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Pharmakologische Strategien
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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

➝ Grafische Übersicht: Transporter, Rezeptoren & Schizophrenie‑Netzwerk

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Stabilisierung mithilfe von Bupropion

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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Gabe von Methylphenidat an Kind von Mutter mit Schizophrenie

Johannes

Active member
Hallo Ihr Lieben,
wie bereits in einem anderen Beitrag erwähnt hat meine Frau die Diagnose paranoide Schizophrenie.
Nun hat eines unserer Kinder die Diagnose ADS erhalten und uns wurde zu einer medikamentösen Behandlung geraten.

Da jedoch der Wirkstoff Methylphenidat auch in den Botenstoffhaushalt eingreift würde ich darauf gerne verzichten. Gibt es hier jemanden, der das Thema schon gründlich recherchiert hat und mir mitteilen würde, zu welchem Ergebnis er gekommen ist? Und mir vielleicht die hilfreichsten Quellen weitergeben?

Danke!
Gruß
 
Ich habe keine Quellen, aber ich würde in deinem Fall auch auf Medikamente verzichten.
Nicht das da etwas ausgelöst wird.
Wissen die Ärzte von der Diagnose der Mutter?
 
Ich habe keine Quellen, aber ich würde in deinem Fall auch auf Medikamente verzichten.
Nicht das da etwas ausgelöst wird.
Wissen die Ärzte von der Diagnose der Mutter?
Danke. Das wissen die aus einem anderen Zusammenhang. Aber ob das in diesem Kontext berücksichtigt wurde kann ich nicht sagen. Dem wollte ich auch noch nachgehen…
 
Da jedoch der Wirkstoff Methylphenidat auch in den Botenstoffhaushalt eingreift würde
Es wird ein schwieriger Weg werden. Bedenke, dass die genetische Sicht der Dinge auch auf Vorurteilen beruhen kann, so dass das Kind dann frei zum Ritalin wäre, zumindest genauso wie ein (angeblich) nicht genetisch "anderes" Kind. Ich habe mir etwa schon oft gedacht, vielleicht haben die meisten schizophren Erkrankten eigentlich relativ normal gute Gene, auch in diesem Bereich, vielleicht ist nur die Toleranz der Umgebung gegenüber einer bestimmten Verhaltensabweichung oder Nervosität sehr wenig ausgeprägt, so dass es dann zum Drama der Diagnose&Behandlung kommt.
 
Hallo Ihr Lieben,
wie bereits in einem anderen Beitrag erwähnt hat meine Frau die Diagnose paranoide Schizophrenie.
Nun hat eines unserer Kinder die Diagnose ADS erhalten und uns wurde zu einer medikamentösen Behandlung geraten.

Da jedoch der Wirkstoff Methylphenidat auch in den Botenstoffhaushalt eingreift würde ich darauf gerne verzichten. Gibt es hier jemanden, der das Thema schon gründlich recherchiert hat und mir mitteilen würde, zu welchem Ergebnis er gekommen ist? Und mir vielleicht die hilfreichsten Quellen weitergeben?

Danke!
Gruß
Bupropion ist im vergleich sehr mild von der DAT-Wirkung und hat auch bei Schizophrenie einen Nutzen. Off-Label wird das auch bei ADHS eingesetzt.
Escitalopram kann man gut kombinieren, da bei ADHS auch so häufig Depressionen da sind. Das runtet die Wirkung vom Bupropion eher ab und kann Nebenwirkungen wie Miktionsstörungen oder Obstipation lindern, da die Relative NET-Stärke von Bupropion das etwas begünstigen kann.

Verhältnis NET zu DAT 2:1 beim Bupropion, mit kleinen Bindungsstärken weshalb es viel milder als Methylphenidat ist. Im ADHS Kreis sagt man da auch eher vom Methylphenidat Light dazu. Sonst hätte man im Grunde noch Atomoxetin bei ADHS was hauptsächlich auf NET wirkt und von daher eher nur bei Unruhe und Reizbarkeit ansetzt. Durch NET wird Präfrontal der Noradrenalintransporter blockiert, worüber in den präfrontalen D1 Regionen das Dopamin stabilisiert wird. Präfrontal ist wichtif für Selbstkontrolle und Stressabbau. Modulierung über NET bedeutet da Dopamin dort über NET abgebaut ist, das schwache Signale verstärkt werden ohne das bereits starke Signale überverstärkt werden.

SERT könnte man mit einem SSRI wie Escitalopram leicht ergänzen, da das antidepressiv nützlich ist und auch bei ADHS relativ häufig eingesetzt wird. Das gleicht das Bupropion von den Nebenwirkungen etwas aus und würde eher Emotionen und Libido etwas dämpfend regulieren.

