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Pharmakologische Strategien
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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

➝ Grafische Übersicht: Transporter, Rezeptoren & Schizophrenie‑Netzwerk

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Stabilisierung mithilfe von Bupropion

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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Mögliche Stellenwert von Bupropion bei Therapieresistenz

Maggi

Administrator

Striatale und präfrontale Dopamin‑Modulation – möglicher Stellenwert von Bupropion bei unzureichendem Ansprechen auf Antipsychotika


1. Hintergrund: Warum Antipsychotika manchmal nicht wirken

Antipsychotika entfalten ihre Wirkung primär über die Blockade von D2‑Rezeptoren im Striatum. Wird eine Belegung von etwa 60–70 % erreicht, ist die antipsychotische Wirkung normalerweise ausgeschöpft.
Bleibt die Wirkung trotz ausreichender D2‑Blockade aus, liegt das Problem häufig nicht in der Rezeptorblockade selbst, sondern in der Qualität der dopaminergen Signale, die im Striatum ankommen.

2. Das Konzept: Signal‑zu‑Rausch‑Verhältnis im Striatum

Das Striatum verarbeitet dopaminerge Signale, die aus dem Mittelhirn eintreffen.
Sind diese Signale:
  • zu schwach,
  • zu verrauscht,
  • zu kurz,
kann das Gehirn Reize nicht zuverlässig unterscheiden.
Dies kann Halluzinationen, Fehlinterpretationen und Denkzerstreuung begünstigen.

In solchen Fällen ist das Problem nicht ein Zuviel, sondern ein Mismatch zwischen Signal und Rauschen.

3. Warum Dosissteigerungen oft nicht helfen

Wenn die D2‑Rezeptoren bereits ausreichend blockiert sind, führt eine weitere Dosissteigerung:
  • nicht zu besserer Wirkung,
  • aber zu mehr Nebenwirkungen (EPS, Akathisie, emotionale Abflachung).
Die Blockade ändert nichts an der Qualität der Eingangssignale.

4. Erster Wirkarm: DAT‑Modulation im Striatum

Eine milde Hemmung des Dopamintransporters (DAT) kann:
  • schwache dopaminerge Signale verlängern,
  • das Signal‑zu‑Rausch‑Verhältnis verbessern,
  • die Verarbeitbarkeit dieser Signale erhöhen.
Bupropion wirkt über genau diesen Mechanismus.
Es erzeugt keine starken Peaks, konkurriert nicht mit D2‑Blockade und kann theoretisch Halluzinationen reduzieren, die aus Signalverarbeitungsstörungen entstehen.

Bupropion führt trotz DAT‑Hemmung nicht zu starken dopaminergen Peaks.
Der Grund: Durch den verzögerten Dopaminabbau bleibt mehr Dopamin länger im synaptischen Spalt, wodurch die präsynaptischen D2‑Autorezeptoren stärker aktiviert werden.
Diese Autorezeptoren drosseln daraufhin die weitere Dopaminfreisetzung, sodass kein überschießender Peak entsteht, sondern ein verlängertes, stabileres Signal.

5. Wie verbesserte Signalqualität die Rückkopplung zwischen Wahn und Halluzinationen reduziert

Indem die DAT‑Modulation schwache dopaminerge Signale stabilisiert und Wahrnehmungslücken reduziert, entsteht weniger Raum für intern generierte Ersatzinformationen.
Solche Lücken werden normalerweise durch automatische Prozesse des Gehirns gefüllt – etwa durch Gedächtnisfragmente, Fantasie oder bestehende Überzeugungen.
Dadurch können Halluzinationen entstehen, die wiederum bestehende wahnhafte Annahmen bestätigen und so eine selbstverstärkende Rückkopplung erzeugen.

Wenn weniger Wahrnehmungslücken auftreten, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass das Gehirn diese mit wahnkongruenten Inhalten auffüllt.
Dies reduziert die Selbstbestätigungsschleife zwischen Halluzination und Wahn.
Typische Beispiele sind Lesefehler oder Fehlinterpretationen von Texten, die bei schwacher Konzentration oder fragmentierter Wahrnehmung leicht entstehen und dann als „Beweis“ für eine wahnbezogene Bedeutung fehlgedeutet werden können.

Durch die Stabilisierung der dopaminergen Signalverarbeitung werden solche Trigger seltener, was die psychotische Rückkopplung insgesamt abschwächt.

