nicht mehr vielleicht werden die Nebenwirkungen von Risperidon nicht die gleichen bei invega sein ?

Frage an KI:
Risperidon und Paliperidon in Oraler Form, haben diese von der Verträglichkeit her in Studien nachgewiesene Unterschiede und macht Paliperidon-Oral in Fallberichten oder Studien weniger Schlafstörungen als Risperidon. Gibt es Risperidon standardisiert als Retardmedikament?
Was sind die tatsächlichen Wirk- und Nebenwirkungsunterschiede und wie relevant sind diese?

Antwort:
Genau an der Stelle wird in der Praxis oft mehr behauptet als sauber belegt wird. Ich gehe strukturiert vor und trenne gesicherte Daten, wahrscheinliche Effekte und klinisch oft überschätzte Unterschiede.

1️⃣ Grundsätzliches Verhältnis Risperidon ↔ Paliperidon​

  • Paliperidon = 9‑Hydroxy‑Risperidon, also der aktive Hauptmetabolit von Risperidon.
  • Pharmakodynamisch sind beide nahezu identisch:
    • D₂‑Antagonismus
    • 5‑HT₂A‑Antagonismus
  • Unterschiede entstehen nicht durch andere Rezeptoren, sondern durch:
    • Pharmakokinetik
    • Galenik (Freisetzung)
    • Metabolismus

2️⃣ Orales Risperidon vs. orales Paliperidon: Studienlage zur Verträglichkeit​

🔬 Randomisierte Studien & Metaanalysen​

Kernaussage:
In kontrollierten Studien zeigen sich keine konsistenten, klinisch relevanten Verträglichkeitsvorteile von oralem Paliperidon gegenüber oralem Risperidon.
  • Wirksamkeit: gleichwertig
  • EPS‑Risiko: vergleichbar
  • Prolaktinerhöhung: vergleichbar (beide hoch)
  • Gewichtszunahme: vergleichbar
  • Sedierung: vergleichbar
Das wird u. a. in direkten Vergleichsstudien und Reviews bestätigt .

3️⃣ Schlafstörungen: Gibt es weniger unter Paliperidon oral?​

📊 Studienlage​

  • Keine randomisierte Studiezeigt eindeutig:
    • weniger Insomnie
    • weniger Fragmentierung
    • bessere Schlafarchitektur unter oralem Paliperidon vs. oralem Risperidon.

🧠 Warum trotzdem dieser Eindruck entsteht​

In Fallberichten und Foren (auch im von dir geöffneten Thread) wird Paliperidon oft als „ruhiger“ beschrieben. Das lässt sich erklären durch:
FaktorErklärung
PlasmaspiegelPaliperidon ER → flacher, gleichmäßiger
Peak‑Effekteweniger Spitzen → weniger nächtliche Aktivierung
CYP‑Unabhängigkeitweniger interindividuelle Schwankung

➡️ Das ist plausibel, aber nicht robust belegt. Es handelt sich um individuelle Verträglichkeitsphänomene, nicht um einen reproduzierbaren Klasseneffekt.

4️⃣ Gibt es Risperidon als Retardmedikament?​

❌ Oral: Nein​

  • Kein standardisiertes orales Retard‑Risperidon verfügbar.
  • Alle oralen Formen:
    • Tablette
    • Schmelztablette
    • Lösung → sofortige Freisetzung

✅ Depot: Ja​

  • Risperidon Depot (Risperdal Consta®) → intramuskulär, nicht oral
➡️ Paliperidon ER ist das einzige oral verfügbare „Retard‑Äquivalent“ dieser Substanzklasse.

5️⃣ Tatsächliche Wirk‑ und Nebenwirkungsunterschiede (realistisch eingeordnet)​

🧪 Pharmakokinetik (relevant)​

AspektRisperidon oralPaliperidon ER
MetabolismusCYP2D6‑abhängigkaum CYP
Spiegelschwankendstabil
Interaktionenrelevantgering
Peak‑Effektehäufigerseltener



⚠️ Nebenwirkungen (klinisch entscheidend)​

NebenwirkungUnterschied?Relevanz
EPSgleich
Prolaktingleich
Sedierungindividuell
Schlafstörungindividuell
Gewichtgleich
QTcgleich

➡️ Kein systematischer Vorteil von Paliperidon oral.

