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Im Mittelpunkt stehen Orientierung, Medikation und Therapieansätze. Persönliche Erfahrungen werden hier nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit medizinischen Informationen und Behandlungswegen eingeordnet.

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Pharmakologische Strategien
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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

➝ Grafische Übersicht: Transporter, Rezeptoren & Schizophrenie‑Netzwerk

➝ Die Dopamin‑Regulationshypothese: Schizophrenie als Signal‑Rausch‑Störung

➝ Schizophrenie einfach erklärt: Was im Gehirn passiert

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Übersicht zu Intervalltherapie, Kombinationsstrategien und Nebenwirkungsprofilen.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Erwachsenes Kind mit Schizophrenie / Hassattacken, Kontaktabruch

Micha

Member
Hallo. Ich suche andere Eltern(teile) von erwachsenen Kindern mit Schizophrenie die auch immer wieder mit Hass überschüttet werden - wie geht ihr damit um? Wie lebt ihr mit dem Schmerz? Wie gestaltet ihr Euer Leben nach einem hasserfüllten Kontaktabbruch durch das erwachsene Kind?
 
Auch ich hab einen 20 jährigen Sohn mit Schizophrenie und null Einsicht krank zu sein. Es ist furchtbar für meinen Mann u mich. Liebe Grüße
 
Hallo Tina und Sonnchen, schön von Euch zu lesen! Ich bin auch eine Mutter (Alleinerz.) und meine Tochter, paranoide Schizophrenie, ist 38. Es ist die Hölle. Sie ist mir so fremd geworden und es tut so furchtbar weh, einerseits sie selbst leiden zu sehen aber nicht helfen zu können, andererseits wie gemein und herzlos sie immer wieder zu mir ist. Vielleicht können wir uns hier austauschen und gegenseitig etwas aufbauen ?! Nichtbetroffene Menschen können oft nicht wirklich verstehen was das alles bedeutet und wie schlimm das ist, daher fände ich den Austausch mit anderen Eltern schön. Liebe Grüße zurück!
 
P.S. Bei uns ist es so dass sie immer wieder den Kontakt mit bösen hasserfüllten Worten komplett für Wochen/Monate abbricht, sich dann wieder meldet "als wenn nichts gewesen wäre", dann ist alles für ein paar Tage oder Wochen "gut", ZU gut eigentlich, bis ich wieder "was falsches sage" oder "was falsches mache" und von Null auf 100 wieder die böseste mieseste Mutter der Welt bin, beschimpft werde und der Kontakt wieder von ihr abgebrochen wird. Ich bin inzwischen selbst seelisch total am Ende dadurch. Wie ist es bei Euch?
 
P.S. Bei uns ist es so dass sie immer wieder den Kontakt mit bösen hasserfüllten Worten komplett für Wochen/Monate abbricht, sich dann wieder meldet "als wenn nichts gewesen wäre", dann ist alles für ein paar Tage oder Wochen "gut", ZU gut eigentlich, bis ich wieder "was falsches sage" oder "was falsches mache" und von Null auf 100 wieder die böseste mieseste Mutter der Welt bin, beschimpft werde und der Kontakt wieder von ihr abgebrochen wird. Ich bin inzwischen selbst seelisch total am Ende dadurch. Wie ist es bei Euch?
Manchmal ziehen sich solche Mauern hoch, da die Psychose extremer psychischer Stress ist. Betroffene tun sich selbst schwer, ihre Diagnose anzunehmen, und wenn das dann noch auf Unverständnis seitens der Eltern stößt, dann kann es schwierig werden.

Solche Schwankungen kenne ich von mir, als ich damals viele Absetzversuche der Antipsychotika gemacht habe. Da traten solche Symptome auch in psychotischen Schüben auf, wie du es beschreibst.
Angehörige stehen dazwischen, da wir Betroffene mit Medikamenten teils sehr eingeschränkt sind und diese tendenziell absetzen wollen.
Medikamentöse Therapien sind zwar notwendig, aber wichtig sind Verträglichkeit und Lebensqualität, damit sie die Medikamente und Therapien für sich annimmt, denn da mangelt es schon in der psychiatrischen Grundlage häufig.

Viele Betroffene haben immer wieder Rückfälle oder setzen immer wieder ab. Genau dort kannst du deiner Tochter helfen, indem du dich für sie über die insbesondere hier aufgezeigten Behandlungsmöglichkeiten informierst. Du solltest für deine Tochter verständnisvoll für die Schwierigkeit der Einnahme dieser teils extrem einschränkenden oder nebenwirkungsbehafteten Wirkstoffe sein.
Hier findest du von den gängigen Wirkstoffen eine Übersicht, wobei die Verträglichkeitsunterschiede teils extrem sind:
Nebenwirkungen Antipsychotika 1/26

Weißt du, welche Medikamente deine Tochter bisher hatte und wie sie diese jeweils vertragen hat?
Wie steht deine Tochter zu ihrer Diagnose und zu den Medikamenten? Weißt du, ob und wie häufig sie diese einnimmt, oder nimmt sie nur das allernötigste?
Seit wann ist deine Tochter erkrankt, wie häufig war sie in der Klinik bisher?