6. Zweiter Wirkarm: NET‑Modulation im präfrontalen Cortex

Der präfrontale Cortex (PFC) besitzt kaum DAT, sondern reguliert Dopamin fast ausschließlich über den Noradrenalin‑Transporter (NET).

Eine milde NET‑Blockade durch Bupropion führt zu:
  • erhöhtem präfrontalen Dopamin,
  • besserer top‑down‑Kontrolle,
  • weniger Stressüberreaktion,
  • weniger innerer Unruhe,
  • weniger Reizbarkeit,
  • verbesserter Selbstkontrolle.

Warum das wichtig ist:​

Der PFC ist das Zentrum für:
  • Impulskontrolle
  • Realitätsprüfung
  • Stressregulation
  • kognitive Stabilität
Wenn der PFC unter Stress „abschaltet“ (z. B. durch Hypodopaminergie), verliert er die Kontrolle über das Striatum.
Das kann psychotische Symptome verstärken, selbst wenn die D2‑Blockade korrekt eingestellt ist.

Bupropion wirkt hier wie ein präfrontaler Stresspuffer.

7. Relevanz für unzureichendes Ansprechen („pseudo‑TRS“)

Wenn trotz:
  • ausreichender D2‑Belegung,
  • korrekter Einnahme,
  • ausreichender Dauer
keine Wirkung eintritt, kann eine Kombination aus:
  • striatale Hypodopaminergie (schwache Signale)
  • präfrontale Hypodopaminergie (Stress, Kontrollverlust)
vorliegen.

In solchen Fällen kann eine Modulation über DAT + NET theoretisch helfen, indem sie:
  • die Signalqualität im Striatum verbessert
  • die präfrontale Kontrolle stärkt
  • die Stressverarbeitung stabilisiert
  • Reizbarkeit und Unruhe reduziert
  • Halluzinationen weniger „einladend“ macht

8. Einordnung

Dieser Ansatz:
  • ersetzt keine Leitlinien
  • ist kein Standardverfahren
  • ist kein Ersatz für Clozapin bei echter TRS
  • bietet aber ein neurobiologisch plausibles Modell, warum manche Patienten trotz korrekter Behandlung nicht ansprechen
Er dient als Erklärungsmodell und als Diskussionsgrundlage für alternative pathophysiologische Mechanismen.

9. Zusammenfassung

Bupropion wirkt über zwei unabhängige, aber komplementäre Mechanismen:
  1. DAT‑Modulation (Striatum) → verbessert schwache dopaminerge Signale→ stabilisiert das Signal‑zu‑Rausch‑Verhältnis→ kann Halluzinationen reduzieren
  2. NET‑Modulation (präfrontal) → erhöht präfrontales Dopamin→ verbessert Stressverarbeitung und Selbstkontrolle→ reduziert Unruhe und Reizbarkeit
Diese duale Modulation kann bei unzureichendem Ansprechen auf Antipsychotika theoretisch relevant sein, insbesondere bei pseudo‑TRS oder fronto‑striatalem Dopamin‑Mismatch.
 
Das, was "Wahn" und "Halluzinationen" genannt wird, begreife ich als Teil von mir als Ganzem. Mit diesen sogenannten schizophrenen Symptomen fühle ich mich ganz. Das ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass die Antipsychotika bei mir zwar gegen akute Psychosen wirken, nicht aber gegen den "alltäglichen Wahnsinn", den ich als wichtigen Teil von mir behalten will.

Ich lasse mir auch bei körperlichen Diagnosen nichts "herausoperieren", da ich im Ganzen sterben will, wenn es mal soweit ist.
 
Heute werden die Menschen älter und älter. 100-jährige sind an der Tagesordnung. Warum? Weil es heilsame Operationen gibt und mittlerweile sehr gute Medikamente. Warum sollte man sich dagegen wehren!?
Ich habe ab und an auch noch optische Halluzinationen trotz meiner Amisulprideinnahme. Na und? Damit kann ich leben. Die Hallus tun mir doch nichts.
Man sollte dies nicht so abgeklärt sehen meiner Meinung nach.
 
