Hallo an Alle,
ich hatte dieses Jahr im Frühling eine Psychose die jetzt weitestgehend durch Medikamente behandelt wurde, sodass meine Positivsymptome im Griff sind. Allerding leide ich immer noch unter Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit und einer starken inneren Anspannung. Ich denke dass ist auf die Negativsymptomatik nach der Psychose zurückzuführen und ich fühle mich so als wenn das niemals besser wird. Habt ihr Erfahrungen mit Negativsymptomatik nach Psychosen, hattet ihr solche Erfahrungen und wenn ja wie lange hat das angehalten?
An sich begünstigen Antipsychotika teilweise Negativsymptome wie Motivationslosigkeit. Teilweise werden Negativsymptome etwas besser, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Dass sich diese bei manchen über die Jahre bessern, liegt vielleicht auch daran, dass sich der Körper auf den antipsychotischen Druck einstellt und gegenreguliert.
Antipsychotika helfen zwar, können aber auch Antrieb und Motivation nehmen und kognitive Fähigkeiten einschränken.
Ich habe auch zuerst, wie
@lernender, mit einem SSRI‑Antidepressivum Citalopram probiert. Das hat mir auch wenig geholfen.
Erst später habe ich Bupropion, ein atypisches NDRI-Antidepressivum, gefunden, was ergänzend zum Antipsychotikum erst einmal auch keine riesigen Effekte hatte. Ich konnte das Antipsychotikum (Aripiprazol) damit leichter über Wochen und Monate absetzen und da merkte ich die Verbesserung der Negativsymptome wirklich schlagartig. Bupropion hat da einen extremen Unterschied gemacht, hab zuvor viele Absetzversuche gemacht. Einerseits hält Bupropion länger antipsychotisch stabil als ohne und die Negativsymptome werden nachhaltig besser.
Bei mir hat das mit gering dosiertem Aripiprazol wie in der Broschüre beschrieben funktioniert:
https://schizophrenie-forum.com/psychose/attachments/patienteninformation-und-einwilligung-pdf.2761/
Das wäre dann wie eine Intervalltherapie des Antipsychotikums. Ich könnte mit Amisulprid auch funktionieren, besser wäre Aripiprazol in kleiner 5‑mg-Dosis.
Kennst du bereits das Aripiprazol was der erste moderne Partialagonist war und ansonsten in den kleinen Dosierungen um 5–7,5 mg wirklich gut verträglich ist?
Das solltest du zumindest mal im Vergleich zu Amisulprid testen, da manche Negativsymptome mit Aripiprazol echt besser sind und auch kognitiv das deutlich angenehmer sein kann.