Du solltest ihr keinen zusätzlichen Druck machen, denn für Eltern und Erkrankte kann es schwer sein, diese Diagnose und die Konsequenzen für Beruf und alles anzunehmen. Viele Betroffene landen in der vollen Erwerbsminderung und sind auch auf Hilfen ihrer Angehörigen angewiesen. Arbeitet deine Tochter voll, teilzeit oder unter 3 Stunden? Denn Erwerbsminderungsrente würde immer noch einen bis drei Stunden Arbeit erlauben und finanzielle Sicherheit schaffen, dass man auch ohne Arbeit durchkommt und derartiger psychischer Druck wegfällt, irgendjemandem oder auch dir als Elternteil etwas beweisen zu müssen.
Antragsverfahren und diese Dinge sind ja für Betroffene häufig schon ein Hindernis.

Wichtig ist, dass Eltern die Komplexität der Erkrankung annehmen und verstehen, ohne Betroffenen ihre ganze Wahrnehmung abzusprechen.
Nach dem Motto:
Mit Medikamenten fehlt dir nichts, du musst nur auf deinen Psychiater hören und deine Medikamente einnehmen
oder im Gegenteil zu glauben, dass es deine Tochter irgendwie ganz ohne Medikamente schaffen muss und es keine Schizophrenie gibt.

Meist ist es für Betroffene sehr schwierig, wenn Angehörige sich auf eine Seite schlagen, denn es zählt, dass ihr eure Tochter mit Diagnose annehmt. Die Diagnose ist Ausdruck extremer innerer Zerwürfnisse. Erkrankte tragen teils in sich die Zerwürfnisse im Außen aus und brauchen selbst Jahre, um ihre eigene Diagnose anzunehmen und zu verstehen, ohne in eines dieser Extreme abzurutschen.

Teils werden Betroffene mit sündhaft teuren Depotspritzen, die man immer wieder neu verpackt, abgespeist, statt dass man die verfügbaren verträglichen Medikamente und Möglichkeiten nutzt.

Ziel sollte es sein, dass deine Tochter zufrieden mit ihren Medikamenten ist, diese wirken und es ihr damit besser geht. Dann ist es für Betroffene viel einfacher, die eigene Diagnose anzunehmen.
Im Gegensatz dazu: Wenn es einem unter Medikamenten aufgrund gravierender Einschränkungen subjektiv schlechter geht als vor der Behandlung, dann setzt man eben immer wieder ab.


Als Mutter könnte es für deine Tochter ein Segen sein, wenn du dir die Therapieangebote im Forum anschaust:
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)
Broschüre-Kurzfassung: Schizophrenie_Intervalltherapie
Bupropion bei Schizophrenie: Transporter, Rezeptoren und Kombinationsstrategien

Oben die Fragen zu den Medikamenten:
  • Weißt du, welche Medikamente deine Tochter bisher hatte und wie sie diese jeweils vertragen hat?
  • Welche Wirkstoffe nimmt sie aktuell und in welchen Dosierungen?
  • Wie steht deine Tochter zu ihrer Diagnose und zu den Medikamenten?
  • Geht sie regelmäßig zum Psychiater?
  • Nimmt sie ihre Medikamente wie verordnet ein? Oder setzt sie diese ständig ab, bzw. nimmt diese nur gering dosiert oder kurzzeitig ein?
  • Wie viele Jahre ist deine Tochter erkrankt und wie häufig war sie schon in der Klinik?
 
Hallo Micha,
ich habe auch einen erwachsenen Sohn, der vor 3 Jahren komplett den Kontakt zu mir abgebrochen hat. Er fing dann an mir unglaublich hasserfüllte E-Mails zu schreiben, manchmal viele an einem Tag. Er lebt im selben Mehrfamilienhaus wie mein Partner und ich aber ich habe ihn praktisch seit ca. 3 Jahren nicht mehr gesehen. Mein Sohn ist Asperger-Autist und bekam vor Jahren zusätzlich die Diagnose "Schizophrenie". Ein paar Jahre lang bekam er Risperidon, zum Schluss in sehr geringer Dosis, das ging gut, bis er es dann mit Zustimmung seiner Psychiaterin ganz ausgeschlichen hat. 2 bis 3 Monate später wurden die autistischen Symptome wieder viel stärker und er geriet wieder in eine Psychose. Seither verlässt er seine Wohnung nicht mehr, bis auf 2 mal kurz. Er ist nicht mehr bereit, irgendetwas einzunehmen und empfindet sich nicht als krank oder behandlungsbedürftig. Mein Partner versorgt ihn so gut es geht. Mit mir will er bisher nach wie vor keinen Kontakt. Vor etwa einem halben Jahr hat er die E-Mails eingestellt.

