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Interpretation Wahninhalte

New member
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18.11.2020
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Hallo,

hat sich irgendwer mal mit Interpretationen des Wahns auseinandergesetzt? Also damit, was es bedeutet, wenn man einen bestimmten Wahn hat? Ist es möglich darüber allgemeine Aussagen zu treffen?

Wenn man z.B. unter Schuldwahn oder Beziehungswahn oder nihilistischem Wahn leidet. Was bedeutet das?

Mich würde auch interessieren, ob sich euer Wahn wiederholt hat, d.h. ob ihr z.B. Schuldwahn hattet, gesund wart und dann erneut Schuldwahn hattet, obwohl ihr ja in Psychoedukation etc. gewesen seid?

Ich frage mich nämlich immer, was das alles zu bedeuten hatte und kann mir zudem nicht vorstellen, nochmal auf diese abstrusen Gedanken "hereinfallen" zu können. Das scheint ja aber auch zu passieren.

Über Antworten freue ich mich.
 
New member
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19.10.2020
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13

ich kann dir das Buch "schitzoaffektiv " überbordende Innenwelten von Susan Otto empfehlen, auf Seite 47 48 erklärt sie viel zum Thema Wahn.

Lg
 
J

Jackyboy

Guest

in einer Psychose kann man eh nicht aus. Du hast keine wirkliche Wahl was du tust. Von daher mach dir keine Sorgen. Es geht einem so schlecht dass man alles versucht da heil rauszukommen, z.B. indem man etwas gutes tut.

Vermutlich löst man mit einer Psychose Sachen die sich vorher über lange Zeit angestaut hatten und lenkt es in die Richtung die kommen wird.

Das würde erklären warum man sich in einer zum Teil so gigantisch selbstständig und so fühlt.

Ich habe auch schon gehört dass manche (vielleicht wenige) gar nicht mehr sie selbst sind. Und auch an das Getane gar nicht mehr erinnern können.
Das wäre dann ein Fall von Besessenheit den aber Gott zugelassen hat.
 
J

Jackyboy

Guest

In „Verlockung des Wahnsinns“ wird auch ein Mann beschrieben der reich war fast sein ganzes Geld verschenkte, aber die Psychosen wieder aufhörten und er keine direkten Schäden davontrug
 
TS
E
New member
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Interessanter Punkt... ich werde darüber nachdenken.

Das klingt sehr schlimm, was du im Wahn erlebt hast. Ich finde es gut, dass dir Gott geholfen hat, aber ich habe dazu keine Verbindung. Ich finde es trotzdem krass, dass du im Wahn wusstest, dass es Wahn ist. Wahn ist ja eigentlich dadurch definiert, dass es die Betroffenen nicht als solchen erkennen. Ich habe z.B. immer gefragt, wie das alles möglich ist, hatte also auch eine Restskepsis, aber keinen wirklichen Durchblick. Ich hoffe das wäre jetzt anders. Kannst du dir erklären, warum es gerade dieser Wahn war?

Mir hat das Medikament schon geholfen. Es hat meinen Kopf frei gemacht.
 
J

Jackyboy

Guest

Serendipity war auch 10 Jahre krank bzw hatte damit zu tun.
 
J

Jackyboy

Guest

Dass sie das nicht von heute auf morgen gepackt hat.
 
Member
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Ein Kommentar von Seren ist wie ein Lieblingspsalm am Abend
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Vielen Dank!

Sorry an die Ungläubigen, aber bei den anonymen Alkis beschwert sich ja auch keiner wenn man ständig von Gott anfängt
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New member
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19.11.2020
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4

Liebe Emma, ihr lieben Alle,

ich kann ziemlich genau deuten, welche Gedanken und Inhalte in meinem Leben zu meinem Wahn geführt haben.

Als ich im Wahn war, war ich mir völlig sicher, dass ich gerade einen "Breakthrough" habe. Ich war total auf einem spirituellen Trip und wollte unbedingt erfahren, was Enlightenment bedeutet. Hinzu kamen aber noch viele andere Dinge, die ich in dem Moment eben alle in einen universellen Zusammenhang gebracht habe und wie es so ist im Wahn spiegelt sich das alles 1 zu 1 in der "Realität" in der man gerade ist.