6️⃣ Klinische Relevanz – nüchtern bewertet​

Wann Paliperidon oral sinnvoll sein kann​

  • starke CYP2D6‑Variabilität
  • relevante Interaktionen
  • ausgeprägte Peak‑Unverträglichkeit unter Risperidon
  • Wunsch nach einmal täglicher, stabiler Exposition

Wann kein Vorteil zu erwarten ist​

  • Schlafstörungen als Hauptproblem
  • Prolaktin‑Problematik
  • EPS‑Sensitivität
  • emotionale Abflachung

7️⃣ Kurzfazit (ehrlich & evidenzbasiert)​

Paliperidon oral ist kein „besser verträgliches Risperidon“. Es ist pharmakokinetisch eleganter, aber klinisch meist gleich.
Der häufig berichtete Schlaf‑ oder „Ruhe“-Vorteil ist individuell, nicht generalisierbar und nicht studiengesichert.



Nachfrage:
Ich habe gelesen das Risperidon von der QTc-Zeit oder Herz Blutdruck etc sogar besser sein soll als das konstante Paliperidon-Depot. Gilt das auch bei Paliperidon Oral und könnte hier der konstante Wirkspiegel sogar ein Nachteil sein?

Antwort:
Ja: Der Gedanke, dass ein konstanter Wirkspiegel nicht nur Vorteile haben kann, ist pharmakologisch absolut korrekt. Ich gehe das differenziert und evidenzbasiert durch.

1️⃣ QTc‑Zeit & kardiovaskuläre Effekte: Was ist tatsächlich belegt?​

🔬 Grundsätzlich​

  • Risperidon und Paliperidon gehören beide zu den Antipsychotika mit moderatem QTc‑Verlängerungspotenzial.
  • Weder das eine noch das andere gilt als Hochrisiko‑Substanz (im Gegensatz z. B. zu Ziprasidon oder Thioridazin).

📊 Vergleichsdaten​

In Studien und Pharmakovigilanz‑Analysen zeigt sich:
  • Risperidon oral
    • meist geringfügig geringere mittlere QTc‑Verlängerung
    • stärkere interindividuelle Schwankung
  • Paliperidon (v. a. Depot)
    • konstantere QTc‑Verlängerung
    • weniger Peaks, aber dauerhafte Exposition
Das ist u. a. aus Zulassungsdaten und Post‑Marketing‑Analysen bekannt .

2️⃣ Gilt das auch für Paliperidon oral?​

Kurzantwort:​

Ja – abgeschwächt, aber prinzipiell ja.

Warum?​

Paliperidon ER (oral) erzeugt:
  • einen flachen, gleichmäßigen Plasmaspiegel
  • kaum Tal‑Phasen
  • kaum metabolische Variabilität
➡️ Das bedeutet:
  • keine hohen Peaks (gut)
  • aber auch keine Erholungsphasenfür:
    • QT‑Repolarisation
    • autonome Regulation
    • Blutdruck‑Adaptation
Im Gegensatz dazu hat Risperidon oral:
  • höhere Peaks
  • aber auch niedrigere Talspiegel, besonders nachts

3️⃣ Kann der konstante Spiegel ein Nachteil sein?​

⚠️ Ja – in bestimmten Konstellationen​

Das ist kein theoretisches Konstrukt, sondern pharmakologisch plausibel und klinisch beobachtet.