Anfangs war der Zustand für mich kaum zu ertragen, ich wusste nicht wie ich diesen Schmerz aushalten soll. Nun geht das schon 3 Jahre so und es geht mir besser als am Anfang. Aber es ist immer noch sehr schwer. Ich versuche, mir nicht mehr vorzustellen, wie das alles weitergehen oder enden wird, sondern jeden Tag einzeln zu leben. Nur dieser Tag und was ich daraus machen kann. Ich war zeitweise nervlich völlig am Ende. Das hat natürlich auch körperlich seine Spuren bei mir hinterlassen, ich bin ziemlich krank geworden, Man muss auch auf sich selbst aufpassen. Ich empfehle das Buch "Aufopfern ist keine Lösung", von Janine Berg-Peer, die selbst eine erwachsene Tochter mit Schizophrenie hat.
Ich denke, wir müssen verstehen, dass unsere Kinder ihr eigenes Schicksal und ihren eigenen Lebensweg haben und wir ihnen nicht immer helfen können, auch wenn das sehr schmerzhaft ist.

Liebe Grüße, Nina
 
Hallo Tina,Sonnchen,Maggi und Nina, (und alle MitleserInnen) Sorry dass ich mich nach dem letzten Beitrag doch nicht nochmal gemeldet hatte, just an dem Tag hatte ich mal wieder mehrere hasserfüllte Mails meiner Tochter (38) erhalten, und teilweise hauen diese Mails mich dann für mehrere Tage komplett um (ich habe leider selbst inzwischen mit attestierter Depression zu kämpfen). Was so an die Nieren geht ist dass sie, abgesehen von der Verzerrung der Sache auf die sie sich ursprünglich beruft und die für mich jedesmal "aus heiterem Himmel" kommt ist es dieses dann übergehen in das komplette Entwerten meiner Person und unterstellung von absolut nicht zutreffenden, böswilligen Beweggründen meinerseits, das abwerten von Handlungen meinerseits die NULL mit ihr zu tuen haben (mich generell schlechtmachen in allem was ich sage und tue) und zuziehen von angeblichen Drittmeinungen von Leuten über mich die schlecht von mir denken um zu "belegen" WIE scheisse ich sei. Ich meine das ist mein Kind dass mich da SO beschimpft, mobbt etc.. Auch wenn sie natürlich längst eine erwachsene Frau ist, als Mütter (Väter) wisst ihr WAS ich meine. Das schlimme ist, ich denke meine Mutterliebe liegt im sterben. Man kann niemanden lieben der so schlecht über einen denkt, "bei aller Liebe nicht". Das ist furchtbar. Ich muss um meiner selbst willen den Kontakt WIRKLICH abbrechen, sonst gehe ich daran kaputt.
 
Das tut mir leid! Viel Kraft! Man ist so hilflos u kann nur zusehen. Wir sind nun am Überlegen wg einer eigenen Wohnung, räumliche Trennung. Das ist leider finanziell sehr belastend. Außerdem geht es um Klärung der Arbeitsfähigkeit an sich, was sehr schwierig ist, wenn der Betroffene nicht kooperiert u alles nur macht, was angenehm ist u null Empathie aufbringt. Liebe Grüße aus Österreich
 
Hallo Micha,
Seit wann geht das so, mit deiner Tochter? Und wie war es früher zwischen euch? Wie lebt sie und nimmt sie Medikamente?
Ja, vielleicht solltest du den Kontakt tatsächlich für eine Weile abbrechen um dich zu schützen aber es ihr dann per E-Mail mittteilen und auch den Grund dafür. Damit du etwas zur Ruhe kommen kannst. Die Mails meines Sohnes haben mich auch immer für Tage aus den Schuhen gehauen und deshalb bin ich tatsächlich froh, dass er seit einem halben Jahr nicht mehr schreibt. Wie es ihm geht bekomme ich über meinen Partner mit.
Aber wir dürfen nicht vergessen: Dieser extreme Hass ist Teil der Erkrankung, es ist ihr kranker Anteil und hat kaum etwas mit dir zu tun.

"Hass, Misstrauen oder aggressive Ablehnung gegenüber nahen Angehörigen ist ein häufiges und sehr belastendes Symptom im Rahmen einer Schizophrenie, insbesondere in akuten Phasen. Dieses Verhalten ist ein Symptom der Erkrankung und richtet sich oft paradoxerweise gegen die Menschen, die dem Betroffenen am nächsten stehen.
Warum entsteht Hass auf Angehörige?
Wahnhafte Verkennung: In einer Psychose lebt der Erkrankte in einer wahnhaften Welt. Es kommt häufig vor, dass Angehörige in den Wahn einbezogen werden und dann als Bedrohung oder Feinde erlebt werden." (Zitat aus psychologie-coaching.com)

Es ist wichtig, dieses Verhalten auch wenn es schwerfällt, nicht persönlich zu nehmen aber auch Grenzen zu setzen. Notfalls auf Distanz gehen und dem Betroffenen klar machen, warum man das tut.

Deine Tochter lebt nicht bei dir? Wie war euer Verhältnis vor der Erkrankung?

Liebe Grüße, Nina
 
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