Ich habe keine Stimmen gehabt während dem Wahn, aber ich habe quasi mit einer mir entfremdeten (wie hypnotisierten) Hand geschrieben und teilweise sehr laute und sehr lange Selbstgespräche geführt mit meinen "inneren Anteilen". Ich wollte alle Gefühle verstehen, weil ich mich als eine Art Retterin der Menschheit dafür auserkoren hatte, dass ich alle Menschen verstehen muss und deshalb eben auch alle Gefühle kennen muss, damit Menschen bei mir Rat suchen können.

Das mit dem inneren Team rührte auch daher, dass ich mich intensiv mit Aufstellungsarbeit befasst habe. An der Stelle ist es mir aber auch sehr wichtig zu betonen, dass ich der Technik selbst niemals "die Schuld" dafür geben würde, dass ich im Wahn gelandet bin. Auch wenn es gewissermaßen dazu beigetragen hat, konnte ich es gut nutzen, um mich wieder zu stärken und Klarheit über meinen Zustand zu gewinnen (Ich stelle gern selbst etwas für mich auf).

Ähnlich auch mit der Spiritualität. Es gibt da eben sehr viele Konzepte und so auch einiges, was ich überinterpretiert habe. Dass ich einen "Glauben" habe, stärkt mich gerade auch ungemein (Achtsamkeitsübungen, Meditation… )

Dazu kommen noch mehr Dinge, mit denen ich mich schon seit mehreren Jahren auseinander setze, wie jährliches Fasten (im Wahn glaubte ich, ich muss nichts oder nur ganz wenig essen) oder die intensive Auseinandersetzung mit Träumen. Ich hatte mir mal fest vorgenommen, klarträumen zu lernen. Im Wahn war ich wirklich wie auf Wolken unterwegs und war mir zwischenzeitlich auch ganz unsicher, ob ich wach bin oder ob ich träume.

Ich habe mich sehr für andere Bewusstseinszustände als den des "normalen" Wachzustands interessiert. Ich habe mich mit Atemtechniken und Kältetraining befasst (falls euch Wim Hof etwas sagt?) und all das kam im Wahn zusammen, sodass ich im Januar schwimmen gegangen bin. Da haben dann aber auch meine Glocken geläutet, dass etwas mit mir nicht stimmen könnte. So weit ungefähr die Themen, die ich alle "in meinen Kessel geworfen" habe.

Zu meinem Lebensumständen gehörte zu dem Moment, dass ich auf einer noch nie dagewesenen Erfolgswelle ritt. Und dann folgten zwei Begegnungen, die dann alles gesprengt haben. Zunächst traf ich auf einen älteren Mann, mit dem ich eine ganz starke seelische Verbindung hatte. Plötzlich wandte sich dann aber das Blatt und er war extrem aufdringlich und wirklich anzüglich und eklig. Er schrieb mir ewig viele SMS mit wirklich gestörtem Inhalt. Das hat mir richtig Angst eingejagt, sodass ich wegen ihm Verfolgungswahn hatte.

Die andere Begegnung war verrückt-schön, zu schön fast. Ich hab mich von jetzt auf gleich so arg verliebt, dass mir alle Synapsen durchgegangen sind.

Ja, so war das bei mir. Ich bin jetzt seit fast einem Monat runter von Medies, damit fühle ich mich ganz gut. Es hat jetzt schon ne Weile gedauert, bis ich das alles verarbeiten konnte. So ziemlich als Corona begann bin ich in eine depressive Phase gerutscht, die teils immer noch anhält. All das hat aber auch gerade viel mit mir und meiner Lebenssituation zu tun.

Das hört sich vielleicht etwas komisch an, aber in gewisser Weise bin ich ganz dankbar, dass mir das alles passiert ist. Es gehört jetzt irgendwie zu mir. Ich hoffe natürlich, dass es nicht nochmal passiert, aber ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es mir auffallen würde, wenn ich wieder übermäßig anfange mir Gedanken zu machen, z.B. nicht mehr schlafen gehen und solche Sachen. Auch meinen Freunden und Bekannten gegenüber war ich offen mit der Geschichte, sodass ich auch dort nochmal Rückhalt habe, falls denen auffällt, dass was mit mir nicht stimmt.

Soweit von mir und in diesem Sinne: Passt gut auf euch auf.

Ich wünsche euch alles Gute,

Jiskah
 
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