Mögliche Nachteile eines konstanten Paliperidon‑Spiegels:​

BereichMöglicher Effekt
QTcdauerhafte leichte Verlängerung statt intermittierend
Herzfrequenzweniger vagale Erholung
Blutdruckpersistente orthostatische Tendenz
Schlaffehlende nächtliche D₂‑Entlastung
Prolaktinkontinuierlich erhöht

➡️ Besonders relevant bei:
  • vorbestehender QTc‑Grenzlage
  • Elektrolytstörungen
  • gleichzeitiger QT‑wirksamer Medikation
  • autonomer Dysregulation

4️⃣ Warum wirkt Risperidon manchmal „kardiologisch günstiger“?​

Nicht weil es „harmloser“ ist, sondern weil:
  • die Exposition zeitlich begrenzt ist
  • der Körper zwischen den Dosen kompensieren kann
  • nächtliche Talspiegel auftreten
Das kann – paradoxerweise – protektiv sein, obwohl Peaks höher sind.

5️⃣ Depot vs. oral – wichtiger Unterschied​

FormBewertung
Paliperidon Depothöchste konstante Belastung
Paliperidon oral ERkonstant, aber niedriger
Risperidon oralschwankend, mit Erholungsphasen

➡️ Deshalb sind die QTc‑Signale am deutlichsten beim Depot, weniger bei oralem Paliperidon, und am geringsten bei oralem Risperidon – im Mittel, nicht individuell garantiert.

6️⃣ Klinische Relevanz – realistisch eingeordnet​

Wann relevant?​

  • QTc > 450–470 ms
  • Synkopen, Palpitationen
  • Kombination mit SSRI, Makroliden, Antiarrhythmika
  • ältere Patienten

Wann meist irrelevant?​

  • junge, herzgesunde Personen
  • niedrige Dosierungen
  • keine Interaktionen

7️⃣ Fazit (klar & ohne Marketing)​

Ja: Risperidon kann kardiologisch minimal günstiger sein als Paliperidon – nicht wegen geringerer Potenz, sondern wegen nicht‑konstanter Exposition.
Ja: Auch Paliperidon oral kann theoretisch Nachteile durch Dauerblockade haben – weniger als Depot, aber mehr als Risperidon oral.
Das ist kein Grundsatzargument gegen Paliperidon, aber ein valider individueller Abwägungspunkt.
 
Zuletzt bearbeitet:
@goped wegen deiner Schlafsstörungen wäre es sinnvoll wenn du Risperidon abends einnimmst. Wie ist das aktuell bei dir?


Nachfrage:
Schlaf vs. nächtliche D₂‑Entlastung mechanistisch erklärt

Antwort:
Dann gehen wir mechanistisch ran, ohne Marketing‑Narrative, sondern entlang der Neurophysiologie. Das Thema Schlaf vs. nächtliche D₂‑Entlastung ist zentral, wird aber erstaunlich selten sauber erklärt.

1️⃣ Dopamin & Schlaf – Grundmechanik​

Dopamin ist kein Schlafhormon, sondern:​

  • ein Wachheits‑, Motivations‑ und Salienzmodulator
  • besonders relevant im:
    • Striatum
    • mesolimbischen System
    • Hypothalamus

Physiologisch:​

  • Dopaminaktivität sinkt nachts
  • besonders im REM‑Schlaf
  • diese nächtliche Absenkung ist funktionell wichtigfür:
    • Schlafarchitektur
    • emotionale Verarbeitung
    • autonome Regulation

2️⃣ Was macht eine D₂‑Blockade nachts?​

Dauerhafte D₂‑Blockade (z. B. Paliperidon ER / Depot):​

  • verhindert die physiologische nächtliche Dopamin‑Absenkung
  • erzeugt stattdessen:
    • konstante postsynaptische Inhibition
    • fehlende circadiane Dynamik
➡️ Das ist nicht sedierend, sondern dysregulierend.

