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Olanzapin wirkt nach dem Absetzversuch nicht mehr?

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Hallo liebes Forum!

Ich brauche mal eure Erfahrungen.

Meine Mutter hatte vor 5 Jahren etwa, in hohem Alter nach einer Herzinsuffizienz und Sauerstoffmangel eine Psychose entwickelt. Sie wurde in der Gerontopsychiatrie auf Olanzapin eingestellt und alles wurde schnell wieder gut.

Anfang dieses Jahres nahm sie noch 5mg Olanzapin und da die vergangenen Jahre nichts Auffälliges mehr aufgetreten und sie ihr ganzes Leben lang psychisch unauffällig war, wurde auf meine Anregung hin in Absprache mit der Ärztin reduziert auf 2,5mg und im April dann ganz abgesetzt.

Seit Anfang Juni sind allerdings Auffälligkeiten aufgetreten und so wurde am 11. Juli das Medikament wieder angesetzt mit 5mg. Seitdem sind jetzt zwei Wochen vergangen und es scheint eher schlechter als besser zu werden.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Absetzversuchen gemacht? Wirkt bei euch das abgesetzte Medikament bei Wiedereinnahme gleich wieder oder dauert das? Kann es auch vorkommen, daß die Wirkung ausbleibt und man ein anderes braucht?

Im voraus vielen Dank,
Takli
 
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Also 2.5 ist nicht viel. 5mg geht schon.
Unter 5 mg merkt man da auch nichts. 5mg sind schon das niedrigste.Viel Glück beim Absetzversuch, ich nehme meine Medis lieber weiterhin. Habe mir auch einreden lassen ich soll absetzen. Jetzt nehme ich sogar 3 Medikamente. Ich brauche die - Symptomatiken der Medis und finde das alles für quatsch das man so wenig nimmt.
 
TS
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Ich danke euch, das hilft mir weiter. Dann werde ich die Ärztin nochmal kontaktieren und eine Erhöhung ins Gespräch bringen. Der Hausarzt hatte auch schon bemerkt, daß sie nach der Entlassung damals eine höhere Dosis hatte. Danke! (y)
 
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Ich habe keine Ahnung vom Fach.

Für mich klingt das so, als könnte ihre Psychose eine andere Ursache haben als eine klassische Schizophrenie. Vielleicht durch ne beginnende Demenz oder Gehirnschäden durch die Operation oder durch Sauerstoffmangel aufgrund der Herzinsuffizienz, nimmt sie andere Medikamente, zb. gegen Parkinson?
Antipsychotika blockieren Dopamin. Sie helfen vielleicht nicht wenn die Ursache eine ganz andere ist, als eine Stoffwechselstörung wie bei der klassischen Schizophrenie?
Vielleicht sollte man da alle Möglichkeiten durchgehen und findet dann eine Lösung für sie anstatt sie nach 0815 Schema zu behandeln.
Vielleicht mehr Sauerstoff in ihr Gehirn bringen oder so.


5mg Olanzapin ist nicht viel Aber auf keinen Fall ist es eine geringe Dosis. Vor allem bei Ersterkrankten oder wenn man das Medikament noch nicht so lange nimmt und das Gehirn sich daher noch nicht drauf angepasst hat. Da werden ca. 55% der Dopaminrezeptoren blockiert. Das ist nicht wenig.

Bei Olanzapin kann es bis zu 6 Wochen dauern bis es seine volle Wirkung erreicht. Aber nach 2 Wochen sollte sich eigentlich schon ne Verbesserung eingestellt haben.
 
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TS
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Danke für die Blickrichtung, Kuehnibert! Ich vermute auch, daß es durch den Sauerstoffmangel zu einem bleibenden Schaden gekommen ist. Ein Demenztest wurde bei ihr bereits gemacht, ihre kognitiven Fähigkeiten sind altersgerecht.

Es hat sich heute allerdings herausgestellt, daß sie die Nachricht der Ärztin für den Pflegedienst versteckt hat. Deshalb wurde das Olanzapin auch nicht gestellt. Erst dachte ich, das wäre ein Versehen, aber nachdem wir die Tablette heute ergänzt und den Pflegedienst telefonisch informiert haben, verweigert sie jetzt die Einnahme. Es ist also kein Wunder, daß das Medikament nicht gewirkt hat und sich ihr Zustand verschlechtert hat.

Mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Morgen werde ich erstmal den Hausarzt und die Psychiaterin darüber informieren, daß sie das Olanzapin nicht nehmen will.
 
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Mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Morgen werde ich erstmal den Hausarzt und die Psychiaterin darüber informieren, daß sie das Olanzapin nicht nehmen will.
Schwieriges Thema. Neuroleptika werden auch von den üblichen Betroffenen sehr ungern eingenommen, weil eben Negativsymptome sich häufig noch verschlimmern damit. Kognitive Einschränkungen hängen also auch ein Stück weit mit diesen Medikamenten zusammen.
Wichtig ist eben, dass man eine bestimmte Minimaldosis einnimmt, damit diese Medikamente überhaupt wirken können. Eventuell eben nur vorübergehend in Intervallen, wobei mir unklar ist, ob sich Olanzapin dazu eignet. Das Problem können eben so Resistenzen sein, da anscheinend manche Neuroleptika keine ausreichende Akutwirkung haben.

Alternativ, wenn sie Olanzapin ungern einnimmt, kann ich das Aripiprazol empfehlen. Dieses eignet sich relativ gut zur Intervalleinnahme und hat eine sehr gute Akutwirkung. Vielleicht nimmt sie das ja eher an, da es recht nebenwirkungsarm ist, auch macht Aripiprazol keine so starke Gewichtszunahme wie Olanzapin. Das Aripiprazol hat eine sehr gute Akutwirkung, also da sollte normal keine Toleranzentwicklung stattfinden.
Im Forum die Medikamente-Empfehlung funktioniert auch mit dem Aripiprazol, wobei für so eine Intervalleinnahme eben spezielle Antidepressiva(Bupropion+Citalopram) wichtig und notwendig sind. So lässt sich zumindest einfacher damit leben, weil die spezielle Einnahmeform und Antidepressiva diese sonst belastende Negativsymptomatik beheben.

@Takli, hat sich mittlerweile etwas verändert und wie geht es deiner Mutter zurzeit?
 
TS
T
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Danke Maggi für deine Gedanken und die Nachfrage! Der Hausarzt konnte zum Glück bewirken, daß sie früher in die Gerontopsychiatrie aufgenommen wird. Sie wollte dann auch ins Krankenhaus, so daß es in der Hinsicht keine Probleme gab. Die Ärztin dort hat ihr dann die Medikamente persönlich gegeben und seitdem nimmt sie das Olanzapin wieder. Sie hat das immer gut vertragen, deshalb weiß ich immer noch nicht, warum sie es nicht wieder nehmen wollte. Möglicherweise bleibt das ein Geheimnis.

Mittlerweile sind die Paranoia weg, sie ist wieder ok, worüber ich unglaublich erleichtert bin. Allerdings hat ihr Herz durch die ganze Aufregung geschwächelt, so daß sie zur Zeit auf einer kardiologischen Station ist. Es ist aber schon besser und sie macht anschließend noch eine geriatrische Reha. Ich hoffe sie kann dann wieder in ihr Haus zurück.
 
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