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Empfehlung

Konzetrationsprobleme wegen Medikamenten oder Begleiterscheinung von der Psychose

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Hallo ihr Lieben,

im September hatte ich meine erste Psychose und seit Anfang Oktober hab ich starke Konzentrationsprobleme, schlafe ca. 11 h und habe das Gefühl alles verläuft langsamer.Hatte bis vor 1 Monat auch Probleme im sprechen und hab da immer wieder gestockt. Das ist aber seit 3 Wochen weg, die Konzentrationsprobleme sind noch da. Es fühlt sich an wie eine Blockade, die mich zurückhält normal am Alltag teilzunehmen. Ich nehme aktuell 2,5 mg Risperidon und 10 mg Abilify ( wird aktuell auf Abilify umgestellt) .

Ich hab Angst davor, dass es so bleibt und ich nicht wieder ein "normales" Leben führen kann. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir helfen ?

Kommt das von den Tabletten oder ist Teil der Psychose ?

Danke euch schonmal :)) hoffe ihr hattet alle schöne Weihnachtsfeiertage.
 
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Das hatte ich nach den Psychosen jedesmal auch.

Das kommt von beidem, die Medis fahren einen runter und die Psychosen rauben einem die Konzentration.

Mit der Zeit wird das für gewöhnlich besser.

Normales Leben ist so eine Sache, entweder man schafft den Wiedereinstieg oder eben nicht. Viele schaffen es nicht.
 
TS
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Okay danke dir und wie lange hat es gedauert bis die Konzentration wieder kam ?
 
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ungefähr drei Jahre jeweils nach der psychose war es wieder erträglich
 
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hatte aber auch mit dem darauffolgenden existenziellen Druck und der fetten Depression immer zu tun.
 
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Meine persönlich beste Lebenszeit hatte ich trotzdem erst nach den ersten Psychosen, das Leben vorher, auch die Kindheit, war ja schon sehr belastend und die Psychosen haben mich eher dazu gedrängt mein Leben zu entstressen. Habe nach der Erkrankung sowohl sportlich wie auch geistig den Höhepunkt meines Lebens erreicht, mich aber später dann berenten lassen da die Psychose noch ab und zu aufkam. Seitdem hänge ich etwas rum.

Bücher lese ich keine mehr, trotzdem gab es schon Jahre wo ich wieder viel lesen konnte und sogar mit Psychose studierte etwa 4 bis 5 Jahre lang.

Devise ist Flinte nicht ins Korn werfen und die Medikamente solange verwenden bis man wirklich stabil ist.
 
TS
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Okay danke für deine Worte! Also hast du trotz Konzentrationsprobleme studieren können ?
 
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Hi @Fitfly ,

Normal sollte das bei der Umstellung aufs Abilify etwas besser werden, wobei eben da die Dosis eine Rolle spielt. 10mg ist schon eher eine mittlere Dosis, oft wirken schon 5mg als Minimumdosis recht gut. Gut das ist Individuell unterschiedlich.

Wenn du etwas gegen die Konzentrationstörungen machen möchtest und damit sich grundlegend deine Situation bessert, dann würde ich dir spezielle Antidepressiva zusätzlich zum Abilify empfehlen. Etwa Bupropion(SNDRI Antidepressivum) ist da ein sehr wichtiges Antidepressivum was Konzentration und Wachheit steigert, welches sich sehr gut zusammen mit Citalopram(SSRI Antidepressivum) einnehmen lässt.

Hier findest du genaueres dazu:
Medikamene-Empfehlung bei Psychose

Am besten mal ausdrucken und deinen Arzt fragen ob du das mit Bupropion+Citalopram zum Aripiprazol mal probieren kannst. Die Medikamente kann nur ein Psychiater verordnen und das wäre so mit das Beste was man machen kann.
 
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Fitfly schrieb:
Okay danke für deine Worte! Also hast du trotz Konzentrationsprobleme studieren können ?
Nein, in der Zeit waren die Konzentrationsprobleme überwiegend weg. Kamen aber im letzten Semester wieder, sodass ich das Studium abbrach. Zwischen Ersterkrankung und Studium lagen allerdings 9 Jahre. Habe aber zuvor mit einer Erhaltungsdosis erfolgreich Abitur gemacht und vorher eine Lehre an einem Berufsförderungszentrum abgeschlossen.

Je nachdem wie stark sich die Psychose auswirkt, kann man das eine oder andere schon schaffen. Eine Erhaltungsdosis von zB. 2mg Fluanxol stört während einem Studium jedenfalls nicht, im Gegenteil, ein Neuroleptikum kann auch helfen sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.
 
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Am wichtigsten ist im Grunde, welche Maßnahmen du als nächstes ergreifst.