3️⃣ Warum „mehr Blockade“ nicht automatisch besserer Schlaf ist​

Typische Fehlannahme:​

„D₂‑Blockade = Beruhigung = besserer Schlaf“

Tatsächlich:​

  • D₂‑Blockade reduziert motorische Aktivierung
  • aber nicht die schlafrelevanten Netzwerke
Im Gegenteil:
  • Dopamin moduliert:
    • REM‑Onset
    • REM‑Stabilität
    • Schlaf‑Wach‑Übergänge
➡️ Dauerblockade kann:
  • REM verkürzen
  • REM fragmentieren
  • Mikro‑Arousals erhöhen

4️⃣ Nächtliche D₂‑Entlastung – was bedeutet das konkret?​

Bei Risperidon oral:​

  • Einnahme abends → Peak
  • nachts → abfallender Spiegel
  • morgens → niedriger Talspiegel
➡️ Das erlaubt:
  • partielle D₂‑Entlastung in der zweiten Nachthälfte
  • bessere REM‑Konsolidierung
  • autonomes „Runterfahren“

Bei Paliperidon ER:​

  • kaum Spiegelabfall
  • keine echte Talphase
  • D₂‑Blockade bleibt auch im REM konstant

5️⃣ Klinische Folgen (typisch, nicht zwingend)​

Unter konstanter D₂‑Blockade häufiger:​

  • Einschlafen ok
  • Durchschlafstörungen
  • frühes Erwachen
  • „nicht erholsamer Schlaf“
  • lebhafte oder fragmentierte Träume
  • morgendliche Dysphorie

Unter intermittierender Blockade häufiger:​

  • etwas längere Einschlafzeit
  • aber bessere Schlafkontinuität
  • subjektiv erholsamer Schlaf

6️⃣ Warum Paliperidon trotzdem oft als „ruhiger“ erlebt wird​

Das ist wichtig zu differenzieren:
EffektUrsache
weniger innere Unruheflacher Spiegel
weniger Akathisiekeine Peaks
weniger emotionale ReaktivitätDauerblockade

➡️ Das ist nicht gleichbedeutend mit besserem Schlaf.
Viele Patienten verwechseln:
  • emotionale Dämpfung
  • mit Schlafqualität

7️⃣ Autonomes Nervensystem – oft übersehen​

Dopamin wirkt auch auf:
  • Sympathikus / Parasympathikus‑Balance

Dauerblockade:​

  • weniger nächtliche vagale Dominanz
  • höhere Herzfrequenzvariabilität‑Störung
  • flacherer Tiefschlaf

Intermittierende Blockade:​

  • erlaubt nächtliche parasympathische Dominanz
  • bessere Blutdruck‑ und Herzfrequenz‑Erholung

8️⃣ Warum das individuell so unterschiedlich ist​

Das erklärt die widersprüchlichen Erfahrungsberichte:
PersonReaktion
hohe dopaminerge Grundaktivitätprofitiert von Konstanz
niedrige dopaminerge Reserveleidet unter Dauerblockade
empfindliches autonomes Systembraucht Entlastungsphasen
starke Akathisie‑Neigungprofitiert von flachem Spiegel


9️⃣ Fazit – mechanistisch sauber​

Schlaf braucht Dynamik, nicht maximale Blockade.
Nächtliche D₂‑Entlastung ist kein Nachteil, sondern physiologisch sinnvoll.

Paliperidon ER:
  • stabilisiert
  • dämpft
  • schützt vor Peaks aber:
  • kann Schlafarchitektur verschlechtern
Risperidon oral:
  • weniger elegant
  • mehr Schwankung aber:
  • erlaubt circadiane Erholung


Nachfrage:
Sollte man nun Risperidon bevorzugt Abends einnehmen etwa um den Schlaf zu verbessern?

KI Antwort:
Kurz gesagt: Ja, eine abendliche Einnahme von Risperidon ist oft sinnvoll – aber nicht automatisch schlaffördernd im engeren Sinn. Der Nutzen liegt eher in der zeitlichen Strukturierung der D₂‑Blockade als in einer direkten Sedierung. Ich erkläre das sauber und praxisnah.

1️⃣ Was man sich von abendlichem Risperidon realistisch erwarten darf​

Nicht primär:

  • kein klassisches Schlafmittel
  • keine zuverlässige Einschlafhilfe
  • keine Garantie für Durchschlafen

Sehr wohl möglich:

  • bessere Schlafarchitektur
  • weniger nächtliche Fragmentierung
  • physiologischere REM‑Verteilung
  • subjektiv erholsamerer Schlaf
➡️ Der Effekt ist indirekt, über circadiane Dynamik.