Ich habe ab und an auch noch optische Halluzinationen trotz meiner Amisulprideinnahme.
Hast du ja vor kurzem geschildert. Ich habe sowas manchmal auch. Gut, dass man es bemerkt, ansonsten kann man damit leben. Wenn man sich zu sehr mit "den Medis" (nichts gegen diese als solche!) benebelt, würde es wahrscheinlich auch nicht besser werden. Ich habe die Halluzination, dann überprüfe ich sie, dann stelle ich fest, es war eine. Es kann sich daraus kein Wahn entwickeln, das ist das Entscheidende. Und die akustischen Halluzinationen werden Kategorie "selten bis nie" (mit Tendenz zu Letzterem), so soll es sein.
 
Das, was "Wahn" und "Halluzinationen" genannt wird, begreife ich als Teil von mir als Ganzem. Mit diesen sogenannten schizophrenen Symptomen fühle ich mich ganz. Das ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass die Antipsychotika bei mir zwar gegen akute Psychosen wirken, nicht aber gegen den "alltäglichen Wahnsinn", den ich als wichtigen Teil von mir behalten will.

Ich lasse mir auch bei körperlichen Diagnosen nichts "herausoperieren", da ich im Ganzen sterben will, wenn es mal soweit ist.
@Nova
Du sagtest erst an anderer Stelle, dass man dich von den Antipsychotika abhängig gemacht hat. Antipsychotika dämpfen den Dopaminüberschuss und das Dopamin insgesamt, während Bupropion das Bupropion präfrontal über NET moduliert. Das fördert innere Ruhe und reduziert Reizbarkeit. Damit wärst du etwa unempfindlicher gegen bösartige Reize, die von außen gesetzt werden.
Bupropion wirkt über DAT, sodass zu schwaches Dopamin im Striatum moduliert wird. Damit verbessern sich Konzentration, Wahrnehmung und Wachheit. Wenn du klarer bei Verstand bist, dann hast du folglich etwas weniger Fehlinterpretationen und Halluzinationen.

Niemand nimmt die Symptome auf einen Schlag weg, aber vielleicht kannst du das, was du da erfährst, dann mit weniger Antipsychotika ertragen.
Wenn du so Erfahrungen wie ich gemacht hast, dann weißt du sicher auch neben dem Positiven die Schattenseiten des Schizophrenen. Du hast auch so telepathische Wahrnehmung und siehst die Schizophrenie wohl auch als etwas Reales, was nach innen und außen wirkt.

Mir geht es darum, dass du deinen Verstand verbessern könntest, denn Bupropion wirkt zwar mild aber Wachheit, Wahrnehmung und Konzentration werden besser über DAT. Innere Unruhe, Wut, Reizbarkeit werden über NET. Damit können deine Antipsychotika besser wirken und du kommst mit weniger klar oder kannst diese über Jahre vielleicht mit weiterer Nahrungsergänzung wie ich vollständig absetzen.

Bei mir ist es nahe Vollremission, nur kenne ich die Erfahrungen der Psychose und bin mir dieser Signale in der Realität bewusst. Also ich denke Nova das ich sehr vieles wie du sehe und ähnlich Krasses erlebt habe um die Erkrankung als reales Phänomen zu sehen. Trotzdem leiden wir unter der Psychose und unter den Medikamenten.
Meiner Meinung nach tragen wir die Zerrissenheit dieser Welt in uns aus, was uns auch Einfluss gibt oder zeigt, dass wir Teil der Veränderung sind.

Bupropion hilft eben zusätzlich und würde dir vermutlich nichts schaden, da du auch so manchmal gereizt und verbittert herüberkommst, also dich vermutlich unverstanden fühlst. Dieses verstanden werden hängt aber von deinem eigenen Zustand im Kopf ab, also das Außen reagiert auf deine Aura. Wenn du also präfrontales Dopamin mit Bupropion über NET modulierst, dann könnte es sein, dass sich dein Außen darin verändert wie es dir begegnet, ohne dass du von dir aus etwas veränderst. Du siehst dich ja als durchlässig oder durchschaubar.
 
Ich habe ab und an auch noch optische Halluzinationen trotz meiner Amisulprideinnahme. Na und? Damit kann ich leben. Die Hallus tun mir doch nichts.
Man sollte dies nicht so abgeklärt sehen meiner Meinung nach.
Es würde mich mega interessieren, ob dir Bupropion bei deinen Halluzinationen hilft. Hoffe, du bekommst es und sprichst es an, da es auch für andere sehr wertvoll ist. Eventuell kannst du damit auch leichter das Benzodiazepin reduzieren.
 
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