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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Nach einer akuten Psychose

TiNa

Member
Hallo!
Ich weiß gar nicht, ob mir jemand helfen kann aber ich versuche es mal. Mein Lebenspartner war 10 Jahre stabil ( paranoide Schizophrenie)! Er hat vor einem Jahr seine Medikation abgesetzt, ich wusste es...es war eine saublöde Idee, bitte hier jetzt keine Vorwürfe ( ich weiß es). Er war niedrig dosiert mit Clozapin 100 und stabil, dann Anfang Januar ging es los...Mafia etc, er ist mit Druck " freiwillig" in die Klinik, macht dort mit und wurde jetzt innerhalb von 6 Wochen wieder auf Clozapin eingestellt. Er sieht jedoch aktuell nur das er wegen mir / unserer Familie in die Klinik musste, er hätte es ja auch so geschafft. ( Er war der Überzeugung der Weltretter zu sein, ich Mafiachefin, Kopfgeld auf ihn ausgesetzt usw)
Wir haben eine 4 jährige Tochter und unser Alltag ist sehr stressig und nun wird er plötzlich morgen schon entlassen, weil er ja stabil ist 🤷🏻‍♀️
Nun meine Frage : Was weiß der Betroffene nach einer Psychose noch?? Kommt eine Einsicht? Erinnert er sich daran wie er andere behandelt hat??
Wie kommt man als Angehöriger / Partner überhaupt damit klar?
 
Hallo, du bist sicher sehr besorgt, aber in der Klinik hat dein Mann ja das Clozapin wieder erhalten, das ihn bisher stabilisiert hat. Vorwürfe wegen dem Absetzversuch sind kontraproduktiv, ebenso wie eventuelle Denkschablonen hinsichtlich einer zu niedrigen Dosierung (es ging ja lange gut mit 100 mg, jetzt hat er vielleicht vorübergehend mehr). Paranoide Schizophrenie ist ein schweres Stigma. Man ist dadurch meistens von vielen normalen Lebensbezügen quasi abgeschnitten. Einige haben auch eine Betreuung und werden sie nicht mehr los, leben hier im Wechselbad der Gefühle, verbunden oft mit Schuldgefühlen. Gut, dass dein Mann mit dir/euch jemanden hat, der ihn realistisch sieht und grundsätzlich zu ihm hält. So kann er jetzt weitere Fortschritte machen und in Zukunft vielleicht einmal auf einen anderen Wirkstoff umsteigen, wenn das sein Ziel ist.
 
Ich glaube je stärker der Realitätsverlust / die Wesensveränderung desto weniger stark kann sich ein Betroffener an die Vergangenheit erinnern.
Ich kann mich an 90% meiner Psychose Zeit erinnern. Die letzten 10% habe ich aber nicht mal in dem Moment bewusst wahrnehmen können, ich bin wie eine andere Person nach Außen aufgetreten ohne irgendeine Erinnerung an meine Vergangenheit. Das war aber nur für ein paar Tage in der Klinik, dass habe ich dann Jahre später aus einem Arztbrief aus der Klinik nachlesen können. Für mich war das von der Wahrnehmung her nur ein Blackout von ein paar Tagen.

Das was du angesprochen hast mit dem Vertrauensverlust kenne ich als Betroffener (Eingewiesener auch). Da kannst du nichts dagegen machen, versuch ihm halt so viele Freiheiten zu geben wie möglich ohne irrationale Dinge von ihm anzusprechen oder zu versuchen diese zu Widersprechen, solange er für dich / die Familie keine Gefahr darstellt.
Das mit den Schuldzuweisungen geht weg wenn er wieder Vertrauen gesammelt hat in Familie / Freunde.

Eine Psychotiker nimmt seine Umgebung anders wahr als sich das normale Menschen ohne Psychose Erfahrung vorstellen können. Das sind eben echte Erfahrungen mit verschobener Wahrnehmung / Realitätsverarbeitung die sich so echt anfühlen dass sich das von normalen Denken, Hören, Sehen, Tastsinn von Alltagsobjekten nicht unterscheidet für den Betroffenen - im Extremfall.

Je extremer die Psychose Erfahrungen / "Halluzinationen" desto schwieriger ist es dann selbst im "gesunden Zustand" diese Erfahrungen selbst oder durch andere abzuwerten als reine Halluzination. Ich bin deswegen auch kein Fan davon jede Form von Psychose Erfahrung einfach nur abzustempeln als Wahnvorstellungen, die man mit Medikamenten unterdrücken muss.
Das auftreten dieser Psychosen ist unter anderem auch das Ergebnis von vielen schlechten Fehlanpassungen u.a. bezüglich Schicksalsschlägen, Stress und Trauma problematische mentale Verarbeitung von Traumaerfarung allgemein bedingt durch eventuell eigene Fehlentscheidungen im Leben und eine Kombination aus geringer Resilienz (genetisch bedingt) und anderen Faktoren (zum Beispiel toxische Erfahrungen in Beruf oder sozialen Bereichen (z.b. Dating usw.)).

Medikamente heilen keine schizophrenen Menschen sondern unterdrücken nur die Symptome / wahrnehmbaren Halluzinationen. Dass ist so wie einem stark übergewichtigen Menschen cholesterinsenker - Medikamente zu geben ohne dem Patienten die Empfehlung zu geben das eigene Gewicht zu reduzieren. Das verhindert zwar kurzfristig einen Herzinfarkt hilft dem Patienten aber nicht dauerhaft.
 