Trimipramin-Tropfen wären zur Schlafförderung gut, da diese Wirkung auch emotionale Kältegefühl gut lindern kann kann das zumindest bei Schlafstörungen sehr helfen. Mit minimalen Tropfen kann man das sehr selektiv ansprechen ohne Nebenwirkungen wie bei den üblichen TZA eingehen zu müssen. Auch weil Bupropion manchmal sehr Wach machen kann.

Hilft ja auch bei Schizophrenie.

Das Problem bei Methylphenidat wäre die sehr starke DAT-Hemmung. Beim Bupropion ist diese leicht und da kann das sogar bei deiner Frau ihrer Schizophrenie einen Zusatznutzen haben, weil es im Stratium das Dopamin mild moduliert. Die Antipsychotika bleiben wirksam.

Ich würde das Bupropion eher bei leichten psychotischen Symptomen empfehlen, ansonsten könnte man erst Atomoxetin (wirkt über NET) probieren.


Wichtig ist zu wissen das zumindest Antidepressiva unter umständen zumindest bei einer Schizophrenie an Wirkung verlieren, dann wird man trotzdem Unruhig und Reizbar obwohl Bupropion dagegen hilft. Oder Trimipramin hätte ann keine sedierende Wirkung, oder Citalopram keine Antidepressive.
Dann ist man fast schon beim Antipsychotikum weil man dann etwas dämpfendes kurz bräuchte damit diese Wirkstoffe anschließend wieder voll wirksam sind. Das könnte deine Frau mit Aripiprazol gut realisieren und würde ich anderweitig nur im Notfall bei schwerer Reizbarkeit und Depressionen empfehlen. (Ich bin kein Arzt und sag das eher weil ich andere ADHS Betroffene im Umfeld und deren Probleme und Medikamente auch etwas kenne)

Ich habe eine Studie gelesen wo ein Psychiater sehr gering dosiertes Lithium als Add-on bei ADHS empfohlen hat, da zuviel Lithium eher sedierend wirkt und das bei Kindern ungünstig ist.
Hier habe ich im Forum erst einen Artikel über die NDMA-Achse gemacht
N – NMDA/Glutamat Achse bei Schizophrenie

Man könnte Lithium-Orotat ab ca. 20mg eventuell probieren da das nur minimal dämpft und die Wirkung der Antidepressiva erhält. Das verbessert die Chance das Bupropion wirkt. Lithium-Orotat soll bei viel kleineren Dosierungen wirken und kann ich selbst empfehlen. Nur bekommt man diese Nahrungsergänung nur über Auslandsapotheken, diese wurde mir über Idealo angezeigt https://de.iherb.com/ und dort bekommt man auch Lithium-Orotat in vernünftigen Dosierungen für einen fairen Preis.

Bei Vitamin B6 kann bei Unruhe und Reizbarkeit auch hochdosiert ca. 50-100mg helfen, wobei man bei höheren Dosierungen da mit peripherer Neuropathie etwas aufpassen muss. Sulfarophen ist Brokkolie Extrakt, das ist auch gut da es durch die Gene Entzündungen reguliert, was zumindest für Schizophrenie relevant ist, etwa weil an der dämpfenden NDMA-Achse die Probleme anfangen. Dopamin ist nachgeschaltet.

D-Serin teste ich seit 2 Wochen und es hat auch einen Effekt. Das ist eher wie der Zahnriehmen oder Steuerkette am Auto, diese Aminosäure ist beim NDMA zentral und soll bei Schizophrenie auch mangeln. Hier habe ich mir diese bestellt. Wirkte die ersten Tage eher dämpfend bis sich das stabilisiert hat. Ich berichte da später darüber.

Über Microsoft Copilot kann man sich medizinisch auch gut informieren, das ist in meinen Augen noch relativ unabhängig.

Bei ADHS und Schizophrenie würde es in der Hinsicht zumindest in ähnliche Richtung gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bupropion ist im vergleich sehr mild von der DAT-Wirkung und hat auch bei Schizophrenie einen Nutzen. Off-Label wird das auch bei ADHS eingesetzt.
Escitalopram kann man gut kombinieren, da bei ADHS auch so häufig Depressionen da sind. Das runtet die Wirkung vom Bupropion eher ab und kann Nebenwirkungen wie Miktionsstörungen oder Obstipation lindern, da die Relative NET-Stärke von Bupropion das etwas begünstigen kann.

Verhältnis NET zu DAT 2:1 beim Bupropion, mit kleinen Bindungsstärken weshalb es viel milder als Methylphenidat ist. Im ADHS Kreis sagt man da auch eher vom Methylphenidat Light dazu. Sonst hätte man im Grunde noch Atomoxetin bei ADHS was hauptsächlich auf NET wirkt und von daher eher nur bei Unruhe und Reizbarkeit ansetzt. Durch NET wird Präfrontal der Noradrenalintransporter blockiert, worüber in den präfrontalen D1 Regionen das Dopamin stabilisiert wird. Präfrontal ist wichtif für Selbstkontrolle und Stressabbau. Modulierung über NET bedeutet da Dopamin dort über NET abgebaut ist, das schwache Signale verstärkt werden ohne das bereits starke Signale überverstärkt werden.