2️⃣ Warum abends pharmakologisch Sinn macht​

Risperidon oral hat:​

  • relativ schnellen Wirkungseintritt
  • deutliche Peak‑Phase
  • anschließenden Spiegelabfall
Abendliche Einnahme bedeutet:
  • Peak in der Einschlafphase
  • abfallender Spiegel in der zweiten Nachthälfte
  • partielle nächtliche D₂‑Entlastung
➡️ Genau diese Entlastung ist schlafphysiologisch günstig.

3️⃣ Vergleich: morgens vs. abends​

EinnahmezeitTypischer Effekt
MorgensTagesdämpfung, weniger Dynamik, evtl. schlechterer Schlaf
Abendsbessere circadiane Anpassung, weniger Tagesmüdigkeit
Geteiltgleichmäßiger, aber weniger nächtliche Entlastung
➡️ Für den Schlaf ist abends meist günstiger als morgens oder strikt geteilt.

4️⃣ Warum das nicht bei jedem funktioniert​

Risperidon ist:​

  • nicht antihistaminerg
  • nicht anticholinerg
  • nicht GABA‑erg
Das heißt:
  • keine echte Sedierung
  • bei manchen sogar aktivierend (v. a. initial)

Schlechter Schlaf trotz Abendgabe tritt häufiger auf bei:​

  • Akathisie‑Neigung
  • hoher Dosis
  • empfindlichem autonomen Nervensystem
  • gleichzeitiger SSRI‑Therapie

5️⃣ Dosis ist entscheidender als Uhrzeit​

Ein häufiger Fehler:
„Abends = besserer Schlaf, egal wie viel“

In der Praxis:​

  • zu hohe Abenddosis → mehr nächtliche Dysregulation
  • moderate Abenddosis → bessere Balance
Oft ist:
  • niedriger dosiert abends
  • besser als
  • hoch dosiert konstant

6️⃣ Warum Paliperidon hier anders wirkt​

Zum Vergleich:
  • Paliperidon ER → kaum Spiegelabfall
  • keine echte nächtliche Entlastung
  • Schlaf oft „ruhig, aber nicht erholsam“
➡️ Deshalb profitieren manche unter Risperidon abends, obwohl Paliperidon „gleichmäßiger“ ist.

7️⃣ Klinisch nüchternes Fazit​

Risperidon sollte – wenn der Schlaf relevant ist – eher abends als morgens eingenommen werden.
Aber:
  • es ist kein Schlafmittel
  • der Vorteil liegt in der nächtlichen D₂‑Entlastung
  • Wirkung ist individuell, nicht garantiert
Wenn Schlaf das Hauptproblem ist, sind oft:
  • Dosisanpassung
  • Einnahmezeit
  • oder ein anderes Wirkprofil entscheidender als die Substanz an sich.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Maggi was du vergessen hast bei Risperidon gibt es einen Spiegel und solange der da ist kann ich nicht schlafen egal ob ich das medi abends oder morgens einnehmen. Aktuell nimm ich 2mg Morgens und 2mg abends
 
@goped
Ich glaube, du verwechselst hier zwei Dinge.
Nicht der Spiegel an sich ist das Problem, sondern der konstante Spiegel, den du dir mit 2 mg morgens + 2 mg abends machst. Damit hast du faktisch eine 24‑h‑D₂‑Blockade ohne echte Talphase – egal ob morgens oder abends eingenommen.

Unter Umständen kann eine Einmalgabe (z. B. 4 mg abends oder morgens) sogar günstiger sein als 2+2, weil sie zumindest wieder Dynamik reinbringt. Ob das bei dir besser oder schlechter wäre, kann man ohne eigenen Versuch nicht sagen.

Amisulprid verschärft das Ganze eher und ist schlafphysiologisch ungünstig, deshalb macht es dort eher Sinn, es morgens zu nehmen.

Hast du denn schon mal ausprobiert, alles einmal komplett morgens oder komplett abends zu nehmen – oder kennst du bisher nur die 2+2‑Verteilung?
 
