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Im Forum findest Du diese Medikamente-Empfehlung.

Die Wirkstoffkombination ermöglicht ein recht normales Leben trotz Erkrankung. Anders als bei den herkömmlichen Therapien hilft diese auch bei Negativsymptomen, was den Verlauf der Erkrankung deutlich verbessern kann und auch Positivsymptome reduziert.

New member
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15.12.2022
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Hallo, ich bin Mama einer an Psychose erkrankten Tochter / im April, sie ist 25 Jahre alt.Sie bekommt Olanzapin, erst 20 mg, seit 2 Tagen 15 mg, sie ist teilweise wie versteinert und natürlich noch depressiv, sie hat ja auch ein Traums hinter sich. Sie merkt selber das sie keine Gefühle zeigen kann und sich verändert hat, gibt es Möglichkeiten gegen diese Versteinerungen? Ich denke ihr wisst was ich meine, sie leidet sehr, macht gerade ein Praktikum und wird dort auch angesprochen weil sie so gefühllos wirkt und so steif, danke für eure Antworten im Voraus
 
Administrator
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Hallo Helena,
diese Symptome sind normal bei den meisten Neuroleptika. Beim Olanzapin kann das auch mit daran liegen weil es dämpfend auf die Libido wirkt. 20mg ist auch eine relativ hohe Dosis, wobei man zu Beginn häufig höhere Dosierungen bekommt. 15mg ist auch viel.
Der Dosierbereich liegt beim Olanzapin bei 5-20mg
Hier findest du etwas sehr Lesenswertes bezüglich dieser Wirkstoffe Neuroleptika (Olanzapin)
https://fokus-fortbildung.de/wp-content/uploads/2018/06/Aderhold-Neuroleptika-minimal-5.5.HB_.pdf
S.40 findest du die Dosisbreiche

Längerfristig empfehle ich, dass sich deine Tochter am besten komplett auf andere Medikamente umstellen lässt.
Statt des Olanzapins würde das Aripiprazol eingesetzt, was kaum Auswirkung auf die Libido macht und keine solche innere Leere wie Olanzapin erzeugt.
Medikamente Empfehlung

Das Aripiprazol kann schon ab 5mg sehr gut wirken und ist da recht angenehm von der Wirkung. Trotzdem sind Negativsymptome und gewisse Einschränkungen, was Konzentration angeht, ganz normal bei dieser Erkrankung.
Um diese Negativsymptome zu behandeln, werden in der Empfehlung spezielle Antidepressiva, insbesondere das Bupropion eingesetzt und das Aripiprazol dann möglichst nur in Intervallen eingenommen.
So eine Umstellung würde ich auf längere Sicht empfehlen, da damit ein halbwegs normales Leben möglich wäre und sie es deutlich einfacher hätte.
Normalerweise bleiben diese Negativsymptome unbehandelt, weil alle Neuroleptika diese nur schwach behandeln oder sogar einen negativen Effekt auf Negativsymptome haben, meine Empfehlung ist von daher keine Standardtherapie, auch wenn "nur" Antidepressiva eingesetzt werden, braucht man eben einen Psychiater, der da mitgeht und das verordnet.
Normalerweise kann man sich schon relativ früh auf Aripiprazol umstellen lassen, falls es damit deutlich besser ist, kann sie auch das mit den Antidepressiva ausprobieren. Wirkstoffe also bitte dann wie angegeben und genau durchlesen. Die Empfehlung kann man auch ausdrucken, damit der Psychiater weis, worauf zu achten ist bei der Kombi und sich das auch vorher anschauen kann.
Bupropion darf/soll auch laut den Leitlinien für Schizophrenie bei Psychosen mit Nikotinabhängigkeit eingesetzt werden.
Schizophrenie Leitlinien (Empfehlung 109)
 
TS
H
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Wow, 1000 Dank für diese ausführliche Antwort, ich bin echt ganz überwältigt, du kannst die ja vorstellen wie man sich fühlt bzw. wie man alleine gelassen wird,
 
Well-known member
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Moin,
ich habe ein paar Fragen:
ist das ihre erste Psychose gewesen? Hatte sie ne lange Vorgängerphase mit leichterer Symptomatik? Gabs nen klaren Auslöser für die Psychose?

Bekomme auch Olanzapin. Allerdings hats bei mir mit 5mg angefangen. Hat starke Nebenwirkungen das Medikament. Meine Psychose ist auch mit 25 aufgetreten ^^
Schon mal zur Beruhigung: es kann wieder besser werden. Es kann sogar wieder alles normal werden.
Ist bestimmt hart die eigene Tochter jetzt so zu sehen. Meine Eltern haben auch extrem mitgelitten.

Das mit der Depression nach einer Psychose ist ganz normal. Die Medikamente helfen da auch null. Eher im Gegenteil.
Mir hat denke mal Sport am meisten geholfen. Sowie ein Ziel, auf das ich hingearbeitet habe.
 