SERT könnte man mit einem SSRI wie Escitalopram leicht ergänzen, da das antidepressiv nützlich ist und auch bei ADHS relativ häufig eingesetzt wird. Das gleicht das Bupropion von den Nebenwirkungen etwas aus und würde eher Emotionen und Libido etwas dämpfend regulieren.

Trimipramin-Tropfen wären zur Schlafförderung gut, da diese Wirkung auch emotionale Kältegefühl gut lindern kann kann das zumindest bei Schlafstörungen sehr helfen. Mit minimalen Tropfen kann man das sehr selektiv ansprechen ohne Nebenwirkungen wie bei den üblichen TZA eingehen zu müssen. Auch weil Bupropion manchmal sehr Wach machen kann.

Hilft ja auch bei Schizophrenie.

Das Problem bei Methylphenidat wäre die sehr starke DAT-Hemmung. Beim Bupropion ist diese leicht und da kann das sogar bei deiner Frau ihrer Schizophrenie einen Zusatznutzen haben, weil es im Stratium das Dopamin mild moduliert. Die Antipsychotika bleiben wirksam.

Ich würde das Bupropion eher bei leichten psychotischen Symptomen empfehlen, ansonsten könnte man erst Atomoxetin (wirkt über NET) probieren.


Wichtig ist zu wissen das zumindest Antidepressiva unter umständen zumindest bei einer Schizophrenie an Wirkung verlieren, dann wird man trotzdem Unruhig und Reizbar obwohl Bupropion dagegen hilft. Oder Trimipramin hätte ann keine sedierende Wirkung, oder Citalopram keine Antidepressive.
Dann ist man fast schon beim Antipsychotikum weil man dann etwas dämpfendes kurz bräuchte damit diese Wirkstoffe anschließend wieder voll wirksam sind. Das könnte deine Frau mit Aripiprazol gut realisieren und würde ich anderweitig nur im Notfall bei schwerer Reizbarkeit und Depressionen empfehlen. (Ich bin kein Arzt und sag das eher weil ich andere ADHS Betroffene im Umfeld und deren Probleme und Medikamente auch etwas kenne)

Ich habe eine Studie gelesen wo ein Psychiater sehr gering dosiertes Lithium als Add-on bei ADHS empfohlen hat, da zuviel Lithium eher sedierend wirkt und das bei Kindern ungünstig ist.
Hier habe ich im Forum erst einen Artikel über die NDMA-Achse gemacht
N – NMDA/Glutamat Achse bei Schizophrenie

Man könnte Lithium-Orotat ab ca. 20mg eventuell probieren da das nur minimal dämpft und die Wirkung der Antidepressiva erhält. Das verbessert die Chance das Bupropion wirkt. Lithium-Orotat soll bei viel kleineren Dosierungen wirken und kann ich selbst empfehlen. Nur bekommt man diese Nahrungsergänung nur über Auslandsapotheken, diese wurde mir über Idealo angezeigt https://de.iherb.com/ und dort bekommt man auch Lithium-Orotat in vernünftigen Dosierungen für einen fairen Preis.

Bei Vitamin B6 kann bei Unruhe und Reizbarkeit auch hochdosiert ca. 50-100mg helfen, wobei man bei höheren Dosierungen da mit peripherer Neuropathie etwas aufpassen muss. Sulfarophen ist Brokkolie Extrakt, das ist auch gut da es durch die Gene Entzündungen reguliert, was zumindest für Schizophrenie relevant ist, etwa weil an der dämpfenden NDMA-Achse die Probleme anfangen. Dopamin ist nachgeschaltet.

D-Serin teste ich seit 2 Wochen und es hat auch einen Effekt. Das ist eher wie der Zahnriehmen oder Steuerkette am Auto, diese Aminosäure ist beim NDMA zentral und soll bei Schizophrenie auch mangeln. Hier habe ich mir diese bestellt. Wirkte die ersten Tage eher dämpfend bis sich das stabilisiert hat. Ich berichte da später darüber.

Über Microsoft Copilot kann man sich medizinisch auch gut informieren, das ist in meinen Augen noch relativ unabhängig.

Bei ADHS und Schizophrenie würde es in der Hinsicht zumindest in ähnliche Richtung gehen.

Hallo Maggi,
Danke für die ausführliche Antwort. Gilt das im gleichen Maße auch für ADS ohne H? Denn sie gehört zu der „wegträumenden“ Variante.
Gruß
 
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