Dabei wichtig sind:

- finanzielle Absicherung

- eventuell weg von den störenden Faktoren, das kann ein Elternhaus sein oder zB. Drogen

- eine sinnvolle Tätigkeit die man sich Zutraut und die evtl noch Perspektive bietet (zB. Arbeit bei der Lebenshilfe kann einen weiterbringen da man noch Aussicht auf den ersten Arbeitsmarkt hat, eine Umschulung vielleicht; tatenlos in der Rente zu verharren kann einen ziemlich runterziehen)

- medikamentös sollte man eine Erhaltungsdosis anstreben
 
TS
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@Maggi Okay danke dann werde ich da mal beim nächsten Termin ansprechen. Citalopram nehme ich schon, da hab ich aber keine Veränderung gemerkt. Wie lange dauert die Wirkung von dem Bupropion ?

@Angelika danke dir
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Das Bupropion wirkt recht zügig. Wenn du schon Citalopram hast ist das Ideal. Mein Ratschlag wäre eben 300mg anzupeilen von der Dosis da 150mg eventuell Anfangs eingesetzt wird aber man da schon bisschen eine Wirkdosis braucht.

Das Citalopram zum Aripiprazol kann an sich eher zur Unruhe / Nervösität beitragen, das sollte mit Bupropion dann deutlich besser werden welches auf Noradrenalin und Dopamin wirkt. Citalopram wirkt auf Serotonin also anders aber reduziert bestimmte Nebenewirkungen vom Abilify und Bupropion die sonnst auftreten können. Also am besten da nix ändern und dann zusätzlich das Bupropion versuchen.

Kann sein das du auf längere Sicht das Aripiprazol von der Dosis her dann reduzieren musst damit Bupropion besser wirken kann, aber das kannst du ja auf längere Sicht dann sehen. Die Beste Wirkung wäre da im Grunde wenn du das Aripiprazol auf längere Sicht Bedarfsweise in niedriger Dosis einnehmen würdest aber so etwas kann man machen wenn man sieht das du das gut verträgst.
Du kannst ja dann berichten ob bereits so eine Wirkung da ist, da ist die Erfahrungslage eben auch etwas begrenzt.

Meine persönlichen Erfahrungen sind eben mit dem Bedarf von Aripiprazol 5mg am besten so etwa eine Woche im Monat am Stück eingenomme. Normales Citalopram 20mg was so eine mittlere Dosis ist und Bupropion 300-450mg also 300mg sollte gut funktionieren.
Falls Schlafprobleme auftreten sollten kann man später Trimipramin Tropfen (trizyklisches Antidepressivum) zusätzlich einnehmen aber das kann man auf längere Sicht schauen und wird erst bei der Bedarfseinnahme des Aripiprazols(Abilifys) interessant.

Citalopram dämpft die Libido und emotionale Gefühlswahrnehmung etwas, was beim Abilify das eher anregt schon recht nützlich ist. Zudem reduziert Citalopram Nebenwirkungen des Bupropions wie etwa "Verstopfung" oder "Miktionsstörungen(schwache Blase)" was auftreten kann.
Also von Citalopram wirst du auf der Psychose gesehen nur begrenzt einen Nutzen sehen, beim Bupropion ist das schon deutlich also Konzentration, Wachheit und Negativsymptome werden viel besser. Müsstest du eben schauen ob es bei 10mg Aripiprazol funktioniert, das Risperidon solltest du absetzen.

Wie geschrieben, am besten den Artikel dazu ausdrucken weil eben die Ärzte / Psychiater da auch erstmal so eine Anwendungserfahrung brauchen um dir das dann einfacher so Kombiniert verordnen zu können.

 
TS
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Okay alles klar danke dir @Maggi
Hast du selbst damit Erfahrung gemacht ?
 
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Ja schon, also ich nehme das selbst so ein und hab da Hauptarbeit geleistet. Über viele Jahre herumprobiert und so.

Probiere es am besten aus und kannst mich jederzeit dann dazu ausfragen, im Grunde denke ich schon das wir im Wesentlichen ähnlich auf diese Medikamente reagieren und das Bupropion macht viel aus.
Es hilft auch gegen Nikotinsucht, weil viele Betroffene ja schwere Raucher sind, da kann man also seiner Gesundheit was gutes tun und Geld sparen.
Ich rauche trotzdem aber nur noch zum Genuss also relativ wenig.