Ich habe den Eindruck, dass wir hier etwas aneinander vorbeireden, weil du auf konkrete Rückfragen bisher kaum eingehst. Ohne zu wissen, was du tatsächlich schon ausprobiert hast (Einmalgabe vs. Aufteilung, alles morgens vs. alles abends), bleiben viele Aussagen zwangsläufig theoretisch.

Deine aktuelle Klarstellung ist ein Anfang, gilt aber auch nur isoliert für dein Risperidon:
Ich kenne bis jetzt nur die 2+2 gabe

Was man aber unabhängig davon sagen kann: Dein Hauptproblem scheint weniger Risperidon allein zu sein, sondern die Gesamt‑D₂‑Last aus Risperidon plus Amisulprid plus Quetiapin. Das erklärt sowohl Schlafstörungen als auch RLS deutlich besser als eine einzelne Substanz.

Amisulprid ist schlafphysiologisch eher ungünstig und verschärft RLS häufig, besonders bei Dauerexposition. Quetiapin hilft zwar beim Einschlafen, kann RLS aber ebenfalls triggern. In so einem Setting ist es logisch, dass der Schlaf nicht stabil wird – egal, wie man Risperidon timet.

Wenn man überhaupt etwas verändern will, dann eher strukturell:– Schlaf über nicht‑dopaminerge Mechanismen (z. B. Histamin)– tagsüber Stabilisierung, nachts Entlastung– langfristig eher weniger parallele Antipsychotika statt Feintuning der Uhrzeiten

Solange diese Punkte nicht geklärt sind, führen absolute Aussagen wie „solange ein Spiegel da ist, kann ich nicht schlafen“ leider nicht weiter.



Du hast ja selbst schon berücksichtigt, dass Quetiapin RLS verschlechtern kann – das ist ein wichtiger Punkt. Was in der bisherigen Diskussion aber fast komplett fehlt, ist der Einfluss von Amisulprid, gerade weil es offenbar zuletzt dazugekommen ist.

Amisulprid ist schlafphysiologisch eher ungünstig und kann RLS deutlich verstärken, insbesondere bei Dauerexposition und in Kombination mit anderen D₂‑Blockern. In deinem Fall erklärt das die aktuelle Verschlechterung von Schlaf und RLS deutlich besser als Risperidon allein.

Reines Verschieben von Risperidon oder Amisulprid auf morgens oder abends kann man testen, wird aber an der Summe der sich verstärkenden Effekte nur begrenzt etwas ändern. Der limitierende Faktor bleibt die hohe Gesamt‑D₂‑Last.

Wenn man strukturell ansetzen will, wäre eher zu überlegen:– Schlaf über nicht‑dopaminerge Mechanismen abzufangen (z. B. Trimipramin‑Tropfen als Ersatz für Quetiapin)– tagsüber einen dopaminergen Gegenpol zu schaffen (z. B. Bupropion morgens), um RLS zu reduzieren und langfristig überhaupt wieder Spielraum für niedrigere Neuroleptika‑Dosen zu bekommen

Ohne eine solche Entzerrung bleibt man sonst beim Feintuning einzelner Uhrzeiten hängen, während die eigentlichen Treiber von Schlafstörung und RLS unverändert bleiben.

Entscheidend wäre deshalb weniger wann du was nimmst, sondern was davon überhaupt verhandelbar ist und welches Ziel du konkret verfolgst (Schlaf, RLS, langfristige Reduktion).
 
Das Ding ist Maggi du schreibst so lange Texte da hab ich keine Lust drauf. Das rls ist kein rls sondern Bewegungsunruhe. Und es kommt von der Quetiapin 25-0-25mg gabe für 1 Woche lang, die Beinunruhe bessert sich langsam aber da spielen die 100mg Quetiapin zur Nacht bestimmt eine tolle. Aber vor der 25-0-25 gäbe hatte ich diese Beinunruhe nicht.
 