Ich war 2 Jahre von Geistern besetzt und weiß nicht mehr genau was da alles passiert ist. Mein Freund meint sei froh dass du es nicht mehr weißt.
Er hielt die ganzen 2 Jahre zu mir, obwohl ich ihm schlimme Dinge an den Kopf warf.
Ich bin ihm heute sehr dankbar, dass er in der Psychose zu mir gehalten hat und nicht Schluss mit mir gemacht hat.
 
Ja als Psychoticker erinnert man sich daran.

Bin vereihratet, 8 jährige tochter, 13jahre schizophrenie. Als Angehörige macht man da viel mit. In stabilen Phasen muss man sich lieben und finden. Nach Psychosen ist es anfangs schwer.
 
Nach einer Psychose können Wahnfetzen hängen bleiben. Wenn er gut eingestellt ist dürfte sich das aber geben. Es gibt Sachen die ich bis heute glaube oder mir zumindest nicht sicher bin. Er sollte aber einen gutmütigen Blick dafür bekommen. Viel Glück!
 
Hallo TiNa,
mein Mann ist seit 8 Wochen in der Klinik. Wir sind seit 16 Jahren zusammen. Er hat auch eine paranoide Schizophrenie und war die ersten Jahre gut eingestellt mit den Medikamenten, dann hat er vor ca. 3 bis 4 Jahren die Medikamente abgesetzt. Ab dem Zeitpunkt hat er sich schleichend verändert. Das letzte Jahr bis halbe Jahr wurde es dann immer schlimmer. In seiner psychotischen Phase hat er mir auch viele Vorwürfe gemacht und sich von mir getrennt. Er war mir gegenüber extrem misstrauisch. Hat dein Mann vertrauen zu dir? Du kannst mir gerne schreiben, wenn du dich austauschen möchtest.
 
Hallo zusammen,

diese Antworten hier haben nun doch Fragen bei mir aufgeworfen.

Verstehe ich es richtig, dass manche noch alles wissen, andere sich jedoch nur noch an Bruchteile erinnern können?! Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Fehlen der Erinnerung zwar ein Hinweis auf fehlende Krankheitseinsicht sein könnte, es aber auf keinen Fall sein muss.

Kennt jemand einen Fall, bei der ein Teil der Erinnerung an die Psychose nach Einstellung noch da war, ein Teil war komplett weg und ein Teil des Wahns war sogar noch präsent?

Meine Frau hat rückblickend vor über 10 Jahren die ersten Anzeichen gezeigt. Vor zwei Jahren ist es dann eskaliert, dann hat ein ein Jahr gedauert bis sie in die Klinik ist. Wenn sie heute darüber spricht aus was ihre Psychose bestand, dann erwähnt sie nur triviale Dinge und die harten Dinge weiß sie entweder nicht mehr oder sie glaubt sie eventuell teilweise noch immer (abgeleitet von verschiedenen Aussagen).


Grüße
 
Hallo! Ich war die Fragestellerin und tatsächlich kann ich jetzt wieder aufatmen. Die Krankheitseinsicht kam und die Medikation wurde sehr gut eingestellt, auch wenn es natürlich einige Nebenwirkungen mitbringen die natürlich die ganze Familie betreffen. Erinnerungen sind da, jedoch eher wie er sich in den Situationen gefühlt hat und nicht alles was er gesagt / getan hat. Der Wahn ist komplett weg und mittlerweile sieht er auch ein wie notwendig die Aufnahme in der Klinik war und versteht warum ich ihn da so " hart" behandelt habe, damit er freiwillig geht. Genau das war das was mir lange gefehlt hat, diese Einsicht und eben auch ein bisschen Dankbarkeit es durchgehalten zu haben
Wenn der Wahn noch da ist, dann sollte vllt der Arzt die Medikation evaluieren?
 
Schön, dass du durchgehalten hast und ihm beigestanden bist.

Antipsychotika lindern Wahnvorstellungen, Halluzinationen etc.
Was nimmt er denn aktuell ein? Evtl. die Medikamente erhöhen?
 
Hallo Tina,
sie sieht sich als geheilt. Sie erwähnte bereits jemandem gegenüber, dass sie die Medis nur nimmt, da es eine meiner Auflagen ist damit sie wieder nach Hause darf (lange Story bei uns). Aus diesem Grund wird sie kaum bereit sein die Mediaktion evaluieren zu lassen...

Bei ist ist das ja wirklich gut gelaufen. Du kannst zufrieden sein. Er scheint ja auch Vertrauen zu dir zu haben. Das kann ich bei meiner Frau noch nicht mit Sicherheit sagen...
 
Der behandelnde Arzt sagte aber schon während der Zeit in der Klink zu mir, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass Wahninhalte, die länger als 12 Monate bestehen, durch Medikamente weggehen. Der Psychotherapeut ist da optimistischer. Wenn jemand dazu insbesondere positive Erfahrungen hat, wäre ich sehr dankbar fürs teilen :)
 
Hallo Tina,
in einer ähnlichen Situation bin ich auch. Mein Mann war letztes Jahr zweimal in der Klink. Seid Anfang 2026 ist er wieder zu Hause. Es war ein langer Weg aber nimmt sein Medikament. Wir müssen das ganze noch aufarbeiten, dazu bin ich momentan nicht in der Lage und mein Mann möchte das auch noch nicht. Das ist auch in Ordnung so. Mein Eindruck ist aber das er msnches erinnert, andere Dinge gar nicht. Auch wenn ich ihn das sogar anhand von meinem Tagebuch mit Datum belegen kann oder noch eine andere Person dabei war.

Ich glaube die Zeit hilft da und das wieder Vertrauen entsteht.
 
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