Das beruht also auf Erfahrungen aber Ärzte gehen da auch oft nur nach dem Prinzip von "Try and Error" vor indem sie Medikamente wechseln.
Diese Kombi verfolgt da eher ein anderes Ziel weil die Negativsymptomatik auch von einen Dopaminmangel im vorderen Bereich des Gehirns herkommen kann und das Bupropion quasi andersherum diesen Dopaminmangel duch die Wiederaufnahmehemmung lindert, somit verbessert sich Konzentration Wachheit und Kognitive Fähigkeiten die sonnst normal beeinträchtigt sind da die Neuroleptika eher den Mangel vergrößern.
Also du musst dir das so vorstellen das du Gehirnregionen hast wo ein Dopaminüberschuss da ist was zu den Positivsymptomen führt, die Negativsymptome bleiben oft unbehandelt und hängen mit den Dopaminmangel in bestimmten Gehirnregionen wie im Frontalen Kortex zusammen.

Bin jetzt auch kein richtiger Neurowissenschaftler aber würde das so in der Art erklären.

Da du gleichzeitig zum Bupropion dann eh noch Aripiprazol hast musst du dich keine Sorgen machen das es die Psychose begünstigen kann, eher werden sogar die Positivsymptome durch das Bupropion weiter gelindert vermutlich da das Gehirn dann weniger überschüssiges Dopamin anregt.

Einfach fragen wenn etwas unklar ist. Ich persönlich würde mich sehr über deine Erfahrungen freuen wenn du das probieren solltest wäre es sehr toll wenn du das hier mit dokumentieren würdest weil das für andere Erkrankte auch nützlich sein kann.

Das Problem ist das die Wissenschaft da oft zu sehr auf die einseitige Neuroleptikatherapie baut und diesen milden Antidepressiva eher die Wirkung abspricht, aber ich kann dir sagen das da der Schlüssel zur Heilung liegt. Bei mir hat das den Verlauf zum Positiven gewendet, also ab da ging es deutlich aufwärts.
 
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Okay ja hab Mitte Januar den nächsten Termin. Da werde ich es gleich ansprechen und dann hier weiter berichten.

Danke dir für deine Hilfe.
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Freue mich auch über positive Erfahrungsberichte von anderen. Oder weitere Tipps.
was mich noch interessieren würde @Maggi wie war deine Erfahrung mit Risperidon? Also die Auswirkung auf deinen Körper ?
 
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Ne Risperidon da war ich wie geistig behindert damit. Ich wurde auch etwas Alkoholabhängig davon, also ich konnte damit trinken wie ein Loch ohne betrunken zu werden.
Würde dir davon möglichst abraten, man soll eh nur ein Neuroleptikum einnehmen und 10mg Aripiprazol sollte schon hochwirksam sein. Ich hatte mit 5mg Aripiprazol noch eine sehr gute Akutwirkung.
Bei der Kombi werden im Grunde 5mg Aripiprazol(bei mir) nur etwa eine Woche im Monat oder alle 2 Monate so eingenommen, also die Lücken zwischen der Einnahme sind unterschiedlich. Ich kenne dahingehend meine Frühwarnsymptome gut genug da manche Betroffene das erst zu spät mitbekommen oder dann keine Medikamente einnehmen wenn sie es müssten.
Also das mit dem Bedarf wäre auf längere Sicht interessant für dich. Die Antidepressiva (Bupropion+Citalopram) sollten immer täglich/durchgängig eingenommen werden.
 
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Okay wie würdest du das beschreiben mit dem geistig behindert sein? Dass ich weiß inwieweit das auf meinen Zustand zutrifft.
Wie lange nach dem absetzen gingen da die Nebenwirkungen weg ?
Hab mir schon überlegt das Risperdion selbst abzusetzen, aber mein Arzt will das langsam ausschleichen lassen.
 
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Geistig relativ stark eingeschränkt sage ich mal. Ich war eher wesensverändert nimmer der Alte und auf der Arbeit hatte ich starke Konzentrationsstörungen, wie so ganz kurze Aussetzer zwischendurch.
Das war vor Jahren, also schon länger her, würde ich nie mehr einnehmen wollen das Zeug.
Aripiprazol ist deutlich verträglicher man ist offener und kann auch einfacher über die Probleme reden auch wenn vielleicht gewisse Restsymptome da sein können. Mit den Antidepressiva zusätzlich gehen auch die Unruhe und Restsymptome weg, also so wie es jetzt bei mir ist ist es am Besten und das hat sich Jahre gezogen das so zu finden.

Du hast ja bereits Citalopram und Aripiprazol, das Bupropion zusätzlich ist keine wesentliche Umstellung von daher sehr einfach. Ich würde eben vorher das Risperdal absetzen. Also an sich solltest du den Unterschied schon deutlich merken, bin über jede Erfahrung dazu dankbar.
 
TS
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Okay alles klar danke dir für deine Offenheit
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Ich werde berichten !
 
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