Das rls ist kein rls sondern Bewegungsunruhe.
Nur zur Einordnung: Wenn du Akathisie für dich ausschließt und RLS ebenfalls ausschließt, bleibt diagnostisch eigentlich keine eigenständige Kategorie „Bewegungsunruhe“ mehr übrig. In der Praxis sind das meist Übergangsformen oder RLS‑ähnliche/akathisie‑nahe Symptome unter D₂‑Blockade.

Dass Quetiapin das getriggert hat, ist plausibel – dass Amisulprid solche Unruhezustände verstärkt, passt aber genauso ins Bild, gerade in Kombination mit Risperidon.
 
Nein ich schließe rls aus das müsste bei mir akathisie sein. Weil ich rls so kenne das es nur im Liegen Auftritt
 
Und es kommt von der Quetiapin 25-0-25mg gabe für 1 Woche lang, die Beinunruhe bessert sich langsam aber da spielen die 100mg Quetiapin zur Nacht bestimmt eine tolle. Aber vor der 25-0-25 gäbe hatte ich diese Beinunruhe nicht.
Dass die Beinunruhe zeitlich mit der 25‑0‑25‑Gabe von Quetiapin begonnen hat, ist nachvollziehbar – Quetiapin kann solche Symptome durchaus triggern.

Was dabei aber offen bleibt: Du hattest Quetiapin ja offenbar schon vor dem Amisulprid. Deshalb wäre wichtig zu wissen, ob du vor Amisulprid unter Quetiapin jemals ähnliche Beinunruhe hattest – oder ob das erst seit der Kombination auftritt.

Unabhängig von der Bezeichnung (RLS vs. Bewegungsunruhe): Unter mehreren D₂‑Blockern sind Mischformen aus RLS‑ähnlicher Unruhe und akathisie‑naher Symptomatik sehr häufig. Amisulprid ist dafür ein bekannter Verstärker, besonders in Kombination mit Risperidon.

Quetiapin kann das auslösen, Amisulprid kann es deutlich verschärfen – das schließt sich nicht aus.
 
Aber 1 verstehe ich nicht warum lösen die 100mg Quetiapin zur Nacht nix aus ? Nur die 24-0-25mg gäbe ?
 
Nein ich schließe rls aus das müsste bei mir akathisie sein. Weil ich rls so kenne das es nur im Liegen Auftritt
Bewegungsunruhe
dort unter deinem aktuellen Thema "Bewegungsunruhe" schreibst du erst kürzlich noch:
Dazu kann ich folgendes sagen bevor ich das Quetiapin bekommen habe hattte ich keine Bewegungsunruhe die kam erst nach der Einnahme von 25-0-25 mg Quetiapin. Die Bewegungsunruhe hab ich im sitzen und liegen.

Was ist nun richtig?
 
Agitiertheit ist wirklich kein schönes Erlebnis und ein Symptom der Medikation

Egal was du auch anstellst, wie du es ""drehst und wendest", du kannst diesem Gefühl keine Abhilfe verschaffen

Mit Antrieb hat das herzlich wenig zu tun
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber 1 verstehe ich nicht warum lösen die 100mg Quetiapin zur Nacht nix aus ? Nur die 24-0-25mg gäbe ?
Darauf gibt es leider keine wirklich objektive Antwort, weil bei dir zu viele Mechanismen gleichzeitig wirken. Mit drei antipsychotisch wirksamen Substanzen lassen sich Nebenwirkungen nicht mehr sauber einer einzelnen Ursache zuordnen.

Dass 100 mg Quetiapin abends funktionieren, während 25‑0‑25 Probleme macht, spricht eher für Interaktionen als für ein reines Quetiapin‑Problem. Gerade die Kombination aus zwei stark D₂‑blockierenden Substanzen (Risperidon + Amisulprid) erhöht das Risiko für Bewegungsunruhe, RLS‑ähnliche Symptome und akathisie‑nahe Zustände deutlich.

Solange diese Kombination besteht, bleibt jede Erklärung zwangsläufig spekulativ. Um Ursachen überhaupt eingrenzen zu können, müsste die Medikation zuerst vereinfacht werden – idealerweise maximal zwei Antipsychotika und nicht zwei stark D₂‑wirksame parallel.