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TS
H
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Hallo, Danke das du schreibst, ja es war und ist schlimm, es scheint unter anderem auch eine familiäre Sache zu sein, mein Bruder hat es auch, nur viel schlimmer. Sie hat Cannabis in kleinen Mengen 2 Monate vor der Psychose angefangen zu nehmen, ihr Ex Freund war ein starker Kiffer und jetzt macht sie es nicht mehr, sie macht eine Therapie und muss sich regelmäßig testen lassen, dir Psychose kam von heute auf morgen und sie ist sofort freiwillig in die Klinik, geschlossene Abteilung, ei wahres Trauma. Sie hat sich die letzten 2 Monate sehr gut entwickelt, Studium geht nicht mehr, aber sie macht ein Praktikum, am schlimmsten ist für sie die Perspektivlosigkeit. Sie hat auch keine Lust auf Selbsthilfegruppe oder ähnliches, wir kämpfen täglich, danke habe mich sehr über deine Nachricht gefreut, dir alles Gute
 
Well-known member
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Hey ist genau so wie bei mir.
Ich habe mich mit ner monumentalen Cannabis und LSD Kombi aus dem Leben geschossen. Habe mich auch direkt freiwillig einweisen lassen. Konnte gar nicht mehr schlafen. Bei mir ist es der Onkel der erkrankt ist. Aber bei ihm ist es viel schlimmer als bei mir.

Gut, dass sie sich sofort einweisen lassen hat. Woran hat sie denn bemerkt, dass sie eine Psychose hat? Laut Studien erkennen 94% aller Ersterkrankten nicht, dass sie in einer Psychose sind. Da hat sie schon mal sehr viel Glück gehabt.

Es gibt bei Psychosen einige Prädiktoren für einen guten Verlauf. Deine Tochter scheint die wichtigsten zu erfüllen:
  • Schneller Krankheitseintritt ohne Prodromalphase
  • weibliches Geschlecht
  • klarer Auslöser (Cannabis)

Ich kann das mit der Perspektivlosigkeit absolut nachvollziehen. Das erste 1/2 - 3/4 Jahr nach meiner Psychose habe ich alle Menschen die ich draußen gesehen habe bewundert und wollte mit ihnen tauschen. Die Bewunderung entsprang einzig daraus, dass diese Menschen funktioniert haben. Mein Selbstbewusstsein war am absoluten Tiefpunkt. Hatte auch häufig Selbstmordgedanken und in der Psychiatrie sogar einen Selbstmordversuch. Aber der kam durch meine psychotischen Symptome damals.

Mittlerweile mache ich mein Studium wieder in Vollzeit und arbeite nebenbei noch. Also anders gesagt, es ist alles wie vor der Psychose, nur das ich um einiges Dankbarer bin für das was ich habe.

Ich glaube der wichtigste Step ist, dass deine Tochter ein Mindset entwickelt das ihr hilft diese Perspektivlosigkeit abzulegen. Dann kann es langsam wieder Berg auf gehen. Irgendwann kann man nicht mehr tiefer sinken, dann gehts nur noch Berg auf. Ich würde sie auch nicht dazu zwingen sich aufzurappeln. Das ist oft nicht möglich für Erkrankte, vor allem, wenn die Negativsymptome zu stark sind. Aber leichte Anreize in Form on Aktivitäten oder Denkanstöße können bestimmt nicht schaden^^


Was mich aber arg wundert ist diese hohe Dosis Olanzapin. 15mg blockieren ca 77% aller Dopaminrezeptoren im Gehirn. Das ist eine unübliche Dosis für eine Ersterkrankung. Viel zu viele Nebenwirkungen. Üblich sind eigentlich 5-10mg bei der Ersterkrankung.
Ich kann mir das nur so erklären, dass aufgrund von einfacherer Handhabung der Patienten und vielleicht Personalmangel die Ärzte in der Psychiatrie so hoch dosiert haben.
 
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TS
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Sie hat es damals nicht gemerkt sie fand es erstmal toll das sie so voller Energie u d tollen Gedanken war, sie war ein Überfliegen und komplett abgehoben, ich habe es gleich gemerkt das was nicht stimmt, sie hat nach 3 Tagen auf dem Balkon ihres Ex in die Welt hinaus gebrüllt. Sie hat erst ein anderes Medikament bekommen und damit ging es ihr komplett schlecht, ich dachte ie überlebt es nicht und da bin ich auf die Barrikaden gegangen, trotz Corona etc habe mich mir den Ärzten auf dem Parkplatz getroffen, das Medikament war Risperidon und die Hölle für sie, sie war der Roboter und schlief neben mir im Auto und überall ein... da bekam sie das olanzapin, nach 2 Wochen ging es ihr besser, man meinte erst sie schafft es nicht zurück in ihre Wohnung aber sie wollte es unbedingt, jetzt ist sie depressiv, findet alles doof, die Therapeutin findet sie blöd und ihre Freunde haben sich auch zurück gezogen, sie ist viel bei mir, hier zeigt sie auch Gefühle und ist fast wie früher, du weißt lachen, wor kniffeln ganz viel seit 3 Monaten und das hat sie echt fitter gemacht...manchmal sind es Kleinigkeiten. Danke für deine tollen Worte, du kannst echt stolz auf dich sein und hast bestimmt auch tolle Eltern, auch du hast so gekämpft, ich denke meine Tochter wird es auch schaffen
 
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