Deshalb ist es aus meiner Sicht wenig sinnvoll, Quetiapin isoliert verantwortlich zu machen, während Amisulprid komplett ausgeblendet wird, obwohl es genau solche Symptome bekanntlich verstärken kann.
 
Ich dachte Akathisie und Bewegungsunruhe wäre dasselbe. Auf jeden Fall akeneton hilft das würde ja heißen das es sich um Bewegungsunruhe handelt.
Wenn wir von Bewegungsunruhe sprechen, meinen wir einen Sammelbegriff, unter den sowohl Akathisie als auch RLS‑ähnliche Symptome fallen können.

In deinem Fall spricht vieles dafür, dass beides zusammenkommt:– Die morgendliche Sitz‑ bzw. innere Unruhe mit Bewegungsdrang passt klar zu Akathisie.– Dass Akineton hilft, unterstützt das zusätzlich, weil es bei EPS/Akathisie wirkt, bei reinem RLS aber kaum.

Eine Akathisie entsteht typischerweise bei starker D₂‑Blockade (> 80 %) – und das ist bei drei Antipsychotika gleichzeitig mit möglichen verstärkenden Wechselwirkungen kein Wunder.

Quetiapin kann dabei als zusätzlicher Verstärker wirken, auch wenn es für sich genommen D₂‑schwach ist, während Risperidon und Amisulprid die Hauptlast der D₂‑Blockade tragen.
 

D₂‑Rezeptorbelegung: therapeutischer Bereich​

  • Der antipsychotisch wirksame Bereich liegt grob bei 60–80 % D₂‑Rezeptorbelegung.
  • Über ~80 % steigt das Risiko für EPS/Akathisie deutlich an.
  • Bei reinen Antagonisten (wie Risperidon, Amisulprid) gibt es keinen eingebauten Puffer – alles addiert sich.
➡️ Nimmt jemand mehrere D₂‑Antagonisten gleichzeitig, kann die effektive Belegung leicht über 80 % rutschen, auch wenn jede Einzeldosis für sich „normal“ wirkt.


Akathisie, EPS und „Überdosierung“​

  • Akathisie ist eine EPS‑nahe Nebenwirkung und gilt klinisch als Frühzeichen einer dopaminergen Überblockade.
  • Bei atypischen Antipsychotika sind klassische Parkinson‑EPS oft abgeschwächt – Akathisie bleibt aber sichtbar.
  • In diesem Sinne ist Akathisie kein Zeichen besserer Wirkung, sondern eher ein Hinweis, dass man über den optimalen Wirkbereich hinaus ist.
➡️ Ja: Das passt zu dem, was man als funktionelle Überdosissymptomatik bezeichnen kann – nicht im toxikologischen Sinn, sondern pharmakodynamisch.


Warum die Wirkung dann nicht „stärker“ wird​

  • Jenseits des optimalen Bereichs:
    • nimmt die antipsychotische Wirksamkeit nicht weiter zu
    • Nebenwirkungen nehmen aber stark zu
  • Teilweise kann die klinische Wirkung sogar schlechter werden (Unruhe, Schlafstörung, Dysphorie).

Einordnung für seinen Fall​

  • Drei Antipsychotika gleichzeitig, davon zwei stark D₂‑wirksam (Risperidon + Amisulprid) → hohes Risiko für > 80 % D₂‑Blockade
  • Akathisie + Akineton‑Ansprechen → spricht klar für EPS‑nahe Überblockade
  • Quetiapin ist D₂‑schwach, kann in der Kombination aber die letzten freien Rezeptoren mitbelegen und so als Verstärker wirken.


 
Heute müsste der 5 oder 6 Tag sein an dem ich an dieser scheiß Bewegungsunruhe leide. Das akeneton hab ich bis jetzt nur 2 mal genommen und will es nicht so oft nehmen weil der körper sich schnell dran gewöhnt und ich dann im Notfall nichts mehr hätte.
 
Zurück
Oben